Gleiches Einkommen, unterschiedliche Steuern: Einsparung von bis zu 90%

Schweizer Straße mit Häusern und Steuerdokument

Bei gleichem Einkommen fällt die Steuerrechnung je nach Gemeinde anders aus.

Kontext

Auf einen Blick

  • Bei gleichem Einkommen fällt die Steuerrechnung je nach Gemeinde anders aus.
  • Ein Fall erreicht eine Ersparnis von über 90%.
  • Die günstigste Gemeinde hängt von Einkommen und Familie ab.

Wichtige Fakten

  • Quelle → Analyse des Tages-Anzeiger auf Grundlage der Daten der Eidgenössischen Steuerverwaltung
  • Vergleich → 20 Haushaltstypen und 27 Einkommensklassen
  • Fall → Familie mit zwei Kindern und 150mila Franken brutto
  • Les Verrières → 13,57% Steuern
  • Baar → 1,34% Steuern
  • Unterschied → 18'351 Franken pro Jahr
  • Hohes Einkommen → etwa 164'500 Franken in Freienbach und Wollerau
  • Waadtländer Vergleich → 363'500 Franken in Château-d'Oex und mehreren Waadtländer Gemeinden

Bei einer Familie mit zwei Kindern und einem gesamten Bruttoeinkommen von 150mila Franken belaufen sich die Steuern in Baar im Kanton Zug auf 1,34%, gegenüber 13,57% in Les Verrières im Kanton Neuenburg. Der Unterschied beträgt 18'351 Franken pro Jahr, und im untersuchten Fall beträgt die Ersparnis mehr als 90%.

Eine Analyse der Zürcher Tageszeitung Tages-Anzeiger auf Grundlage der Daten der Eidgenössischen Steuerverwaltung hat die Steuerbelastung der Schweizer Gemeinden für 20 verschiedene Haushaltstypen und 27 Einkommensklassen verglichen. Die Daten zeigen, dass es nicht das eine Steuerparadies gibt: Die günstigste Gemeinde variiert je nach Einkommen und Familienzusammensetzung.

Eine Rangliste, die sich verändert

Bei einem Haushalt mit zwei Kindern und einem Einkommen von einer Million Franken werden in Freienbach und Wollerau etwa 164'500 Franken Steuern bezahlt; in Château-d'Oex und mehreren anderen Waadtländer Gemeinden steigt der Betrag auf 363'500. Der Unterschied liegt bei knapp 200mila Franken.

Der Kanton Zug erweist sich auch für die Mittelschicht als vorteilhaft: Eine Familie mit zwei Kindern und zwei Einkommen zahlt bei Gesamteinnahmen bis zu 100mila Franken keine Einkommenssteuern.

Die Situation variiert von Kanton zu Kanton. Genf ist für die mittlere bis niedrige Einkommensklasse relativ günstig, erweist sich für hohe Einkommen jedoch als teurer. Appenzell Innerrhoden ist dagegen für wohlhabende Steuerpflichtige günstiger, während die Steuerbelastung in Bern für fast alle Einkommenskategorien hoch bleibt.

Der Vergleich betrifft die Gemeinde-, Kantons- und Bundessteuern auf dem Einkommen. Ausgenommen sind die Vermögenssteuern, Kirchensteuern und andere Abgaben; zudem kann die tatsächliche Steuerbelastung je nach individuellen Abzügen variieren. Daher beschreibt die Rangliste vergleichbare Steuerprofile und nicht ein identisches Ergebnis für jeden Steuerpflichtigen.

Entscheidend bleibt der Wohnsitz: Bei gleichen Einnahmen kann die Gemeinde die Steuerrechnung deutlich verändern. Doch sobald sich das Einkommen oder die Familienstruktur ändert, steht auch eine andere Gemeinde an der Spitze des Vergleichs.

Operative Details

Die Steuerersparnis entspricht nicht den Gesamtkosten

Die Miete kann das Ergebnis verändern

Die Steuerbelastung allein reicht nicht aus, um zu entscheiden, wo man leben soll. Dieselbe Analyse weist darauf hin, dass die Mieten den bei der Steuerrechnung erzielten Vorteil zunichtemachen können, insbesondere für Haushalte mit niedrigen Einkommen. In den steuerlich günstigsten Gemeinden sind die Mieten nämlich tendenziell hoch; Orte mit einer höheren Steuerbelastung können insgesamt weniger kosten, wenn die Wohnkosten niedriger sind.

