Armeechef: Die Zielschweiz Russlands (Grenzgänger-Leitfaden)

Armeechef Benedikt Roos warnt: Die Schweiz ist im Visier Moskaus. Hybride Bedrohungen kritischer Infrastrukturen, Drohnen an militärischen Standorten und Lücken in der Raketenabwehr.
Kontext
In Kürze
- Armeechef Roos: Die Schweiz ist Russlands Ziel
- Hybride Bedrohungen kritischer europäischer Infrastrukturen
- 80% Drohnen nicht von Touristen genehmigt, 20% unbekannt
- Fehlendes Raketenabwehrsystem, verspäteter Patriot
Eckdaten
- Was: Erklärung des Armeechefs zu russischen Drohungen gegen die Schweiz
- Wann: Jüngstes Interview auf SRF (Januar 2026 an der Spitze der Armee)
- Wo: Zürich, Schweiz
- Wer: Benedikt Roos, 61, Korpskommandant und Armeechef
- Gründe: Kritische Infrastrukturen (Strom, Gas, Nord-Süd-Korridore, Rechenzentren)
- Mängel: Mangel an Raketenabwehr und unzureichende Drohnenabwehrkapazität
- Hauptsorge: Mangelndes Bewusstsein der Schweizer Bevölkerung
Die Schweiz steht im Fadenkreuz Russlands. Das sagt Benedikt Roos, 61, der seit Januar letzten Jahres Chef der Schweizer Armee ist, in einem Interview mit SRF, das keinen Raum für Interpretationen lässt. »Ja«, antwortete er, als ihm die direkte Frage gestellt wurde: »Ist die Schweiz ein Ziel für Moskau?«
Weil die Schweiz ins Visier genommen wird
Der Grund, so der Kommandant, liege in der geopolitischen Lage und der Infrastruktur, über die das Land verfüge. «Die Schweiz verfügt über wichtige kritische Infrastrukturen für ganz Europa: Strom- und Gasverteilung, wichtige Nord-Süd-Verbindungen, grosse Rechenzentren.» Diese Dienstleistungen sind für das Funktionieren der Wirtschaft und für das costo della vita aller Bewohner von grundlegender Bedeutung.
Operative Details
Lücken in der Raketenabwehr
Der Armeechef verschweigt nichts, was alle Schweizerinnen und Schweizer beunruhigen sollte: Die Schweiz verfügt über kein verlässliches Raketenabwehrsystem. Direkt zur früheren Aussage befragt, dass die Schweiz «in Sachen Raketenabwehr nichts hätte», dementiert Roos nicht. »Ja, das stimmt, wenn wir über die Abwehr von Marschflugkörpern oder ballistischen Raketen sprechen. Wir haben hier große Lücken. «
Das Patriot-System, das diese Lücke schließen soll, ist im Rückstand und die Kosten steigen. «Das neue Patriot-System verzögert sich und wird teurer - deshalb prüfen wir Alternativen, um diese Lücke schneller zu schliessen.» Das bedeutet, dass die Schweiz derzeit keinen ausreichenden Schutz vor Bedrohungen aus dem Himmel hat.
Verstärkung der Anti-Drohnen-Fähigkeiten
Roos 'Sorge gilt auch der Geschwindigkeit bei der Überbrückung der Lücke. Die Streitkräfte haben zwar Fortschritte gemacht, aber unzureichend. »Wir bauen die Kapazitäten aus. Die Anzahl der an die Truppen gelieferten kleinen Aufklärungsdrohnen hat sich innerhalb eines Jahres verzehnfacht. Jetzt müssen wir Fortschritte bei der Verteidigung gegen Drohnen machen. Das ist eine der Lücken, die wir dringend schließen müssen. “
Die Aufklärung per Drohne zu verdoppeln ist nützlich, aber wenn man die feindlichen Drohnen nicht abschießen kann, bleibt eine Schwachstelle. Die Armee weiß, dass sie sich beeilen muss.
Was das für Schweizer Bürger bedeutet
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Wichtige Punkte
Informiert und bewusst bleiben
Die erste Maßnahme besteht darin, die Warnung des Armeechefs ernst zu nehmen. Es ist keine Panikmache, sondern eine Bewertung durch eine Autorität, die die Bedrohungen im Detail kennt. Die Schweizer Bürger müssen zum ersten Mal seit Jahrzehnten berücksichtigen, dass das Land nicht vor globalen Konflikten gefeit ist.
