Cembra & Vontobel Zürich: Steuern & Räume treiben Umzug (Grenzgänger-Leitfaden)

Lugano Finanzdistrikt mit modernen Büros und See

Cembra verlegt im Herbst 2027 660 Mitarbeitende nach Baden (15% Steuern); Vontobel verlegt bis 2030 1.500 Arbeitsplätze nach Baar (12%). Zürich bei 20%.

Kontext

Kurz gesagt

  • Cembra wird im Herbst des kommenden Jahres 660 Mitarbeitende nach Baden verlegen.
  • Vontobel wird seinen Sitz und 1’500 Mitarbeitende bis 2030 nach Baar verlegen.
  • In Baden beträgt die Unternehmensbesteuerung 15%.
  • In Zürich liegt sie bei fast 20%; in Baar sinkt sie auf 12%.
  • Cembra → 660 Mitarbeitende nach Baden, Kanton Aargau
  • Verlegung von Cembra → Herbst des kommenden Jahres
  • Vontobel → Sitz und 1’500 Mitarbeitende bis 2030 nach Baar
  • Besteuerung in Baden und Zürich → 15% und fast 20%
  • Besteuerung in Baar → 12%

Zwei Ankündigungen kurz hintereinander

Die 12.30-Uhr-Ausgabe des Radiogiornale vom 25. September 2026 beginnt mit zwei Verlegungen, die auf dem Zürcher Finanzplatz für Diskussionen sorgen. Nach der Ankündigung von Vontobel, der Privatbank, die ihren Sitz in den Kanton Zug verlegen wird, kam am Donnerstag die Nachricht von Cembra: Das Unternehmen wird seinen Sitz hingegen in den Aargau verlegen. Innerhalb weniger Wochen kommt es zu zwei Wegzügen, die in Zürich von vielen als Warnsignal verstanden werden.

Cembra wird im Herbst des kommenden Jahres mit seinen 660 Mitarbeitenden nach Baden umziehen. Die Entfernung zum bisherigen Sitz bleibt gering: Baden ist fünfzehn Zugminuten entfernt. In der offiziellen Begründung wird die Steuer nicht erwähnt. Das Unternehmen nennt die Infrastruktur und moderne Büros sowie die Möglichkeit, an einem weiterhin zentralen Standort zu wachsen. Der Beitrag weist darauf hin, dass die Steuereinsparungen nicht erwähnt werden.

Die Einsparung wird jedoch aus dem im Radiogiornale genannten Vergleich ersichtlich. In Baden beträgt die Unternehmensbesteuerung 15%, während sie in Zürich bei fast 20% liegt. Auf Grundlage der Bilanz 2025 bedeutet der Unterschied für Cembra, dass 10 Millionen Franken weniger zu zahlen sind. Diese Zahl macht das Steuerthema konkret, obwohl das Unternehmen öffentlich andere Gründe für die Entscheidung nennt.

Bei Vontobel wird die Rechnung noch deutlicher. Bis 2030 wird die Bank ihren Sitz und 1’500 Mitarbeitende nach Baar im Kanton Zug verlegen, wo die Besteuerung auf 12% sinkt. Im Radiogiornale relativiert Christian Bretscher, Direktor des Zürcher Bankenverbands, die Vorstellung, dass dies ein Problem für den Finanzplatz sei:

«Nicht aus Sicht des Finanzplatzes», sagt Christian Bretscher, Direktor des Zürcher Bankenverbands, im Radiogiornale der RSI.

Seiner Ansicht nach wollen die beiden Banken in den Zürcher Finanzplatz investieren, der schon seit Längerem nicht mehr nur mit den Grenzen der Stadt oder des Kantons gleichzusetzen ist.

Politisch wird die Sache anders beurteilt. UDC und PLR fordern eine Reaktion der Politik und günstigere Bedingungen für Unternehmen. Bretscher stimmt zu, dass es zwei Druckfaktoren gibt: die höhere Steuerbelastung im Vergleich zu den umliegenden Kantonen sowie die Verfügbarkeit von Flächen und Büros. Das sind laut Bankenverband die Signale, auf die Zürich achten muss.

Operative Details

Der Steuervergleich betrifft nicht automatisch den einzelnen Einwohner

Unternehmenssteuern und persönliche Situation trennen

Die erste Klarstellung betrifft das betroffene Subjekt. Der Dienst spricht von Unternehmensstandorten, Angestellten und der Besteuerung von Unternehmen; er kündigt keine neue Regel für Steuerpflichtige an. Für Personen, die in der Schweiz leben oder arbeiten, darf die Verlegung daher nicht als Änderung bei AVS/AHV, LPP/BVG, LAMal/KVG, beim Mindestlohn oder bei den Lebenshaltungskosten dargestellt werden: Die Quelle beschreibt in keinem dieser Bereiche Veränderungen.

