Digitale Gesundheitsüberwachung: der neue offizielle Leitfaden

Der neue offizielle Leitfaden von EDÖB und Privaten zur digitalen Überwachung durch Kameras, Infrarot und Radar in Gesundheitseinrichtungen wurde veröffentlicht.
Kontext
Auf einen Blick
- Neuer Leitfaden zur digitalen Überwachung
- Veröffentlicht durch den EDÖB und privatim
- Spitalüberwachung im Fokus
- Datenschutz der betreuten Personen
Die wichtigsten Fakten
- Datum: 16. September 2026
- Behörden: EDÖB und privatim
- Sektor: Spitäler und sozialmedizinische Einrichtungen
- Technologien: Kameras, Infrarot und Radar
Der Einsatz von Kameras, Infrarotsensoren oder Radargeräten zur Überwachung von betreuten Personen in Spitälern oder ähnlichen Einrichtungen gewinnt in der heutigen Gesundheitslandschaft zunehmend an Bedeutung. Am 16. September 2026 haben der EDÖB und privatim einen offiziellen Leitfaden veröffentlicht, um die grundlegenden Fragen aus datenschutzrechtlicher Sicht zu beleuchten und Einrichtungen zu sensibilisieren, die den Einsatz dieser Art von technologischer Überwachung planen. Die digitale Überwachung von betreuten Personen in Spitälern, sozialmedizinischen Einrichtungen und anderen Pflegeinstitutionen kann verschiedene operative Formen annehmen. Es kann sich um eine direkte Überwachung handeln, bei der Bilder in Echtzeit an das Pflegepersonal übertragen werden. Oder um eine indirekte Überwachung, die auf der Umwandlung von Bildern in Piktogramme basiert, die den Aufenthaltsort der Person im Zimmer in Echtzeit anzeigen. Ausserdem gibt es eine situationsbezogene Form, die dadurch gekennzeichnet ist, dass dem Personal nur bei einem vordefinierten Ereignis, wie beispielsweise einem Sturz aus dem Bett, ein Signal oder ein Piktogramm gesendet wird. Unabhängig davon, ob optische Kameras, Infrarotsensoren oder Radargeräte verwendet werden, ist mit dieser Form der Überwachung eine datenschutzintensive Bearbeitung verbunden. Eine solche Überwachung greift direkt in die Privatsphäre und manchmal sogar in die Intimsphäre der betreuten Personen ein, die sich oft in einer besonders vulnerablen Situation befinden.
Gemeinsame rechtliche Grundsätze für die Überwachung
Unabhängig von der Art der Überwachung und der spezifischen Technologie, die von den Einrichtungen eingesetzt wird, bleiben die einzuhaltenden Grundsätze und Normen im ganzen Gebiet dieselben. Die Überwachung muss vor allem rechtmässig sein. Für öffentliche Einrichtungen wie Kantonsspitäler und Pflegeheime mit einem öffentlichen Auftrag gilt strikt das Legalitätsprinzip. Dies bedeutet, dass die Überwachung im kantonalen Recht mehr oder weniger direkt vorgesehen sein muss. Für private Einrichtungen wie Kliniken ohne öffentlichen Auftrag hängt die Rechtmässigkeit grundsätzlich von der Einhaltung der Grundsätze ab, die im Bundesgesetz über den Datenschutz verankert sind. Die Einwilligung der betroffenen Personen ist zwar, wo möglich, wünschenswert, aber weder notwendig noch ausreichend, um die Überwachung zu rechtfertigen, und dies gilt sowohl für öffentliche als auch für private Einrichtungen. Die Information der betreuten Person spielt hingegen eine wesentliche Rolle im Prozess: Jede Patientin und jeder Patient muss klar über das Ziel der Überwachung und deren spezifische Auswirkungen informiert werden.
Operative Details
Die Zwecke, für die die digitale Überwachung implementiert wird, müssen streng definiert und ausschliesslich am Interesse der betreuten Person ausgerichtet sein, wie zum Beispiel die Verbesserung ihrer Gesamtsicherheit. Rein logistische Gründe, wie die einfache Überprüfung des Bettenmachens durch das Personal, gelten nicht als ausreichend, um eine derartig invasive Datenverarbeitung zu rechtfertigen. Darüber hinaus muss die digitale Überwachung stets verhältnismässig zum angestrebten Zweck sein und eine subsidiäre Massnahme im Vergleich zu anderen, weniger invasiven Lösungen darstellen. Wenn das Hauptziel darin besteht, nächtliche Stürze zu verhindern, müssen alternative Massnahmen wie die Verwendung von Bettseitenteilen prioritär in Betracht gezogen werden. Die gewählte technologische Lösung muss das Leben der betreuten Person so wenig wie möglich beeinträchtigen. Folglich ist eine indirekte oder situationseigene Überwachung, das heisst eine, die nur im Falle eines Vorfalls aktiviert wird, einer kontinuierlichen Echtzeitüberwachung vorzuziehen. Dabei sollten dem Personal ausschliesslich die streng notwendigen Daten übermittelt und die Privatsphäre ausserhalb kritischer Situationen gewahrt werden.
