Graubünden: Neun Kandidatinnen und Kandidaten für fünf Regierungsplätze

Am 14. Juni 2026 wird im Kanton Graubünden über die Zusammensetzung der Regierung abgestimmt. Insgesamt neun Namen stehen zur Wahl – darunter vier amtierende Regierungsmitglieder. Hier erfahren Sie, wer sich bewirbt und was dies für die Grenzgänger aus dem Tessin bedeutet.
Kontext
Auf einen Blick
- Wahlen für Graubündens Regierung am 14. Juni 2026
- Neun Kandidat:innen für fünf Sitze
- Parteien setzen auf Kontinuität und neue Gesichter
Wichtige Fakten
- Wahldatum: 14. Juni 2026
- Anzahl Kandidaten: 9
- Verfügbare Sitze: 5
- Frist für Kandidaturen: 13. April 2026
- Offizielle Veröffentlichung: 21. April 2026 im Kantonalen Amtsblatt
- Parteien: Mitte, FDP.Die Liberalen, SP, SVP, Grünliberale
- Unabhängiger Kandidat: Reto Bott
- Auswirkungen auf Grenzgänger: Mögliche Änderungen in Arbeitsmarktzugangsregelungen und öffentlichen Dienstleistungen
Am 14. Juni 2026 stimmen die Bürger:innen des Kantons Graubünden über die Wiederwahl von fünf der sieben Sitze der Kantonsregierung ab. Die Staatskanzlei hat heute die definitive Liste der neun Kandidat:innen veröffentlicht, die sich um die fünf verfügbaren Posten bewerben. Die Frist für die Einreichung der Kandidaturen endete am 13. April, während die Möglichkeit des Rückzugs der Vorschläge heute um 12 Uhr schloss. Ab Montag, dem 21. April, werden die Namen der Kandidat:innen offiziell im Kantonalen Amtsblatt veröffentlicht.
Die vier amtierenden Mitglieder, die sich zur Wiederwahl stellen
Vier der fünf zur Neubesetzung stehenden Sitze werden bereits von amtierenden Mitgliedern besetzt, die sich für eine weitere Amtszeit beworben haben. Dazu gehören Marcus Caduff und Carmelia Maissen, beide von der Mitte, die seit 2019 bzw. 2023 der Regierung angehören. Für die FDP.Die Liberalen kandidiert Martin Bühler, der seit 2023 der Exekutive angehört, während die SP Simonetta Soldo, seit 2019 im Amt, ins Rennen geht. Der einzige bisherige Regierungsrat, der nicht erneut kandidiert, ist Jon Domenic Parolini (Mitte), der nach elf Jahren im Amt – sein erstes Mandat hatte er 2015 angetreten – aus der Regierung ausscheidet.
Die Strategien der Parteien: Mitte, FDP.Die Liberalen und SP in der Defensive
Die Mitte strebt an, ihre drei Sitze aus der letzten Wahl zu halten, und setzt mit Aita Zanetti, der Bürgermeisterin von Scuol, auf eine neue Kandidatin. Die FDP.Die Liberalen schickt neben dem bestätigten Bühler Maurizio Michael, Grossrat aus Bregaglia, ins Rennen. Die SP setzt einzig auf Simonetta Soldo, ohne weitere namhafte Persönlichkeiten. Die entscheidende Rolle für die beiden offenen Sitze spielen daher die anderen Regierungsparteien: die SVP und die Grünliberalen.
Die Herausforderungen der SVP und der Grünliberalen
Die SVP, eine Oppositionspartei, strebt mit Valérie Favre Accola, Vizebürgermeisterin von Davos und aktuelle Präsidentin des Grossrats von Graubünden, nach einem Sitz. Die Grünliberalen nominieren Nora Saratz Cazin, Bürgermeisterin von Pontresina, als ihre Kandidatin. Den neun Namen komplettiert Reto Bott, Jahrgang 2002, Jurastudent aus S-chanf – der einzige Kandidat ohne Parteizugehörigkeit.
