Schweizer Studenten lesen weniger: Ergebnisse PISA 2025 (Grenzgänger-Leitfaden)

PISA 2025: Fünfzehnjährige Schweizerinnen und Schweizer glänzen in den Naturwissenschaften, aber Lesen und Mathematik sinken. 28,8% erreichen keine Mindestkompetenz. Die Umfrage zeigt den entscheidenden Einfluss der sozialen Herkunft.
Kontext
Kurz zusammengefasst
- PISA 2025: Schweiz fällt beim Lesen (-22 gegenüber 2015) und Mathematik (-22)
- Naturwissenschaften stabil und über OECD-Durchschnitt: 501 Punkte CH vs 482 OECD
- Schüler mit unzureichenden Ergebnissen nehmen zu: Lesen +8.8%, Mathematik +7.4%
- Soziale Herkunft ist entscheidend: benachteiligte Schüler zeigen geringere Leistungen
Schlüsselfakten
- Was: Internationale PISA-2025-Studie über Schulleistungen von Fünfzehnjährigen
- Wann: Ergebnisse am Dienstag von der Universität Bern veröffentlicht
- Wo: Schweiz, im Auftrag des Bundes und der Kantone
- Wer: Universität Bern, durchgeführt im Auftrag des Bundes und der Kantone
- Lesen: 470 Punkte (vs 492 im Jahr 2015), OECD-Durchschnitt 461 Punkte
- Mathematik: 499 Punkte (vs 521 im Jahr 2015)
- Naturwissenschaften: 501 Punkte (stabil, vs 482 OECD)
- Schüler mit unzureichenden Leistungen beim Lesen: 28.8% (vs 20% im Jahr 2015)
Die Leistungen in Naturwissenschaften bleiben stabil und liegen über dem OECD-Durchschnitt, aber die Zahl der Schüler mit unzureichenden Ergebnissen nimmt auch in Mathematik zu. Am Dienstag hat die Universität Bern die Ergebnisse der PISA-2025-Studie über Schweizer Fünfzehnjährige mitgeteilt: Daten, die die Stärke des nationalen Schulsystems in einigen Bereichen bestätigen, aber einen besorgniserregenden Rückgang beim Lesen und in der Mathematik aufzeigen.
In den Naturwissenschaften haben Schweizer Jugendliche einen Durchschnittswert von 501 Punkten erreicht und liegen damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 482 Punkten. Dieses Ergebnis bestätigt die Stabilität der Leistungen seit 2015, als die Punktzahl bereits hoch war. Im gleichen Zeitraum ist der OECD-Durchschnitt kontinuierlich gesunken, wodurch sich die Lücke zugunsten der Schweiz vergrößert hat.
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Operative Details
Im Vergleich mit den für die Schweizer Bildungspolitik besonders relevanten Referenzländern schneidet die Schweiz konstant gut ab. In den Naturwissenschaften erzielen nur Estland und Kanada in einigen Unterbereichen bessere Ergebnisse. In Mathematik zeichnet sich die Schweiz aus: nur Estland erreicht noch bessere Leistungen.
Beim Lesen liegen Estland und Kanada vor der Schweiz, während Finnland und Italien ein vergleichbares Niveau erreichen. Das bedeutet, dass die Schweiz trotz des Rückgangs gegenüber den Ländern, die historisch im Bildungsbereich hervorragend sind, konkurrenzfähig bleibt. Bei der Problemlösung auf der Grundlage von Modellen wird die Schweiz innerhalb der Referenzgruppe nur von Estland übertroffen, während sich Kanada statistisch auf gleichem Niveau befindet. Insgesamt rangiert die Schweiz unter den 20 leistungsstärksten der 91 teilnehmenden Länder.
Der Einfluss der sozialen Herkunft
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist der große Einfluss, den die soziale Herkunft immer noch auf den Schulerfolg ausübt. Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Verhältnissen erzielten im Durchschnitt deutlich schlechtere Ergebnisse als Altersgenossen aus privilegierter Herkunft.
Diese Lücke zwischen privilegierten und benachteiligten Jugendlichen erreichte 2022 ihren Höchststand, ist aber 2025 auf das Niveau von 2015 zurückgekehrt. Doch diese scheinbare Stabilisierung verbirgt eine besorgniserregende Dynamik: die Verbesserung spiegelt nicht wirksame Unterstützung für benachteiligte Jugendliche wider, sondern einen Leistungsrückgang auch bei privilegierten Schülern. Mit anderen Worten: Das System ist insgesamt gefallen, anstatt die Schwächsten zu unterstützen.
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Wichtige Punkte
Die PISA-Daten 2025 stellen eine Momentaufnahme der schulischen Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene dar. Für Schweizer Eltern ist die Botschaft zweifach: Einerseits behält das Schulsystem globale Wettbewerbsfähigkeit; andererseits deutet die wachsende Zahl von Schülern in Schwierigkeiten darauf hin, dass nicht alle jungen Menschen die notwendige Unterstützung erhalten, um Grundkompetenzen zu erreichen.
Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter beim Lesen oder in Mathematik Schwierigkeiten hat, ist das keine Anomalie, sondern Teil eines nationalen Trends. Dies bedeutet, dass Ressourcen für schulische Unterstützung (Nachhilfe, Förderprogramme, differenzierte Lernwege) in den Kantonen eine Priorität sein sollten. Schweizer Schulen müssen, obwohl sie auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig bleiben, gezielt intervenieren, um den Trend umzukehren.
Was können politische Entscheidungsträger tun
Von der Schweizer Regierung bis zu den Kantonen stellen diese Daten einen konkreten Handlungsaufruf dar. Die Schweiz bleibt auf internationaler Ebene in Naturwissenschaften und Mathematik führend, aber der Abwärtstrend in beiden Bereichen erfordert Aufmerksamkeit. Die Entscheidungsträger müssen bewerten, ob die Lehrpläne noch den modernen Anforderungen in Lesen und Mathematik gerecht werden, ob die Lehrkräfte über aktualisierte Methoden verfügen, wie die Auswirkungen der sozialen Herkunft auf die Leistung verringert werden können, und welcher Plan besteht, um den negativen Trend bis zum nächsten PISA-Zyklus umzukehren.
Die Schweiz rangiert unter den 20 leistungsstärksten Ländern der 91 Teilnehmer an der PISA-Untersuchung 2025. Um diese Position zu halten, sind strategische Interventionen und eine konstante Überwachung der nationalen Bildungstrajektorie erforderlich.
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Häufig gestellte Fragen
- Was sind die genauen Ergebnisse der PISA-ERHEBUNG 2025 für die Schweiz?
- In den Naturwissenschaften erreichten die 15-Jährigen in der Schweiz 501 Punkte und lagen damit über dem OECD-Durchschnitt von 482 Punkten. Im Lesen fiel die Punktzahl auf 470 Punkte (von 492 im Jahr 2015), immer noch über dem OECD-Durchschnitt von 461 Punkten. In der Mathematik betrug der Rückgang 521 auf 499 Punkte. Bei der modellbasierten Problemlösung erzielte die Schweiz 520 Punkte. Die erstmals getestete umweltwissenschaftliche Kompetenz erreichte 495 Punkte.
- Warum sinkt die Schweiz in Lesen und Mathematik, wenn sie zu den besten Ländern gehört?
- Die Schweiz ist nicht im Vergleich zu den absoluten internationalen Standards gesunken, sondern im Vergleich zu ihrer bisherigen Performance. Obwohl er weiterhin über dem OECD-Durchschnitt liegt, zeigt der Trend von 2015 bis 2025 in beiden Bereichen einen Rückgang um 22 Punkte. Die Schweiz bleibt in der globalen Elite-Gruppe, hat aber Positionen in ihrer internen Benchmark verloren.
- Wie wirkt sich die soziale Herkunft auf die schulische Leistung nach PISA 2025 aus?
- Die soziale Herkunft bleibt ein entscheidender Faktor. Studierende aus sozial benachteiligten Verhältnissen schnitten deutlich schlechter ab als privilegierte Altersgenossen. Die Kluft zwischen privilegierten und benachteiligten Jugendlichen erreichte 2022 ihren Höhepunkt und kehrte 2025 auf das Niveau von 2015 zurück. Diese Stabilisierung spiegelt jedoch einen generellen Rückgang auch bei den privilegierten Schülern wider, keine wirkliche Verbesserung für die weniger Begünstigten.
- Wie viele Schweizer Schüler erreichen die Mindestkompetenz nicht?
- Beim Lesen erreichten 28,8% der 15-Jährigen im Jahr 2025 nicht die Mindestkompetenz (2015 waren es 20%). In der Mathematik haben 23,2% der Schüler unzureichende Leistungen (2015 waren es 15,8%). In den Naturwissenschaften blieb der Anteil leistungsschwacher Studierender mit rund 21 Prozent stabil. Diese Erhöhungen stellen eine zunehmende Polarisierung im Schulsystem dar.
- Wie vergleicht sich die Schweiz mit Nachbarländern wie Italien und Finnland?
- In der Wissenschaft überholen nur Estland und Kanada die Schweiz in einigen Teilsektoren. In der Mathematik schneidet nur Estland besser ab. Beim Lesen liegen Estland und Kanada vor der Schweiz, während Finnland und Italien ein vergleichbares Niveau erreichen. Bei der modellbasierten Problemlösung liegt nur Estland in der Vergleichsgruppe vor der Schweiz, während Kanada statistisch auf dem gleichen Niveau liegt.