Erleichterter Zugang zur Unfallversicherung ab 2027

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Schwellenwert von CHF 66.690 auf CHF 44.460 gesenkt: Ab Januar 2027 können sich rund 40 '000 Selbstständige mit neuen Chancen gegen Unfälle versichern.

Kontext

Auf einen Blick

  • Zugangsschwelle von CHF 66.690 auf CHF 44.460 pro Jahr gesenkt
  • Senkung von 45% auf 30% des maximal versicherbaren Betrags
  • Rund 40.000 Selbstständige werden sich versichern können
  • Inkrafttreten am 1. Januar 2027

Wichtige Fakten

  • Was: Senkung der Zugangsschwelle zur freiwilligen Unfallversicherung (UVG)
  • Wann: Beschluss vom 26. August 2026; Inkrafttreten am 1. Januar 2027
  • Wo: Schweiz, auf nationaler Ebene
  • Wer: Bundesrat (Revision der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV)
  • Bisherige Schwelle: CHF 66.690 jährlich (45% des Höchstbetrags)
  • Neue Schwelle: CHF 44.460 jährlich (30% des Höchstbetrags)
  • Geschätzte Begünstigte: Rund 40.000 Selbstständige

Der Bundesrat hat am 26. August 2026 beschlossen, die Zugangsschwelle zur freiwilligen Unfallversicherung gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) zu senken. Die Schwelle wird von 66 690 Franken jährlich (entsprechend 45% des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes) auf 44 460 Franken jährlich (entsprechend 30% des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes) sinken. Die Revision der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.

Das Problem, das mit der Reform angegangen wird

In der Schweiz funktioniert das System der Unfallversicherung auf zwei parallelen Wegen. Alle Arbeitnehmenden sind gemäss UVG obligatorisch versichert – ein automatischer Anspruch, der an das Arbeitsverhältnis geknüpft ist. Personen, die einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen, können sich nur auf freiwilliger Basis versichern, wobei der Schutz auf diejenigen beschränkt ist, die eine Mindesteinkommensschwelle erreichen.

Bis heute lag diese Schwelle bei 66 690 Franken jährlich. Gemäss der Mitteilung des Bundes schliesst ein grosser Teil der Selbstständigen gerade deshalb keine Unfallversicherung ab, weil sie dieses Einkommensniveau nicht erreichen. Das Problem betrifft insbesondere Berufsfelder mit tieferen Einkommen und Frauen, die sich häufig für eine Teilzeitselbstständigkeit entscheiden, um Familie und Karriere zu vereinbaren.

Was sich mit der neuen Schwelle ändert

Die Senkung auf 44 460 Franken jährlich stellt eine konkrete Reduktion um mehr als 33% dar. Das bedeutet, dass rund 40 000 zusätzliche Selbstständige – die heute vom System ausgeschlossen sind – Zugang zum Unfallschutz erhalten können. Der Versicherungsschutz deckt die wirtschaftlichen Schäden ab, die aus Unfällen während der beruflichen Tätigkeit entstehen: Verdienstausfall, medizinische Kosten und Renten bei dauerhafter Invalidität.

Die Revision bringt zudem eine wichtige Flexibilität für Personen, die mehreren Tätigkeiten nachgehen. Versicherer können die Zugangsschwelle entsprechend dem Beschäftigungsgrad von Personen anpassen, die mehrere Teilzeitbeschäftigungen ausüben, sowohl als Arbeitnehmende als auch als Selbstständige. Das ist besonders im Kulturbereich relevant, wo Künstlerinnen und Künstler sowie Fachpersonen häufig verschiedene Aufträge mit kurzfristigen Verträgen kombinieren.

Operative Details

Wer heute Zugang zum Unfallschutz hat

Die Senkung der Schwelle stellt einen bedeutenden Fortschritt bei der Möglichkeit dar, das Einkommen zu schützen. Bei der bisherigen Grenze von 66 690 Franken pro Jahr konnten nur diejenigen freiwillig Versicherungsschutz erhalten, die dieses Mindesteinkommen erreichten. Ein Überblick über die Einkommen der Selbstständigen in der Schweiz zeigt, dass viele — Handwerker, Berater, Kulturschaffende, Haushaltshilfen — deutlich unter dieser Schwelle arbeiten und daher ohne Schutz bleiben.

