Warum die Schweiz die USA für den Angriff auf den Iran nicht sanktioniert

Ignazio Cassis erklärt, dass jeder Krieg anders ist und dass die Schweiz das Vorgehen der USA nicht verurteilen kann, ohne konkrete Fakten aufzuzeigen.
Kontext
Kurz gesagt
- Die Schweiz bestraft die USA nicht für den Angriff auf den Iran
- Jeder Krieg ist anders, sagt Ignazio Cassis
- Die Schweiz könnte freundschaftliche Beziehungen mit anderen Ländern verlieren
Wichtige Fakten
- Was: Interview mit Ignazio Cassis über Neutralität und Sanktionen
- Wann: 27. September 2024
- Wo: Bern
- Wer: Ignazio Cassis, Bundesrat
- Betrag: Nicht spezifiziert
In einem Live-Interview aus Bern hat der Bundesrat Ignazio Cassis auf Fragen der Redaktion und Leser von 20 Minuten zur Initiative für Neutralität geantwortet, die am 27. September zur Abstimmung steht. Der Hauptfaden des Gesprächs war der Preis, den die Schweiz international zu zahlen haben könnte, je nach Abstimmungsergebnis, mit einem Blick auf das parallel laufende Thema der bilateralen Verträge mit der Europäischen Union.
Sanktionen gegen Russland und nicht gegen die USA
Cassis schließt aus, dass ein Ja zur Initiative die Schweiz direkt sanktioniert, weil er der Meinung ist, dass dies keine Verletzung des internationalen Rechts darstellen würde. Der Preis würde sich jedoch anderswo bezahlen lassen: "Aber sie werden weniger nachgiebig und sehr viel weniger freundlich zu uns sein; die Beziehungen werden sich abkühlen. Das ist so sicher wie der Tod und die Steuern", hat er gesagt. Auf militärischem Gebiet ist die Lage noch klarer: bei Annahme der Initiative würde die Zusammenarbeit mit der NATO "nett" eingeschränkt werden. Auch die UNO-Sanktionen blieben theoretisch möglich, aber das Veto der Großmächte würde sie de facto unanwendbar gegen Russland, die USA oder China machen. Zu den bereits bestehenden Sanktionen gegen Moskau sagt Cassis, dass dies eine gewogene Entscheidung war: "Eine solche Verletzung des internationalen Rechts kann nicht einfach verurteilt werden; man muss mit konkreten Tatsachen belegen, dass wir sie nicht akzeptieren können". Zur Frage, warum andere Länder, wie die USA für den Angriff auf den Iran, nicht gleich sanktioniert werden, antwortet er: "Eine gute Frage, die mir erlaubt zu sagen, dass jeder Krieg anders ist". Er erinnert daran, dass auch die UNO nicht eingegriffen hat, blockiert vom amerikanischen Veto, und dass das Schweizer Gesetz autonome Sanktionen nur dann zulässt, wenn sie von der UNO oder den Hauptwirtschaftspartnern, also der EU, verhängt werden; Bern hat den Angriff auf Teheran verurteilt und die Waffenlieferungen an Washington eingestellt.
Internationale Lage "sehr schwierig"
Cassis betont besonders die Beziehungen zu Brüssel. Die parlamentarische Debatte über die bilateralen Verträge mit der EU findet im Herbst statt, und für ihn sind heute "ruhige und stabile" Beziehungen zu den Nachbarn von großer Bedeutung, in einem Kontext, den er ohne Umschweife beschreibt: "Die geopolitische Lage verändert sich schnell, und nicht unbedingt in die richtige Richtung". Die internationalen Regeln, die die Schweiz schützen, fügt er hinzu, "werden immer mehr in Frage gestellt", in einer Phase, die er als "sehr schwierig" beschreibt. Bei der Frage nach einem eventuellen Rücktritt vor der Volksabstimmung über die EU-Verträge, antwortet Cassis ausweichend: "Wenn ich wüsste, wann sich diese Volksabstimmung abhält, könnte ich eine Antwort geben", damit er nicht bestätigen oder leugnen muss, ob er sich 2027 wieder kandidieren wird. Zu den Vorwürfen aus Moskau und von Zelensky, dass die Neutralität bereits verloren sei, antwortet Cassis, dass die russische Reaktion "natürlich vorhersehbar" war von einem sanktionierten Staat, während er sich auf die ukrainische Anspielung mit einem knappen: "Ich weiß nicht genau, worauf sich das bezieht" begrenzt.
Operative Details
Praktische Auswirkungen auf die Schweiz
Die Interview von Ignazio Cassis beleuchtet die potenziellen Konsequenzen der Abstimmung über das Initiativreferendum zur Neutralität. Wenn die Schweiz sich für eine neutrale Position entscheiden würde, könnte sie verschiedene Herausforderungen bewältigen, darunter den Verlust freundschaftlicher Beziehungen mit anderen Ländern und die Einschränkung der militärischen Zusammenarbeit mit der NATO. Zudem könnte die Schweiz unter das Risiko von UN-Sanktionen geraten, auch wenn das Veto der Großmächte diese in der Praxis gegen Russland, die USA oder China unwirksam machen würde.
