Stablecoin in Franken: Projekt geht in Betrieb

Das CHFD-Projekt für eine digitale Währung, die an den Schweizer Franken gekoppelt ist, befindet sich in der Testphase. Neun Schweizer Finanzpartner experimentieren bis Ende 2026 mit konkreten Verwendungen der Stablecoin.
Kontext
Kurz gesagt
- Neun Schweizer Partner testen CHFD, einen an den Franken gekoppelten Stablecoin
- Betriebsphase ab Ende Juni 2025, Dauer bis Ende 2026
- Tests zu automatisierten Transaktionen, Betrugsbekämpfung, fairer Zugang zu Tickets
- Ziel: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz
Wichtige Fakten
- Was: CHFD, Franken-Stablecoin mit einem Verhältnis von 1:1
- Wann: Technische Freischaltung Ende Juni 2025, Testphase bis Ende 2026
- Wer: UBS, PostFinance, Sygnum, Raiffeisen, Zürcher und Waadtländer Kantonalbanken, Swiss Stablecoin, SIX, Twint
- Wo: Schweiz
- Initiative: Gestartet im April 2025
- Probezeit: Bis Ende 2026
- Umtauschverhältnis: 1 CHFD = 1 Schweizer Franken
Neun Schweizer Finanzinstitute sind offiziell in die Betriebstestphase für CHFD eingetreten, einen an den Schweizer Franken gekoppelten Stablecoin (digitale Währung). Das im April 2025 gestartete Projekt erreichte Ende Juni mit der offiziellen Aktivierung des Coins einen ersten technischen Meilenstein. Die Tests finden in einer geschützten digitalen Umgebung, einer sogenannten „Sandbox“, statt, in der Partner mit konkreten Einsatzmöglichkeiten der digitalen Währung experimentieren können, ohne das reale Finanzsystem Risiken auszusetzen.
Die neun beteiligten Partner repräsentieren den historischen Kern des Schweizer Finanzwesens: Dazu gehören Universalbanken wie UBS und PostFinance, das auf digitale Währungen spezialisierte Institut Sygnum, die Raiffeisengruppe, die Kantonalbanken Zürich und Waadt, das Schweizer Stablecoin-Unternehmen sowie SIX und Twint, zwei wichtige Schweizer Zahlungsinfrastrukturen. Eine Gruppierung, die den Wunsch des nationalen Finanzsystems widerspiegelt, sich mit eigenen Fähigkeiten im Bereich souveräner digitaler Währungen auszustatten.
Was ist CHFD und wie funktioniert es?
CHFD ist darauf ausgelegt, ein Paritätsverhältnis (1:1) zum Schweizer Franken aufrechtzuerhalten. Theoretisch sollte eine Einheit CHFD genau einen Franken wert sein, mit Ausnahme normaler Marktschwankungen oder systemischer und operationeller Risiken, die nichts mit ihrer Struktur zu tun haben. Diese Stabilität ist das Merkmal, das Stablecoins von anderen Kryptowährungen wie Bitcoin unterscheidet, deren Preis in kurzer Zeit erheblich schwanken kann.
Der Hauptnutzen eines Franken-Stablecoins liegt den Ergebnissen der Tests zufolge in der Fähigkeit, die Vorteile der Blockchain-Technologie – Geschwindigkeit, Transparenz, Programmierbarkeit – mit der Stabilität der traditionellen Schweizer Währung zu kombinieren. Blockchain ist eine Shared-Ledger-Technologie, die schnelle und überprüfbare Transaktionen ermöglicht.