Das Schweizer Steuersystem erfordert zudem, drei Ebenen zu unterscheiden: direkte Bundessteuer, Kantonssteuer und Gemeindesteuer. Jeder Kanton hat ein eigenes Gesetz und einen eigenen Multiplikator; die Gemeinden wenden einen Multiplikator auf die Kantonssteuer an. Die für Baden, Zürich und Baar genannten Prozentsätze sind daher ein territorialer Vergleich der Unternehmensbesteuerung und keine Werte, die automatisch in die Steuererklärung einer Person übernommen werden können. Der Dienst schlüsselt diese Zahlen weder nach den drei Ebenen auf noch nennt er einen kommunalen Multiplikator.

Für die persönliche Situation kann calcolatore stipendio e imposte dabei helfen, das eigene Einkommen zu betrachten, berechtigt aber nicht dazu, die Unternehmenssteuersätze so zu verwenden, als wären sie individuelle Steuersätze.

Der zweite praktische Punkt betrifft den Wettbewerb zwischen den Kantonen. Die Quelle betrachtet Steuerbelastung und Verfügbarkeit von Räumlichkeiten und Büros gemeinsam: Ein günstigerer Standort wird nicht nur als buchhalterische Entscheidung beschrieben. Bei der Bewertung der Nachricht muss zwischen offizieller Begründung und berechneter Einsparung unterschieden werden. Im Fall von Cembra stellt der Dienst Infrastruktur, moderne Büros, Wachstumsmöglichkeiten und zentrale Lage dem Steuervergleich gegenüber.

Auf politischer Ebene fordern UDC und PLR günstigere Bedingungen für Unternehmen, während der Bankenverband Steuern und Räumlichkeiten als konkrete Probleme bezeichnet. Eine politische Entscheidung wird nicht angekündigt. Die beiden Wegzüge sind somit ein Signal, das man für den Zürcher Wirtschaftsstandort beobachten sollte, keine neue Regel für Familien und Arbeitnehmende.

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Wichtige Punkte

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Quelle: rsi.ch

Häufig gestellte Fragen
Warum verlassen Cembra und Vontobel Zürich?
Cembra wird im Herbst 2027 unter Berufung auf Infrastruktur, moderne Büros und Wachstumsmöglichkeiten 660 Mitarbeiter nach Baden verlagern; Vontobel wird bis 2030 seinen Hauptsitz und 1.500 Mitarbeiter nach Baar verlagern. Die Radiozeitung RSI zeigt, dass die Unternehmensbesteuerung in Baden bei 15% liegt, in Baar bei 12%, gegenüber fast 20% in Zürich: Für Cembra beträgt die geschätzte Einsparung in der Bilanz 2025 10 Millionen Franken. Der Zürcher Bankierverein weist auf zwei Belastungen hin: h
Wie lauten die genannten Körperschaftsteuersätze für die drei Orte?
Der RSI-Service berichtet: Baden (Aargau) 15%, Zürich fast 20%, Baar (Zug) 12%. Sie sind Besteuerungswerte für Unternehmen, die territorial verglichen werden, nicht in die drei Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinde) zerlegt sind und sich nicht auf spezifische kommunale Multiplikatoren beziehen.
Ändert der Standortwechsel die persönlichen Steuern der Mitarbeiter?
Nein. Der Dienst unterscheidet deutlich: Die genannten Prozentsätze beziehen sich auf die Unternehmensbesteuerung und nicht auf die Besteuerung einzelner Steuerpflichtiger. Der schweizerische Steuerrahmen hat drei Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinde) mit eigenen Gesetzen und Multiplikatoren für Kanton und Gemeinde. Die Unternehmenssätze dürfen nicht automatisch für die persönliche Steuererklärung verwendet werden.
Was sagen Politik und Wirtschaftsverband?
SVP und FDP fordern eine politische Reaktion und günstigere Rahmenbedingungen für die Unternehmen. Christian Bretscher, Direktor der Zürcher Bankiervereinigung, verkleinert im Radiojournal RSI: «Nicht aus Sicht des Finanzplatzes», denn die Banken wollen an einem Platz investieren, der nicht mehr nur mit den Stadtgrenzen zusammenfällt. Bretscher ist sich aber über zwei konkrete Probleme einig: höhere Besteuerung der Nachbarkantone und Verfügbarkeit von Büroräumen.
Wann finden die Umzüge statt und wie viele Plätze sind betroffen?
Cembra: 660 Angestellte in Baden im Herbst 2027 (15 Minuten mit dem Zug von Zürich). Vontobel: Standort und 1.500 Mitarbeiter in Baar bis 2030. Der Dienst erwähnt keine Kündigungen, Lohnänderungen oder Vertragsänderungen; für die Mitarbeiter ist es ratsam, die Unternehmenskommunikation zu befolgen.

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