SBB bewertet Direktzüge nach Barcelona, Amsterdam und London

Hochgeschwindigkeitszug an einem Schweizer Bahnhof mit Alpenbergen im Hintergrund

Die SBB prüft die Eröffnung von Zugverbindungen in die wichtigsten europäischen Hauptstädte. Projekt von 40 Konvois, um auf das Flugzeugchaos und die hohen Preise zu reagieren.

Kontext

Auf einen Blick

  • FFS prüft direkte Zugverbindungen nach Barcelona, Amsterdam und London
  • Projekt für 40 europäische Züge als Antwort auf das Chaos im Luftverkehr
  • Ausschreibung in den kommenden Monaten für die Anschaffung der Züge

Wichtige Fakten

  • Was: FFS plant direkte Zugverbindungen zu europäischen Hauptstädten
  • Wann: Start der Ausschreibung in den kommenden Monaten; London wird 2030 erwartet
  • Wo: Barcelona, Amsterdam, London + weitere europäische Hauptstädte
  • Wer: FFS (Ferrovie Federali Svizzere), CEO Vincent Ducrot
  • Zahl: Bis zu 40 Tageszüge
  • Begründung: Chaos im Luftverkehr, steigende Treibstoffpreise
  • Finanzierung: Ausschreibung in den kommenden Monaten geplant

Die Ferrovie Federali Svizzere (FFS) prüfen die Einrichtung direkter Zugverbindungen zu den wichtigsten europäischen Hauptstädten, darunter Barcelona, Amsterdam und London. Die Ankündigung stammt von CEO Vincent Ducrot, der das Projekt als Antwort auf das zunehmende Chaos im Luftverkehr präsentiert, das durch ausgefallene Flüge und den drastischen Anstieg der Treibstoffpreise gekennzeichnet ist. Unterdessen bleiben die derzeitigen alternative di trasporto Inlandsflüge und Regionalzüge mit Umstieg.

Das Projekt sieht bis zu 40 Züge vor, die tagsüber in ganz Europa verkehren sollen. Ducrot zufolge zeigt der Boom des europäischen Schienenfernverkehrs einen bedeutenden Wandel der Reisegewohnheiten: Immer mehr Fahrgäste nutzen den Zug nicht nur für Ausflüge und Tage im Schnee, sondern auch, um große Veranstaltungen und Konzerte zu besuchen, „Gelegenheiten, bei denen die Fahrgäste bereit sind, immer größere Entfernungen zurückzulegen“. Die strategische Vision ist eindeutig: die wichtigsten europäischen Hauptstädte ohne Umsteigen zu erreichen.

Zeitplan und Beschaffung der Züge

In den kommenden Monaten wird FFS eine Ausschreibung für den Kauf (oder die Anmietung) der sogenannten „Schweizer TGV“ starten, Hochgeschwindigkeitszüge, die erforderlich sind, um schnelle und zuverlässige Verbindungen zu gewährleisten. Zu den Anbietern, die voraussichtlich an der Ausschreibung teilnehmen werden, gehören die großen Namen der europäischen Eisenbahnindustrie: Alstom, Hitachi und Siemens. Auch der Schweizer Hersteller Stadler könnte ein Angebot einreichen, sofern er zum Zeitpunkt der Ausschreibung über Züge dieses Typs in seinem Sortiment verfügt. Seine Giruno-Züge, die für Verbindungen nach Italien und Deutschland eingesetzt werden, erreichen Höchstgeschwindigkeiten von nur 250 Kilometern pro Stunde und sind daher für diese neue internationale Ambition unzureichend.

London und die infrastrukturellen Hürden

London ist das Endziel dieser Expansion, deren Umsetzung um 2030 herum vorgesehen ist. Das Erreichen der britischen Hauptstadt ist jedoch mit mehreren Schwierigkeiten verbunden. Der Ärmelkanaltunnel hat eine begrenzte Kapazität, und das Vereinigte Königreich gehört nicht zum Schengen-Raum, was bedeutet, dass die Sicherheits- und Einreisekontrollen bereits in eigens dafür vorgesehenen Terminals in den Schweizer Bahnhöfen durchgeführt werden müssen, nicht erst am Zielort. Ein weiterer kritischer Punkt ist Deutschland, wo der Ausbau des Bahnangebots verschoben wurde. Ducrot zufolge „wird es länger dauern, bis sich die Qualität der Infrastruktur auf den deutschen Strecken verbessert“, was verdeutlicht, dass öffentliche Investitionen in den Verkehr lange Zeit und eine Koordinierung zwischen Staaten erfordern. Zeitplan und Prioritäten des Projekts müssen für die meisten Ziele noch festgelegt werden.