📊 Auswirkungen auf die Tessiner Grenzgänger:innen Die Zusammensetzung der Bündner Regierung wirkt sich direkt auf die Beziehungen zum Tessin aus, insbesondere in den Bereichen grenzüberschreitende Arbeitsmigration, Gesundheitsversorgung und Verkehr. Grenzgänger:innen, die in den an die Lombardei grenzenden Bezirken Moesa, Poschiavo und Bernina leben, könnten Änderungen in den Arbeitsmarktzugangsregelungen oder bei öffentlichen Dienstleistungen erleben. Die Zuständigkeiten für Grenzgängerangelegenheiten verbleiben jedoch bei Bund und Kantonen, sodass sich durch diese Wahlen keine unmittelbaren Veränderungen ergeben.
Die nächsten Schritte
Nach der offiziellen Veröffentlichung der Kandidat:innen beginnt die Wahlkampagne mit öffentlichen Veranstaltungen und Debatten. Die Bündner:innen stimmen am 14. Juni 2026 ab, während die Tessiner Grenzgänger:innen die Entwicklungen über lokale Informationskanäle und die des Kantonsregierungsrats verfolgen können.
Operative Details
Die Strategien der Parteien: zwischen Kontinuität und Neuerungen
Die Regierungsparteien des Kantons Graubünden setzen für die Wahlen vom 14. Juni 2026 auf eine Linie der Kontinuität und setzen auf bereits erfahrene Politikerinnen und Politiker aus der kantonalen Politik. Die Mitte, die derzeit drei Sitze innehat, bestätigt die beiden amtierenden Mitglieder Caduff und Maissen sowie die Aufnahme von Aita Zanetti, Gemeindepräsidentin von Scuol, um ihren Einfluss zu wahren. Die FDP setzt mit Bühler und Michael ebenfalls auf Kontinuität in einer Exekutive, die traditionell von gemässigten Parteien dominiert wird. Die SP hingegen setzt ausschliesslich auf Peyer und verzichtet auf alternative Kandidaturen – ein Zeichen für eine defensive Strategie in einem komplexen politischen Umfeld.
Die Opposition: SVP und Grünliberale auf der Suche nach Raum
Die SVP, traditionell weniger in der Bündner Regierung vertreten, setzt auf Valérie Favre Accola, eine profilierte Persönlichkeit der Partei und Präsidentin des Grossen Rates. Ihre Kandidatur soll eine konservativere Stimme in die Exekutive bringen, insbesondere zu Themen wie Migration und der Verwaltung öffentlicher Dienstleistungen. Die Grünliberalen schicken mit Nora Saratz Cazin, Gemeindepräsidentin von Pontresina, eine ökologisch und progressiv geprägte Kandidatin ins Rennen, die den energie- und nachhaltigkeitspolitischen Kurs der Partei vertritt. Beide Parteien versuchen, einen Sitz von einer der Regierungsparteien zu erobern – eine Herausforderung, die angesichts der numerischen Überlegenheit der traditionellen Parteien jedoch schwierig erscheint.
Der unabhängige Kandidat: ein Überraschungselement
Reto Bott, Jahrgang 2002 und Jurastudent, ist der einzige parteilose Kandidat. Seine Kandidatur bringt ein Element der Unsicherheit mit sich, insbesondere wenn er bei jungen Wählerinnen und Wählern oder bei jenen punkten sollte, die nach Alternativen zu den etablierten Parteien suchen. Dennoch könnte seine alleinige Kandidatur Stimmen zersplittern, ohne die Wahl entscheidend zu beeinflussen.
