Die Schweizer lehnen eine Steuer auf Zucker, Salz oder Fette ab (Grenzgänger-Leitfaden)

Lebensmittel in einem Schweizer Supermarkt

68 % der von Gfs.Bern Befragten lehnen die Lebensmittelsteuer ab. Die Umfrage zeigt, dass Forderungen nach Prävention und Schutz von Minderjährigen laut werden.

Kontext

Kurz zusammengefasst

  • 68% gegen eine Steuer auf Zucker, Salz oder Fett
  • 76% beurteilen die Maßnahmen gegen Übergewicht als unzureichend
  • 89% befürworten obligatorischen Ernährungsunterricht in der Schule
  • 82% befürworten ein Werbeverbot für unter 13-Jährige

Wichtige Fakten

Stichprobe → über 1000 Befragte Zeitraum → zwischen März und Mai Institut → Gfs.Bern Monitoring → 13. Ausgabe Quelle → Keystone-ATS Lebensmittelsteuer → 68% dagegen Steuer zur Information → 45% dafür Mindestalter für zuckerhaltige Lebensmittel → 19% dafür

68% der über 1000 Befragten, die zwischen März und Mai vom Institut Gfs.Bern befragt wurden, sprechen sich gegen eine Steuer auf zucker-, salz- oder fetthaltige Lebensmittel aus. Die Zahl stammt aus der 13. Ausgabe eines Monitorings, das von der Informationsgruppe Erfrischungsgetränke gefördert wird, einer 2013 von den Herstellern der Branche gegründeten Organisation, der Vertreter aus Politik und Wirtschaft angehören.

Keystone-ATS berichtet, dass die Schweizer Bevölkerung einen aktiveren Staat im Kampf gegen Übergewicht will, jedoch ohne neue Steuern oder Verbote. Die Umfrage deutet auf eine Präferenz für Eigenverantwortung hin, verbunden mit der Forderung nach einem besseren Schutz der Kinder vor Werbung.

Die Hinweise betreffen somit sowohl die Rolle des Staates als auch die Wahl der Instrumente, mit denen interveniert werden soll. Das Monitoring trennt steuerliche Maßnahmen von Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Schule und Werbung. Die Beurteilung fällt je nach Option deutlich unterschiedlich aus.

Die Abstimmung über die Vorschläge

Die Ablehnung der Steuer wird auch mit der Befürchtung begründet, dass die Abgabe ärmere Menschen stärker belasten und die Ernährungsgewohnheiten nicht verändern könnte. Der Vorschlag, dieselben Produkte zur Finanzierung von Information zu besteuern, erreicht 45% Zustimmung und erhält somit keine Mehrheit. Noch geringer ist die Zustimmung zu einem Mindestalter für den Kauf zuckerhaltiger Lebensmittel: 19% der Befragten unterstützen diese Idee, die sich als am wenigsten populär erweist.

Prävention und Minderjährige

76% der Befragten halten die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Vermeidung von Übergewicht für unzureichend. 90% befürworten Präventionsprogramme für Risikogruppen und gemeinsame Projekte mit der Wirtschaft. 89% begrüßen den obligatorischen Unterricht über Ernährungsgrundsätze an Schulen. 82% unterstützen zudem ein Werbeverbot für zucker-, salz- oder fetthaltige Lebensmittel, das sich an Kinder unter 13 Jahren richtet.

Die Lebensmittelhersteller erarbeiten mit dem Bund einen Plan für freiwillige Verpflichtungen. Das Monitoring stellt somit die Unterstützung eines aktiveren staatlichen Eingreifens der Präferenz für Eigenverantwortung, Prävention, Schule, den Schutz Minderjähriger und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft gegenüber.

