Schweizer Vorsorge: Sparrekord und AHV-Befürchtungen (Grenzgänger-Leitfaden)

Vorsorgedokumente und Taschenrechner auf einem Büroschreibtisch in der Schweiz

Das Raiffeisen- und ZHAW-Barometer zeigt mit 725 Punkten Vorsorgebedingungen auf Rekordhoch, doch 39 Prozent der Befragten fürchten um die Zukunft der AHV.

Kontext

In Kürze

  • Raiffeisen-Barometer: Vorsorgebedingungen auf historischen Höchstständen
  • Aktueller Wert: 725 Punkte von 1000, steigend gegenüber 2018
  • 79 % der Befragten besitzen eine Säule 3a
  • Zukunftsängste bezüglich der AHV: 39 % der Befragten sind besorgt

Key Facts

Institut: Raiffeisen-Barometer und ZHAW Aktueller Wert: 725 Punkte Wert 2018: 587 Punkte Anteil Säule 3a: 79 % AHV-Besorgnis: 39 % Umfrage-Stichprobe: über 1000 Personen (18-65 Jahre)

Das Raiffeisen-Barometer, das in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erstellt wurde, zeigt, dass sich das Schweizer Vorsorgesystem weiter verbessert hat. Die Daten belegen, dass die wirtschaftlichen Bedingungen der Vorsorgesysteme historische Höchststände erreicht haben, mit einem Wert von 725 Punkten auf maximal 1000. Dieser Wert stellt eine Steigerung von 28 Punkten gegenüber dem Vorjahr dar und ist ein signifikanter Sprung im Vergleich zu den 587 Punkten, die in der ersten Ausgabe im Jahr 2018 ermittelt wurden.

Die Treiber des Vorsorgewachstums

Laut Jürg Portmann, Co-Leiter des Instituts für Risk & Insurance der ZHAW, ist dieses Ergebnis das Resultat zweier Hauptfaktoren: der hervorragenden finanziellen Gesundheit der Pensionskassen und einer höheren Sparneigung in der Bevölkerung. Die Verbesserung betrifft insgesamt alle drei Säulen der Schweizer Vorsorge. Tashi Gumbatshang, Führungskraft bei Raiffeisen, bestätigte, dass das aktuelle Niveau das höchste ist, das seit Beginn der Untersuchungen jemals verzeichnet wurde.

Operative Details

Analyse der Zusatzvorsorge

Die Analyse des Barometers zeigt eine deutliche Veränderung der persönlichen Spargewohnheiten. Der Anteil der Personen, die eine Säule 3a zur Altersergänzung nutzen, erreichte mit 79% einen neuen Höchststand. Dieser Trend deutet auf ein stärkeres Bewusstsein für die Notwendigkeit hin, die Renten der ersten beiden Säulen zu ergänzen, um den Lebensstandard nach der Pensionierung aufrechtzuerhalten.

Die Auswirkungen der neuen Einzahlungsregeln

Von grossem Interesse für die in der Schweiz Ansässigen ist die für Anfang 2026 vorgesehene Einführung der Möglichkeit, Beitragslücken im Segment 3a nachträglich zu schliessen. Jürg Portmann schlägt vor, dass diese Neuheit dem privaten Sparen einen weiteren Schub geben könnte. Die aktuellen Daten zeigen jedoch eine Diskrepanz zwischen der Kenntnis der Norm und ihrer praktischen Anwendung: Während 63% der Stichprobe die neue Regel kennen, haben nur 5% tatsächlich eine Ergänzungszahlung geleistet.

Dieses Szenario deutet darauf hin, dass viele Steuerzahler die Transaktion möglicherweise noch nicht geplant haben oder den Steuer- und Sozialversicherungsvorteil nicht vollständig verstehen. Das Potenzial, Lücken zu schließen, ist daher für die Erwerbsbevölkerung nach wie vor sehr groß. Wer in den vergangenen Jahren nicht regelmässig in die dritte Säule eingezahlt hat, könnte in diesem Mass eine Chance finden, sein Pensionskapital zu erhöhen.