Auswirkungen auf die Politik für Grenzgänger
Die Wahlen in der Bündner Regierung bringen keine unmittelbaren Veränderungen für die Tessiner Grenzgänger mit sich, könnten aber indirekt einige Politiken beeinflussen. So könnten etwa die Gestaltung des öffentlichen Verkehrs zwischen dem Tessin und Graubünden oder der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen für Pendler je nach Prioritäten der neuen Exekutive variieren. Grenzgänger, die in Grenzgemeinden wie Brusio, Poschiavo oder Brusio leben, sollten die politischen Entwicklungen genau verfolgen, insbesondere im Hinblick auf mögliche Anpassungen kantonaler Vorschriften, die ihre Rechte betreffen könnten.
Vergleich mit den vorherigen Wahlen
Im Vergleich zu 2022, als Caduff, Maissen, Bühler und Peyer gewählt wurden, sieht diese Wahlrunde den Austritt von Parolini und den Einzug von zwei neuen Namen: Aita Zanetti und Maurizio Michael. Zudem stellt die Kandidatur des parteilosen Bott sowie die Herausforderungen der SVP und der Grünliberalen eine Neuerung im Vergleich zu früheren Wahlen dar, als der Wettbewerb noch begrenzter war. Die Bestätigung von zwei Frauen unter den Kandidaten (Maissen und Zanetti) spiegelt einen Trend hin zu einer stärkeren weiblichen Repräsentation in der Bündner Kantonspolitik wider.
Mögliche Szenarien nach der Wahl
Sollten es die Regierungsparteien (Mitte, FDP und SP) schaffen, ihre Sitze zu halten, wird sich die Zusammensetzung der Exekutive nur unwesentlich ändern – allenfalls bei der Verteilung der Ressorts. Gelänge es der SVP oder den Grünliberalen, einen Sitz zu erobern, könnte dies zu Veränderungen in der Haushaltspolitik, der Verwaltung öffentlicher Dienstleistungen oder den Beziehungen zum Tessin führen. Grenzgänger sollten sich auf mögliche Anpassungen kantonaler Vorschriften einstellen, insbesondere wenn die neuen Mitglieder der Exekutive andere Prioritäten als bisher verfolgen.
Empfohlene Tools
Für eine aktuelle Schätzung nutzen Sie den Nettolohnrechner und den CHF-EUR-Wechselvergleich.
Wichtige Punkte
Wie man die Wahlen verfolgt und was nach der Abstimmung zu tun ist
Die Bürgerinnen und Bürger des Kantons Graubünden können am 14. Juni 2026 wählen – entweder per Urne oder per Briefwahl. Der definitive Stimmzettel wird ab Montag, 21. April, im kantonalen Amtsblatt veröffentlicht, zusammen mit den Profilen der Kandidierenden. Für Grenzgänger aus dem Tessin, die in den Grenzregionen (Moesa, Poschiavo, Bernina) leben, empfiehlt es sich, die offiziellen Kanäle der Regierung Graubündens und der Staatskanzlei zu verfolgen.
Praktische Schritte für Grenzgänger
1. Offizielle Kandidatenliste einsehen: Ab dem 21. April wird die definitive Liste im kantonalen Amtsblatt veröffentlicht. Grenzgänger können die Namen der Kandidierenden und ihre politischen Positionen prüfen, um mögliche Auswirkungen auf ihre Situation abzuschätzen.
2. Öffentliche Debatten verfolgen: In den Monaten vor der Abstimmung organisieren die Parteien öffentliche Veranstaltungen und Debatten. Interessierte Grenzgänger können an Veranstaltungen in den Grenzgemeinden teilnehmen oder lokale Sendungen wie RSI Rete Due oder TV Südostschweiz verfolgen, um die Positionen der Kandidierenden zu Themen wie Arbeit, Gesundheit und Verkehr zu hören.
3. Änderungen bei den Wahlverfahren prüfen: Grenzgänger aus dem Tessin, die in Graubünden wählen möchten, müssen sicherstellen, dass sie in den kantonalen Wählerverzeichnissen eingetragen sind. Die Registrierung kann bei den Gemeindeämtern des Wohnorts im Tessin erfolgen – mit einem gültigen Ausweisdokument und dem Wohnsitznachweis.
