Bilaterale III: Der Ständerat fordert ein Referendum

Das Parlamentsgebäude in Bern, in dem die Debatte über die Bilateralen III stattfand

Der Ständerat hat mit 23 zu 17 Stimmen bei 3 Enthaltungen das obligatorische Referendum für die Bilateralen III verlangt. Nun geht die Frage an den Nationalrat.

Kontext

Kurz zusammengefasst

  • Der Ständerat fordert das obligatorische Referendum zu den Bilateralen III
  • Die Abstimmung geht mit 23 zu 17 Stimmen bei 3 Enthaltungen aus
  • Nun ist der Nationalrat an der Reihe
  • Cassis hält das Ziel weiterhin für erreichbar
  • Gegenstand → neues Paket bilateraler Abkommen mit der Europäischen Union
  • Entscheid → obligatorisches Referendum
  • Ergebnis → 23 Stimmen gegen 17 bei 3 Enthaltungen
  • Erforderliche Mehrheit → Volk und Kantone
  • Nächster Schritt → Beratung im Nationalrat
  • Position des Bundesrats → fakultatives Referendum über internationale Verträge

Mit 23 zu 17 Stimmen bei 3 Enthaltungen hat der Ständerat verlangt, dass das neue Paket bilateraler Abkommen mit der Europäischen Union dem obligatorischen Referendum unterstellt wird. Die in der Debatte genannte Konsequenz ist klar: Für die Genehmigung wäre eine doppelte Mehrheit von Volk und Kantonen erforderlich.

Die Frage muss nun vom Nationalrat beraten werden. Der Gang durch den Ständerat schliesst den Weg der Bilateralen III somit nicht ab. Inzwischen hat sich die Ständekammer jedoch gegen den Bundesrat gestellt, der sich wiederholt für ein fakultatives Referendum über internationale Verträge ausgesprochen hatte.

Die Abstimmung im Ständerat enthält somit zwei politische Signale. Einerseits hält sie die Forderung nach einem obligatorischen Referendum für das Paket fest; andererseits eröffnet sie einen weiteren Schritt, den der Nationalrat beurteilen muss. Die Debatte in der Volkskammer steht noch aus.

Cassis' Einschätzung

Im Interview mit der RSI bezeichnete Ignazio Cassis, Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, das Ergebnis als ein eher volles als leeres Glas. Er räumte ein, dass der Entscheid nicht genau dem entspreche, was der Bundesrat erhofft habe, ordnete die Abstimmung jedoch in die Diskussion über das Gleichgewicht zwischen Demokratie und Föderalismus ein.

«Es ist eher voll».

Cassis bezeichnete zudem die sechs Stunden der Debatte in der Ständekammer als von hoher Qualität und erklärte, die Diskussion habe die eigentlichen Grundlagen der Eidgenossenschaft und des Staates vertieft. In politischer Hinsicht ist der Vorsteher des EDA der Ansicht, dass die Bilateralen III auf gutem Weg bleiben. Seiner Ansicht nach ist der Ständerat dem Bundesrat weitgehend gefolgt und hat einige Akzente gesetzt.

Was das doppelte Referendum betrifft, vertrat Cassis die Ansicht, dass es die Möglichkeit, das Paket zu genehmigen, nicht wesentlich beeinträchtigen würde. Er räumte jedoch ein, dass viel Arbeit nötig sei, um zu erklären und darzulegen, warum es die Bilateralen III braucht, und bezeichnete das Ziel als erreichbar.

Operative Details

Die praktische Bedeutung des Ständemehrs zeigt sich im Unterschied zwischen den beiden in der Debatte gegenübergestellten Wegen: jenem, der vom Bundesrat unterstützt wird und auf das fakultative Referendum ausgerichtet ist, und jenem, der vom Ständerat verabschiedet wurde und das obligatorische Referendum verlangt. Die zweite Variante verknüpft das Paket ausdrücklich mit einer doppelten Mehrheit von Volk und Kantonen.

Für die Menschen in der Schweiz ist daher entscheidend, wer überzeugt werden muss. Cassis beschreibt das zusätzliche Erfordernis nicht als automatische Hürde: Er ist der Ansicht, dass die Bilateralen III von Volk und Kantonen angenommen werden können. Er räumt jedoch ein, dass das Paket umfassender erklärt werden und den Grund für diese Entscheidung verdeutlichen müsse.

Ein Schritt, der den Dialog mit den Regionen erfordert

Die Forderung nach einem Dialog mit den Regionen wird besonders deutlich, wenn der Vorsteher des EDA über die kleinen Kantone spricht. Cassis zufolge wird man in die kleinen Kantone gehen müssen, die eine gewisse Distanz zu diesen Themen empfinden, weil es dort keine Industrie gibt und sie völlig andere Bedürfnisse haben als grosse Industriestandorte wie Zürich, der Genferseebogen oder die Ostschweiz, wobei auf das Rheintal verwiesen wird.