Der praktische Vergleich muss daher zwei Perspektiven nebeneinanderstellen, ohne die Rangliste der Steuerbelastung in eine absolute Rangliste zu verwandeln:

Table 1: Profil
ProfilHinweis aus der QuellePraktische Einordnung
Niedrigeres EinkommenDie Wohnkosten können stärker ins Gewicht fallen als die SteuernDie Miete mit der Steuerersparnis vergleichen
Höheres EinkommenDie Karte der vorteilhaften Gemeinden verändert sichDie richtige Einkommensklasse und Familienkonstellation verwenden
Unterschiedliche FamilienDie Vorteilhaftigkeit hängt von der Zusammensetzung abEin Ergebnis nicht auf jeden Haushalt anwenden
Unterschiedliche persönliche DatenAbzüge können die tatsächliche Belastung verändernDen Vergleich lesen, ohne ihn als endgültig zu betrachten

Diese Logik verhindert, dass man das Ergebnis für eine Familie mit zwei Kindern auf jeden beliebigen Haushalt anwendet. Die Analyse berücksichtigte 20 Typen, und das Ergebnis zeigt, dass die Zahl der Kinder, die Familienzusammensetzung und das Einkommen das Ergebnis beeinflussen. Eine Gemeinde, die in einer Einkommensklasse sehr vorteilhaft erscheint, muss es in einer anderen nicht sein.

Auch der Begriff Steuern ist genau zu verstehen. Der Vergleich umfasst die Einkommenssteuern auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene, nicht aber Vermögenssteuern, Kirchensteuern und andere Abgaben. Eine in der Rangliste ausgewiesene Differenz erfasst daher nicht alle Posten, die sich auf die Finanzen einer Familie auswirken können. Individuelle Abzüge können zudem die tatsächliche Belastung verändern.

Für diejenigen, die einen Wechsel der Gemeinde erwägen, ist die Frage nicht nur, um wie viel die Steuerrechnung sinkt, sondern ob nach den neuen Wohnkosten tatsächlich eine Ersparnis bleibt. Bei niedrigen Einkommen kann der zweite Wert stärker ins Gewicht fallen als der erste; bei hohen Einkommen kann der Steuervergleich größer ausfallen, bleibt aber an das Familienprofil und die berücksichtigte Einkommensklasse gebunden. Die Vorteilhaftigkeit ist als Gleichgewicht zwischen diesen Posten zu verstehen, nicht als dauerhafte Eigenschaft der Gemeinde.

Wichtige Punkte

Vom Vergleich zur persönlichen Überprüfung

Um den Vergleich korrekt zu nutzen, empfiehlt es sich, die Daten in eine strukturierte Prüfung zu überführen. Das Verfahren beginnt nicht bei der Gemeinde, die an erster Stelle erscheint, sondern beim Profil des Haushalts und beim zu vergleichenden Einkommen.

Fünf Schritte für eine stimmige Überprüfung

1. Lege das Referenzeinkommen fest. Verwende das für die Familie angegebene gesamte Bruttoeinkommen und ordne den Fall der entsprechenden Einkommensklasse zu. Die Analyse basiert auf 27 Klassen, daher darf ein Ergebnis nicht automatisch von einer Klasse in eine andere übertragen werden. 2. Definiere die Familie. Gib die Anzahl der Kinder und die Zusammensetzung des Haushalts an; wenn es zwei Einkommen gibt, muss diese Angabe im Profil beibehalten werden, weil sich die Karte mit der Familienstruktur verändert. 3. Vergleiche die Gemeinden und beschränke dich nicht auf den Kanton. Die Ergebnisse der Quelle beziehen sich auf Gemeinden, und der günstigste Ort ändert sich je nach untersuchtem Profil. 4. Stelle den Wohnkosten die Besteuerung gegenüber. Stelle neben die Steuerdifferenz die Mietkosten des betrachteten Ortes. Für einen Haushalt mit niedrigem Einkommen kann dieser Posten stärker ins Gewicht fallen als die Steuern und die Ersparnis aufzehren. 5. Prüfe den Umfang. Vergewissere dich, dass die Berechnung die kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Einkommenssteuern berücksichtigt, und denke daran, dass Vermögenssteuern, Kirchensteuern, andere Abgaben und individuelle Abzüge getrennte Faktoren bleiben.

Das Endergebnis muss in zwei Schritten betrachtet werden. Zuerst wird die steuerlich günstigste Gemeinde für das eigene Profil ermittelt; anschließend wird geprüft, ob die Wohnkosten die Gesamtbilanz verändern. Wenn sich das Einkommen oder die Familienzusammensetzung ändert, muss der Vergleich wiederholt werden: Die Quelle zeigt, dass der günstigste Ort nicht unveränderlich ist.

Dieselbe Methode verhindert, dass der Steuervergleich mit dem Versprechen einer automatischen Ersparnis verwechselt wird. Die Angaben zur Gemeinde müssen zusammen mit der Familie, der Einkommensklasse und den aus der Analyse ausgeschlossenen Posten betrachtet werden. Die persönliche Überprüfung muss daher die Steuerberechnung und die Berechnung der Wohnkosten getrennt halten, damit der ersteren keine Ersparnis zugeschrieben wird, die durch letztere verringert werden kann.

Für eine erste persönliche Schätzung verwende calcolatore stipendio/imposte.

Quelle: tio.ch

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