Erwachsenenbildung erhöht das Einkommen um 50 % (Grenzgänger-Leitfaden)

Erwachsenenbildung mit Blick auf Schweizer Alpen

UST-Studie: Der Erwerb eines Sekundarabschlusses II im Erwachsenenalter führt zu +50% Einkommen und 80% Beschäftigung

Kontext

Kurzfassung

  • Erwachsenenabschluss II erhöht das Einkommen um 50%
  • NEET-Anteil sinkt von 20% auf 11%
  • Beschäftigte steigen auf 80%

Schlüsselfakten

  • Institut: Bundesamt für Statistik (BFS)
  • Zeitraum: 2013-2023 (10 Jahre)
  • Stichprobe: 11'000 Personen
  • Titeltypen: AFC (84%), CFP (14%)
  • Einkommen zu Beginn: 3'500 CHF/Monat
  • Einkommen am Ende: 5'200 CHF/Monat
  • Einkommenssteigerung: 50%

NEUCHÂTEL - Der Erwerb eines Ausbildungsabschlusses der Sekundarstufe II verbessert die Situation auf dem Arbeitsmarkt und das Einkommen deutlich, obwohl er erst im Erwachsenenalter erfolgt, so eine detaillierte Analyse des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Laut der Studie haben die Fachleute aus Neuenburg fast 11'000 Personen berücksichtigt, die 2018 ein Bundeszertifikat für praktische Ausbildung (CFP), ein Bundeszeugnis für Fähigkeiten (AFC), ein Zertifikat für Allgemeinbildung oder ein Maturitätszeugnis im Alter von 25 Jahren oder älter erworben haben. Diese Abschlüsse entsprechen dem Abschluss einer Ausbildung der Sekundarstufe II.

Fünf Jahre zuvor, im Jahr 2013, waren nur 60% dieser Personen erwerbstätig, und einer von fünf (20%) war weder beschäftigt noch in Ausbildung (NEET). Außerdem war das Bruttoarbeitsentgelt für die Beschäftigten \"niedrig\", im Durchschnitt 3'500 Franken pro Monat. Dieses Szenario stellt eine bedeutende Herausforderung für den Schweizer Arbeitsmarkt und die Sozialversicherung wie die AHV/AVS dar; wenige Personen ohne angemessene Ausbildung tragen weniger zum System bei.

Operative Details

Die Analyse der UST zeigt, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Erwachsenenbildung zu einem signifikanten Anstieg des durchschnittlichen Einkommens führen, das von 3'500 auf 5'200 Franken pro Monat gestiegen ist, was einem Anstieg von etwa 50 % innerhalb von zehn Jahren entspricht. Dieses Wachstum der Kaufkraft hat positive Effekte auf die Lebenshaltungskosten in der Schweiz und ermöglicht es diesen Personen, stärker zur nationalen Wirtschaft beizutragen und die täglichen Ausgaben mit größerer finanzieller Stabilität zu bewältigen.

Insgesamt haben 84 % ein Bundeszeugnis für Kompetenzen (AFC) und 14 % ein Bundeszertifikat für praktische Ausbildung (CFP) erworben. Letzteres, das eine Dauer von zwei Jahren hat, richtet sich an junge Menschen mit überwiegend praktischen Fähigkeiten; das AFC, das drei bis vier Jahre dauert, umfasst einen breiteren theoretischen Teil und eine größere Anzahl von Aufgaben im Vergleich zum CFP. Diese beruflichen Qualifikationen stellen eine konkrete Chance dar, die eigene Position auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zu verbessern, wo kontinuierliche Weiterbildung häufig ein entscheidender Faktor für berufliches Wachstum ist.

Unterschiedliche Ausbildungswege

Die Gruppe von Personen, die nach Abschluss der obligatorischen Schule in die Schweiz gekommen sind und für die das Sekundarstufe‑II der erste postobligatorische Abschluss ist, zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil an CFP (35 %) aus. Dieser Anteil erreicht sogar 66 % bei Personen aus dem Kindergartenbereich, so die UST. Diese Daten zeigen, dass die Ausbildungswege in der Schweiz sich an die unterschiedlichen Bedürfnisse und Hintergründe der Teilnehmenden anpassen können und berufliche Neuplatzierung sowie soziale Integration ermöglichen.

Wichtige Punkte

Die Studie des BfS zeigt, dass Investitionen in die Erwachsenenbildung eine effektive Strategie sind, um die eigene Position auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zu verbessern. Für diejenigen, die diesen Weg einschlagen möchten, ist es wichtig, die Anforderungen und Verfahren zu kennen, die für den Zugang zu diesen Schulungen erforderlich sind. Die zuständigen kantonalen Verwaltungen informieren detailliert über die spezifischen Anforderungen für jede Art von Abschluss, wie das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (ESTV) oder das Eidgenössische Zeugnis über die praktische Ausbildung (EBA).

Verfahren für den Zugang zur Ausbildung

Der erste Schritt besteht in einer Beurteilung der eigenen Kompetenzen und beruflichen Ziele. Als nächstes müssen Sie sich an die Berufsbildungszentren oder Schulen wenden, die die gewünschten Wege anbieten. Viele Kantone organisieren Abend- oder Teilzeitkurse, die speziell auf berufstätige Erwachsene zugeschnitten sind und die Vereinbarkeit von Studium und Beruf ermöglichen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Berufsbildung in der Schweiz oft Kosten verursacht, die teilweise durch Stipendien oder Zuschüsse gedeckt werden können, insbesondere für benachteiligte Personen.

Für diejenigen, die die Berufsbildungsmöglichkeiten in der Schweiz vertiefen möchten, bietet das Schweizerische Zentrum für Berufsbildung, Berufs-, Studien- und Berufsberatung unter www.orientamento.ch detaillierte Informationen über die verfügbaren Wege.

Jobangebot im Tessin? Simulieren Sie Ihre Netto-Gehaltsabrechnung: Bruttolohn, Familienstand und Wohngemeinde eingeben.

Quelle: tio.ch

Häufig gestellte Fragen
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Sekundarbildung II im Erwachsenenalter?
Gemäss der BfS-Studie an 11'000 Personen erhöht das Erreichen eines Abschlusses der Sekundarstufe II im Erwachsenenalter das Durchschnittseinkommen von 3'500 auf 5'200 Franken pro Monat, was einem Anstieg von 50% über einen Zeitraum von zehn Jahren entspricht. Der Anteil der Erwerbstätigen steigt auf 80%, während der Anteil der NEETs (weder erwerbstätig noch in Ausbildung) von 20% auf 11% sinkt.
Welche Arten von Bildungsabschlüssen sind für Erwachsene am häufigsten?
84% der Teilnehmenden haben ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) und 14% ein eidgenössisches praktisches Ausbildungszeugnis (EBA) erworben. Letzteres ist häufiger bei Personen, die nach der obligatorischen Schule in die Schweiz kommen (35%) und bei Personen aus dem Asylbereich (66%).
Wie gelangt man in die Erwachsenenbildung in der Schweiz?
Der erste Schritt ist eine Beurteilung der eigenen Kompetenzen und beruflichen Ziele. Als nächstes müssen Sie sich an die Berufsbildungszentren oder Schulen wenden, die die gewünschten Wege anbieten. Viele Kantone organisieren Abend- oder Teilzeitkurse für berufstätige Erwachsene. Die Kosten können teilweise durch Stipendien oder Zuschüsse gedeckt werden, insbesondere für benachteiligte Personen.

Verwandte Artikel