Die Schweiz im Visier ausländischer 007-Agenten

Realistische Ansicht von Lugano See und Alpen, diskrete Figur mit Notizbuch die auf Geheimdienstaktivität hinweist

John Kiriakou hält den Schweizer Nachrichtendienst für erstklassig August Hanning hatte Verwaltungsratsmandate in Luzern In der Schweiz sind private Unternehmen tätig

Kontext

Auf einen Blick

  • John Kiriakou hält den Schweizer Nachrichtendienst für erstklassig
  • August Hanning hatte Verwaltungsratsmandate in Luzern
  • In der Schweiz sind private Nachrichtendienstunternehmen tätig
  • Die Anwerbung von Quellen beginnt bei Zugang und Verwundbarkeit

Wichtige Fakten

  • Person → John Kiriakou, ehemaliger CIA-Agent
  • Fall → August Hanning, ehemaliger Chef des deutschen Nachrichtendienstes BND
  • Ort → Luzern, wo Hanning Funktionen in Unternehmen innehatte
  • Tätigkeit → öffentliche Daten aus Datenbanken und Medien oder klassifizierte Informationen
  • Datum → Anschläge vom 11. September 2001
  • Einschätzung → der Schweizer Nachrichtendienst gilt als erstklassig

John Kiriakou, ehemaliger CIA-Agent, hat die Schweiz als ein Land beschrieben, das weiterhin das Interesse ausländischer Geheimdienste auf sich zieht. In einem Interview mit der ArgauerZeitung äußerte sich der ehemalige Agent, der als Whistleblower die Folterpraktiken der amerikanischen Behörde aufgedeckt hatte und wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen im Gefängnis gelandet war, zum Fall von August Hanning, der einst an der Spitze des deutschen Nachrichtendienstes (BND) stand.

«Ausländische Geheimdienste sind sehr aktiv. Das war schon immer so

«Ausländische Geheimdienste sind sehr aktiv. Das war schon immer so».

Der Fall Hanning und private Unternehmen

Kiriakou stellt fest, dass ausländische Nachrichtendienste sehr aktiv sind, und nennt das Beispiel der Schweiz, wo zahlreiche private Geheimdienstunternehmen tätig sind. Einige sammeln und analysieren öffentliche Daten, etwa solche, die in Datenbanken und den Medien zu finden sind, um sie an Unternehmen zu vermarkten; andere befassen sich dagegen mit klassifizierten Informationen.

Um das Phänomen zu beschreiben, nannte der ehemalige Agent ein US-Unternehmen, das von einem ehemaligen CIA-Offizier gegründet worden war. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 rekrutierte das Unternehmen zahlreiche ehemalige Mitarbeiter der Behörde als externe Berater und wurde zu einem Milliarden-Dollar-Unternehmen, das im Bereich streng vertraulicher Informationen tätig ist.

Kiriakou zufolge gibt es beide Arten auch in der Schweiz. Hannings Mandate in Verwaltungsräten könnten ausländischen Nachrichtendiensten, insbesondere chinesischen oder aserbaidschanischen, eine Möglichkeit geboten haben, Informationen über schweizerische Aktivitäten zu erlangen. Die Annahme bleibt jedoch eine Möglichkeit und ist keine erwiesene Tatsache.

Trotz der Skandale, in die der Schweizer Nachrichtendienst in den vergangenen Jahren verwickelt war, hält Kiriakou den Schweizer Nachrichtendienst für erstklassig. Seiner Ansicht nach nimmt die Eidgenossenschaft die Sicherheit, den Schutz der Privatsphäre und die Neutralität ernst. Die Tradition reicht bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück: Die Informationsbeschaffung ging von der Polizei an das Verteidigungsdepartement und schließlich an die Geheimdienste über.

Seine Bewertung der Skandale schmälert jedoch nicht die präventive Arbeit: Die Nachrichtendienste müssen Infiltrationsversuche verhindern und sensible Informationen schützen. Für einen Agenten bleibt es eines der begehrtesten Ziele, eine Quelle anzuwerben, die Zugang zu den gesuchten Daten hat.