Sicherheitsanforderungen und organisatorische Transparenz
Ein weiterer zentraler Aspekt betrifft die Einhaltung der Grundsätze des Privacy by Design und der Datensicherheit. Dies impliziert die Planung und Einführung technischer Lösungen, die den Schutz und die Sicherheit der gesammelten Informationen bestmöglich gewährleisten, unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren des operativen Kontextes. Dazu gehören die Wirksamkeit in Bezug auf den verfolgten Zweck, das Management der damit verbundenen Risiken, die Verfügbarkeit gültiger Alternativen sowie die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen der Institution. Wenn eine Gesundheitseinrichtung die Einführung eines digitalen Überwachungssystems prüft, ist sie verpflichtet, einen strengen Weg zu gehen: die verfolgten Ziele präzise zu definieren, die Auswirkungen der gewählten Lösung sowie die entsprechenden Konfigurationsoptionen vollständig zu verstehen, um eine unnötige Datenverarbeitung zu vermeiden, alle getroffenen Entscheidungen auch durch spezielle Risikoanalysen zu dokumentieren, die technische und organisatorische Dokumentation stets aktuell zu halten, das verwendete System regelmässig zu bewerten und zu überprüfen, um seine Eignung im Laufe der Zeit zu zertifizieren, und schliesslich das Personal angemessen zu schulen, um eine vollkommen konforme und verantwortungsvolle Nutzung dieser technologischen Instrumente innerhalb der Einrichtung sicherzustellen.
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Wichtige Punkte
Betrieb und Kontrollen für Gesundheitseinrichtungen
Gesundheitseinrichtungen, die Überwachungssysteme auf Basis von Kameras, Infrarotsensoren oder Radargeräten einführen oder überarbeiten möchten, müssen einen strukturierten internen Fahrplan erstellen. Der erste operative Schritt besteht in der Ausarbeitung einer formalen Dokumentation, die den Einsatz der Technologie im Hinblick auf Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit rechtfertigt. Diese vorbereitende Phase muss rein logistische oder betriebliche Beweggründe ausschliessen. Anschliessend muss eine eingehende Analyse der Risiken in Bezug auf die Privatsphäre und den Schutz der personenbezogenen Daten der betreuten Personen durchgeführt werden. Diese Analyse muss die Möglichkeit in Betracht ziehen, sich für weniger invasive Lösungen zu entscheiden, wie etwa situative Überwachungssysteme oder indirekte Überwachung mittels Piktogrammen, die die Übertragung detaillierter Bilder an das Pflegepersonal auf ein Minimum reduzieren. Die Einhaltung der Vorschriften erfordert zudem die Überprüfung des geltenden Rechtsrahmens, wobei klar zwischen der Position öffentlicher Einrichtungen, die an das Legalitätsprinzip und das kantonale Recht gebunden sind, und jener von Privatkliniken unterschieden werden muss, die sich strikt an die Vorgaben des Bundesgesetzes über den Datenschutz halten müssen.
Die praktische Umsetzungsphase darf nicht ohne eine kontinuierliche Überwachung und einen gezielten Schulungsplan auskommen, der sich an alle am Einsatz der Geräte beteiligten Gesundheitsfachkräfte richtet. Das Personal muss nicht nur in die korrekte technische Funktionsweise der Geräte eingewiesen werden, sondern auch in die Grenzen, die durch die Vorschriften im Bereich der Datenbearbeitung mit hoher Intensität auferlegt werden. Um sich über die Aspekte der Personalverwaltung, der Betriebskosten und der damit verbundenen Dienstleistungen auf nationalem Gebiet zu informieren, können Sie unsere entsprechenden Fachbeiträge konsultieren. Erfahren Sie mehr über die beruflichen Möglichkeiten und Arbeitsbedingungen in der Branche, indem Sie die Seite mit den Stellenangeboten besuchen.
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Quelle: admin.ch
Häufig gestellte Fragen
- Welche Behörden haben den Leitfaden zur digitalen Überwachung veröffentlicht?
- Der offizielle Leitfaden wurde am 16. September 2026 gemeinsam von IFPDT und Privatim veröffentlicht, um die grundlegenden Fragen des Datenschutzes zu erläutern und die Einrichtungen zu sensibilisieren, die technologische Überwachungssysteme verwenden möchten.
- Welche Überwachungstechnologien und -formen werden im Dokument analysiert?
- Das Dokument untersucht den Einsatz von Kameras, Infrarotsensoren und Radar in Krankenhäusern und Sozial- und Gesundheitseinrichtungen. Die Überwachung kann direkt erfolgen, mit Echtzeit-Übertragung an das Gesundheitspersonal, indirekt durch Umwandlung der Position in Piktogramme oder situativ, indem ein Signal oder ein Piktogramm ausschließlich beim Auftreten vordefinierter Ereignisse wie einem Sturz gesendet wird.
- Welche regulatorischen Grundsätze sind bei der Überwachung zu beachten?
- Die Überwachung muss zulässig sein. Für öffentliche Einrichtungen gilt strikt der kantonale Legalitätsgrundsatz, während für private Einrichtungen die Rechtmässigkeit von der Einhaltung des Bundesgesetzes über den Datenschutz abhängt. Die Einwilligung ist weder notwendig noch ausreichend, aber die Information der betreuten Person über die Ziele und Implikationen ist unerlässlich. Darüber hinaus dürfen die Zwecke ausschließlich auf das Interesse der Person ausgerichtet sein, wobei rein logistische Gründe ausgeschlossen sind.