Oberbefehlshaber der Armee in Lugano: Cybersicherheit und Ostsee

Armeechef Benedikt Roos spricht auf einer Konferenz in Lugano

Roos vor der politischen und wirtschaftlichen Welt des Tessins: Tägliche Cyberangriffe, Eskalation im Baltikum bis zum Ende des Jahrzehnts und Appell an die Priorität Sicherheit.

Kontext

Auf einen Blick

  • Armeechef Benedikt Roos in Lugano: besorgniserregendes geopolitisches Bild
  • Hybride Bedrohungen, Cyberangriffe und Spionage: "Wir werden jeden Tag angegriffen"
  • Eskalation in den baltischen Staaten: erste Angriffe möglicherweise bis zum Ende des Jahrzehnts
  • Roos: Sicherheit als Grundlage für Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat Priorität

Wichtige Fakten

  • Wer: Benedikt Roos, Chef der Schweizer Armee
  • Wann: Treffen, das am Freitag in Lugano stattfand (Treffen mit der Tessiner Politik und Wirtschaft)
  • Wo: Lugano, italienische Schweiz
  • Was: Aussagen zu hybriden Bedrohungen, Cyberangriffen, Spionage und militärischer Eskalation in den baltischen Staaten
  • Genannte Bedrohungen: hybride Angriffe, Cyberangriffe, Spionage, Überflüge von Drohnen, mögliche militärische Eskalation in Europa
  • Signal aus Russland: Bau neuer Drohnenrampen entlang der finnischen Grenzen (laut einigen von Roos zitierten Medien)
  • Politische Botschaft: "Die Zeit der Broschüren ist vorbei, jetzt müssen wir handeln"; Priorität für die Sicherheit
  • Interner Kontext: interne Probleme in der Armee, die in den letzten Jahren zutage getreten sind, bereits ergriffene Gegenmaßnahmen, Appell an Transparenz

Ein als "düster" bezeichnetes internationales Bild

Am Freitag hat der Chef der Schweizer Armee Benedikt Roos in Lugano vor der Tessiner Politik und Wirtschaft ein internationales Szenario skizziert, das er selbst als düster bezeichnet. "Zwischen der Beschreibung der Realität und Übertreibung verläuft eine schmale Grenze. Die Schweiz und ihre Armee verfügen über Potenzial und Stärken, aber wir können die Augen nicht vor der Realität verschließen".

Roos nimmt den Krieg in der Ukraine und die zunehmend angespannte geopolitische Lage zum Ausgangspunkt. Zu den konkretesten Bedrohungen zählt er hybride Bedrohungen und den Cyberraum: "Wir werden jeden Tag angegriffen". Hinzu kommen — wie er präzisiert — verstärkte Spionageaktivitäten und Überflüge von Drohnen, die nicht immer eindeutig identifiziert werden können.

Das Szenario im Baltikum und die Signale aus Finnland

Dem Armeechef bereitet vor allem die Möglichkeit einer weiteren militärischen Eskalation in Europa Sorgen. Roos steht in Kontakt mit den baltischen Staaten und berichtet von großer Unruhe in der Region. "Es gibt Stimmen, wonach die ersten Angriffsversuche bis zum Ende dieses Jahrzehnts erfolgen könnten".

Auch weiter im Norden gibt es Signale: "Laut einigen Medien lässt Russland entlang der finnischen Grenzen sehr viele neue Drohnenrampen bauen. Allein das ist schon ein Signal".

Die Botschaft an die Schweizer Gesellschaft

Roos erinnerte anschließend daran, dass Verteidigungsfähigkeit nicht nur eine Frage finanzieller Mittel ist: Die Armee braucht auch "Herz". "Es lohnt sich, sich für unser Land einzusetzen. Denn letztlich geht es um unsere Werte: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit". Es bleibt jedoch die Frage, wie dringend die Lage in der Gesellschaft wahrgenommen wird: "In einigen Kreisen kommt die Botschaft an, in anderen weniger", wobei Roos die Distanz auch auf die Erfahrung der jüngeren Generationen zurückführt ("Viele von uns haben keine Erinnerung daran, wie Krieg ist").

Im Hinblick auf die in den vergangenen Jahren zutage getretenen internen Probleme der Armee fordert Roos, von Ankündigungen zu Ergebnissen überzugehen: "Die Zeit, Programme und Broschüren zu schreiben, ist vorbei. Jetzt müssen wir handeln", mit Transparenz und konkreten Gegenmaßnahmen, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Die abschließende Botschaft ist klar: "Wenn diese Grundlage bedroht ist, halte ich es für richtig, der Sicherheit Priorität einzuräumen".