Operative Details

Die Umfrage liefert einen praktischen Ansatz zur Interpretation der Ergebnisse: Nicht alle Vorschläge zur Bekämpfung von Übergewicht wirken sich auf denselben Bereich des Alltags aus. Die Steuer auf zucker-, salz- oder fettreiche Lebensmittel betrifft die Kaufentscheidung; die Ernährungserziehung betrifft die Schulen; die Werbung betrifft Kinder unter 13 Jahren; Präventionsprogramme betreffen Risikogruppen. Gemeinsame Projekte beziehen hingegen die Wirtschaft mit ein. Diese Unterscheidung macht ein Ergebnis verständlich, das sonst widersprüchlich erscheinen würde: Der Staat sollte mehr tun, aber der bevorzugte Weg führt nicht unbedingt über eine neue Abgabe oder eine Kaufbeschränkung.

Eine Übersicht über die Optionen

Bereich
BereichBeschriebene MaßnahmeZu beachtender Punkt
EinkaufSteuer auf Zucker, Salz oder FetteDie mögliche Belastung für die Ärmsten und die Auswirkungen auf die Ernährungsgewohnheiten
AufklärungAbgabe zur Finanzierung von AufklärungsmaßnahmenDie Zustimmung liegt unter der Mehrheit
SchuleObligatorischer Unterricht in ErnährungsgrundlagenDie den Schulen zugewiesene Rolle
MinderjährigeWerbeverbot für Kinder unter 13 JahrenDer Schutz der Kinder als Ziel
PräventionProgramme für Risikogruppen und Projekte mit der WirtschaftDie Einbindung verschiedener Akteure

Die Tabelle zeigt, dass es bei der Debatte nicht nur um das Ja oder Nein zu staatlichen Massnahmen geht. Es geht auch darum, wer einbezogen werden sollte und welches Instrument als akzeptabel angesehen wird. Die Eigenverantwortung bleibt der von der Umfrage aufgezeigte Ausgangspunkt, während Prävention, Schule und Schutz vor Werbung Unterstützung finden.

Für Menschen in der Schweiz macht sich der Unterschied konkret in der Lesart bemerkbar: Ein Steuervorschlag wird anhand seiner Auswirkungen auf die Ärmsten beurteilt; eine Maßnahme im schulischen Bereich oder in der Werbung konzentriert sich auf bestimmte Zielgruppen; gemeinsame Projekte eröffnen der Wirtschaft eine Rolle. Der Plan für freiwilliges Engagement, den die Lebensmittelhersteller gemeinsam mit dem Bund ausarbeiten, fügt einen eigenständigen Ansatz hinzu, der sich von der Steuer und dem Mindestalter unterscheidet.

Sollten diese Präferenzen zukünftige Entscheidungen leiten, würde sich der Schwerpunkt somit in Richtung Prävention, Aufklärung, Kinderschutz und Zusammenarbeit verlagern, ohne die individuelle Verantwortung außer Kraft zu setzen. Es handelt sich um ein Szenario, das aus den Umfragedaten abgeleitet wurde; der Text beschreibt hingegen einen freiwilligen Plan, der derzeit von Lebensmittelherstellern und dem Bund ausgearbeitet wird.

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Wichtige Punkte

Um die Frage weiterzuverfolgen, ohne Meinungen und Maßnahmen zu vermischen, kann der Leser eine Übersicht in vier Schritten erstellen. Es ist eine am Monitoring ausgerichtete Lesemethode: Sie geht von den aufgeführten Vorschlägen aus, ordnet jeden der betroffenen Zielgruppe zu und trennt steuerliche Maßnahmen von Bildungs- oder freiwilligen Maßnahmen.

