Geschäft eröffnen Wallis: Leitfaden zum Handelsregister

Verwaltungsgebäude des Kantons Wallis in Sitten mit Beamten bei der Bearbeitung von Handelsregistereintragungen

Rechtsform, Handelsregistereintrag, dreistufige Besteuerung (eidgenössisch, kantonal, kommunal) und Versicherungspflichten: Das komplette Verfahren zur Aufnahme einer Tätigkeit im Kanton Wallis.

Kontext

Kurz gesagt

  • Wählen Sie zwischen Einzelunternehmen, AG oder GmbH je nach Risikoprofil und erwarteter Größe
  • Anmeldung beim Handelsregister des Kantons Wallis (kantonaler Vorgang)
  • Dreistufige Besteuerung: BstG (Bundessteuer) + kantonal + kommunal
  • Bei Personal: Sozialversicherungsbeiträge AVS/AI 10,6 % insgesamt, KVG innerhalb von 3 Monaten

Wichtige Fakten

  • Was: Gründung eines Unternehmens im Kanton Wallis
  • Wo: Kanton Wallis, französischsprachige Schweiz (kantonal und kommunal zuständig)
  • Wer: Einzelunternehmer, Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Bundeszuständigkeit: Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) verwaltet die direkte Bundessteuer (BstG) und die Mehrwertsteuer (MwSt)
  • Kantonzuständigkeit: Walliser Verwaltung verwaltet die kantonalen und kommunalen Steuern
  • Sozialversicherungspflicht: BSV für AHV, private Versicherer für KVG, BNS für Kredit

Rechtsformen und erster Schritt

Die Gründung eines Unternehmens im Kanton Wallis bedeutet zunächst die Wahl der Rechtsform. Das Bundesgesetz sieht drei Optionen vor: Einzelunternehmen, Aktiengesellschaft (AG) und Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Das Einzelunternehmen ist die einfachste Form. Sie führen das Unternehmen allein, sind für alle Schulden mit Ihrem Privatvermögen haftbar. Es gibt kein bundesrechtliches Mindestkapital, die Registrierung im Handelsregister bleibt jedoch obligatorisch. Die Besteuerung erfolgt auf Ihre natürliche Person: Sie melden das Bruttoeinkommen bei der direkten Bundessteuer (BstG), die von der ESTV verwaltet wird.

Die AG (Aktiengesellschaft) ist komplexer. Sie erfordert ein Mindestkapital, das von den Gesellschaftern gezeichnet wird. Im Gegenzug haben Sie eine beschränkte Haftung: Gläubiger können Ihr Privatvermögen nicht angreifen, wenn das Unternehmen keine Mittel hat. Die Besteuerung erfolgt auf die Gesellschaft selbst — sie zahlt Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern als eigenständige Einheit.

Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist eine Zwischenlösung: weniger streng als die AG, beschränkte Haftung wie die AG, niedrigeres Mindestkapital. Beliebt für kleine und mittlere Unternehmen.

Nach der Wahl der Rechtsform ist der obligatorische Schritt die Registrierung im Handelsregister des Kantons Wallis. Dies ist ein bundesrechtlicher Vorgang, der von den kantonalen Behörden verwaltet wird: Sie füllen das Formular (online verfügbar) beim Handelsregisteramt Ihrer Gemeinde aus, fügen eine Kopie der Gründungsurkunde (bei AG/GmbH) oder ein Ausweisdokument (bei Einzelunternehmen) bei und erhalten das Zertifikat innerhalb weniger Werktage. Die Registrierung eröffnet automatisch das Recht und die Pflicht, Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern zu zahlen: Hier sind die drei Ebenen der Schweizer Besteuerung.

Operative Details

Das Steuersystem auf drei Ebenen: Wie funktioniert es?

Die Besteuerung in der Schweiz funktioniert auf drei verschiedenen Ebenen, jede mit eigenen Kompetenzen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) verwaltet die direkte Bundessteuer (DBSt) und die Mehrwertsteuer (MWSt) auf nationaler Ebene. Die Verwaltung des Kantons Wallis und die einzelnen Gemeinden verwalten die kantonalen und kommunalen Steuern. Das bedeutet, dass Sie Steuern zu drei verschiedenen Zeitpunkten und mit drei verschiedenen Steuersätzen zahlen: Der kommunale Multiplikator variiert beispielsweise von Gemeinde zu Gemeinde, selbst innerhalb des Wallis.

Wenn Sie als Einzelunternehmen tätig sind, erklären Sie Ihr Bruttoeinkommen jährlich bei der DBSt. Die Bundesabzüge sind fest (AHV-Beiträge, Krankenkassenprämien, passive Zinsen, Berufsausgaben). Auf kantonaler und kommunaler Ebene sind die Regeln ähnlich, aber mit leicht unterschiedlichen Sätzen und Abzügen. Das Ergebnis: Ihre Gesamtsteuerlast hängt davon ab, wo Sie sich befinden (welche Gemeinde im Wallis) und welche Form Sie gewählt haben.