Operative Details

Die Finanzierungs- und Beschaffungsstrategie

FFS prüft, ob die Züge direkt erworben oder geleast werden sollen. Die Entscheidung wird von den Ergebnissen der Ausschreibung abhängen, dem ersten konkreten Schritt des Projekts. Alstom, Hitachi und Siemens sind die größten europäischen Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen mit einer etablierten Erfolgsbilanz in diesem Bereich. Stadler ist zwar ein Schweizer Unternehmen, hat die Giruno jedoch speziell für europäische Strecken mit mittleren Geschwindigkeiten (maximal 250 km/h) entwickelt; für diese Vision, die höhere Geschwindigkeiten (320-360 km/h) erfordert, sind sie ungeeignet. Die Entscheidung, in diese Expansion zu investieren, fällt für das Unternehmen in einer finanziell herausfordernden Phase.

Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete FFS einen Gewinn von 126 Millionen Schweizer Franken, ein positives Ergebnis, das für die ehrgeizigen Entwicklungspläne jedoch noch nicht ausreicht. Die Gesamtverschuldung von FFS beläuft sich auf 11,5 Milliarden Schweizer Franken, eine beträchtliche Summe, die jahrzehntelange Infrastrukturinvestitionen, aber auch die Belastung durch den Betrieb eines komplexen Eisenbahnnetzes widerspiegelt. Nach Angaben der Unternehmensleitung benötigt FFS jährliche Gewinne von mindestens 500 Millionen Franken, um diese Schulden abzubauen und weiterhin in neue Infrastrukturen und Dienstleistungen zu investieren. Dieses Ziel bedeutet, dass das Unternehmen durch neue Dienstleistungen und eine verbesserte betriebliche Effizienz erhebliche zusätzliche Einnahmen erzielen muss.

Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrs

Dieses Projekt steht im Einklang mit den europäischen Strategien für nachhaltige Mobilität und die Dekarbonisierung des Verkehrs. Fernzüge sind unter energetischen Gesichtspunkten deutlich effizienter als Flugzeuge und stoßen weniger CO2 pro Passagierkilometer aus. Für Menschen in der Schweiz würde die Möglichkeit, die wichtigsten europäischen Hauptstädte mit einem Direktzug zu erreichen, Reisezeiten ermöglichen, die mit Flügen konkurrenzfähig sind (unter Berücksichtigung der Check-in-Zeiten, der Verspätungen an Flughäfen und der Anschlussverbindungen), und gleichzeitig mit geringeren Umweltauswirkungen einhergehen.

Der Boom des europäischen Schienenfernverkehrs zeigt, dass ein realer Markt für dieses Angebot existiert. Allerdings wird die Umsetzung von drei entscheidenden Faktoren abhängen: der Beschaffung der Finanzierung, der Überwindung infrastruktureller Hindernisse (insbesondere des Ärmelkanaltunnels und grenzüberschreitender Vereinbarungen) sowie der Fähigkeit von FFS, mittelfristig zuverlässige und rentable Verbindungen zu betreiben. Die Bewältigung der finanziellen Situation wird entscheidend sein: Jede neue Verbindung muss dazu beitragen, das Ziel eines jährlichen Gewinns von 500 Millionen Franken zu erreichen.

Die Rolle der internationalen Lieferanten

Die Ausschreibung für die Beschaffung der Züge stellt eine bedeutende Geschäftsmöglichkeit für die großen europäischen Eisenbahnhersteller dar. Alstom (Frankreich), Hitachi (Japan) und Siemens (Deutschland) verfügen alle über umfangreiche Erfahrung im Bau von Hochgeschwindigkeitszügen. Diese Lieferanten werden FFS wahrscheinlich nicht nur das Rollmaterial liefern, sondern auch mit Wartungsleistungen, Personalschulungen und betrieblicher Optimierung unterstützen. Die Wahl des Lieferanten wird sich direkt auf die Gesamtkosten des Projekts und die Qualität des Schweizer Fahrgästen angebotenen Services auswirken.

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Wichtige Punkte

Der realistische Zeitplan und was zu erwarten ist

Die angekündigten Zeitpläne bleiben für die meisten Ziele vage. Für London wird mit einer Inbetriebnahme um 2030 gerechnet, während die Zeitpläne für Barcelona und Amsterdam noch nicht festgelegt wurden. Das bedeutet, dass in der Schweiz lebende Personen mindestens 3-4 Jahre warten müssen, bevor sie diese Dienste für die britische Hauptstadt nutzen können, und wahrscheinlich weniger für die beiden anderen Ziele. Bis dahin bleiben Flüge die schnellste Möglichkeit, diese Städte zu erreichen, auch wenn sie durch steigende Kosten und größere Umweltbelastungen gekennzeichnet sind.

FFS wird in den kommenden Monaten die Ausschreibung starten – eine entscheidende Phase, in der festgelegt wird, welche Züge von welchem Anbieter gekauft werden. Das Ergebnis der Ausschreibung wird sich unmittelbar auf die Qualität, die Ticketpreise und die Häufigkeit der Verbindungen auswirken. Wer an diesen künftigen Bahnverbindungen interessiert ist, kann die offiziellen Ankündigungen von FFS über die Kanäle des Unternehmens und die Mitteilungen der internationalen Partner verfolgen.

