In Cassarate wegen Finanzströmen ein 62-jähriger Neapolitaner festgenommen

Am 21. Oktober wurde in Cassarate ein 62-jähriger Neapolitaner festgenommen Etwa 50 Millionen Euro zwischen Juli 2025 und März 2026 Aus Luxemburg flossen die Gelder in die Wallets
Kontext
Auf einen Blick
- Am 21. Oktober wurde in Cassarate ein 62-jähriger Neapolitaner festgenommen
- Etwa 50 Millionen Euro zwischen Juli 2025 und März 2026
- Aus Luxemburg flossen die Gelder in die digitalen Wallets
- Der 62-Jährige hatte eine B-Bewilligung im Kanton St. Gallen
Wichtige Fakten
- Was → Verwaltung von Geldströmen, Konten und Umwandlungen in Kryptowährungen
- Wo → Pero, Cassarate, Lugano und Luxemburg
- Wer → 62-jähriger Neapolitaner und 51-jähriger Kalabrese
- Zeitraum → Juli 2025–März 2026
- Betrag → etwa 50 Millionen Euro
Am 21. Oktober wurde in Cassarate ein 62-jähriger Neapolitaner festgenommen, der in den Akten des italienischen Verfahrens als wesentlich für das Funktionieren der «Schattenbank» von Pero beschrieben wird, die im Mailänder Raum zerschlagen wurde. Die Rekonstruktion betrifft ein System, in dem unter der Regie der ‘Ndrangheta und der Camorra Gelder aus dem Drogenhandel und der Steuerhinterziehung gewaschen worden sein sollen.
Der Weg des Geldes
Der in den Akten beschriebene Ablauf ist in mehrere Phasen unterteilt, doch drei Schritte werden ausdrücklich genannt. Zunächst erfolgte die Geldwäsche durch die Ausstellung von Scheinrechnungen. Danach wurden die Beträge auf ausländische Konten in Luxemburg eingezahlt. Schließlich wurde das Geld von diesen Konten zu digitalen Wallets umgeleitet. Die Abfolge unterscheidet den finanziellen Ausgangspunkt, den Bankweg und das digitale Ziel.
Der 62-Jährige war den Ermittlern zufolge im operativen Teil des Kreislaufs tätig. Er kümmerte sich um die Verwaltung der Geldströme, eröffnete die Konten und wandelte das Geld anschließend in Kryptowährungen um. Im Zeitraum zwischen Juli 2025 und März 2026 sollen unter seiner Verwaltung etwa 50 Millionen Euro geflossen sein. Der Bericht bringt diese Bewegungen auch mit ihm zuzurechnenden Gesellschaften in Verbindung: eine mit Sitz in Lugano im Kanton Tessin und eine weitere, die jenseits des Gotthards im Bereich der virtuellen Währungen tätig ist.
In diesem Fall erfüllen Cassarate und Lugano unterschiedliche, aber beide dokumentierte Funktionen: Cassarate ist der Ort der Festnahme; Lugano ist der Sitz einer der genannten Gesellschaften. Luxemburg wird wegen der ausländischen Konten genannt, von denen die Beträge der Rekonstruktion zufolge zu den digitalen Wallets umgeleitet worden sein sollen. Die für den 62-Jährigen beschriebene Rolle beschränkt sich auf die Verwaltung der Geldströme, die Eröffnung der Konten und die Umwandlung des Geldes in Kryptowährungen. Der Betrag von etwa 50 Millionen bleibt dem Zeitraum zwischen Juli 2025 und März 2026 zugeordnet, wiederum den Ermittlern zufolge.
Operative Details
Das Profil zwischen Wohnsitz und Vorstrafen
Von der Zeit seines Wohnsitzes im Kanton St. Gallen bis zu seiner gerichtlichen Vorgeschichte in Neapel zeichnet die Quelle das Profil des 62-Jährigen anhand unterschiedlicher Daten und Orte nach. Wie RSI in der vergangenen Woche mitteilte, hatte er von Ende 2022 bis Mitte 2024 mit einer B-Bewilligung im Kanton St. Gallen gewohnt. Am Freitag wurde bekannt, dass seine strafrechtliche Vergangenheit eine Verurteilung wegen betrügerischen Konkurses umfasste, die 2004 vom Berufungsgericht von Neapel ausgesprochen wurde und eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren vorsah.
Die Angabe zum Wohnsitz und jene zur Verurteilung gehören zu unterschiedlichen Ebenen der Darstellung. Die erste gibt an, wo er gelebt hatte und welchen Aufenthaltstitel er im genannten Zeitraum besaß; die zweite betrifft eine auf 2004 zurückgehende Entscheidung des Berufungsgerichts von Neapel. Die Rolle in der geheimen Bank hingegen wird anhand der Rekonstruktion der Ermittler und der zwischen Juli 2025 und März 2026 angesiedelten Abwicklung von Finanzströmen dargestellt. Auch die Formulierung ändert sich: Die Verurteilung wird als Vorstrafe bezeichnet, während der Transfer von etwa 50 Millionen Euro im Konjunktiv formuliert wird.
| Element | Zeitraum und Ort | Angabe |
|---|---|---|
| Wohnsitz | Ende 2022–Mitte 2024, Kanton St. Gallen | B-Bewilligung |
| Vorstrafe | 2004, Neapel | zweieinhalb Jahre wegen betrügerischen Konkurses |
| Finanzströme | Juli 2025–März 2026 | etwa 50 Millionen Euro |
Der zeitliche Vergleich reiht drei unterschiedliche Zeitpunkte aneinander: die Verurteilung von 2004, den Wohnsitz im Kanton St. Gallen zwischen Ende 2022 und Mitte 2024 und anschließend die von den Ermittlern angegebenen Finanzströme zwischen Juli 2025 und März 2026. Wohnsitz, Vorstrafe und die vorgeworfene Finanzaktivität sind unterschiedliche Informationen mit unterschiedlichen Einordnungsstufen im Bericht.