Operative Details

Die Bedeutung für Unternehmen und Beschäftigte

Die Quelle kündigt keine neuen Fristen, Formulare oder Verfahren für Menschen an, die in der Schweiz leben und arbeiten. Ihre konkrete Bedeutung ist eine andere: Sie zeigt, wie ein privates Unternehmen und ein Mandat im Verwaltungsrat nach Kiriakous Einschätzung zu einem Beobachtungspunkt für Aktivitäten in der Schweiz werden können.

Öffentliche Daten, klassifizierte Daten und Unternehmensrollen

| Profil | Beschreibung in der Quelle | | Privates Nachrichtendienstunternehmen | Sammelt und analysiert öffentliche Daten aus Datenbanken und Medien und verkauft sie anschließend an Unternehmen | | Zweite Art von Unternehmen | Arbeitet mit klassifizierten Informationen | | Mandate von Hanning | Mögliche Gelegenheit für ausländische Dienste, keine erwiesene Tatsache |

Die erste nützliche Unterscheidung betrifft die Daten, nicht den Namen des Unternehmens. Eine Tätigkeit, die von öffentlichem Material ausgeht und es analysiert, um es an Unternehmen zu verkaufen, wird anders beschrieben als eine Tätigkeit, die auf klassifizierten Informationen beruht. Die Quelle fügt keine Einzelheiten dazu hinzu, welche Informationen in die zweite Kategorie fallen; fest steht lediglich der vom ehemaligen Agenten genannte Unterschied.

Die zweite Unterscheidung betrifft die Rolle. Ein Sitz in einem Verwaltungsrat kann als möglicher Zugang zu den Aktivitäten eines Unternehmens verstanden werden, beweist aber für sich genommen keine Weitergabe von Informationen. Im Fall Hanning hat Kiriakou eine Möglichkeit im Zusammenhang mit chinesischen oder aserbaidschanischen Diensten angesprochen; der Text stellt dies nicht als erwiesene Verantwortung dar. Für Beschäftigte in einem Unternehmen verhindert diese Abgrenzung, einen Verdacht in eine Tatsache zu verwandeln.

In einem hypothetischen Szenario lautet die Frage, welche Person Zugang zu den gesuchten Informationen hat und welche wirtschaftlichen oder persönlichen Schwachstellen ausgenutzt werden könnten. Dies ist die von Kiriakou beschriebene Abfolge zur Erklärung der Anwerbung einer Quelle, nicht ein den Schweizer Unternehmen zugeschriebenes offizielles Verfahren.

Die positive Einschätzung des Schweizer Nachrichtendienstes vervollständigt das Bild, ohne die genannten Skandale außer Acht zu lassen. Nach Ansicht des ehemaligen Agenten beruht die Stärke darauf, dass Sicherheit, Privatsphäre und Neutralität ernst genommen werden; die Schwierigkeit besteht darin, diese Fähigkeit jeden Tag aufrechtzuerhalten, während jemand, der sich infiltrieren will, nur einmal erfolgreich sein muss. Der Leitfaden zu aziende che assumono betrifft den Arbeitsmarkt; bei dieser Angelegenheit geht es hingegen um den Informationszugang innerhalb oder im Umfeld von Unternehmen.

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Wichtige Punkte

Ein operatives Raster, ohne Hypothesen und Fakten zu verwechseln

Die Quelle nennt weder ein Formular noch eine Frist oder eine Stelle, an die man sich wenden kann. Die konkrete Handlung, die sich aus dem Text ableiten lässt, ist daher kein Verwaltungsverfahren, sondern ein Raster, um Zugänge, Informationen und Verwundbarkeiten zu betrachten, ohne eine Möglichkeit in Gewissheit zu verwandeln.

Fünf Leseschritte

1. Die Art der Information trennen. Die erste Frage lautet, ob das Material öffentlich ist, wie die aus Datenbanken und Medien gewonnenen Informationen, oder klassifiziert. Diese Unterscheidung verändert die Bedeutung der beschriebenen Tätigkeit.