Eine Übersicht in vier Schritten

  • Steuerliche Optionen trennen: Steuer auf Lebensmittel, die Zucker, Salz oder Fette enthalten, Steuer auf dieselben Produkte zur Finanzierung der Aufklärung sowie ein Mindestalter für den Kauf zuckerhaltiger Lebensmittel.
  • Jede Maßnahme dem Adressaten zuordnen: Risikogruppen für die Prävention, Schulen für die Vermittlung der Grundsätze der Ernährung und Kinder unter 13 Jahren für die Werbung.
  • Die Rolle der Wirtschaft gesondert betrachten: Die gemeinsamen Projekte und der freiwillige Verpflichtungsplan der Lebensmittelhersteller mit der Eidgenossenschaft sind nicht mit einer Steuer oder einem Verbot gleichzusetzen.
  • Individuelle Verantwortung und öffentliches Handeln gemeinsam betrachten: Die Umfrage befürwortet beide Dimensionen, allerdings mit einer je nach Instrument unterschiedlichen Zustimmung.

Der erste Schritt verhindert, Maßnahmen mit unterschiedlichen Zielsetzungen gleichzusetzen. Eine Steuer zur Finanzierung der Aufklärung wird nicht als Präventionsprogramm dargestellt; das Mindestalter ist nicht dasselbe wie der Schutz von Kindern vor Werbung. Die Unterscheidung dieser Vorschläge ermöglicht zu verstehen, welcher Teil der Debatte Käufe, Schule, Kommunikation oder Risikogruppen betrifft.

Der zweite Schritt dient dazu, die konkrete Reichweite der Maßnahmen zu erfassen, ohne nicht angegebene Adressaten hinzuzufügen. Wer in der Schweiz lebt oder arbeitet, kann so getrennt verfolgen, was die Ernährung in Schulen, die an Minderjährige gerichtete Werbung und die Prävention für Risikogruppen betrifft. Der dritte Schritt lenkt die Aufmerksamkeit auf den in Ausarbeitung befindlichen freiwilligen Plan zwischen Lebensmittelherstellern und der Eidgenossenschaft, während der vierte die Rolle der persönlichen Verantwortung sichtbar hält.

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Quelle: swissinfo.ch

Häufig gestellte Fragen
Was geht aus der Gfs.Bern-Umfrage bezüglich der Steuer auf Lebensmittel hervor?
Die vom Institut Gfs.Bern durchgeführte Umfrage, die auf über 1000 Befragten zwischen März und Mai basiert, zeigt, dass 68% der Bevölkerung gegen eine Steuer auf zucker-, salz- oder fetthaltige Lebensmittel sind. Die Ablehnung wird mit der Befürchtung begründet, dass die Abgabe die ärmeren Menschen stärker belasten und die Ernährungsgewohnheiten nicht verändern könnte. Außerdem erhält der Vorschlag, dieselben Produkte zu besteuern, um die Informationsarbeit zu finanzieren, nur 45% Zustimmung, während die Einführung eines Mindestalters für den Kauf zuckerhaltiger Lebensmittel bei 19% bleibt.
Welche Präventions- und Schutzmassnahmen werden von der Bevölkerung unterstützt?
Die Daten des Monitorings zeigen eine starke Unterstützung für alternative Maßnahmen zur Besteuerung: 76% halten die derzeitigen Initiativen gegen Übergewicht für unzureichend, 90% befürworten Präventionsprogramme für Risikogruppen und gemeinsame Projekte mit der Wirtschaft, 89% unterstützen die obligatorische Ernährungserziehung in der Schule und 82% befürworten ein Werbeverbot für Lebensmittel mit Zucker, Salz oder Fett, das sich an unter 13-Jährige richtet.
Welche Rolle spielen die Wirtschaft und die Lebensmittelproduzenten?
Die Lebensmittelhersteller erarbeiten in Zusammenarbeit mit dem Bund einen Plan für eine freiwillige Selbstverpflichtung. Dieser Ansatz ergänzt die Forderungen der Bevölkerung nach mehr Prävention und Zusammenarbeit und unterscheidet sich deutlich von Überlegungen zur Einführung von Steuern oder Kaufbeschränkungen, wobei zugleich das Prinzip der Eigenverantwortung gewürdigt wird.

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