Raiffeisen streicht bis 2027 180 Stellen (Grenzgänger-Leitfaden)

Schweizer Finanzamt mit Mitarbeitern bei der Arbeit an Schreibtischen, fotografiert im realistischen DSLR-Stil.

Raiffeisen kündigt den Abbau von bis zu 180 Stellen an, um die Kosten um 60 Millionen Franken zu senken. Strukturelle Reorganisation in sechs Abteilungen ab Oktober.

Kontext

In Kürze

  • Raiffeisen streicht bis zu 180 Stellen im Sparprogramm
  • Kostenreduzierung von rund 60 Millionen Franken bis 2027
  • Reorganisation in 6 Abteilungen ab Oktober 2026
  • Rekord-Halbjahresergebnis: CHF 659.3 Mio. (+18.9%)

Eckdaten

  • Was : Stellenabbau und strukturelle Reorganisation von Raiffeisen Schweiz
  • Wann: Schneiden bis 2027; Reorganisation ab Oktober 2026
  • Wo: St. Gallen (Konzernsitz)
  • Wer: Raiffeisen Schweiz (insgesamt 13'000 Mitarbeitende)
  • Aufwandsbetrag: CHF 60 Mio. zu reduzieren; Halbjahresgewinn CHF 659.3 Mio.
  • Datum der Ankündigung: 26. August 2026

Raiffeisen Schweiz kündigte am Mittwoch, 26. August, den Abbau von bis zu 180 Stellen im Rahmen eines Sparprogramms an. Ziel ist es, die Personal- und Gemeinkosten bis 2027 um rund 60 Millionen Franken zu senken. Das kommuniziert die Genossenschaft, die derzeit rund 13'000 Mitarbeitende beschäftigt.

Die Kürzung erfolgt nicht durch Massenentlassungen. Mehr als die Hälfte der Stellen wird durch die natürliche Fluktuation des Personals, den Abbau von freien Stellen, den Abbau von externem Personal und Vorruhestandsregelungen gestrichen. Ein Ansatz, der die Bereitschaft widerspiegelt, das Berufstrauma zu begrenzen und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Strukturelle Reorganisation ab Oktober

Gleichzeitig organisiert sich Raiffeisen Schweiz strukturell neu. Ab Oktober

Operative Details

Nationaler Arbeitsmarkt: Was ändert sich

Die Ankündigung von Raiffeisen kommt in einem Kontext von Umwälzungen im Schweizer Finanzsektor an. Der Abbau von 180 Stellen stellt eine erhebliche Herausforderung für den nationalen Arbeitsmarkt dar, besonders in den Bereichen Banken und Verwaltung. Die überwiegende Nutzung von natürlicher Fluktuation und Frühpensionierungen deutet jedoch auf eine weniger traumatische Strategie hin als direkte Massenkündigungen.

Raiffeisen präzisiert, dass mehr als die Hälfte der Kürzungen ohne erzwungene Massnahmen erfolgt: durch natürliche Pensionierungen von Mitarbeitern, Verzicht auf die Besetzung vakanter Stellen und Reduzierung von externem Personal (Berater, Auftragnehmer). Nur ein kleinerer Anteil wird echte verhandelte Frühpensionierungen umfassen, eine gängige Praxis bei Schweizer Banken, wenn das Unternehmen sich verkleinern möchte. Diese Wahl reduziert den Rückgriff auf echte Kündigungen.

Sparstrategien im Finanzsektor

Die Kürzung um CHF 60 Millionen operativer Kosten, die bis 2027 realisiert werden sollen, entspricht einem erheblichen Durchschnittswert. Für eine Institution mit 13'000 Mitarbeitern zeigt diese Zahl, wie Raiffeisen die Struktur optimieren möchte, ohne ganze Bereiche abzubauen. Die Reorganisation in sechs Abteilungen reagiert auf Logiken der Entscheidungszentralisierung und Reduzierung von Verwaltungsebenen.

Die Schaffung einer speziellen Abteilung 'Produkte und Lösungen' deutet auf einen verstärkten Fokus auf Innovation und Customisierung des Angebots für private und geschäftliche Kunden hin. Diese strukturelle Veränderung zielt darauf ab, die Expertise auf Bereiche mit hoher Wertschöpfung zu konzentrieren und damit den numerischen Personalabbau auszugleichen.

