Scuola Ticino: PISA 2025 Ergebnisse rückläufig (Grenzgänger-Leitfaden)

Schüler aus dem Tessin in einem modernen Klassenzimmer mit Mathematikbüchern und digitalen Geräten

Im Jahr 2025 bleibt das Tessin unter den Top 10 der OECD in Mathematik, verliert aber Punkte. 27,2% der 15-Jährigen erreichen nicht die Mindestlektüre.

Kontext

In Kürze

  • PISA 2025: Tessin unter den Top 10 der OECD in Mathematik (492 Punkte vs. 463)
  • Alle Disziplinen seit 2022 rückläufig: lesen -24,1 Punkte
  • 27,2% der 15-Jährigen unter dem Mindestlevel beim Lesen
  • Geänderte Stichprobenzusammensetzung: +4,5% Studenten noch im unteren Durchschnitt

Eckdaten

  • Was: PISA-Erhebung 2025 über Kompetenzen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften
  • Wann: 2025 (Vergleich mit 2022 und Historikern seit 2015)
  • Wo: Tessin, Stichprobe aus 91 Teilnehmerländern
  • Wer: CIRSE der SUPSI im Auftrag des DECS
  • Noten: Mathematik 492 (OECD 463), Lesen 470 (OECD 461), Wissenschaften 492 (OECD 482)

Das Tessin hält Spitzenpositionen in der internationalen Rangliste PISA 2025 und gehört zu den Top Ten in Mathematik und zu den Top 20 in Naturwissenschaften und Lesen. Die Ergebnisse zeigen jedoch einen deutlichen Rückgang gegenüber 2022: Mathematik verliert 22,9 Punkte, Lesen 24,1 und Naturwissenschaften 16,5. Die Umfrage, die alle drei Jahre unter Mädchen und Jungen im Alter von etwa 15 Jahren durchgeführt wird, wurde vom Kompetenzzentrum Innovation und Forschung zu Bildungssystemen (CIRSE) der SUPSI im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Kultur und Sport (DECS) durchgeführt. Im Jahr 2025 wurde ein Modul zum Lernen in der digitalen Welt hinzugefügt.

Gemessen an den absoluten Punktzahlen verzeichnet das Tessin 492 Punkte in Mathematik gegenüber 463 im OECD-Durchschnitt - ein statistisch signifikanter Unterschied. In der Lesung liegt das Tessiner Ergebnis mit 470 Punkten im OECD-Durchschnitt.

Operative Details

Zusammensetzung der Probe: ein entscheidender Faktor

Bevor der Rückgang als einfache Erosion von Kompetenzen interpretiert wird, muss ein entscheidendes Element berücksichtigt werden: Die Zusammensetzung der Stichprobe hat sich zwischen den beiden Erhebungen erheblich verändert. Zwischen 2022 und 2025 sank der Anteil der 15-Jährigen, die die Sekundarstufe II besuchten, von 81,4% auf 76,9%. Parallel dazu stieg der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die noch in der Mittelschule sind, von 18,6% auf 23,1%. Dies bedeutet, dass im Jahr 2025 ein größerer Teil der 15-jährigen Tessiner den Test bestanden hat, während sie sich noch in der Sekundarstufe I befanden, mit einer insgesamt kürzeren Schulzeit als die bereits in der Sekundarstufe II eingeschriebenen Gleichaltrigen.

Das DECS hält es für notwendig, dieses Element zu vertiefen, da es die Gesamtpunktzahl erheblich beeinflusst haben könnte. Ein Schüler, der noch die Mittelschule besucht, hat vermutlich weniger Unterrichtsstunden in Fächern wie Mathematik und Naturwissenschaften angesammelt als ein Schüler bereits in der Sekundarstufe II. Diese Variable kann einen Teil, wenn nicht die Gesamtheit, der beobachteten Kontraktion erklären.

Der Abwärtstrend ist nicht nur im Tessin zu beobachten. Dieselbe Kontraktion ist in der Schweiz und im OECD-Durchschnitt zu beobachten, was auf ein breiteres strukturelles Phänomen hindeutet. Für das Tessin bleibt es jedoch eine Priorität zu verstehen, ob der Rückgang auf demografische Veränderungen der Stichprobe oder auf einen tatsächlichen Rückgang der pädagogischen Fähigkeiten zurückzuführen ist.

Positives: Fairness und Exzellenz

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Wichtige Punkte

Perspektiven und Auswirkungen auf das Bildungssystem

Die PISA-Ergebnisse 2025 werfen relevante Fragen zur Bildungspolitik auf kantonaler Ebene auf. Die Verschlechterung der Ergebnisse, besonders beim Leseverständnis, deutet auf die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Verbesserung der Textkomprehension hin. Es handelt sich nicht nur um ein isoliertes schulisches Problem. Lesefähigkeit ist auch eine Schlüsselkompetenz auf dem Schweizer Arbeitsmarkt, wo Berufe zunehmend die Fähigkeit erfordern, komplexe Informationen zu verarbeiten, technische Dokumentation zu lesen und schriftlich zu kommunizieren.