Vergleich mit anderen Ländern
Die Schweiz verhängt keine Sanktionen gegen die USA für den Angriff auf den Iran, im Gegensatz zu anderen Ländern. Cassis erklärt, dass jeder Krieg anders ist und die Schweiz nicht einfach die Handlungen der USA verurteilen kann, ohne konkrete Beweise vorlegen zu können. Dieser ausgewogene Ansatz könnte die Position der Schweiz in Zukunft beeinflussen, insbesondere in einem sich schnell verändernden geopolitischen Kontext.
Konkrete Szenarien
Wenn die Schweiz sich für eine neutrale Position entscheiden würde, könnte sie verschiedene Herausforderungen bewältigen, darunter den Verlust freundschaftlicher Beziehungen mit anderen Ländern und die Einschränkung der militärischen Zusammenarbeit mit der NATO. Zudem könnte die Schweiz unter das Risiko von UN-Sanktionen geraten, auch wenn das Veto der Großmächte diese in der Praxis gegen Russland, die USA oder China unwirksam machen würde. Wenn sich die Schweiz jedoch für keine neutrale Position entscheiden würde, könnte sie stabile Beziehungen mit den Nachbarländern aufrechterhalten und die militärische Zusammenarbeit mit der NATO fortsetzen. Dieses Szenario könnte die Position der Schweiz in Zukunft beeinflussen, insbesondere in einem sich schnell verändernden geopolitischen Kontext.
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Wichtige Punkte
Konkrete Aktionen für Schweizer Bürger
Die Schweizer Bürgerinnen und Bürger müssen über Abstimmungen und parlamentarische Debatten im Zusammenhang mit der Neutralitätsinitiative informiert werden. Es ist wichtig, die Nachrichten zu verfolgen und an den Debatten teilzunehmen, um die Auswirkungen der Abstimmung besser zu verstehen. Zudem müssen die Schweizer Bürgerinnen und Bürger auf Veränderungen in den internationalen Beziehungen der Schweiz vorbereitet sein, insbesondere in einem sich schnell verändernden geopolitischen Umfeld.
Schritt-für-Schritt-Verfahren
1. Informieren Sie sich: Verfolgen Sie die parlamentarischen Nachrichten und Debatten im Zusammenhang mit der Neutralitätsinitiative. 2. Teilnehmen: An Diskussionen teilnehmen und seine Meinung äußern. 3. Bereiten Sie sich vor: Bereiten Sie sich auf Veränderungen in den internationalen Beziehungen der Schweiz vor.
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Quelle: tio.ch
Häufig gestellte Fragen
- Warum sanktioniert die Schweiz die USA nicht für den Angriff auf den Iran?
- Bundesrat Ignazio Cassis erklärte, dass jeder Krieg anders sei und die Schweiz das Vorgehen der USA nicht einfach verurteilen könne, ohne konkrete Fakten aufzuzeigen. Darüber hinaus hat die UNO nicht eingegriffen, sondern wurde durch das amerikanische Veto blockiert, und das Schweizer Gesetz erlaubt autonome Sanktionen nur, wenn sie von der UNO oder den wichtigsten Handelspartnern, nämlich der EU, verhängt werden.
- Welche möglichen Folgen hat die Abstimmung über die Neutralitätsinitiative?
- Sollte sich die Schweiz für eine neutrale Haltung entscheiden, könnte sie mit mehreren Herausforderungen konfrontiert werden, darunter dem Verlust freundschaftlicher Beziehungen zu anderen Ländern und der Einschränkung der militärischen Zusammenarbeit mit der NATO. Zudem könnte die Schweiz mit UNO-Sanktionen konfrontiert werden, auch wenn das Vetorecht der Grossmächte sie gegen Russland, die USA oder China faktisch undurchsetzbar machen würde.
- Wie können sich Schweizer Bürgerinnen und Bürger auf Veränderungen in den internationalen Beziehungen vorbereiten?
- Die Schweizer Bürgerinnen und Bürger müssen über Abstimmungen und parlamentarische Debatten im Zusammenhang mit der Neutralitätsinitiative informiert werden. Es ist wichtig, die Nachrichten zu verfolgen und an den Debatten teilzunehmen, um die Auswirkungen der Abstimmung besser zu verstehen. Zudem müssen die Schweizer Bürgerinnen und Bürger auf Veränderungen in den internationalen Beziehungen der Schweiz vorbereitet sein, insbesondere in einem sich schnell verändernden geopolitischen Umfeld.
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