Tests und Verwendungszwecke
Während der Testphase bis Ende 2026 beschränken sich die Partner nicht auf die Nachbildung bereits international etablierter Nutzungen, etwa automatisierter Transaktionen zwischen Finanzinstituten. Der Fokus der Forschung liegt auf innovativeren Anwendungen, die einen Mehrwert für den Schweizer Markt bringen könnten. Unter anderem untersucht das Projekt, wie sich Betrugsrisiken auf Online-Märkten reduzieren lassen, indem die Programmierbarkeit der Blockchain genutzt wird. Ein weiterer Versuchsbereich besteht darin, einen fairen und transparenten Zugang zu Veranstaltungstickets sicherzustellen und Scalping durch intelligente Verträge zu vermeiden. Darüber hinaus wird die Auszahlung öffentlicher Gelder getestet: Der Einsatz von CHFD für Geldtransfers an öffentliche Verwaltungen könnte das System schneller und nachvollziehbarer machen.
Ziel der Initiative sei es, wertvolles Wissen für die Entwicklung des Schweizer Digitalgeld-Ökosystems zu sammeln, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme der Partner. Ein zweites erklärtes Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes im internationalen Kontext, wo das Thema souveräner digitaler Währungen für viele Länder bereits auf der Agenda steht.
Nach den Tests: Was passiert?
Die Testphase wird bis Ende Dezember 2026 andauern und bleibt für jeden möglichen Ausgang offen. Die Partner verpflichten sich nicht formell zur künftigen kommerziellen Entwicklung des Stablecoins. Vielmehr geht es in der Testphase darum, herauszufinden, wo CHFD einen echten Mehrwert schaffen könnte, welche technischen und betrieblichen Herausforderungen noch bestehen und welche regulatorischen Anforderungen erfüllt sein müssten, um möglicherweise über die Pilotphase hinauszugehen.
Operative Details
Stablecoins im Schweizer Kontext Die Schweiz ist in diesem Experiment kein Neuling. Bereits 2022 begann die Stadt Lugano die Zusammenarbeit mit Tether im Rahmen des Projekts „Plan B“. Diese Initiative entwickelt konkrete Anwendungsmöglichkeiten für Bitcoin, Blockchain und dezentrale Technologien im Tessin. In Lugano können Bitcoin, Tether und LVGA bei zahlreichen teilnehmenden Geschäften für Einkäufe genutzt werden. Die CHFD-Initiative beschreitet damit einen bewährten Weg: Sie erprobt, wie sich digitale Währungen in lokale und nationale Wirtschaftssysteme integrieren lassen.
Konkrete Chancen für das Finanzsystem Programmierbarkeit ist ein entscheidendes Merkmal, das Blockchain-Stablecoins von traditionellem Geld unterscheidet. Ein digitaler Franc, der an das verteilte Ledger der Blockchain gekoppelt ist, könnte die Automatisierung komplexer Zahlungen ermöglichen. Beispielsweise könnte eine kaskadierende Rückerstattung für eine E-Commerce-Transaktion automatisch ausgelöst werden, wenn der Kunde die Ware nicht innerhalb eines festgelegten Zeitraums erhält – ganz ohne manuelle Bankintervention. Ebenso könnten Betrugsprüfungen in Echtzeit mithilfe öffentlich überprüfbarer Skripte durchgeführt werden, was Streitigkeiten reduziert und das Vertrauen zwischen den Parteien stärkt. Im Bereich der öffentlichen Zahlungen – Steuern, Abgaben und Beiträge – könnte ein Stablecoin in Schweizer Franken die Abstimmungszeiten verkürzen und Transaktionsfehler reduzieren. Verwaltungen
Wichtige Punkte
Zeitleiste und nächste Schritte
Die CHFD-Testphase wird bis Ende Dezember 2026 andauern. Dieser Zeithorizont von etwa 18 bis 20 Monaten ab der technischen Aktivierung (Ende Juni 2025) ermöglicht es den neun Partnern, belastbare Daten zur realen Nutzung, zum Transaktionsvolumen, zum Benutzerverhalten und zu aufkommenden technischen Problemen zu sammeln. Das Fenster ist breit genug, um kritische Szenarien zu identifizieren und die vorgeschlagenen Betriebsmodelle zu validieren.
