Geschlechtergleichstellung: Antrag zur Geschlechtsidentität abgelehnt (Grenzgänger-Leitfaden)

Der Ständerat hat mit 25 zu 19 Stimmen die Motion abgelehnt, das Gleichstellungsgesetz auf Fälle der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität auszuweiten.
Kontext
In Kürze
- Der Ständerat hat die Motion mit 25 zu 19 Stimmen abgelehnt.
- Die Anfrage betraf die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität.
- Die beiden Organisationen kritisieren die Entscheidung des Ständerats.
- Die Organisationen kündigen ein neues Engagement an den Arbeitsplätzen an.
Kernfakten
- Entscheidung → abgelehnt durch den Ständerat
- Abstimmung → 25 Stimmen dagegen, 19 dafür
- Anfrage → Ausweitung des Schutzes des Gleichstellungsgesetzes
- Bereich → Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität
- Organisationen → Frauengruppe USS Tessin und Moesa, Imbarco Immediato
- Ort → Bellinzona
In Bellinzona haben die Frauengruppe des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Tessin und Moesa sowie der Verein Imbarco Immediato auf die Entscheidung des Ständerats reagiert, die Motion abzulehnen, welche eine explizite Ausweitung des Schutzes des Gleichstellungsgesetzes auf Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität forderte.
Die Motion wurde mit 25 zu 19 Stimmen abgelehnt. Die beiden Organisationen sprechen von «tiefer Enttäuschung» und machen geltend, dass Personen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität am Arbeitsplatz diskriminiert werden, nach der aktuellen Gesetzgebung nicht denselben Schutz geniessen, wie er im Gleichstellungsgesetz vorgesehen ist.
Die von den Organisationen genannten Folgen
Gemäss der Mitteilung kann diese Lücke Auswirkungen auf den Zugang zur Arbeit, die Beschäftigungsbedingungen, die Karriere und die Würde am Arbeitsplatz haben. Während der parlamentarischen Debatte wurde laut der Frauengruppe USS Tessin und Moesa sowie Imbarco Immediato anerkannt, dass Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität existieren. Aus ihrer Sicht habe sich das Parlament jedoch entschieden, diese Gesetzeslücke nicht zu schliessen.
Die Organisationen weisen zudem die Ansicht zurück, dass der Schutz vor Diskriminierung auf traditionell anerkannte Kategorien beschränkt bleiben könne. «Der Kampf gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung kann daher nicht an den Grenzen einer binären Geschlechterkonzeption haltmachen», erklären sie.
In der Mitteilung wird die Ablehnung als «verpasste Chance» bezeichnet, die Gesetzgebung an die Realität der Arbeitswelt und der Gesellschaft anzupassen. Zudem wird daran erinnert, dass die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats anerkannt hatte, dass die Aufnahme der sexuellen Orientierung in das Gleichstellungsgesetz es ermöglichen würde, einen bereits durch die Bundesverfassung anerkannten Schutz in den Arbeitsverhältnissen zu konkretisieren.
«Es gibt keine echte Gleichstellung, wenn einige Menschen vom gesetzlichen Schutz ausgeschlossen werden».
Die beiden Organisationen kündigen abschliessend an, sich weiterhin an den Arbeitsplätzen, in Gesamtarbeitsverträgen, in Verhandlungen und auf politischer Ebene zu engagieren.
Operative Details
Was ändert sich für die Arbeitswelt
Die in der Quelle beschriebene Entscheidung lässt das von den beiden Organisationen gemeldete Problem offen: der von der Gleichstellungsgesetz vorgesehene Schutz wird, nach ihrer Auslegung, nicht gleichermaßen auf Diskriminierungen aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität angewendet. Der praktische Punkt betrifft also das Arbeitsverhältnis in mehreren Momenten, vom Zugang zur Beschäftigung bis hin zur Karriere und zur Würde am Arbeitsplatz.
Die Frage betrifft nicht nur die Möglichkeit, einen Platz zu erhalten. Die Organisationen nennen auch die Beschäftigungsbedingungen und die Karriereentwicklung sowie die Würde am Arbeitsplatz. Die im Communiqué beschriebene Lücke durchzieht somit verschiedene Phasen des Berufsverhältnisses, wie sie von den Verbänden und Gewerkschaften aufgelistet werden.
Zwei Schutzebenen, die in der Debatte genannt werden
Der aus der Entscheidung hervorgegangene Vergleich kann auf zwei Ebenen gelesen werden. Auf einer Seite steht der bereits im Gleichstellungsgesetz vorgesehene Schutz für traditionell anerkannte Kategorien. Auf der anderen Seite steht die Forderung, den Schutz für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität ausdrücklich zu machen. Die Motion zielte genau darauf ab, diese Lücke in der Gesetzgebung zu schließen.