Wie man sich vorbereiten kann und was man wissen sollte

Wer regelmäßig in die wichtigsten europäischen Hauptstädte reist, sollte die Entwicklungen dieses Projekts im Auge behalten. Kurzfristig bleiben Flüge, Regionalzüge mit Umstiegen oder Mietwagen die Alternativen. Mittel- bis langfristig könnten direkte FFS-Verbindungen eine vorteilhafte Option in Bezug auf Komfort, die gesamte Reisezeit (unter Berücksichtigung der Zeit am Flughafen) und Nachhaltigkeit darstellen.

Für Menschen, die in der Schweiz leben und in den wichtigsten europäischen Städten arbeiten oder studieren, könnte die Möglichkeit, wöchentlich mit einem Direktzug zu pendeln, neue Chancen für die berufliche Mobilität eröffnen. Gleichzeitig wird der kommerzielle Erfolg dieser Verbindungen davon abhängen, ob FFS wettbewerbsfähige Preise und eine hohe betriebliche Zuverlässigkeit gewährleistet – angesichts der finanziellen Lage des Unternehmens, das jährliche Gewinne von mindestens 500 Millionen Franken benötigt, sind dies wichtige Herausforderungen.

Die nächsten Schritte verfolgen

Die Ausschreibung stellt den ersten konkreten Schritt in Richtung dieser ehrgeizigen Vision dar. Die Ergebnisse werden voraussichtlich innerhalb von 12-18 Monaten veröffentlicht und damit einen genaueren Zeitrahmen dafür bieten, wann die Verbindungen tatsächlich verfügbar sein werden. Wer an künftigen Möglichkeiten des Bahnverkehrs in Europa interessiert ist, sollte über die Entwicklungen bei FFS auf dem Laufenden bleiben.

Um über Schweizer Bahnprojekte informiert zu bleiben und zu erfahren, wie du deine Europareisen mit den derzeitigen Verkehrsmöglichkeiten planen kannst, solltest du regelmäßig die offiziellen Mitteilungen von FFS und den internationalen Partnern verfolgen. Die Vision von Ducrot ist ehrgeizig, doch ihre Umsetzung wird von wirtschaftlichen, infrastrukturellen und regulatorischen Faktoren abhängen, die sich noch in Entwicklung befinden.

Quelle: tio.ch

Häufig gestellte Fragen
Wann starten die SBB Direktverbindungen in die wichtigsten europäischen Hauptstädte?
Die Fristen sind noch nicht vollständig definiert. SBB wird in den nächsten Monaten eine Ausschreibung für den Kauf der Züge starten. London wird um 2030 erwartet. Für Barcelona und Amsterdam wurden die Zeiten nicht festgelegt, aber sie sollten London vorausgehen. In der Zwischenzeit bleiben Regionalflüge und Regionalzüge die wichtigsten Alternativen.
Welche europäischen Städte erreicht der neue SBB Service?
Das Projekt umfasst Direktverbindungen nach Barcelona, Amsterdam, London und anderen großen europäischen Hauptstädten. Bis zu 40 Tageszüge werden europaweit verkehren. SBB-Chef Vincent Ducrot erklärte, er wolle unverändert Städte wie Rom, Amsterdam, Barcelona oder London erreichen. Für die meisten Destinationen müssen noch Zeitpläne und Prioritäten festgelegt werden.
Wie wird sich das auf die Finanzlage der SBB auswirken?
SBB erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 126 Millionen Franken, die Gesamtverschuldung beträgt jedoch 11,5 Milliarden Franken. Gemäss der Geschäftsleitung benötigt die SBB einen Jahresgewinn von mindestens 500 Millionen Franken, um die Schulden abzubauen und weiter zu investieren. Die neuen europäischen Direktdienste sollen dazu beitragen.
Welche Unternehmen werden die Hochgeschwindigkeitszüge liefern?
SBB wird in den kommenden Monaten eine Ausschreibung starten. Die Hauptkandidaten sind Alstom, Hitachi und Siemens. Der Schweizer Hersteller Stadler könnte mitmachen, wenn er passende Züge im Sortiment hat. Seine aktuellen Giruno-Züge erreichen nur 250 km/h und sind für diese Anwendung zu langsam (er braucht 320-360 km/h).
Was sind die Haupthindernisse für das Projekt?
Die begrenzte Kapazität des Kanaltunnels ist ein Hindernis für die Strecke nach London. Das Vereinigte Königreich ist nicht Teil des Schengen-Raums, daher müssen die Zollkontrollen bereits an Schweizer Bahnhöfen durchgeführt werden. Deutschland hat den Ausbau des Bahnangebots verschoben, da die Infrastruktur auf den deutschen Strecken erheblich verbessert werden muss.

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