Obergrenze für Psychotherapeuten zulasten der Krankenkasse (Grenzgänger-Leitfaden)

Lorenzo Quadri reicht eine Motion zur Einführung einer kantonalen Obergrenze für psychologische Psychotherapeuten aufgrund der steigenden OKP-Ausgaben ein.
Kontext
Auf einen Blick
- Quadri fordert eine Obergrenze für psychologische Psychotherapeuten
- Die Wende trat am 1. Juli 2022 in Kraft
- Die ZSR-Nummern sind um 120% gestiegen
- Die KVG-Ausgaben erreichten 2024 die Marke von 922 Millionen
Die wichtigsten Fakten
- Vorschlag → Kantonale Obergrenze für psychologische Psychotherapeuten
- Einreicher → Lorenzo Quadri (Lega)
- Abrechnung → KVG auf ärztliche Verordnung seit dem 1. Juli 2022
- Einrichtungen mit aktiver ZSR-Nummer → 2'437 im dritten Quartal 2022; 5'374 im zweiten Quartal 2024
- KVG-Kosten → 528 Millionen Franken im Jahr 2021; 922 Millionen im Jahr 2024
- Genannte Rechtsgrundlage → Artikel 55a des KVG
Die Forderung an den Bundesrat
Am 1. Juli 2022 erhielten psychologische Psychotherapeuten die Möglichkeit, ihre Leistungen auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung direkt mit der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KVG) abzurechnen. Von dieser Änderung geht die Motion aus, die der Nationalrat Lorenzo Quadri (Lega) beim Bundesrat eingereicht hat.
Der Text fordert, dass die Kantone die Möglichkeit erhalten, eine Obergrenze für die Anzahl der psychologischen Psychotherapeuten festzulegen, die zur Abrechnung ihrer Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenversicherung zugelassen sind. Für Quadri sollte der Sektor über ein ähnliches Instrument verfügen, wie es im KVG bereits für Ärztinnen und Ärzte vorgesehen ist. Im System des KVG und der Krankenkasse konzentriert der Text die Forderung somit auf die Anzahl der für die KVG-Abrechnung zugelassenen Personen; die Quelle beschreibt die ärztliche Verordnung als Grundlage des 2022 in Kraft getretenen Regimes.
Der zahlenmässige Vergleich steht im Zentrum der Motion. Zwischen 2022 und 2025 stieg die Zahl der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie von 3'974 auf 4'141, was einem Anstieg von 4,2% entspricht. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie von 742 auf 772, was 4% entspricht. Die psychologischen Psychotherapiepraxen mit einer aktiven ZSR-Nummer (ZSR-Vertragsnummer) stiegen hingegen von 2'437 im dritten Quartal 2022 auf 5'374 im zweiten Quartal 2024: ein Plus von über 120%.
Quadri verweist zudem auf die vom Obsan erhobenen Ausgaben. Die Kosten für die psychologische Psychotherapie zulasten des KVG stiegen von 528 Millionen Franken im Jahr 2021 auf 922 Millionen im Jahr 2024, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 20,4% entspricht.
Der institutionelle Bezug ist Artikel 55a des KVG. Laut dem Nationalrat können die Kantone heute zwar Höchstzahlen für Ärztinnen und Ärzte in bestimmten Fachrichtungen festlegen, verfügen jedoch über kein analoges Instrument für psychologische Psychotherapeuten. Die nach Bern getragene Forderung zielt darauf ab, genau diese Lücke zu schliessen.
Die Quelle präsentiert somit eine politische Forderung: Das Wachstum der Praxen, der Anstieg der Kosten und der Unterschied zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie psychologischen Psychotherapeuten werden herangezogen, um die Ausweitung der Höchstzahlen auf die Kantone zu begründen.
Operative Details
Praktische Auswirkungen auf Kantone und Versicherte
Der Fall des Tessins
Der in der Motion genannte territoriale Brennpunkt ist das Tessin. Laut Quadri ist es im Kanton zu einer deutlichen Zunahme italienischer Fachpersonen gekommen, eine Folge der Personenfreizügigkeit. Der Nationalrat fügt hinzu, dass der kantonale Pro-Kopf-Konsum psychotherapeutischer Leistungen den Schweizer Durchschnitt um mehr als 50% übersteigt. Quadri präsentiert diesen Prozentsatz als eine Zahl, die dazu anregen müsse, die tatsächliche Angemessenheit aller Therapien zu hinterfragen.
Für einen Kanton hätte die Forderung eine konkrete administrative Folge: Er könnte eine Höchstzahl von Fachpersonen festlegen, die zur Abrechnung zulasten der OKP zugelassen sind, wie es bereits bei den Ärzten der Fall ist. Für diejenigen, die im beschriebenen System eine Leistung in Anspruch nehmen, bestünde der praktische Unterschied zwischen der ärztlichen Verordnung, die als Grundlage der direkten Abrechnung bezeichnet wird, und einer allfälligen Zulassung innerhalb der von der Motion geforderten kantonalen Obergrenze. Das erste Element gehört zur Änderung von 2022; das zweite ist die Erweiterung, die Quadri erreichen will.
