Hausbesuche: ATLaS demonstriert am 18. April in Bellinzona

Collegiata-Platz in Bellinzona während der Protestaktion vom 18. April gegen höhere Kosten für die häusliche Pflege

Der Kanton Tessin will bis zu 450 Franken pro Jahr von den Patientinnen und Patienten übernehmen.

Kontext

Auf einen Blick

  • Tessiner Regierung plant Sparmassnahme für häusliche Pflege.
  • ATLaS kritisiert Entscheidung als inakzeptabel und undemokratisch.
  • Demonstration am 18. April in Bellinzona geplant.

Wichtige Fakten

  • Cosa: Sparmassnahme für häusliche Pflege, bis zu 450 Franken pro Jahr an Patienten.
  • Quando: Die Massnahme wurde angekündigt, aber noch nicht umgesetzt.
  • Dove: Kanton Tessin, Schweiz.
  • Chi: Verband Sozialarbeit Tessin (ATLaS) und 20.000 Bürgerinnen und Bürger.
  • Importo: Bis zu 450 Franken pro Jahr als Eigenanteil für Patienten.
  • Scadenze: Demonstration am 18. April um 15 Uhr auf der Piazza Collegiata in Bellinzona.

Die Tessiner Regierung hat eine Sparmassnahme für die häusliche Pflege angekündigt, die bis zu 450 Franken pro Jahr an die Patienten weitergeben soll. Eine Entscheidung, die der Verband Sozialarbeit Tessin (ATLaS) als «inakzeptabel» und «einen Bruch des demokratischen Diskurses» brandmarkt. Dabei wurden laut ATLaS die Appelle von Fachorganisationen, Sozialpartnern und 20’000 Bürgerinnen und Bürgern ignoriert.

Laut ATLaS stellt diese Wahl einen Rückschritt in Sachen Wohlbefinden und Pflege der Bevölkerung dar und untergräbt die Rechte von Patientinnen, Patienten und pflegenden Angehörigen. Die häusliche Pflege sei nicht nur eine medizinische Notwendigkeit, sondern auch eine «grundlegende Unterstützung», um Menschen ein Leben in Würde zu Hause zu ermöglichen. Die Massnahme berge jedoch die Gefahr, das Gegenteil zu bewirken: Um die Lebensqualität zu halten, könnten Betroffene die Pflege auf ein Minimum reduzieren. Dies würde nicht nur die Servicequalität verschlechtern, sondern die Fachkräfte unter enormen Zeitdruck setzen, sodass sie «so viel wie möglich in immer kürzerer Zeit» leisten müssten.

Eine «Zwei-Klassen-Massnahme»

ATLaS kritisiert die Schaffung eines «Doppelstandards, der einzig auf wirtschaftliche Kriterien setzt»: Auf der einen Seite stünden jene, die sich ihr Recht auf Selbstbestimmung und ein erfülltes Leben leisten können, auf der anderen Seite diejenigen, die sich dies finanziell nicht erlauben können. Der Verband weist zudem auf die Belastung der pflegenden Angehörigen hin, deren Gesundheit durch den zusätzlichen Druck gefährdet sei und die zunehmend Mühe hätten, Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bringen.

Die Antwort von ATLaS: Mobilisierung und Demonstration

Als Reaktion auf die Entscheidung hat ATLaS die Bevölkerung aufgerufen, an der Demonstration am 18. April um 15 Uhr auf der Piazza Collegiata in Bellinzona teilzunehmen. Ziel ist es, den Stimmen Gehör zu verschaffen, die täglich mit den Herausforderungen des Tessiner Gesundheitssystems konfrontiert sind, und die Regierung zum Umdenken zu bewegen. «Man riskiert, Kosten an einer Stelle einzusparen, um sie an anderer Stelle – sei es sozial oder wirtschaftlich – umso höher ausfallen zu lassen», erklärt der Verband. Die häusliche Pflege sei ein zentrales Element, um vielen Tessiner Familien ein würdevolles Leben zu ermöglichen.

📊⚠️ Achtung: Die Demonstration findet am 18. April um 15 Uhr auf der Piazza Collegiata in Bellinzona statt. Hier mehr erfahren

Operative Details

Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die im Tessin arbeiten und Angehörige haben, die auf häusliche Pflege angewiesen sind, könnte diese Massnahme konkrete Auswirkungen auf die tägliche Gesundheitsversorgung ihrer Lieben haben. Derzeit wird das System so gestaltet, dass die Kosten für die häusliche Pflege ganz oder teilweise von öffentlichen Mitteln übernommen werden, wobei der Eigenanteil der Nutzerinnen und Nutzer je nach Einkommen und Familiensituation variiert. Mit der Einführung eines festen Beitrags von bis zu 450 Franken pro Jahr könnten viele Familien gezwungen sein, ihre Ausgaben zu überdenken – mit möglichen Folgen für die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten sowie der pflegenden Angehörigen.