2. Den Zugang ausfindig machen. Die Rekrutierung beginnt laut Kiriakous Erklärung damit, nach einer Person zu suchen, die Zugang zu den gewünschten Informationen hat. Dieser Schritt ermöglicht es, die Aufmerksamkeit auf die Rolle zu konzentrieren, nicht auf allgemeine Vermutungen.

3. Verwundbarkeiten bewerten. Der ehemalige Agent nennt wirtschaftliche oder persönliche Verwundbarkeiten. Der Text schlägt keine weitere Liste vor: Daher empfiehlt es sich, diese Formulierung beizubehalten, ohne Kategorien hinzuzufügen.

4. Die Abfolge erkennen. Nach der Identifizierung und der Bewertung kann eine Vertrauensbeziehung entstehen; erst danach kann das Angebot erfolgen, im Austausch gegen Geld Informationen zu liefern.

5. Hypothesen und Beweise trennen. Der Fall Hanning ist so zu lesen, wie es die Quelle vorgibt: als eine angedeutete Gelegenheit, nicht als eine erwiesene Tatsache. Diese Vorsicht gilt für jede Interpretation des Falls.

Die Quelle nennt weder eine Behörde noch führt sie neue Pflichten ein. Das Raster dient dazu, die Nachricht mit dem im Text angegebenen Grad an Gewissheit zu lesen und privaten Unternehmen nicht automatisch die Rolle ausländischer Nachrichtendienste zuzuschreiben. Sie stellt beide Arten von Unternehmen in der Schweiz vor, behauptet jedoch nicht, dass jedes private Nachrichtendienstunternehmen mit klassifizierten Informationen arbeitet.

Dieselbe Vorsicht ist auch bei der Prävention anzuwenden. Kiriakou erinnert daran, dass die Schweizer Nachrichtendienste jeden Tag ihr Bestes geben müssen, während Terroristen nur einmal Glück haben müssen. Seine Frage nach der Zahl der in diesem Jahrhundert in der Schweiz verübten Anschläge verweist auf den Wert einer Tätigkeit, die, wenn sie funktioniert, unsichtbar bleiben kann; sie liefert jedoch keine Zahl, die in eine Statistik umgewandelt werden könnte.

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Quelle: tio.ch

Häufig gestellte Fragen
Wer hat erklärt, dass die Schweiz weiterhin das Interesse ausländischer Geheimdienste auf sich zieht?
John Kiriakou, ehemaliger CIA-Agent, sagte dies in einem Interview mit der ArgauerZeitung und betonte, dass ausländische Nachrichtendienste in der Schweiz sehr aktiv sind, wobei er den Fall von August Hanning, dem ehemaligen Leiter des deutschen BND, anführte.
Welche Rolle spielt August Hanning laut Kiriakou, und was könnte das für die Schweiz bedeuten?
August Hanning, ehemaliger Leiter des deutschen Geheimdienstes BND, steht unter Spionageverdacht und hatte Mandate in den Verwaltungsräten mehrerer Unternehmen in Luzern; laut Kiriakou könnten diese Mandate ausländischen Nachrichtendiensten, insbesondere chinesischen oder aserbaidschanischen, die Möglichkeit bieten, Informationen über schweizerische Aktivitäten zu erhalten, obwohl diese Annahme keine erwiesene Tatsache ist.
Wie unterscheidet Kiriakou die beiden Arten privater Nachrichtendienstunternehmen, die in der Schweiz vertreten sind?
Kiriakou unterscheidet zwischen Unternehmen, die öffentliche Daten aus Datenbanken und Medien sammeln und analysieren, um sie an Unternehmen zu verkaufen, und solchen, die mit klassifizierten Informationen arbeiten; die erste Kategorie verarbeitet offenes Material, die zweite vertrauliche Daten, ohne zu spezifizieren, welche in die zweite Kategorie fallen.

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