Wichtige Punkte

Was tun, wenn du bei Raiffeisen arbeitest

Falls du ein Mitarbeiter der Raiffeisen bist, legt die offizielle Mitteilung vom 26. August eine implizite Frist fest: Die Reorganisation tritt im Oktober 2026 in Kraft, die Kürzungen müssen bis 2027 abgeschlossen sein. Dies bedeutet, dass persönliche Mitteilungen und individuelle Verfahren in den kommenden Wochen beginnen werden.

Falls du von einem Vorsorgepensionierungsangebot betroffen bist, überprüfe bei deinem Vorgesetzten oder der Personalabteilung, welche Bedingungen gelten: Mindestalter, Rentensenkung AVS/LPP, angebotene Zeitzuschläge. Raiffeisen verfügt als Institution mit 13'000 Mitarbeitern über standardisierte Verfahren und Berater, um persönliche Bedingungen auszuhandeln.

Wenn deine Position abgebaut wird, hast du Anspruch auf eine Kündigungsfrist gemäß Gesamtarbeitsvertrag (im Finanzsektor typischerweise 30-60 Tage). Wende dich sofort an die zuständige Gewerkschaft (z. B. Unia, Vpod) für kostenlose Beratung zu erworbenen Rechten, Arbeitslosenversicherungsbeiträgen (SECO) und Jobsuchstrategien.

Chancen auf dem Markt: wo suchen

Der Abbau bei Raiffeisen führt nicht zu einer Massenvertreibung vom Markt. Andere Schweizer Banken und Finanzinstitutionen suchen weiterhin nach Fachleuten der Branche. Die Plattform Jobangebote in der Schweiz hostet Angebote von Kreditinstituten und Finanzunternehmen, die Personal für ähnliche Positionen suchen: Berater, Analyst, Risk Manager, Compliance Officer, Verwaltungsspezialist.

Darüber hinaus bieten die öffentlichen Dienste deines Wohnkantons kostenlose Unterstützung: Arbeitsvermittlungsbüros, Umschulungskurse und Berufsberatung. Der Kanton Tessin (falls du Tessiner bist) und andere Kantone bieten Weiterbildungsprogramme für diejenigen, die den Sektor wechseln möchten.

Häufig gestellte Fragen
Wie viele Stellen werden direkt mit Entlassung gestrichen?
Raiffeisen gibt keine genaue Unterteilung an. Der Konzern teilt mit, dass «mehr als die Hälfte» der 180 Stellen durch natürliche Fluktuation, Stellenabbau, externe Personalabbau und Vorruhestandsregelungen gestrichen wird. Rund 90 Stellen werden durch diese Methoden abgebaut; die verbleibenden 90 werden wahrscheinlich zu direkten Entlassungen und anderen Maßnahmen führen, aber das Unternehmen gibt keine genauen Zahlen an.
Bis wann beendet Raiffeisen das Sparprogramm?
Der Konzern setzt die Frist bis 2027, um das Ziel einer Kostenreduzierung von CHF 60 Mio. zu erreichen. Die strukturelle Reorganisation in sechs Abteilungen tritt ab Oktober 2026 in Kraft. Die individuelle Kommunikation beginnt in den Wochen nach der Ankündigung vom 26. August 2026.
Wie sieht das Finanzergebnis von Raiffeisen im Jahr 2026 aus?
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Raiffeisen einen Gewinn von CHF 659.3 Mio., ein Plus von 18.9% gegenüber dem Vorhalbjahr (Plus von CHF 104.7 Mio.). Die Kredite erhöhten sich um CHF 4.7 Milliarden und die Einlagen um CHF 3.0 Milliarden auf insgesamt CHF 228.7 Milliarden.
Wer leitet die neuen Abteilungen von Raiffeisen?
Philipp Ackermann übernimmt die Leitung der Abteilung «Firmenkunden und Handel», Patrick Lehner die Leitung der Abteilung «Privatkunden». Für die Abteilung «Produkte und Lösungen» sucht Raiffeisen noch einen Verantwortlichen. Die scheidenden Geschäftsführer Roland Altwegg und Helen Fricker werden den Konzern im September 2026 verlassen.
Was bedeutet „mehr als die Hälfte durch natürliche Fluktuation“?
Das bedeutet, dass Raiffeisen Mitarbeiter, die das Rentenalter erreichen, nicht direkt entlässt, sondern in den Ruhestand versetzt, diejenigen, die freiwillig zurücktreten, nicht ersetzt, externe Verträge reduziert und denjenigen, die das 55. bis 58. Lebensjahr vollendet haben, freiwillige Vorruhestandsregelungen vorschlägt. Diese Strategie minimiert die direkten Entlassungen.

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