Arbeit und IV-Renten
Die Motion bringt den sprunghaften Anstieg der Verordnungen zudem mit den Abwesenheiten am Arbeitsplatz und den entsprechenden Kosten für die Wirtschaft in Verbindung. Das Thema wird nicht nur als Ausgabenposten der OKP, sondern auch als Frage mit wirtschaftlichen Folgen im Zusammenhang mit den Abwesenheiten am Arbeitsplatz dargestellt. Das ist der praktische Punkt für alle, die costo della vita in Svizzera verfolgen: In der Debatte stehen sowohl der Anstieg der Gesundheitskosten als auch die wirtschaftlichen Folgen der Abwesenheiten zur Diskussion.
Der zweite Zusammenhang betrifft IV-Renten bei jungen Menschen. Im Jahr 2025, schreibt Quadri, wurden rund 2'800 neue Renten an Personen zwischen 18 und 24 Jahren zugesprochen; etwa 70% davon seien auf psychische Störungen zurückzuführen. Der Nationalrat verwendet diese Zahl als Argument dafür, dass die Entwicklung des Bereichs ein dringlicheres Eingreifen erfordert.
«Es ist geboten, sich zu fragen, ob all diese neuen Renten tatsächlich gerechtfertigt sind», sagt Quadri.
Der Text stellt diese Zahlen neben die Diskussion über den Anstieg der Verordnungen und die Abwesenheiten am Arbeitsplatz und führt sie als Argumente zugunsten eines Eingreifens in diesem Bereich an.
Empfohlene Tools
Für eine aktuelle Schätzung nutzen Sie den Nettolohnrechner und den CHF-EUR-Wechselvergleich.
Wichtige Punkte
Wie man sich vor einer Rechnungsstellung orientiert
Vier konkrete Schritte
Die Überprüfung kann bei der Berufskategorie ansetzen. Die Quelle unterscheidet zwischen Fachpersonen für Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatern sowie psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Diese Unterscheidung verhindert, dass der Zuwachs an Fachpersonen mit demjenigen von Institutionen mit aktiver ZSR-Nummer verwechselt wird.
- Erstens: Die Leistung zeitlich einordnen. Als Referenzpunkt gilt der 1. Juli 2022, das Datum, an dem psychologische Psychotherapeuten die Möglichkeit erhielten, direkt zulasten der OKP abzurechnen.
- Zweitens: Die von der Quelle genannte Voraussetzung überprüfen. Im beschriebenen System erfolgt die direkte Abrechnung zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf der Grundlage einer ärztlichen Anordnung.
- Drittens: Die Anzahl der ZSR-Institutionen von der Anzahl der Fachpersonen trennen. Es handelt sich um Grössen, die in der Motion zur Beschreibung unterschiedlicher Phänomene verwendet werden und nicht addiert werden dürfen.
- Viertens: Die beschriebene Regel von dem politischen Vorschlag unterscheiden. Die Höchstzahlenregelung für Ärzte ist bereits in Artikel 55a KVG vorgesehen; für psychologische Psychotherapeuten fordert die Motion von den Kantonen ein ähnliches Instrument.
Falls dem Anliegen stattgegeben würde
Das zu erwartende Szenario wäre die eventuelle kantonale Bewilligung zur Abrechnung zulasten der OKP innerhalb einer Höchstzahl. Die praktische Überprüfung bliebe somit an die Berufskategorie, die ärztliche Anordnung und die Möglichkeit der Rechnungsstellung im von den Kantonen beschlossenen Rahmen geknüpft. Der verfügbare Text beschreibt eine an den Bundesrat gerichtete Motion: Die Forderung von ‚Quadri‘ darf nicht in eine bereits angewandte Regel umgewandelt werden.
Nutzen Sie den Lohn- und Steuerrechner, um die Überprüfung Ihrer Ausgaben zu vervollständigen.
Quelle: tio.ch
Häufig gestellte Fragen
- Wie lautet der Vorschlag von Lorenzo Quadri für psychologische Psychotherapeuten?
- Nationalrat Lorenzo Quadri hat beim Bundesrat eine Motion eingereicht, die es den Kantonen erlaubt, die Anzahl der Psychotherapeuten, die ihre Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) in Rechnung stellen dürfen, zu begrenzen. Ziel ist es, ein Instrument einzuführen, das demjenigen entspricht, das bereits in Artikel 55a KVG für Ärzte vorgesehen ist.
- Wie haben sich die Kosten und Strukturen für die psychologische Psychotherapie seit 2022 verändert?
- Die Kosten der psychologischen Psychotherapie zu Lasten der OKP, die von Obsan erhoben wurden, stiegen von 528 Millionen Franken im Jahr 2021 auf 922 Millionen im Jahr 2024, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 20,4% entspricht. Im gleichen Zeitraum stiegen die psychotherapeutischen Einrichtungen mit einer aktiven ZSR-Konkordatsnummer von 2'437 im dritten Quartal 2022 auf 5'374 im zweiten Quartal 2024 und verzeichneten einen Anstieg von über 120%.
- Welche spezifischen Daten betreffen den Kanton Tessin in der Motion?
- Laut der Motion von Lorenzo Quadri kam es im Kanton Tessin aufgrund der Personenfreizügigkeit zu einer spürbaren Zunahme italienischer Fachkräfte. Zudem liegt der kantonale Pro-Kopf-Verbrauch psychotherapeutischer Leistungen um mehr als 50% über dem Schweizer Durchschnitt, was laut Nationalrat Fragen zur Relevanz der Therapien aufwirft.