Abstimmung vom 29. November: AVS und Kriegsmaterial ungewiss

Die Abstimmung vom 29.
Kontext
Auf einen Blick
- Die Abstimmung vom 29. November bleibt bei AVS und Kriegsmaterial ungewiss
- Die Mehrwertsteuer für die 13. Rente: 46% Ja, 49% Nein
- Kriegsmaterial: 49% dagegen, 41% dafür
- Umfrage von gfs.bern, durchgeführt vom 5. bis 18. Oktober
Wichtige Fakten
- Urnengang → 29. November
- Institut → gfs.bern
- Auftrag → SSR
- Erhebungszeitraum → 5.–18. Oktober
- AHV-Finanzierung → 46% Ja, 49% Nein, 5% unentschieden
- Kriegsmaterial → 41% Ja, 49% Nein, 10% unentschieden
- Ehegattenbesteuerung → 55% Ja, 34% Nein, 11% unentschieden
- Feuerwerk → 69% Ja, 29% Nein, 2% unentschieden
Zwei Dossiers noch offen
Sechs Wochen vor dem Urnengang am 29. November zeichnet die erste Umfrage des Instituts gfs.bern im Auftrag der SSR ein gespaltenes Bild. Die Erhebung wurde vom 5. bis zum 18. Oktober durchgeführt und heute veröffentlicht. Die mit Keystone-ATS gekennzeichnete Meldung fasst die Stimmabsichten zu den vier Vorlagen zusammen, die zur Abstimmung stehen.
Die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer bleibt auf der Kippe. 46% der Befragten sind dafür, 49% dagegen, und 5% haben sich noch nicht entschieden. Unter den Sympathisanten der SP erreichen die Ja-Stimmen 60%, bei den Grünen und der Mitte liegen sie bei 58% und bei der GLP bei 56%. Bei der SVP sind es hingegen 68% Nein, bei der FDP 54%.
Das demografische Profil führt zu noch grösseren Unterschieden bei den Stimmabsichten. In der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen liegt die Zustimmung zur Finanzierung bei 35%; bei den über 65-Jährigen steigt sie auf 55%. Nach Geschlecht lehnen Männer die Vorlage stärker ab: 52% sind dagegen. Bei den Frauen sind die Anteile ausgeglichen: 47% sind dafür und 47% dagegen. Der Unterschied zwischen den Sprachregionen ist geringer: Die Zustimmung erreicht 45% in der Deutschschweiz und jeweils 47% in der Romandie und der italienischen Schweiz.
Auch die Revision des Bundesgesetzes über das Kriegsmaterial hat keine klare Mehrheit. 49% sind dagegen, 41% dafür und 10% noch unentschieden. Die 18- bis 39-Jährigen lehnen die Vorlage stärker ab: 54% sind dagegen, während bei den über 65-Jährigen 60% dafür sind. Nach Geschlecht befürworten 57% der Männer eine Lockerung der Vorschriften über die Ausfuhr von Kriegsmaterial, gegenüber 41% der Frauen. Nach Sprache beträgt die Zustimmung 53% in der Deutschschweiz, 37% in der Romandie und 45% in der italienischen Schweiz.
Operative Details
Der Vergleich zwischen den beiden ungewissen Objekten
Unterschiedliche Margen bei derselben Erhebung
Der arithmetische Vergleich zwischen den beiden Projekten zeigt zwei ähnliche, aber nicht identische Situationen. Bei der Finanzierung der AHV übersteigen die Nein-Stimmen die Ja-Stimmen um 3 Prozentpunkte: 49 % gegenüber 46 %, bei 5 % Unentschlossenen. Beim Kriegsmaterial beträgt der Abstand 8 Punkte: 49 % dagegen gegenüber 41 % dafür, während 10 % unentschlossen sind. Es handelt sich um anhand der vom Meinungsforschungsinstitut veröffentlichten Umfragewerte berechnete Unterschiede, nicht um endgültige Abstimmungsergebnisse.
Die Altersverteilung weist in beiden Fällen in eine ähnliche Richtung, allerdings mit unterschiedlichen Indikatoren. Bei der AHV-Finanzierung steigt die Zustimmung von 35% bei den 18- bis 39-Jährigen auf 55% bei den über 65-Jährigen: eine Differenz von 20 Punkten. Beim Kriegsmaterial überwiegt hingegen bei den Jüngeren das Nein mit 54%, während bei den über 65-Jährigen das Ja mit 60% überwiegt. Die Zahl misst in den beiden Vorlagen nicht dieselbe Grösse, zeigt aber, wie das Alter in beiden Dossiers die Wahlabsichten voneinander trennt.
| Profil | AHV-Finanzierung | Kriegsmaterial |
|---|---|---|
| Alter | 18- bis 39-Jährige: 35% Ja; über 65-Jährige: 55% Ja | 18- bis 39-Jährige: 54% Nein; über 65-Jährige: 60% Ja |
| Geschlecht | Männer: 52% nein; Frauen: 47% ja und 47% nein | Männer: 57% ja; Frauen: 41% ja |
| Sprachregion | Deutschschweiz: 45% Ja; Romandie und italienische Schweiz: 47% | Deutschschweiz: 53% Ja; Romandie: 37%; italienische Schweiz: 45% |
Auch der regionale Faktor führt zu zwei unterschiedlichen Karten. Bei der Finanzierung der AHV liegen zwischen den 45 % der deutschsprachigen Schweiz und den 47 % der beiden anderen Sprachregionen lediglich 2 Prozentpunkte. Beim Kriegsmaterial beträgt der Abstand zwischen der Deutschschweiz und der Romandie hingegen 16 Punkte, während derjenige zwischen der Deutschschweiz und der italienischen Schweiz 8 Punkte beträgt.