Operative Details

Was sich für Menschen, die in der Schweiz leben und arbeiten, ändert

Sicherheit als Voraussetzung für die anderen Prioritäten des Bundes

Roos weist die Vorstellung zurück, die Ausgaben für die Armee den anderen Prioritäten des Bundes gegenüberzustellen, von der Sozialvorsorge (AVS, LPP) bis zur Klimapolitik. "Sicherheit ist die Grundlage für vieles. Ohne Sicherheit gibt es weder eine florierende Wirtschaft noch ein soziales und kulturelles Zusammenleben." Diese Positionierung hat unmittelbares politisches Gewicht: Die Verteilung der Bundesmittel betrifft Ausgabenposten, die sich konkret auf das Portemonnaie der Einwohnerinnen und Einwohner auswirken, von den Krankenkassenprämien (LAMal) über die Renten der ersten und zweiten Säule bis zu den Energiekosten und den Lebenshaltungskosten.

In diesem Schema werden Verteidigungsausgaben nicht als konkurrierender Posten, sondern als Voraussetzung dargestellt. Ein nützlicher Rahmen, um die kommenden Mitteilungen des Bundesrates zum Voranschlag und zu den Finanzplänen sowie die Rolle des Parlaments bei der Festlegung der Budgets zu verstehen.

Cyber, Spionage und hybride Angriffe: Was die Quelle wirklich sagt

Der Armeechef spricht auf Bundesebene von hybriden Angriffen, Cyberangriffen und Spionage: "Jeden Tag sind wir Angriffen ausgesetzt." Es handelt sich nicht um punktuelle Vorfälle, sondern um eine tägliche Aktivität, die die Bundesinfrastrukturen betrifft. Die Tatsache, dass Roos auch Drohnenüberflüge erwähnt, die nicht immer präzise identifiziert werden können, fügt eine weitere Ebene der Komplexität hinzu: Die Bedrohung ist vorhanden, aber ihr genaues operatives Ausmass bleibt unklar.

Für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen bedeutet das, dass das Thema der Cybersicherheit und des Datenschutzes den rein technischen Bereich verlässt und in den politisch-strategischen Bereich übergeht. Die Bundesentscheide über die Befugnisse im Bereich der Cyberabwehr, über die Rolle der Kantone und über eine mögliche Aufstockung der dafür vorgesehenen Ressourcen können konkrete Auswirkungen darauf haben, wie öffentliche und private Stellen ihre Systeme verwalten.

Das baltische Szenario: Risiken und Zeitrahmen

Die Warnung vor dem baltischen Szenario ist explizit: "Es gibt Stimmen, denen zufolge die ersten Angriffsversuche bis zum Ende dieses Jahrzehnts stattfinden könnten." Roos fügt das Detail über Drohnenrampen entlang der finnischen Grenzen hinzu. Dies sind Elemente, die dazu beitragen, den vom Militär wahrgenommenen zeitlichen Risikohorizont und damit die mittelfristige Planung zu bestimmen.

Dieser Zeithorizont — das Ende dieses Jahrzehnts — kreuzt weitere in Bern offene Dossiers: die Zukunft der Armee, das Verhältnis zur NATO (ohne Beitritt), die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und die Debatte über die Dienstpflicht. Für Menschen, die in der Schweiz leben oder arbeiten, können allfällige Bundesentscheide zu diesen Themen konkrete Veränderungen bedeuten: etwa die Anpassung von Steuersätzen, kantonalen Multiplikatoren und Steuerregimen im Zusammenhang mit dem Militär- oder Zivildienst oder die Aktualisierung der Bewertungskriterien für Personen, die in sensiblen Bereichen tätig sind.

Eine Armee, die fordert, von Worten zu Taten überzugehen

Was die interne Glaubwürdigkeit betrifft, räumt Roos Probleme ein, die in den letzten Jahren innerhalb der Armee zutage getreten sind, und fordert einen Kurswechsel: "Die Zeit, Programme und Broschüren zu schreiben, ist vorbei. Jetzt müssen wir handeln." Als ersten Schritt nennt er Transparenz — anzuerkennen, was nicht funktioniert, und mit konkreten Massnahmen einzugreifen. "Wir haben die Dinge, die nicht funktionieren, nicht verschwiegen. Wir haben verschiedene Gegenmassnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern. Auch weil Vertrauen der erste wichtige Schritt ist."

Diese Botschaft betrifft die Steuerzahler direkt: Wenn die Armee mehr Mittel fordert, muss sie zeigen, dass sie damit gut umzugehen weiss. Es ist dieselbe Logik, die im wirtschaftlichen Bereich auf jeden Ausgabenposten des Bundes angewandt wird — vom Gesundheitswesen bis zum Verkehr —, wenn zusätzliche Mittel verlangt werden.

