Schweiz weniger attraktiv für multinationale Konzerne: McKinsey-Alarm (Grenzgänger-Leitfaden)

Skyline einer Schweizer Metropole mit modernen Bürogebäuden, Symbol der Wirtschaftsleistung.

70% der CEOs warnen, dass die Schweiz an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Kritik an langwierigen Verfahren, OECD-Steuer und mangelhafter Infrastruktur bedrohen ausländische Investitionen.

Kontext

Kurz zusammengefasst

  • 70% der CEOs sind überzeugt, dass die Schweiz an internationaler Attraktivität verliert
  • Hauptkritikpunkte: lange Verfahren (70%), Mindeststeuer der OECD (65%), unzureichende Infrastruktur (60%)
  • Multinationale Unternehmen generieren 42% des BIP der Schweiz, obwohl sie nur 6% der Unternehmen ausmachen

Wichtige Fakten

  • Was: Studie über den Verlust der Attraktivität der Schweiz für multinationale Unternehmen
  • Wann: Heute veröffentlicht
  • Wer: McKinsey und die Schweizerisch-Amerikanische Handelskammer
  • Betrag: 70% der CEOs sind überzeugt vom Verlust; 42% des BIP von multinationalen Unternehmen; 6% der Unternehmen sind multinationale Unternehmen
  • Kritikpunkte: Verfahren (+70%), OECD-Steuer (+65%), Infrastruktur (+60%)

Sieben von zehn Unternehmensleitern sind überzeugt, dass der Wirtschaftsstandort Schweiz seine Vorteile gegenüber der internationalen Konkurrenz verliert. Dies geht aus einer Studie hervor, die von der Beratungsfirma McKinsey und der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer veröffentlicht wurde. Laut dem Bericht bleibt die Schweiz zwar der führende europäische Standort für Forschung und Entwicklung, zieht aber weniger weltweite Unternehmenssitze und weniger internationale Führungskräfte an als in der Vergangenheit. 70% der befragten CEOs sind der Meinung, dass die Schweiz an internationaler Attraktivität verliert.

Hauptkritikpunkte

Drei spezifische Bereiche konzentrieren die managerialen Beschwerden. Die Verlängerung der Genehmigungsverfahren für Investitionen in Projekte und für Arbeitsbewilligungen für ausländische Talente wurde von 70% der Befragten angeprangert. Die Einführung der Mindeststeuer der OECD bereitet 65% Sorgen, während Engpässe in der Infrastruktur von 60% hervorgehoben werden.

Operative Details

Was bedeutet dieser Verlust für diejenigen, die in der Schweiz arbeiten?

Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum

Die Schrumpfung der Attraktivität, von der McKinsey spricht, ist kein rein statistisches Phänomen. Seit 2014 haben multinationale Unternehmen drei Viertel des nominalen Wirtschaftswachstums der Schweiz generiert. Wenn sich diese positive Dynamik umkehrt, würden die Gesamtinvestitionen, die Gehaltsmöglichkeiten und die direkten und indirekten Arbeitsplätze verlangsamt. Dies ist kein fernes Risiko: Der Bericht besagt ausdrücklich, dass die Eidgenossenschaft bereits weniger weltweite Unternehmenssitze und weniger internationale Führungskräfte anzieht als in der Vergangenheit.

Die drei Knotenpunkte, die gelöst werden müssen

Drei spezifische Faktoren erfordern nach Ansicht der CEO dringend Maßnahmen. Die Genehmigungsverfahren für Investitionen und Arbeitsbewilligungen sind langsamer geworden — eine von 70 % der Befragten angezeigte Schwachstelle. Die Einführung der Mindeststeuer der OECD wurde von 65 % der Manager als wettbewerbshemmend empfunden. Und die Infrastruktur, von der Energie bis zum Verkehr, zeigt strukturelle Engpässe (von 60 % angezeigt).

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Wichtige Punkte

Wie den Trend umkehren: der Plan auf fünf Achsen

Die Säulen der Strategie nach McKinsey

Der Bericht identifiziert fünf Prioritätsbereiche, um die Attraktivität des Landes langfristig zu bewahren, und deren Umsetzung erfordert Koordination zwischen der Eidgenossenschaft und den Kantonen. Der erste Bereich ist die Sicherstellung des Zugangs zu internationalen Talenten, indem Arbeitsgenehmigungen beschleunigt und das Land für ausländische Fachkräfte attraktiv gemacht wird. Der zweite Bereich ist die Vereinfachung der regulatorischen Verfahren, indem die Genehmigungszeiten für Projekte und Investitionen verkürzt werden. Der dritte Bereich ist der Aufbau von steuerlicher Vorhersehbarkeit, indem klar kommuniziert wird, wie die Schweiz die Mindeststeuer der OECD umsetzen wird und steuerliche Überraschungen vermieden werden. Der vierte Bereich ist die Investition in Infrastrukturen, insbesondere in Mobilität, Energie und Telekommunikation. Der fünfte Bereich ist die Definition einer kohärenten strategischen Positionierung gegenüber der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und Asien.

Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet es, dass multinationale Konzerne 42% des Schweizer BIP erwirtschaften?
Obwohl multinationale Unternehmen nur 6% der Unternehmen in der Schweiz ausmachen, sind ihre Größe und Produktivität so hoch, dass sie 42% des am BIP gemessenen Gesamtvermögens erwirtschaften. Dies bedeutet, dass ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit in diesem Segment unverhältnismäßig große Auswirkungen auf die Volkswirtschaft hätte. Seit 2014 waren multinationale Konzerne für drei Viertel des nominalen Schweizer Wirtschaftswachstums verantwortlich.
Welche Rolle spielt die OECD-Mindeststeuer beim Attraktivitätsverlust?
Die globale OECD-Mindeststeuer wird von 65% der befragten CEOs als Wettbewerbsbelastung empfunden. Die Schweiz muss diese Mindeststeuer gemäss den internationalen Richtlinien umsetzen. Die Manager befürchten, dass die Schweiz ohne klare Kommunikation und vorhersehbare Umsetzung gegenüber konkurrierenden Jurisdiktionen weiter an Attraktivität verliert.
Was sind die Zeiten für Arbeitserlaubnisse, die CEOs beunruhigen?
70% der Befragten beklagen die Verlängerung der Genehmigungsverfahren für Investitionen und Arbeitsgenehmigungen für ausländische Talente. Der Bericht gibt nicht den genauen aktuellen Zeitpunkt an, aber der Hauptkritikpunkt ist, dass die Bürokratie die Fähigkeit der multinationalen Konzerne, internationale Führungskräfte und Spezialisten schnell anzuziehen, verlangsamt.
Wie wirkt sich die Infrastruktur auf die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit aus?
60 % der CEOs berichten von Engpässen in der Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Energie und Telekommunikation. Wenn ein multinationales Unternehmen nicht auf Verkehrsfähigkeit, zuverlässige Energie und digitale Vernetzung zählen kann, wird die Schweiz weniger wettbewerbsfähig als Länder mit moderneren oder effizienteren Infrastrukturen.

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