Der politische Vergleich folgt derselben Trennlinie. Bei der AHV überwiegen die Ja-Stimmen bei SP, Grünen, Mitte und GLP mit jeweils 60%, 58%, 58% und 56%. Die Nein-Stimmen betragen dagegen 68% unter den Anhängern der SVP und 54% unter denjenigen der FDP. Beim Kriegsmaterial lehnen Grüne und SP die Änderung mit 63% bzw. 62% Nein-Stimmen ab. Die Unterstützung erreicht dagegen 73% unter den Anhängern der FDP, 65% bei der Mitte, 60% bei der GLP und 57% bei der SVP. Die Quelle gibt diese Verteilungen wieder, ohne die Beweggründe der Wählenden anzugeben.
Wichtige Punkte
Die beiden Initiativen mit Ja-Tendenz
Feuerwerk: die breiteste Zustimmung
Das Vorhaben, das relativ am wenigsten umstritten erscheint, ist die Initiative «Für eine Begrenzung des Feuerwerks». 69% der Befragten befürworten sie, 29% lehnen sie ab und nur 2% sind unentschieden. Der Unterschied zwischen Ja und Nein beträgt somit 40 Prozentpunkte, berechnet anhand der Erhebungswerte.
Die Unterstützung bleibt auch in der politischen Aufschlüsselung der Umfrage in der Mehrheit. Unter den verschiedenen genannten Parteiwählerschaften liegen die Zustimmungsanteile bei 59%, 67%, 80%, 83% und 91%. Die Quelle weist somit für diese Initiative eine Spannweite von 59% bis 91% aus, zusätzlich zum Gesamtwert von 69%.
Der Unterschied zeigt sich auch nach Geschlecht: Frauen unterstützen den Text mit 76% Ja-Stimmen, gegenüber 60% bei den Männern. In den Sprachregionen kommt die Initiative in der Deutschschweiz auf 69%, in der Romandie auf 67% und in der italienischen Schweiz auf 61%. Nach Alter ist die Zustimmung bei den über 65-Jährigen mit 73% am höchsten, während sie bei den 18- bis 39-Jährigen bei 66% liegt.
erhält 55% Zustimmung. Die Gegner machen 34% aus, während 11% noch keine Stellung bezogen haben. Im Vergleich zur Initiative zum Feuerwerk ist der Vorsprung der Befürworter geringer und die Zahl der Unentschiedenen höher.
Unter den Parteien kommt die Initiative bei den Wählerinnen und Wählern der Mitte auf 71% Ja-Stimmen und bei jenen der SVP auf 64%. Bei der FDP sind 52% dafür, wobei der Anteil der Unentschiedenen weiterhin beträchtlich ist. Grüne und SP kommen beide auf 40% Ja-Stimmen, während die GLP 45% erreicht.
Die regionalen Unterschiede sind ausgeprägter als die altersbezogenen. In der italienischen Schweiz erreicht die Unterstützung 65%, gefolgt von 60% in der Romandie und 53% in der Deutschschweiz. Nach Alter sind 52% der 18- bis 39-Jährigen dafür, 58% der 40- bis 64-Jährigen und 54% der über 65-Jährigen.
Das von Keystone-ATS beschriebene Gesamtbild ist somit das von zwei Initiativen mit Ja-Tendenz, jedoch unterschiedlicher Intensität, neben zwei weiterhin ungewissen Vorhaben. Der verfügbare Text gibt die vom 5. bis 18. Oktober erhobenen Stimmabsichten wieder; er dokumentiert weder das Ergebnis der Abstimmung noch nennt er die Gründe für die geäußerten Entscheidungen. Für den Vorsorgebereich lautet die interne Referenz AHV und Rente.
Quelle: swissinfo.ch
Häufig gestellte Fragen
- Wie lauten die Ergebnisse der Umfrage zur Finanzierung der AHV?
- Gemäss der gfs.bern-Umfrage vom 5. bis 18. Oktober steht die zusätzliche Finanzierung der AHV durch Mehrwertsteuererhöhung auf dem Spiel: 46% der Befragten sind dafür, 49% dagegen und 5% unentschlossen. Die Unterstützung variiert signifikant nach Alter, von 35% bei den 18- bis 39-Jährigen auf 55% bei den über 65-Jährigen und nach politischer Ausrichtung, mit Spitzenwerten bei den Sympathisanten der SP (60%) und einer starken Opposition in der SVP (68% Nein).
- Was zeichnet sich im Hinblick auf die Revision des Kriegsmaterialgesetzes ab?
- Die Umfrage zeigt das Fehlen einer definierten Mehrheit: 49 Prozent der Befragten sind dagegen, 41 Prozent dafür und 10 Prozent bleiben unentschlossen. Es gibt starke geschlechts- und sprachliche Unterschiede: 57% der Männer befürworten eine Lockerung der Exportbestimmungen gegenüber 41% der Frauen. Pro Region liegt die Zustimmung in der Deutschschweiz bei 53%, in der italienischsprachigen Schweiz bei 45% und in der Romandie bei 37%.
- Wie sind die Wahlabsichten für die beiden anderen Initiativen?
- Die Feuerwerksinitiative findet mit 69 Prozent Ja-Stimmen, 29 Prozent Nein-Stimmen und 2 Prozent Unentschlossenen den grössten Zuspruch. Die Initiative zur gerechten Ehegattenbesteuerung wird von 55% der Befragten unterstützt, 34% sind dagegen und 11% sind unentschlossen. Letztere erhält die grösste Unterstützung in der italienischsprachigen Schweiz, wo sie 65% der Stimmen erreicht.