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Wichtige Punkte

Was in den kommenden Monaten zu beachten ist

Die Dossiers des Bundes, die es zu verfolgen gilt

Der Auftritt von Roos in Lugano fällt in eine Zeit, in der der Bund verschiedene Prioritäten finanzieren muss: soziale Vorsorge (AHV, IV, Ergänzungsleistungen), Klimapolitik, Gesundheitswesen und Verteidigung. Einige praktische Punkte, die es im Auge zu behalten gilt:

  • Voranschlag und Finanzplan des Bundes: Der Posten "Verteidigung" wächst; die anderen Prioritäten werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gemäss der vom Armeechef dargelegten Logik "nacheinander" behandelt.
  • Botschaften des Bundesrats zur Armee: Nach den Aussagen von Roos ist wahrscheinlich mit einer Forderung nach konkreten Ergebnissen bei den offenen internen Dossiers (Rekrutierung, Ausrüstung, Cyberabwehr) zu rechnen.
  • Halbjahresberichte des NDB und der Sicherheitsorgane: Sie sind nützlich, um das tatsächliche Ausmass der von Roos erwähnten hybriden Angriffe jenseits politischer Aussagen zu verstehen.
  • Parlamentarische Debatte über Militär- und Zivildienst: Allfällige Gesetzesänderungen können sich direkt auf Bewilligungen, Karriere und Steuern auswirken.

Konkrete Schritte für Personen, die in der Schweiz leben und arbeiten

Einige praktische Massnahmen, die Personen, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten, unter Berücksichtigung der von der Quelle genannten Fakten prüfen können:

1. Die eigene steuerliche Situation überprüfen. Eine Änderung des Regimes im Zusammenhang mit dem Militär- oder Zivildienst kann den anwendbaren kantonalen und kommunalen Steuerfuss verändern. Für eine schnelle Berechnung ist calcolatore stipendio hilfreich. 2. Versicherungsdeckungen und Abzugsfähigkeit prüfen. Personen, die in Bereichen mit erhöhtem Cyberrisiko tätig sind (Finanzen, Logistik, Technologie), können spezielle Versicherungsdeckungen und die steuerliche Abzugsfähigkeit der entsprechenden Kosten prüfen. 3. Offizielle Mitteilungen verfolgen. Operative Entscheidungen zu Cyberabwehr, Spionage und hybriden Bedrohungen werden auf der Website des Bundes und über die Kanäle des Bundesrats veröffentlicht. Wer grenznah tätig ist, sollte auch die Mitteilungen der Grenzkantone beobachten. 4. Die persönliche AHV/BVG-Situation aktualisieren. Änderungen der Tätigkeit oder des Regimes (beispielsweise ein Wechsel in eine Anstellung in der Bundesverwaltung oder in regulierten Branchen) können Auswirkungen auf die Koordination zwischen AHV und BVG haben.

Wo zuverlässige Informationen zu finden sind

Um das Risiko von Fake News über die von Roos genannten Bedrohungen zu vermeiden, bleiben das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und die Schweizer Armee die Primärquellen. Für makroökonomische Daten und Kontextdaten (Lebenshaltungskosten, Löhne, Inflation) sind das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und das Bundesamt für Statistik (BFS) die institutionellen Referenzstellen. Für die Lebenshaltungskosten im Allgemeinen kann das Tool costo della vita konsultiert werden. Wer die Auswirkungen eines Wechsels der Tätigkeit oder des Regimes auf den eigenen Nettolohn simulieren möchte, findet in calcolatore stipendio ein nützliches Hilfsmittel zur Orientierung.

Quelle: rsi.ch

Häufig gestellte Fragen
Was hat der Armeechef in Lugano gesagt?
Am Freitag traf sich Benedikt Roos in Lugano mit der Tessiner Politik und Wirtschaft und definierte den geopolitischen Rahmen als düster. Er zitierte hybride Bedrohungen, Cyber, Spionage und Drohnenüberflüge und fügte hinzu, dass die Armee täglich angegriffen werde. Er forderte einen Taktwechsel: Die Zeit der Broschüren ist vorbei, jetzt muss gehandelt werden.
Wie hoch ist das von Roos erwähnte Risiko einer militärischen Eskalation?
Der Armeechef sprach von einer starken Besorgnis in den baltischen Staaten und zitierte Gerüchte, dass bis zum Ende dieses Jahrzehnts erste Angriffsversuche stattfinden könnten. Er fügte hinzu, dass Russland Medienberichten zufolge neue Drohnenrampen entlang der finnischen Grenze bauen lasse.
Wie verbindet man die Verteidigung mit anderen Bundesprioritäten?
Roos lehnt es ab, die Ausgaben für die Armee AHV, BVG und Klimapolitik gegenüberzustellen. Die Sicherheit wird als Grundlage für Wirtschaft und sozialen Zusammenhalt dargestellt, eine Voraussetzung, von der die anderen Ausgabenposten des Bundes abhängen, vom Budget bis zum Finanzplan.
Welche Probleme innerhalb der Armee hat Roos erkannt?
Roos erkannte in den letzten Jahren aufgetretene interne Probleme an und forderte Transparenz und konkrete Gegenmaßnahmen, um das Vertrauen wiederzugewinnen. Er sagte, dass Dinge, die nicht funktionieren, nicht verheimlicht wurden und dass bereits verschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen wurden.
Wo finde ich verlässliche Informationen zu diesen Bedrohungen?
Primäre Quelle bleiben das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und die Schweizer Armee. Für makroökonomische und kontextbezogene Daten sind die institutionellen Referenzen SECO und Bundesamt für Statistik (BfS/BfS).

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