4. Mögliche rechtliche Änderungen im Blick behalten: Nach den Wahlen sollten Bürgerinnen, Bürger und Grenzgänger die Entwicklungen der neuen Regierung Graubündens genau verfolgen, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Gesundheit und Arbeit. Eventuelle Anpassungen der kantonalen Vorschriften könnten Auswirkungen auf die Rechte der Grenzgänger haben, etwa beim Zugang zu Gesundheitsleistungen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
Nützliche Tools für Grenzgänger
- Brutto-Netto-Lohnrechner: Um die Auswirkungen möglicher steuerlicher oder rechtlicher Änderungen auf das eigene Einkommen zu berechnen.
- Grenzkarte Tessin-Graubünden: Zur Identifikation der Grenzgemeinden und Übergänge.
- Ratgeber zum Wohnsitz in der Schweiz: Für alle, die in den Kanton Tessin umziehen oder ihren Aufenthaltsstatus klären möchten.
Was passiert nach der Abstimmung?
Innerhalb weniger Tage nach dem 14. Juni konstituiert sich die neue Regierung Graubündens und legt ihre Prioritäten fest. Grenzgänger aus dem Tessin können die Entwicklungen über die offiziellen Mitteilungen der Kantonsregierung und die Berichterstattung der lokalen Medien verfolgen. Sollten sich bedeutende Änderungen in den Grenzpolitiken ergeben, wird Frontaliere Ticino praktische Anleitungen veröffentlichen, um den transnationalen Arbeitnehmern bei der Anpassung an die neuen Regeln zu helfen.
⚠️ Wichtig: Grenzgänger sollten ihre G-Bewilligung (Grenzgängerbewilligung) und alle relevanten Dokumente regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Vorschriften entsprechen.
💡 Tipp: Nutzen Sie die Brückentage vor und nach dem 14. Juni, um sich über die Wahlergebnisse zu informieren und gegebenenfalls administrative Schritte einzuleiten.
Quelle: tvsvizzera.it
Häufig gestellte Fragen
- Welche fünf Sitze stehen bei den Regierungsratswahlen im Kanton Graubünden am 14. Juni 2026 zur Neuwahl an?
- Die fünf zur Neuwahl stehenden Sitze werden derzeit von Marcus Caduff (Mitte), Carmelia Maissen (Mitte), Martin Bühler (FDP), Peter Peyer (SP) und Jon Domenic Parolini (Mitte) besetzt. Letzterer tritt nicht erneut an.
- Wer sind die vier amtierenden Mitglieder, die sich für eine weitere Amtszeit bewerben?
- Für eine Wiederwahl bewerben sich Marcus Caduff (Mitte, seit 2019 im Amt), Carmelia Maissen (Mitte, seit 2023), Martin Bühler (FDP, seit 2023) und Peter Peyer (SP, seit 2019).
- Welche Parteien stellen Kandidaten für die vakanten Sitze auf?
- Die Mitte präsentiert Aita Zanetti, die FDP unterstützt Martin Bühler mit Maurizio Michael als Zweitkandidat. Die SP setzt einzig auf Peter Peyer. Die SVP schickt Valérie Favre Accola ins Rennen, die Grünliberalen nominieren Nora Saratz Cazin. Einziger unabhängiger Kandidat ist Reto Bott.
- Wann werden die offiziellen Kandidatenlisten veröffentlicht?
- Die Namen der Kandidaten werden ab Montag, dem 21. April 2026, im kantonalen Amtsblatt publiziert.
- Ändern die Regierungsratswahlen im Kanton Graubünden etwas für die Tessiner Grenzgänger?
- Die Wahlen bringen zunächst keine direkten Veränderungen mit sich, könnten jedoch indirekt Einfluss auf grenzüberschreitende Politik, Verkehrs- und Gesundheitsthemen nehmen. Grenzgänger sollten die Entwicklungen der neuen Regierung im Auge behalten, um mögliche neue Vorschriften frühzeitig zu erkennen.