Den offiziellen Mitteilungen der Schweizer Armee zu folgen ist essentiell. Die Überwachung zuverlässiger Informationskanäle (SRF, RSI, RTS) ermöglicht es, sich über konkrete Entwicklungen, nicht Spekulationen, auf dem Laufenden zu halten. Die Armee setzt die ständige Überwachung des Schweizer Luftraums fort.
Die Schweizer Armee arbeitet daran, die von Roos identifizierten Verteidigungslücken zu schließen. Die drei erklärten Prioritäten sind: Verbesserung der Drohnenabwehr, Suche nach Alternativen zum Patriot-System für die Raketenabwehr, Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für die Bedrohung.
Die erforderlichen Mittel werden im Bundesparlament erörtert. Dies bedeutet, dass die Schweizer Bürger durch ihre Vertreter an Entscheidungen darüber beteiligt sind, wie sie in Verteidigungsmaßnahmen investieren. Investitionen in militärische Kapazität und Schutzinfrastruktur werden zu einer konkreten politischen Priorität.
Bewusstsein als Grundlage der Sicherheit
Roos betont einen entscheidenden Punkt: Ohne Bewusstsein der Bevölkerung gibt es keinen politischen Willen für schwierige und kostspielige Entscheidungen. Die Schweizer müssen verstehen, dass ihr wirtschaftliches Wohlbefinden davon abhängt, dass kritische Infrastrukturen sicher und funktionsfähig bleiben.
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Häufig gestellte Fragen
- Ist die Schweiz laut Behörden wirklich im Visier Russlands?
- Ja, so Benedikt Roos, Chef der Schweizer Armee, in einem Interview mit SRF. Die Schweiz ist «ein potenzielles Ziel», weil sie Teil der westlichen/demokratischen Welt ist und über wichtige kritische Infrastrukturen für Europa verfügt (Strom- und Gasverteilung, Nord-Süd-Verbindungen, Rechenzentren). Ein Akteur wie Russland könnte genau diese Punkte treffen, um ganz Europa zu destabilisieren.
- Welche konkreten Bedrohungen sieht der Armeechef?
- Hybride und militärische Bedrohungen. In Leipzig (Deutschland) wurden Drohnen gefunden, die Sprengstoff enthielten. In der Schweiz erfasst Roos «mehr Drohnenflüge über kritische Infrastrukturen». 80% der unerlaubten Überflüge über schweizerische Militäreinrichtungen stammen von Touristen und Privatpersonen; 20% bleiben unbekannt und stellen ein besorgniserregendes Unbekanntes dar. Zudem fehlt der Schweiz ein adäquates Raketenabwehrsystem gegen Marschflugkörper oder ballistische Raketen.
- Hat die Schweiz eine Raketenabwehr?
- Nein, laut Roos. «Wenn wir über die Abwehr von Marschflugkörpern oder ballistischen Raketen sprechen, haben wir hier große Lücken». Das Patriot-System, das die Lücke füllen soll, verzögert sich und die Kosten steigen. Die Armee prüft Alternativen, um «diese Lücke schneller zu schliessen». Die Schweiz verfügt derzeit über keinen ausreichenden Schutz vor solchen Bedrohungen aus der Luft.
- Was unternimmt die Armee, um sich gegen Drohnen zu verteidigen?
- Die Anzahl der kleinen Aufklärungsdrohnen, die den Truppen zur Verfügung gestellt werden, «hat sich in einem Jahr verzehnfacht», aber Roos räumt ein, dass «dies eine der Lücken ist, die wir dringend schließen müssen». Die Offensivfähigkeit bei der Aufklärung per Drohne hat zugenommen, die Anti-Drohnen-Verteidigungsfähigkeit bleibt jedoch ungenügend und stellt eine Priorität dar.
- Warum besteht Roos auf dem Bewusstsein der Bevölkerung?
- Denn die für die Verteidigung notwendigen politischen Entscheidungen und Finanzierungen bedürfen der Unterstützung der Öffentlichkeit. «Das Bewusstsein ist noch nicht da», sagt Roos. «Das Bewusstsein, dass die Schweiz in eine Krise geraten könnte, ist noch nicht tief genug verankert.» Ohne den Druck der Bürger ist es schwierig, die notwendigen Mittel und politischen Prioritäten für die Stärkung der nationalen Verteidigung zu erhalten.