Das DECS muss überprüfen, ob die Ursachen in demografischen Veränderungen der Stichprobe liegen (höherer Anteil von Schülern der Sekundarstufe I) oder in tatsächlichen pädagogischen Faktoren. Sobald diese Aspekte geklärt sind, können spezifische Maßnahmen entworfen werden: Verbesserung des Leseunterrichts in den Mittelschulen, Überprüfung der Lehrpläne, Lehrerfortbildung oder innovative Nutzung digitaler Tools. Das 2025 hinzugefügte Modul zum Lernen in der digitalen Welt stellt bereits einen Schritt in diese Richtung dar.

Der allgemeine Rückgang—auch auf Schweizer und OECD-Ebene—deutet darauf hin, dass der Tessin nicht isoliert mit dieser Herausforderung konfrontiert ist. Es ist möglich, dass globale Faktoren (Nachwirkungen der Pandemie, Veränderungen in Lernumgebungen, intensivere Nutzung von Geräten) eine Rolle gespielt haben. Die interne Task Force des DECS muss daher sowohl nationale und internationale Daten als auch spezifisch Tessiner Daten analysieren, um eine ausgewogene Strategie zu entwickeln.

Häufig gestellte Fragen
Was ist die PISA-Umfrage und wie funktioniert sie?
PISA (Programme for International Student Assessment) ist eine alle drei Jahre durchgeführte internationale Umfrage der OECD, die die Fähigkeiten von Mädchen und Jungen im Alter von etwa 15 Jahren in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften misst. Im Jahr 2025 waren 91 Länder beteiligt, darunter die Schweiz und das Tessin. Die Umfrage wird vom CIRSE der SUPSI im Auftrag des Tessiner DECS durchgeführt und liefert internationale Benchmarks zur Bewertung der Qualität der Bildungssysteme.
Warum ist das Tessin seit 2022 rückläufig?
Zwischen 2022 und 2025 verlor das Tessin 22,9 Punkte in Mathematik, 24,1 in Lesen und 16,5 in Naturwissenschaften. Eine der Ursachen könnte in der Zusammensetzung der Stichprobe liegen: Im Jahr 2025 stieg der Anteil der 15-Jährigen, die noch in der Mittelschule sind, von 18,6% auf 23,1%, während der Anteil in der Sekundarstufe II von 81,4% auf 76,9% sank. Das DECS hält es für notwendig, zu untersuchen, ob der Rückgang auf diese demografischen Veränderungen oder auf tatsächliche pädagogische Fakt
Was ist die besorgniserregendste Tatsache beim Lesen?
Die kritischste Tatsache ist, dass 27,2% der 15-jährigen Tessiner nicht das OECD-Niveau 2 (Mindestschwelle für Lesekompetenz) erreichen. Im Jahr 2015 betrug dieser Prozentsatz 16,4%: In zehn Jahren stieg er um fast 11 Prozentpunkte. Lesen ist auch im Umgang mit Mathematik und Naturwissenschaften eine grundlegende Querschnittskompetenz, daher beeinträchtigt dieses Defizit das Gesamtlernen.
Gibt es Positives an den Tessiner PISA 2025-Ergebnissen?
Ja, verschiedene. Das Tessin bleibt unter den Top Ten in Mathematik (492 Punkte gegenüber 463 OECD-Punkten) und unter den Top 20 in Wissenschaft und Lesen von 91 Ländern. Zudem zeigt das Tessiner Schulsystem mehr Fairness als der Schweizer Durchschnitt: Der Abstand zwischen guten und schwierigen Schülern ist kleiner. In den Wissenschaften zeichnen sich die Tessiner Schülerinnen und Schüler bei der Bewertung von wissenschaftlichen Projekten und Umweltkompetenzen aus.
Welche Maßnahmen wird DECS ergreifen, um den Rückgang anzugehen?
Das DECS hat erklärt, dass es notwendig ist, die Ursachen zu untersuchen, bevor gezielte Maßnahmen ergriffen werden. Mögliche Handlungsfelder: Verbesserung des Textverständnisses, Lehrerausbildung, innovativer Einsatz digitaler Werkzeuge (bereits im Modul 2025 eingeführtes Thema). Die nächste Pisa-Umfrage (2028) wird zeigen, ob die Interventionen bei der Wiedererlangung von Kompetenzen, insbesondere beim Lesen, Früchte getragen haben.

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