Die Quelle fügt hinzu, dass der 62-Jährige an den Ufern des Luganersees oft anzutreffen war, insbesondere in letzter Zeit. Die Erwähnung bringt Lugano an zwei Stellen in die Rekonstruktion ein: als Ort, den der Mann häufig aufsuchte, und als Sitz eines ihm zuzurechnenden Unternehmens. Die beiden Elemente werden getrennt aufgeführt, tragen jedoch dazu bei, die Präsenz der Stadt in der Angelegenheit zu bestimmen.
Wichtige Punkte
Wiederkehrende Elemente zwischen den Ermittlungen
In Lugano kommt auch die Vergangenheit einer weiteren Figur ans Licht, die in der Angelegenheit als zentral bezeichnet wird. Es handelt sich um einen 51-Jährigen kalabrischer Herkunft, eine der drei Personen an der Spitze der «Schattenbank». Dem Bericht zufolge war er bereits in die Operation «Aemilia» verwickelt gewesen, die vor mehr als zehn Jahren gegen die ‘ndrangheta in Emilia Romagna durchgeführt worden war und durch bedeutende Verbindungen ins Tessin gekennzeichnet war. Der Mann, der mit dem Arena-Clan aus Crotone verbunden war, hatte die Wiederanlage der illegalen Erlöse des Clans über ein Netz von Scheinrechnungen begünstigt.
Die Gesellschaft aus Arzo
Der Vergleich mit dem Fall Arzo fügt der Rekonstruktion eine zweite Ebene hinzu. Im vergangenen Jahr gehörte eine Gesellschaft aus Arzo zu den im Rahmen der Untersuchung «Mondi paralleli» ins Visier genommenen Unternehmen, die einen von einer mafiaähnlichen Vereinigung in der Region Brescia organisierten Steuerbetrug betraf. In den Ermittlungsakten zum Fall Pero erscheint ebenfalls dieselbe Gesellschaft. Zusammen mit anderen Gesellschaften soll sie für einen betrügerischen Bankrott eingesetzt worden sein.
Die konkrete Verbindung zwischen den verschiedenen Dossiers besteht aus im Text genannten wiederkehrenden Elementen: Es tauchen erneut Scheinrechnungen, der Bezug zum Tessin und Gesellschaften auf, die bereits in anderen Rekonstruktionen erwähnt wurden. «Aemilia» ist in Emilia Romagna angesiedelt und liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück; «Mondi paralleli» betrifft die Region Brescia und bezieht sich auf das vergangene Jahr; das Verfahren von Pero verbindet die Gesellschaft aus Arzo mit den Akten zur Schattenbank. Der Bericht stellt somit unterschiedliche Zeiträume, Orte und Geschehnisse dar, die über Personen und Gesellschaften miteinander verknüpft werden.
Auch die verwendeten Verben markieren einen Unterschied. Die Begünstigung der Wiederanlage illegaler Erlöse wird auf die Vergangenheit des 51-Jährigen im Rahmen der Operation «Aemilia» bezogen. Bei der Gesellschaft aus Arzo wird der Einsatz im Fall Pero hingegen im Konditional ausgedrückt: Zusammen mit anderen wäre sie dazu eingesetzt worden, einen betrügerischen Bankrott zu begehen. Das Gesamtbild lässt der Quelle zufolge daher darauf schließen, dass das Tessin der organisierten Kriminalität weiterhin einen besonders günstigen Stützpunkt bietet.
Quelle: rsi.ch
Häufig gestellte Fragen
- Wann erfolgte die Festnahme und wo?
- Die Festnahme des 62-jährigen Neapolitaners erfolgte am 21. Oktober in Cassarate. Diese Person war an der Verwaltung von Geldflüssen, Konten und Kryptowährungsumtausch beteiligt.
- Wie hoch war der betroffene Betrag und in welchem Zeitraum?
- Zwischen Juli 2025 und März 2026 sollen nach Angaben der Ermittler etwa 50 Millionen Euro durch die Hände des 62-Jährigen gegangen sein.
- Welche Aufenthaltsbewilligung hatte der 62-Jährige in der Schweiz?
- Der 62-Jährige hatte im Kanton St. Gallen eine B-Bewilligung, wo er von Ende 2022 bis Mitte 2024 gewohnt hatte.
- Wo fanden die Geldtransfers statt?
- Die Gelder gelangten aus Luxemburg in die digitalen Wallets, nachdem sie auf ausländische Konten eingezahlt worden waren, und folgten dabei einem Weg, der Pero, Cassarate und Lugano umfasste.