Die neue Schwelle von 44 460 Franken eröffnet einem grösseren Kreis den Zugang: Wer mindestens 30% des maximal versicherten Betrags verdient (statt 45%), kann sein Einkommen vor Unfällen schützen, die er während der Arbeit erleiden könnte. Dieser Vorteil ist besonders relevant für Künstler und Berufsleute im Kulturbereich, selbstständige persönliche Assistenten und Betreuungskräfte, Berater und Freelancer mit begrenztem Budget sowie Frauen, die sich für eine Teilzeitselbstständigkeit entscheiden.

Flexibilität für Menschen mit mehreren Tätigkeiten

Die Revision ermöglicht es den Versicherern, die Schwelle an den Beschäftigungsgrad anzupassen. Im Kultur- und Kreativsektor ist es üblich, dass eine Person mehrere Teilzeitaufträge als Angestellte und als Selbstständige kombiniert. Die Möglichkeit, die Zugangsschwelle an den tatsächlichen Beschäftigungsgrad anzupassen, erlaubt diesen Erwerbstätigen, einen verhältnismässigen Schutz zu erhalten, ohne aufgrund starrer Schwellen ausgeschlossen zu werden.

Vor der Reform musste eine Person, die zu 50% selbstständig und zu 50% angestellt arbeitete, trotzdem ein selbstständiges Einkommen von 66 690 Franken erreichen — eine Hürde, die oft unüberwindbar war. Nun haben die Versicherer die Möglichkeit, das selbstständige Einkommen im Verhältnis zur tatsächlich für diese Tätigkeit aufgewendeten Zeit zu beurteilen. Eine Fachperson, die selbstständig 40 000 Franken verdient, erreicht möglicherweise die alte Schwelle nicht, kann aber dank der neuen flexiblen Struktur Schutz erhalten, wenn ihr Beschäftigungsgrad in selbstständiger Tätigkeit einen entsprechend grossen Anteil ausmacht.

Zeitplan und Übergang

Die Entscheidung tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Wer heute eine Unfallversicherungspolice besitzt, kann vollkommen beruhigt sein: keine rückwirkenden Auswirkungen, keine Änderung des Versicherungsschutzes oder der Prämie. Wer hingegen in den vergangenen Jahren Schutz gesucht hatte, dem dieser aber wegen des unzureichenden Schwellenwerts verweigert worden war, erhält ab dem neuen Jahr endlich die Möglichkeit, sich anzumelden, und kann sofort von der neuen Regelung profitieren.

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Wichtige Punkte

So erhalten Sie ab 2027 Zugang zur freiwilligen Versicherung

Ab dem 1. Januar 2027 wird es für Selbstständige, die sich absichern möchten, aus rechtlicher Sicht einfacher. Der erste Schritt besteht darin zu prüfen, ob das jährliche Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit 44 460 Franken erreicht — die neue Schwelle. Ist dies der Fall, ist man berechtigt, die Versicherung gemäss den Bestimmungen der Verordnung UVV zu beantragen.

Der zweite Schritt besteht darin, einen Versicherer zu kontaktieren, der Unfallversicherungen für Selbstständige anbietet. Die SUVA, Helvetia, AXA und andere Anbieter bieten solche Policen an. Nach Einreichung der Unterlagen (Steuererklärung oder Unternehmenserklärung) prüft der Versicherer den Fall und schlägt eine individuell angepasste Police vor. Für Personen, die Teilzeit arbeiten und ihr Einkommen aus einer Anstellung und selbstständiger Tätigkeit beziehen, ist es entscheidend, dem Versicherer das Pensum der selbstständigen Tätigkeit klar mitzuteilen. Die mit der geänderten UVV eingeführte neue Flexibilität ermöglicht es dem Anbieter, den Versicherungsschutz auf das tatsächliche Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit abzustimmen.