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit der Staaten, wie die Quelle erinnert, hatte anerkannt, dass die Einfügung der sexuellen Orientierung in das Gleichstellungsgesetz im Arbeitsverhältnis einen Schutz verwirklichen würde, der bereits durch die Bundesverfassung anerkannt ist. Das Parlament hat stattdessen die Motion abgelehnt. Für die Gruppe Frauen USS Tessin und Moesa sowie Imbarco Immediato entspricht diese Wahl nicht der Anpassung der Gesetzgebung an die Wirklichkeit der Arbeitswelt und der Gesellschaft.
Der Schutz, so argumentieren die Organisationen, sollte nicht abhängen «von wem man sich liebt oder wie man seine Identität lebt». Ihre Kritik bezieht sich auch auf das Kriterium, mit dem Gleichberechtigung definiert wird: wenn einige Personen außerhalb des gesetzlichen Schutzes bleiben, ist die Gleichberechtigung nicht vollständig.
Die Quelle weist darauf hin, dass das Thema weiterhin am Arbeitsplatz, in Kollektivverträgen, in den Verhandlungen und auf politischer Ebene behandelt werden soll. Gewerkschaften und Berufsverbände beabsichtigen, in diesen Bereichen zu handeln, um Instrumente zu schaffen, die gleiche Rechte und gleiche Würde gewährleisten. Um das Thema Arbeit in der Schweiz zu verfolgen, können die Stellenangebote und die Informationen zur Schweizer Lohnabrechnung konsultiert werden.
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Wichtige Punkte
Die angekündigten nächsten Initiativen
Das Kommuniqué der beiden Organisationen nennt die Bereiche, in denen ihr Engagement fortgesetzt wird: die Arbeitsplätze, die Gesamtarbeitsverträge, die Verhandlungen und die politische Ebene. Dies sind laut Quelle die Bereiche, in denen Gewerkschaften und Berufsverbände Instrumente schaffen wollen, die gleiche Rechte und gleiche Würde garantieren können.
Um der angekündigten Linie zu folgen, kann sich die Leserschaft auf diese vier Bereiche konzentrieren. Der erste ist der Arbeitsplatz, wo das Thema auf die Arbeitsbeziehungen zurückgeführt wird. Der zweite betrifft die Gesamtarbeitsverträge. Der dritte ist die Verhandlung, die im Kommuniqué gesondert genannt wird. Der vierte ist die politische Ebene, auf der die Organisationen nach der Ablehnung der Motion weiter tätig sein wollen.
Eine Mobilisierung an mehreren Fronten
Die angekündigte Strategie beschränkt sich nicht auf eine einzige Ebene. Arbeit, Gesamtarbeitsverträge, Verhandlungen und Politik werden gemeinsam als Bereiche präsentiert, in denen ein umfassender Schutz vor Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität erreicht werden soll.
Dies bedeutet, dass sich das erklärte Engagement nicht in der Entscheidung des Ständerats erschöpft. Gruppo Donne USS Ticino e Moesa und Imbarco Immediato versichern, dass sie ihre Arbeit fortsetzen werden, um einen Schutz ohne Ausnahmen und ohne Schattenzonen zu erreichen. Ihre Tätigkeit wird somit gleichzeitig in den Arbeitsbeziehungen, den kollektiven Instrumenten und der politischen Auseinandersetzung angesiedelt.
Die abschließende Botschaft der beiden Organisationen ist eindeutig: «Ein Gleichstellungsgesetz muss alle Personen schützen, die Diskriminierungen ausgesetzt sind, ohne Ausnahmen und ohne Schattenzonen». Die Forderung wird damit von der parlamentarischen Abstimmung auf die Orte übertragen, an denen Gewerkschaften und Berufsverbände laut Kommuniqué Instrumente aufbauen können, um gleiche Rechte und gleiche Würde zu gewährleisten.
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Quelle: tio.ch
Häufig gestellte Fragen
- Wie lautete der Beschluss des Ständerates?
- Der Ständerat lehnte mit 25 zu 19 Stimmen die Motion ab, den Schutz des Gleichstellungsgesetzes explizit auf Diskriminierungen aus Gründen der Geschlechtsidentität und der sexuellen Orientierung auszudehnen.
- Welche Kritik wird von den beteiligten Organisationen geäußert?
- Die Frauengruppe USS Ticino und Moesa und der Verein Imbarco Immediato äußerten sich "zutiefst enttäuscht" und nannten die Abstimmung eine verpasste Gelegenheit, das Gesetz an die soziale Realität anzupassen. Sie argumentieren, dass ohne diese Änderung diejenigen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert werden, nicht den gleichen Schutz genießen wie das Gleichstellungsgesetz.
- In welchen Arbeitsbereichen könnte sich diese Gesetzeslücke auswirken?
- Nach Angaben der Organisationen kann sich das Fehlen eines expliziten Schutzes negativ auf verschiedene Aspekte des Arbeitsverhältnisses auswirken: den Zugang zur Beschäftigung, die Beschäftigungsbedingungen, die berufliche Entwicklung und die Würde der Person am Arbeitsplatz.
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