Wenn Sie Personal einstellen — auch nur einen einzigen Mitarbeiter — entsteht eine zweite Ebene von Verpflichtungen: die Sozialversicherungsbeiträge. Die Beiträge zur AHV/IV/EO betragen 5,3 % des Lohns des Mitarbeiters und 5,3 % zu Lasten des Unternehmens — insgesamt 10,6 %. Zusätzlich müssen Sie die Unfallversicherung (UVG) in Höhe von etwa 1,1 % bis zu einem jährlichen Höchstbetrag und die berufliche Krankenversicherung (LAINF/LAA) zwischen 0,7 % und 1,5 % je nach Branche zahlen. Wenn der Mitarbeiter bestimmte Lohn- und Altersgrenzen überschreitet, kommt das berufliche Vorsorgewerk (BVG) hinzu: Arbeitgeber zahlen 7 % (Alter 25–34), 10 % (35–44), 15 % (45–54), 18 % (55+ bis zum Referenzalter).

Verpflichtungen gegenüber dem Mitarbeiter

Jeder Mitarbeiter muss durch eine private Krankenversicherung (KVG) abgedeckt sein: Diese ist für alle in der Schweiz lebenden Personen obligatorisch und muss innerhalb von 3 Monaten nach Beginn des Arbeitsverhältnisses abgeschlossen werden. Die KVG ist weder eine Steuer noch ein Lohnbeitrag — es handelt sich um eine private Prämie pro Kopf, die der Mitarbeiter wählt (mit Franchisen von CHF 300 bis CHF 2500 pro Jahr je nach Deckungsgrad). Der Arbeitgeber ergänzt die Prämie oft, ist aber gesetzlich nicht dazu verpflichtet.

Weitere bundesrechtliche Verpflichtungen gegenüber dem Mitarbeiter: maximale Arbeitszeit 45 Stunden/Woche (Industrie, Büros, Verkauf) oder 50 Stunden in anderen Bereichen. Mindesturlaub: 4 Wochen pro Jahr. Diese werden vom SECO überwacht. Die Navigation im dreistufigen Steuersystem wird komplex, wenn das Unternehmen wächst: Deshalb vertrauen viele Unternehmer die Verwaltung einem Steuerberater an, um die Abzüge zu maximieren. Für eine erste grobe Schätzung der Steuerlast verwenden Sie den Steuerrechner und passen Sie die Parameter entsprechend der Rechtsform und dem erwarteten Umsatz an.

Nützliche Tools für die Planung

Für Ihre Vorsorgestrategie nutzen Sie den Rentenplaner und den Säule-3-Simulator.

Wichtige Punkte

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Wählen und vorbereiten Sie die Rechtsform Entscheiden Sie, ob Sie als Einzelunternehmen, AG oder GmbH tätig werden möchten. Wenn Sie als Einzelunternehmen tätig sind, fahren Sie mit Schritt 2 fort. Wenn Sie eine AG oder GmbH gründen, müssen Sie eine Gründungsurkunde (in der Regel mit Hilfe eines Fachmanns) ausarbeiten und ein separates Bankkonto eröffnen, um das Anfangskapital einzuzahlen — die Banken verlangen Einsicht in die Urkunde.

Schritt 2: Registrieren Sie sich im Handelsregister Gehen Sie zum zuständigen Amt Ihrer Gemeinde im Kanton Wallis (in der Regel das Wirtschaftsamt oder das Gemeindeamt). Füllen Sie das Anmeldeformular aus (online verfügbar). Fügen Sie bei:

  • Kopie der Gründungsurkunde (bei AG/GmbH) oder Ausweisdokument (Einzelunternehmen)
  • Kontoauszug, der die Einzahlung des Anfangskapitals nachweist (falls erforderlich)
  • Kurze Beschreibung der Tätigkeit (NACE-Code)

Die Registrierung wird in der Regel innerhalb von 5–10 Werktagen bearbeitet. Sie erhalten das Registrierungszertifikat und die Mehrwertsteuernummer.

Schritt 3: Melden Sie sich bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) für die Mehrwertsteuer an Wenn Ihr Umsatz voraussichtlich CHF 100.000 pro Jahr übersteigen wird, registrieren Sie sich für die Mehrwertsteuer bei der ESTV. Dies können Sie online über das ESTV-Portal oder über Ihre Bank erledigen. Wenn Sie unter der Schwelle bleiben, sind Sie nicht mehrwertsteuerpflichtig (aber Sie können sich freiwillig registrieren, wenn dies für Ihr Geschäftsmodell vorteilhaft ist).

Schritt 4: Abschluss der Krankenversicherung und anderer Versicherungen Wenn Sie selbstständig sind, melden Sie sich bei einer privaten Krankenkasse (KVG) an — dies ist innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Tätigkeit obligatorig. Vergleichen Sie die Prämien zwischen kantonalen Versicherern: Die Sätze variieren je nach Franchise (CHF 300 bis CHF 2500 pro Jahr). Schließen Sie auch die Berufsunfähigkeitsversicherung (UVG) ab, falls Ihr Sektor dies verlangt — der Sektor bestimmt das Risikoniveau.

