Feministischer Streik: Tausende in Waadt und Neuenburg (Grenzgänger-Leitfaden)
9'000-15'000 Demonstranten in Lausanne, tausend in Neuenburg. Forderungen nach Gleichberechtigung am Arbeitsplatz, Sorgearbeit und Bekämpfung der 13 Femizide von 2025.
Contesto
Kurz gefasst - Zwischen 9'000 und 15'000 Menschen auf dem Platz in Losanna beim feministischen Streik - 13 Femizide in der Schweiz seit Beginn 2025 registriert - Auch in Neuchâtel rund 1'000 Demonstrantinnen mit Schwerpunkt auf Prävention - Weitere Mobilisierungen für morgen, 14. Juni, in Genf gegen das G7 geplant ## Wichtige Fakten - Cosa: Feministischer Streik mit Märschen und Kundgebungen - Quando: Heute (mit Fortsetzung morgen, 14. Juni) - Dove: Losanna (VD) und Neuchâtel (NE) - Chi: Kollektiv des feministischen Streiks, Organisatorinnen, Teilnehmende - Teilnehmende Losanna: 9'000 (Polizei) - 15'000 (Organisatorinnen) - Teilnehmende Neuchâtel: etwa 1'000 - Femizide 2025: 13 seit Jahresbeginn in der Schweiz Die Plätze von Losanna und Neuchâtel füllten sich heute mit Stimmen, Schildern und konkreten Forderungen. Der feministische Streik mobilisierte Tausende Menschen in den beiden französischsprachigen Kantonen, mit einer doppelten Forderungslinie: einerseits die Notlage geschlechtsspezifischer Gewalt, andererseits die noch ungeklärte Frage der Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt und die Anerkennung von Care-Arbeit. In Losanna, Hauptort des Waadtlandes, war die Teilnahme massiv: die Schätzungen weichen ab, wie es in solchen Fällen oft geschieht. Die Polizei spricht von 9'000 Anwesenden, die Organisatorinnen von 15'000. Ein signifikanter Unterschied, der die grundsätzliche Tatsache nicht auslöscht: der Platz antwortete präsent und konsistent. ### Worte vom Platz > „Wir wollen eine Gesellschaft, die schützt, die sich kümmert, die Solidarität statt Profit wählt.“ Das ist die Aussage einer Demonstrantin in Losanna, die den Kern des Protests zusammenfasst: ein kollektiver Prioritätenwechsel vom Profit zur Sorge. Eine weitere Teilnehmende erinnerte an die Zahl, di...
Dettagli operativi
Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt: Wo steht die Schweiz? Die Forderungen des feministischen Streiks treffen einen empfindlichen Nerv des Schweizer Arbeitsmarktes. Die Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben bleibt ein unerreichtes Ziel, und die Anerkennung der Pflegearbeit — die historisch und noch heute überwiegend von Frauen geleistet wird — bleibt ein zentrales Thema in den Diskussionen der Kantone und der Sozialpolitik. Wenn die Organisatorinnen um „mehr materielle Ressourcen seitens der Behörden zur Bezahlung des Personals und zur Sicherstellung von Betreuungsstrukturen“ bitten, beziehen sie sich auf ein konkretes Problem, das direkt die Lebenshaltungskosten in der Schweiz betrifft: Die Einrichtungen für Kinderbetreuung und Frauenhäuser für gewaltbetroffene Frauen arbeiten oft mit unzureichenden Mitteln, unterbezahltem Personal und Wartelisten. Das bedeutet, dass jene, die arbeiten und auf Betreuungsangebote für ihre Kinder angewiesen sind, mit hohen Kosten und begrenzter Verfügbarkeit konfrontiert werden. ### Der Zusammenhang zwischen Gewalt und Arbeitsmarkt Die 13 Femizide, die seit Anfang 2025 in der Schweiz registriert wurden, stellen die extreme Folge eines systemischen Problems dar, das auch wirtschaftliche Auswirkungen hat. Gewalt gegen Frauen verursacht direkte und indirekte Kosten: Gesundheitsausgaben, Arbeitsausfälle, Bedarf an geschützten Einrichtungen, Einsätze der Sicherheitskräfte. Die Forderung nach präventiven und schützenden Maßnahmen der Demonstrierenden erfordert kantonale und bundesstaatliche öffentliche Investitionen. Die Entscheidung, die Mobilisierungen nach Lausanne und Neuchâtel vorzuziehen, um morgen an der Demonstration in Genf gegen den G7 teilzunehmen, zeigt den Willen, feministische Anliegen in einen größeren internationa...
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Häufig gestellte Fragen
- Wie viele Personen haben am feministischen Streik in Lausanne teilgenommen?
- Laut Polizei waren es 9'000, während die Organisatorinnen von 15'000 Teilnehmern sprechen. In Neuchâtel waren etwa tausend Personen anwesend.
- Wie viele Femizide wurden in der Schweiz im Jahr 2025 registriert?
- Seit Beginn des Jahres 2025 wurden 13 Femizide in der Schweiz registriert, ein Datum, das von den Demonstrantinnen als zentraler Grund für die Proteste genannt wird.
- Wann findet die nächste feministische Demonstration statt?
- Morgen, am 14. Juni, ist eine große Demonstration in Genf gegen den G7 geplant, an der die Organisatorinnen des feministischen Streiks teilnehmen werden, nachdem sie die Mobilisierungen in Lausanne und Neuchâtel auf heute vorgezogen haben.
- Was sind die Hauptforderungen des feministischen Streiks?
- Die Forderungen umfassen: Maßnahmen zur Prävention und zum Schutz vor Femiziden und geschlechtsspezifischer Gewalt, Anerkennung der Arbeit in der Pflege, echte Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt und mehr materielle Ressourcen von den Behörden, um das Personal zu bezahlen und ausreichende Aufnahmestrukturen zu gewährleisten.
- Warum wurden die Mobilisierungen in Lausanne und Neuchâtel vorgezogen?
- Die Mobilisierungen wurden vorgezogen, um es den Teilnehmern zu ermöglichen, morgen, am 14. Juni, an der großen Demonstration in Genf gegen den G7 teilzunehmen.