So bleiben Sie informiert und beteiligen sich
Für Schweizer Bürger und Unternehmen, die sich für die Entwicklungen des CHFD-Projekts interessieren, ist der erste Schritt, die offiziellen Pressemitteilungen der Partnerinstitutionen zu konsultieren: UBS, PostFinance, SIX und Twint veröffentlichen regelmässig Updates auf ihren Unternehmensplattformen und in ihren Kommunikationskanälen. Für einen allgemeinen Überblick über digitale Innovationen im Schweizer Finanzsektor ist es hilfreich, die Medienmitteilungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) zu verfolgen, die sich mit der Politik des Bundes zu diesen Themen befassen.
Derzeit finden die Tests in einer Sandbox-Umgebung statt, so dass es für die breite Öffentlichkeit noch nicht möglich ist, auf CHFD zuzugreifen oder es mit echtem Geld zu kaufen. Allerdings könnten Finanzinstitute in den kommenden Testmonaten Türen für ausgewählte Betatester öffnen. Die Schweizer Banken – insbesondere die neun Partner – werden allfällige Beteiligungsmöglichkeiten über ihre Kundenkanäle und durch öffentliche Bekanntmachungen kommunizieren.
Was sich für den durchschnittlichen Schweizer digitalen Geldbeutel ändern wird
Wenn CHFD die Pilotphase erfolgreich durchläuft und die behördliche Genehmigung erhält, könnten in der Schweiz ansässige Bürger und Unternehmen neben dem physischen Franken (Banknoten und Münzen), den Franken auf Bankkonten und den bereits im Umlauf befindlichen digitalen Franken eine vierte Geldoption erhalten. Ab diesem Zeitpunkt könnte es zur gängigen Praxis werden, bestimmte Dienstleistungen – Online-Käufe, Veranstaltungstickets, kantonale Steuern – direkt in CHFD über Blockchain-kompatible digitale Geldbörsen zu bezahlen.
Dieses Szenario bleibt jedoch prospektiv. Der endgültige Segen hängt von den konkreten Ergebnissen der Sandbox, den Regulierungsentscheiden der SNB und der FINMA sowie einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Geld- und Finanzpolitik des Bundes ab.
Tools und Ressourcen, um mehr zu erfahren
Wer seine Beziehung zu digitalen Finanzinnovationen und dem Schweizer Währungssystem vertiefen möchte, kann von spezifischen Tools profitieren:
Die Überwachung Ihrer Steuerlast auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene ist im Hinblick auf eine mögliche Entwicklung hin zu neuen digitalen Tools unerlässlich, bevor Sie Investitions- oder Geldverwaltungsentscheidungen treffen. Nutzen Sie den Rechner, um Ihre persönliche Steuersituation zu überprüfen und zu verstehen, wie sich regulatorische Änderungen darauf auswirken könnten.
Die Stärke des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und anderen Währungen beeinflusst sowohl grenzüberschreitende Zahlungen als auch die Aussichten für die Einführung digitaler Währungen. Controlla i tassi di cambio, um den aktuellen monetären Kontext und die Auswirkungen für international tätige Unternehmen zu verstehen.
Wenn Sie Optionen innovativer Banken erkunden möchten, die in Zukunft möglicherweise digitale Währungsdienste anbieten, ist confronta i conti bancari svizzeri jetzt verfügbar. Viele am CHFD-Projekt beteiligte Institutionen bereiten ihre Infrastrukturen bereits auf die zukünftige Stablecoin-Unterstützung vor.
Der Versuch von CHFD in den nächsten 18 Monaten stellt einen wichtigen Teil der Strategie der Schweiz dar, ihren Finanzplatz auf globaler Ebene wettbewerbsfähig zu halten. Sich über den Fortschritt dieses Projekts auf dem Laufenden zu halten bedeutet, vorauszusehen, wie sich das nationale Währungssystem in den kommenden Jahren zum Nutzen derjenigen entwickeln könnte, die im Land leben und arbeiten.
Quelle: rsi.ch