Schritt 5: Buchhaltung und Dokumente führen Führen Sie Buchhaltung gemäß den Bundesnormen. Wenn Sie Personal einstellen: Dokumentieren Sie Löhne, Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV 10.6 %, ALV, UVG, BVG je nach Altersgruppe), Arbeitszeiten (maximal 45–50 Stunden/Woche je nach Sektor). Das Bundesgesetz über die Arbeitszeit schreibt mindestens 4 Wochen Urlaub pro Jahr vor. Diese Pflichten werden vom SECO überwacht.

Schritt 6: Jährliche Steuererklärung abgeben Am Jahresende geben Sie Ihre Einkommen beim IFD (Dezember/Januar), beim Kanton Wallis und bei Ihrer Gemeinde an. Bewahren Sie Quittungen, Rechnungen, Bankauszüge für die jährliche Steuererklärung auf. Wenn Sie Personal einstellen, melden Sie Löhne und Beiträge bis zu bestimmten Fristen (in der Regel Februar).

CTA abschließend: Wenn Sie während des Verfahrens Unsicherheiten haben, stellen die Handelsämter des Kantons Wallis kantonsspezifische Leitfäden zur Verfügung. Nutzen Sie den Steuerrechner, um die gesamte Steuerlast basierend auf der gewählten Rechtsform, dem erwarteten Umsatz und der Anzahl der geplanten Mitarbeiter zu schätzen. Dies hilft Ihnen, das Startbudget zu planen.

Häufig gestellte Fragen
Welche Rechtsform wähle ich, wenn ich allein im Wallis tätig werden möchte?
Wenn Sie alleine sind, können Sie als Einzelfirma tätig werden (einfachere Form, kein Bundesmindestkapital, unbeschränkte persönliche Haftung) oder eine AG/Sàrl gründen (beschränkte Haftung, aber Verwaltungskosten und Mindestkapital). Die Einzelfirma wird für kleine Unternehmen empfohlen; SA/Sàrl, wenn das Geschäft ein hohes Risiko aufweist oder Sie ein schnelles Wachstum und Gesellschafter erwarten.
Was ist der erste rechtliche Schritt zur Unternehmensgründung im Wallis?
Der erste Schritt ist die Registrierung im Handelsregister Ihrer Gemeinde im Kanton Wallis. Es handelt sich um eine bundesstaatliche Verpflichtung, die vor Ort vom Wirtschaftsamt/der Stadtkanzlei verwaltet wird. Füllen Sie das Online- oder Vor-Ort-Formular aus, legen Sie Ausweispapiere und Gründungsurkunde (falls Firma) bei und erhalten Sie die Bescheinigung innerhalb weniger Tage. Die Registrierung öffnet automatisch Ihre Verpflichtungen gegenüber der ESTV/ESFC (IFD + MwSt.) und gegenüber dem Kanton.
Muss ich sofort Mehrwertsteuer zahlen, wenn ich ein Geschäft eröffne?
Nein. Die Mehrwertsteuer wird von ESTV/ESFC verwaltet und ist nur obligatorisch, wenn Ihr Jahresumsatz CHF 100 '000 übersteigt. Bleibst du unten, bist du nicht unterworfen. Sie können sich jedoch freiwillig für die Mehrwertsteuer registrieren, wenn dies für Ihr Geschäftsmodell sinnvoll ist (z. B. wenn es sich bei Ihren Kunden um Unternehmen handelt, die die Mehrwertsteuer zurückfordern können).
Welche Versicherungen sind obligatorisch, wenn ich eine Tätigkeit im Wallis aufnehme?
Die Krankenversicherung (KVG) ist bundesgesetzlich obligatorisch — sie muss innerhalb von 3 Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit abgeschlossen werden. Es handelt sich um eine private Prämie mit Deckung pro Kopf (Franchisen von CHF 300 bis CHF 2500 pro Jahr). Zudem ist die Arbeitsunfallversicherung (UVG/UVG) obligatorisch, wenn Ihre Branche dies verlangt. Erkundigen Sie sich bei der Verkaufsabteilung Ihrer Gemeinde, welche spezifischen Verpflichtungen für Ihre Branche gelten.
Welche Sozialversicherungsbeiträge und -verpflichtungen muss ich zahlen, wenn ich den ersten Mitarbeiter einstelle?
Sie müssen AHV/IV/EO-Beiträge (insgesamt 10.6%: 5.3% Arbeitnehmer + 5.3% Betrieb), Unfallversicherung (AD/AC ~1.1% bis zur Obergrenze), Berufskrankenversicherung (0.7-1.5% je nach Branche) und BVG-Vorsorgefonds (7-18% je nach Altersgruppe: 7% für 25–34 Jahre, 10% für 35–44, 15% für 45–54, 18% für 55+ bis zum Referenzalter) einzahlen. Der Arbeitnehmer ist privat KVG-versichert (innerhalb von 3 Monaten) und unterliegt maximal 45–50 Stunden/Woche und mindestens 4 Wochen Jahresurlaub.

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