Vorher vs. nachher: Was sich für Familien ändert

Vor der neuen Massnahme wurden die Kosten für die häusliche Pflege zwischen Kanton, Gemeinden und Nutzerinnen bzw. Nutzern aufgeteilt, wobei besonders schwache Bevölkerungsgruppen unterstützt wurden. Nun besteht die Gefahr, dass eine Ungleichheit entsteht zwischen jenen, die sich eine hochwertige Pflege leisten können, und jenen, die gezwungen sind, Leistungen zu reduzieren oder sogar auf essenzielle Behandlungen zu verzichten. So könnte etwa eine Familie mit einer nicht mehr selbstständigen älteren Person vor der Wahl stehen, entweder den Beitrag von 450 Franken zu zahlen oder die Anzahl der Besuche der Pflegefachkraft zu Hause zu verringern – mit direkten Auswirkungen auf die Gesundheit des Angehörigen.

Belastung für pflegende Angehörige: Mehr Druck, weniger Zeit

Familienmitglieder, die sich um ihre Lieben kümmern, könnten mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert sein: Einerseits steigen die Pflegekosten, andererseits müssen sie mehr Zeit in die Betreuung investieren – mit möglichen Folgen für ihre berufliche Situation und ihre eigene Gesundheit. ATLaS warnt davor, dass sich diese Situation «zu weiteren Kosten» ausweiten könnte, sowohl auf sozialer als auch auf wirtschaftlicher Ebene. Denkbar sind etwa eine Zunahme der Anfragen an soziale Dienste oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der pflegenden Angehörigen selbst.

Eine besorgniserregende Perspektive für die Zukunft

Sollte die Massnahme umgesetzt werden, stünde der Kanton Tessin vor einer Entscheidung: kurzfristig bei einem essenziellen Service zu sparen oder langfristig deutlich höhere Kosten in Kauf zu nehmen – sowohl im Bereich der öffentlichen Gesundheit als auch bei den Sozialausgaben. ATLaS fordert die Regierung auf, die Folgen dieser Entscheidung sorgfältig abzuwägen und daran zu erinnern, dass häusliche Pflege kein Luxus, sondern ein grundlegendes Recht für Tausende von Menschen ist.

📊 Die Folgen im Überblick: - Erhöhter finanzieller Druck auf Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen - Risiko von Leistungseinschränkungen bei Pflegekräften - Mehr Belastung für pflegende Angehörige, mit möglichen Folgen für Beruf und Gesundheit - Langfristig höhere Kosten für das Gesundheitssystem

💡 ATLaS Appell: «Häusliche Pflege ist kein Privileg – sie ist ein Menschenrecht. Bevor wir hier sparen, sollten wir die langfristigen Konsequenzen bedenken.»

⚠️ Forderung an den Regierungsrat: Eine umfassende Folgenabschätzung vor der Umsetzung dieser Massnahme – denn die Gesundheit unserer Angehörigen darf nicht zur Verhandlungsmasse werden.

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Wichtige Punkte

Falls die Massnahme zu den neuen Kosten für die häusliche Pflege bestätigt werden sollte, stehen den Bürgerinnen und Bürgern des Kantons Tessin sowie den Grenzgängern, die im Kanton leben, verschiedene Instrumente zur Verfügung, um ihre Rechte zu verteidigen und bei den zuständigen Behörden Klarstellungen einzufordern. Hier sind die Schritte, die Sie unternehmen können – Schritt für Schritt.

Schritt 1: Teilnahme an der Kundgebung am 18. April

ATLaS hat für den 18. April um 15 Uhr eine öffentliche Kundgebung auf der Piazza Collegiata in Bellinzona organisiert. Ziel ist es, Unterschriften zu sammeln, eine Petition einzureichen und die Tessiner Regierung aufzufordern, die Massnahme zurückzunehmen. Alle Interessierten sind eingeladen, ihre Stimme zu erheben.