Fristen und sofortige Massnahmen

Das Zeitfenster für die Umsetzung liegt zwischen November 2026 und Dezember 2026. Wer ab dem 1. Januar 2027 Versicherungsschutz aktivieren möchte, muss die Formalitäten vor Jahresende erledigen. Es besteht keine rückwirkende Pflicht: Wer heute ohne Versicherungsschutz bleibt, hat das gesamte Jahr 2027 Zeit, sich anzumelden. Zudem gilt: Falls eine selbstständig erwerbstätige Person vor dem 1. Januar 2027 einen Unfall erleidet, besteht Versicherungsschutz nur, wenn die Versicherung bereits vor dem Inkrafttreten der Reform abgeschlossen wurde.

Unfallversicherung im Kontext der Gesamtvorsorge

Das UVG ist nicht das einzige Vorsorgeinstrument für Selbstständige. Es ist empfehlenswert, die Unfallversicherung mit einer umfassenden Vorsorgestrategie zu ergänzen, einschliesslich la registrazione al secondo pilastro tramite LPP und Beiträgen an die dritte Säule für die Altersvorsorge. Zudem ist verificare la propria copertura sanitaria tramite LAMal unerlässlich, da schwere Unfälle erhebliche medizinische Kosten verursachen können.

Für alle, die die Gesamtauswirkungen des Unfallversicherungsschutzes auf das Jahresbudget und die Steuerplanung beurteilen möchten, kann der calcolatore di stipendio e deduzioni einen Überblick darüber geben, wie Beiträge und Absicherungen in der persönlichen Finanzplanung verwaltet werden können. Die Kombination aus Unfallversicherung, beruflicher Vorsorge und Gesundheitsschutz bildet die solide Grundlage, auf der Selbstständige in der Schweiz ihre wirtschaftliche Sicherheit aufbauen können.

Quelle: admin.ch

Häufig gestellte Fragen
Ab wann tritt die neue Zugangsschwelle in Kraft?
Die revidierte UVV-Verordnung tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Wer ab Neujahr einen Unfallschutz aktivieren möchte, muss die Akten bis Dezember 2026 abschliessen. Es gibt keine Rückwirkung: Die Änderung des Schwellenwerts wirkt sich nicht auf die bereits unterzeichneten Policen aus, ermöglicht jedoch neuen Antragstellern, die sich vor der Anmeldung ab dem Datum des Inkrafttretens nicht anmelden konnten.
Was genau ist die neue Einkommensgrenze für den Versicherungszugang?
Die neue Schwelle beträgt 44 '460 Franken pro Jahr, was 30% des versicherten Maximalbetrages entspricht. Vor der Reform lag die Schwelle bei 66 690 Franken pro Jahr (45% des Maximalbetrags). Diese Reduktion senkt die Zugangsvoraussetzung, sodass rund 40 000 zusätzliche Selbständige einen freiwilligen Unfallschutz gemäss UVG abschliessen können.
Wer profitiert hauptsächlich von dieser Reform?
Die Reform begünstigt vor allem Arbeitnehmer in einkommensschwachen Berufszweigen, Teilzeitbeschäftigte Frauen und Künstler im Kulturbereich. Für diejenigen, die gleichzeitig als Arbeitnehmer und als Selbständiger arbeiten, ermöglicht die neue Flexibilität den Versicherern, die Schwelle in Abhängigkeit von der Erwerbsquote anzupassen und Ausschlüsse aufgrund starrer Parameter zu vermeiden.
Wo und wie kann ich die freiwillige Unfallversicherung ab 2027 abschliessen?
Nach dem 1. Januar 2027 können Sie sich an Unfallversicherer wie SUVA, Helvetia, AXA und andere private Anbieter wenden, die Deckungen für Selbstständige anbieten. Sie müssen Ihr Jahreseinkommen durch Steuererklärung oder Unternehmenserklärung dokumentieren und gegebenenfalls Ihren Selbstständigkeitsgrad mitteilen. Der Versicherer wird den Fall beurteilen und eine personalisierte Police vorschlagen.
Ist die Unfallversicherung für Selbständige obligatorisch?
Nein. In der Schweiz gilt die obligatorische Unfallversicherung (UVG) nur für Arbeitnehmer. Selbständigerwerbende können sich nur auf freiwilliger Basis versichern. Die Reform senkt die Zugangsschwelle für diejenigen, die sich freiwillig schützen, bleibt aber eine unverbindliche persönliche Entscheidung.

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