Die Herausforderung der vorzeitigen Pensionierung

Der Wunsch zu verlassen

Nützliche Tools für die Planung

Für Ihre Vorsorgestrategie nutzen Sie den Rentenplaner und den Säule-3-Simulator.

Wichtige Punkte

Strategien für die Vorsorgeintegration

Für Personen, die in der Schweiz leben und arbeiten, legt das aktuelle Szenario des Raiffeisen-Barometers die Bedeutung einer aktiven Planung nahe. Da 39 % der Bevölkerung die Nachhaltigkeit der AHV befürchten, wird die Nutzung ergänzender Instrumente essenziell, um zukünftige Risiken zu mindern und eine angemessene Rente zu gewährleisten.

Schritte zur Optimierung des Sparens

Um die eigene Vorsorge korrekt zu verwalten, können folgende operative Schritte befolgt werden:

  • Analyse von Vorsorgelücken: Überprüfung der eingezahlten Beiträge in der ersten und zweiten Säule, um allfällige Fehljahre zu identifizieren.
  • Planung der dritten Säule: Da 79 % der Befragten bereits die Säule 3a nutzen, ist es ratsam, die verschiedenen Sparlösungen zu vergleichen, um die Renditen zu maximieren.
  • Bewertung des Beitragsnachkaufs: In Hinblick auf Anfang 2026 sollte die notwendige Liquidität vorbereitet werden, um Lücken im Segment 3a zu schliessen, da dies bisher nur 5 % getan haben.
  • Prüfung der beruflichen Flexibilität: Bewertung der Option einer Teilzeitarbeit in der Endphase der Karriere – eine Möglichkeit, die zwei Drittel der Befragten in Betracht ziehen, um die Schwierigkeiten einer vorzeitigen Pensionierung auszugleichen.

Unterstützungsinstrumente

Die Verwaltung der Vorsorge erfordert präzise Berechnungen, insbesondere bei der Bewertung der Auswirkungen von Umwandlungssätzen oder der Notwendigkeit von Zusatzbeiträgen. Für diejenigen, die eine klarere Vorstellung von ihrer finanziellen Situation gewinnen möchten und wissen wollen, wie sich die Beiträge auf den Nettolohn und die zukünftige Rente auswirken, ist die Nutzung von Simulationstools hilfreich.

Häufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten Ergebnisse des Raiffeisen Barometers?
Das mit der ZHAW erstellte Barometer zeigt, dass das Schweizer Vorsorgesystem mit einem Wert von 725 von 1000 Punkten ein Allzeithoch erreicht hat. Dies entspricht einer Steigerung von 28 Punkten gegenüber dem Vorjahr und einer deutlichen Verbesserung gegenüber den 587 Punkten im Jahr 2018. Das Wachstum ist auf die gute finanzielle Gesundheit der Pensionskassen und die erhöhte Sparbereitschaft der Bevölkerung zurückzuführen.
Wie ist die aktuelle Situation der Säule 3a in der Schweiz?
Die Verwendung der Säule 3a hat einen neuen Rekord erreicht, wobei 79% der Befragten eine Säule besitzen, um die Altersrente zu ergänzen. Zudem ist für Anfang 2026 die Möglichkeit vorgesehen, Beitragslücken in diesem Segment nachträglich zu schliessen. Obwohl 63% der Stichprobe diese Norm kennen, haben bisher nur 5% tatsächlich eine Ergänzungszahlung geleistet.
Welche Bedenken bestehen hinsichtlich einer vorzeitigen Pensionierung?
Mehr als die Hälfte der 51- bis 65-Jährigen möchte vorzeitig in Rente gehen, aber fast ein Drittel glaubt, dies nicht tun zu können. Tashi Gumbatshang definiert dieses Bestreben als «Wunsch statt Wirklichkeit». Faktoren wie sinkende Konversionsraten, steigende Lebenserwartung und weniger lineare Karrieren machen den Vorruhestand komplexer, was zwei Drittel der Befragten dazu veranlasst, länger zu arbeiten.

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