Unternehmen erkennen Qualifikationsengpässe bei Auszubildenden (Grenzgänger-Leitfaden)

Umfrage von Economiesuisse zeigt kritische Lücken in Schreiben und Mathematik bei Schweizer Lernenden. Drei Viertel der Unternehmen bieten zusätzliche Unterstützung.
Kontext
Kurz zusammengefasst
- Kritische Lücken in den Schreib- und Mathematikfähigkeiten bei Schweizer Lehrlingen
- Kontinuierliche Verschlechterung in den letzten 5-10 Jahren laut Umfrage
- 75% der Unternehmen bieten zusätzliche Unterstützung, um die Lücken zu schließen
Wichtige Fakten
- Was: Umfrage über Mängel in den Grundkompetenzen von Lehrlingen
- Wann: Heute veröffentlicht von Economiesuisse, USAM und USI
- Wo: Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen
- Wer: Economiesuisse, USAM (Schweizerischer Gewerbeverband), USI (Schweizerischer Arbeitgeberverband)
- Stichprobe: Etwa 2.900 befragte Ausbildungsverantwortliche
- Trend: Kontinuierliche Verschlechterung in den letzten 5-10 Jahren
- Unterstützung: ~75% der Unternehmen bieten zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen
Economiesuisse, der Schweizerische Gewerbeverband (USAM) und der Schweizerische Arbeitgeberverband (USI) haben heute eine Umfrage veröffentlicht, die ein strukturelles Problem der schweizerischen Berufsbildung aufzeigt: Ein Großteil der Unternehmen stellt erhebliche Lücken in den Grundkompetenzen ihrer Lehrlinge fest.
Die Umfrage, die etwa 2.900 Ausbildungsverantwortliche aus verschiedenen Unternehmen befragte, zeigt, dass sich die Mängel kontinuierlich verschlechtert haben. In den letzten fünf bis zehn Jahren haben sich die Defizite erheblich verschärft. Besonders betroffen sind die Schreibfähigkeiten und die mathematischen Fähigkeiten – zwei grundlegende Fähigkeiten für den Erfolg der Berufsbildung.
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Operative Details
Der Kontext der Verschlechterung
Der negative Trend, der sich aus der Umfrage ergibt, ist nicht episodisch. Die anhaltende Verschlechterung in den letzten fünf bis zehn Jahren spiegelt umfassendere Veränderungen im Schweizer Bildungssystem wider. Grundkompetenzen – insbesondere Schreiben und Rechnen – bilden die Grundlage für die duale Berufsausbildung, ein System, das traditionell ein hohes internationales Ansehen genießt.
Wenn uns diese grundlegenden Fähigkeiten fehlen, leidet der gesamte Bildungsprozess darunter. Die Auszubildenden haben Schwierigkeiten, dem fachlichen Fachunterricht zu folgen, die Ausbilder verbringen Stunden mit Nachholstunden, die während der obligatorischen Schulzeit hätten behandelt werden müssen, und die Unternehmen stehen vor einer unvorhergesehenen organisatorischen Komplexität.
Die konkreten wirtschaftlichen Folgen
Die Tatsache, dass drei Viertel der Unternehmen bereits zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen anbieten, ist keine Lösung – es ist ein Symptom für ein strukturelles Problem. Es bedeutet, dass das System das Defizit "absorbiert", jedoch auf Kosten der Rentabilität und Effizienz des Unternehmens.
Interne und externe Maßnahmen sind mit Kosten verbunden: Stunden engagierter Ausbilder, spezialisierte externe Kurse, zusätzliches individuelles Mentoring. Die Studie unterstreicht deutlich, dass die Kosten beträchtlich sind – wenn auch nicht in genauen Zahlen quantifiziert – und auf den Schultern der Organisationen lasten, die die Lehrstellen verwalten.
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Wichtige Punkte
Was unternehmen unternehmen, um das Problem anzugehen
Die Tatsache, dass 75 % der Unternehmen zusätzliche Unterstützung leisten, zeigt, dass der Privatsektor nicht auf eine institutionelle Lösung wartet, sondern eigenständig handelt. Diese Maßnahmen umfassen sowohl interne als auch externe Interventionen: personalisierte Nachhilfeprogramme, Italienisch- und Mathematikunterricht durch spezialisierte Firmentrainer, die Nutzung externer Ausbildungseinrichtungen zur Genesung oder Partnerschaften mit anerkannten Schulförderungszentren.
Allerdings verfügen nicht alle Unternehmen über die Ressourcen, um diese zusätzlichen Kosten zu tragen. Größere Unternehmen können sich spezielle Ausbildungs- und Wiederherstellungsteams leisten; kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft – befinden sich in einer fragileren Lage. Die Investition eines zusätzlichen Budgets zur Schließung von Lücken in der Schulpflicht erhöht Druck auf die Gewinnmargen und verringert die Investitionsmöglichkeiten für technologische Innovationen und Infrastruktur.
Die Rolle der beruflichen Bildung und Weiterbildung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt
Die Schweizer doppelte berufliche Ausbildung und Ausbildung bleibt eines der beliebtesten und effizientesten Systeme der Welt. Die Umfrage zeigt jedoch, dass das System beginnt, Risse in seinen Fundamenten zu zeigen. Wenn Grundkenntnisse in der Pflichtschule nicht ausreichend vermittelt werden, liegt die Aufgabe bei denen, die die Weiterbildung verwalten: Unternehmen und Berufszentren.
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Häufig gestellte Fragen
- Welche Kompetenzen leiden laut Umfrage am meisten unter den Schweizer Auszubildenden?
- Laut der Umfrage von ECONOMIESUISSE, USAM und USI werden Schreibkompetenzen und mathematische Fähigkeiten kritisch beurteilt. Diese beiden Bereiche stellen die wichtigsten Schwächen dar, die Unternehmen bei Schweizer Lernenden feststellen.
- Seit wann verschärft sich das Problem des Mangels an Grundkompetenzen?
- Die Umfrage zeigt eine kontinuierliche Verschlechterung in den letzten fünf bis zehn Jahren. Es handelt sich nicht um ein neues Phänomen, sondern um einen konsolidierten und sich beschleunigenden Trend, wie die drei Wirtschaftsverbände betonen.
- Welcher Prozentsatz der Betriebe bietet zusätzliche Unterstützung für Auszubildende?
- Rund drei Viertel der Betriebe (75%) unterstützen die Lernenden bereits heute mit zusätzlichen internen oder externen Massnahmen, um Lücken in den Grundkompetenzen zu schliessen. Dabei handelt es sich um Mentoring-Programme, Fachkurse und Partnerschaften mit externen Bildungsträgern.
- Welche konkreten Konsequenzen ergeben sich für die Unternehmen aus diesen Mängeln?
- Die Unternehmen stehen vor drei konkreten Problemen: Es wird schwieriger, geeignete Auszubildende zu rekrutieren, die Belastung der Jugendbetreuung steigt und die zusätzlichen Unterstützungsmassnahmen führen zu erheblichen Kosten, die direkt in die Unternehmensbilanzen einfliessen.
- Wer hat die Umfrage durchgeführt und wie viele Unternehmen wurden befragt?
- Die Umfrage wurde von Economiesuisse, dem Schweizerischen Gewerbeverband (SVV) UND dem Schweizerischen Arbeitgeberverband (SGB) durchgeführt. Es wurden rund 2.900 Ausbildungsleiter aus verschiedenen Schweizer Unternehmen befragt.
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