Diese Unterscheidung macht die Debatte weniger einheitlich. Derselbe Vorschlag muss in unterschiedlichen kantonalen Kontexten erläutert werden, die laut Cassis’ Beschreibung nicht die Bedürfnisse der grossen Industriegebiete teilen. Für die Leserschaft bedeutet das, nicht nur den Inhalt des Pakets zu betrachten, sondern auch, wie der Bundesrat beabsichtigt, es in den verschiedenen Kantonen zu präsentieren.

In der Debatte wurde der Widerstand der SVP sichtbar, ebenso der eines Teils der Mitte und der FDP. Cassis stellt die Legitimität dieser Positionen nicht infrage: Er erinnert daran, dass es sich um gewählte Personen handelt, die dazu legitimiert sind, diese konsequent und klar zum Ausdruck zu bringen. Die politische Realität kann jedoch nicht automatisch auf die nächste Etappe übertragen werden. Nach Ansicht des Bundesrats wird die Dynamik im Nationalrat eine ganz andere sein, weil im Ständerat das Zusammenspiel der Kantone und des Föderalismus ins Gewicht gefallen ist.

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Wichtige Punkte

Um dem Dossier zu folgen, ohne die einzelnen Etappen zu verwechseln, kann sich der Leser an eine einfache Abfolge halten. Die Abstimmung im Ständerat ist als Entscheidung über die Art des geforderten Referendums zu verstehen, nicht als Abschluss des gesamten Prozesses.

Ein praktischer Ablauf

1. Bestimme den Gegenstand der Entscheidung: Der Ständerat hat das obligatorische Referendum für das neue Paket bilateraler Abkommen mit der Europäischen Union verlangt.

2. Verfolge den Übergang in den Nationalrat. Er ist das nächste für die Beratung vorgesehene Gremium und kann laut Cassis eine andere politische Dynamik zeigen als jene, die im Ständerat zutage getreten ist.

3. Wenn du einen Kommentar zur Genehmigung des Pakets liest, prüfe, auf welche Mehrheit er sich bezieht. Der Antrag des Ständerats nennt das Volk und die Kantone als die beiden Elemente der doppelten Mehrheit.

4. Unterscheide die Positionen der Parteien von den Auswirkungen des Verfahrens. In der Debatte wurden die Ablehnung der SVP sowie jene eines Teils der Mitte und der FDP deutlich, doch Cassis fordert dazu auf, die Beratung im Nationalrat abzuwarten, um ein konkreteres Bild zu erhalten.

Diese Lesart verhindert, dem letzten Wort vorzugreifen. Cassis hat daran erinnert, dass klarerweise das Volk und vielleicht die Kantone darüber entscheiden werden, während die parlamentarische Beratung noch nicht abgeschlossen ist. Für alle, die in der Schweiz leben oder arbeiten, bedeutet dies konkret, die Beratung im Ständerat, die Debatte im Nationalrat und das Erfordernis der doppelten Mehrheit getrennt zu verfolgen.

Die beschriebene Debatte liefert kein individuelles Verfahren, das einzuleiten wäre, sondern bietet ein Raster zur Einordnung der nächsten Entwicklungen: welche Kammer spricht, welche Position sie vertritt und welche Rolle den Kantonen zugeschrieben wird. Um den nationalen Rahmen in einen persönlichen Bezug zu übertragen, verwende calcolatore stipendio/imposte.

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Quelle: rsi.ch

Häufig gestellte Fragen
Wie hat der Ständerat über die Bilateralen III entschieden?
Der Ständerat hat mit 23 zu 17 Stimmen bei 3 Enthaltungen dafür gestimmt, dass das neue Paket bilateraler Abkommen mit der Europäischen Union einem obligatorischen Referendum unterzogen wird. Dies bedeutet, dass die Annahme des Pakets eine doppelte Mehrheit erfordern würde, sowohl durch das Volk als auch durch die Kantone. Diese Entscheidung stellt eine Missbilligung der Bundesregierung dar, die sich für ein fakultatives Referendum für völkerrechtliche Verträge ausgesprochen hatte.
Was wird der nächste institutionelle Schritt für die Bilateralen III sein?
Nach der Abstimmung im Ständerat soll die Frage im Nationalrat diskutiert werden. Der Übergang zu den Staaten schließt somit den Paketprozess nicht ab. Bundesrat Ignazio Cassis wies darauf hin, dass die politische Dynamik im Nationalrat anders sein könne, da in der Kantonskammer das Spiel der Kantone und des Föderalismus eine besondere Rolle gespielt habe.
Wie hat Ignazio Cassis das Abstimmungsergebnis beurteilt?
Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, nannte das Ergebnis ein volleres als ein leeres Glas und erklärte, dass das Ziel der Bilateralen III erreichbar bleibe. Er räumte zwar ein, dass die Entscheidung nicht ganz den Wünschen des Bundesrates entspreche, betonte aber die Notwendigkeit wichtiger Erklärungsarbeit in den kleinen Kantonen, die eine grössere Distanz zu grossen Industriestandorten wie Zürich, dem Genfersee oder der Ostschweiz spüren.

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