Schritt 2: Kontaktaufnahme mit lokalen Politikerinnen und Politikern

Die Bürgerinnen und Bürger können ihre Vertreterinnen und Vertreter im Tessiner Grossen Rat, die Gesundheitsbehörden sowie die Mitglieder des Staatsrats kontaktieren und nach den Beweggründen für die Entscheidung sowie den Konsequenzen für die Familien fragen. Die E-Mail-Adressen der Tessiner Politikerinnen und Politiker sind auf der offiziellen Website des Grossen Rates zu finden.

Schritt 3: Rückfragen an ATLaS stellen

Der Tessiner Verband für Soziale Arbeit (ATLaS) steht zur Verfügung, um weitere Informationen bereitzustellen und Unterstützung anzubieten für alle, die sich gegen die Massnahme aussprechen möchten. Sie können die Organisation über ihre offizielle Website oder ihre Social-Media-Kanäle kontaktieren, um sich über laufende Initiativen auf dem Laufenden zu halten.

Schritt 4: Alternativen für die häusliche Pflege prüfen

Falls die Massnahme in Kraft tritt, könnten sich Familien gezwungen sehen, nach Alternativen zu suchen, um die Kosten für die häusliche Pflege zu senken. Mögliche Optionen sind:

  • Prüfen, ob Anspruch auf Subventionen oder Vergünstigungen für die häusliche Pflege besteht.
  • Kontakt mit der eigenen Wohngemeinde aufnehmen, um Informationen über mögliche lokale Unterstützungen zu erhalten.
  • Eine Mitgliedschaft in ergänzenden Krankenversicherungsfonds prüfen, sofern diese verfügbar sind.

Schritt 5: Gesetzliche Entwicklungen verfolgen

Die Massnahme ist noch nicht in Kraft getreten: ATLaS fordert die Regierung auf, ihre Position zu überdenken. Es ist wichtig, die offiziellen Ankündigungen des Kantons zu verfolgen und sich aktiv an Protestinitiativen zu beteiligen, um seine Rechte geltend zu machen.

📊💡⚠️ Nützliche Tools Wer sich weiter informieren möchte, findet auf der ATLaS-Website Ressourcen und Aktualisierungen zu den laufenden Initiativen. Zudem können Sie den Kostenrechner für die Gesundheit nutzen, um die wirtschaftliche Auswirkung der neuen Massnahme auf Ihre persönliche Familiensituation zu bewerten.

Quelle: ticinonews.ch

Häufig gestellte Fragen
Welche Details hat die Massnahme zu den Kosten für die häusliche Pflege?
Der Kanton Tessin schlägt vor, bis zu 450 Franken pro Jahr an die Patientinnen und Patienten weiterzugeben, um Kosten zu sparen. Diese Entscheidung wurde von ATLaS kritisiert, da sie sich negativ auf die Qualität der Pflege, das Leben der Familien und das fehlende Gehör für soziale Akteure sowie die Bürgerinnen und Bürger auswirkt.
Wer wird von dieser Massnahme am stärksten betroffen sein?
Familien mit mittlerem bis niedrigem Einkommen und Patientinnen sowie Patienten, die häufig häusliche Pflege benötigen, werden am stärksten betroffen sein. ATLaS warnt vor der Gefahr eines «zwei-Klassen-Systems» zwischen denen, die sich Pflege leisten können, und denen, die es nicht können – mit Folgen für die öffentliche Gesundheit.
Was fordert ATLaS von der Tessiner Regierung?
ATLaS verlangt von der Regierung, die Massnahme zurückzuziehen, und bezeichnet sie als «inakzeptabel», da sie das Wohlbefinden der Bevölkerung und die Rechte der Patientinnen und Patienten gefährde. Der Verband ruft zudem die Bevölkerung auf, sich an der Demonstration am 18. April zu beteiligen, um ihre Stimme zu erheben.
Wie kann ich an der Demonstration am 18. April teilnehmen?
Die Demonstration findet am 18. April um 15 Uhr auf der Piazza Collegiata in Bellinzona statt. ATLaS lädt alle Bürgerinnen, Bürger und Grenzgängerinnen sowie Grenzgänger im Tessin ein, an der Protestaktion gegen die Massnahme zu den Kosten für die häusliche Pflege teilzunehmen.
Was kann ich tun, falls die Massnahme in Kraft tritt?
Falls die Massnahme bestätigt wird, lohnt es sich zu prüfen, ob Anspruch auf kommunale Zuschüsse oder Vergünstigungen für häusliche Pflege besteht. Zudem ist es ratsam, die eigene Wohngemeinde oder ATLaS zu kontaktieren, um Unterstützung und Informationen über mögliche Alternativen zur Minderung der finanziellen Belastung zu erhalten.

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