Futterknappheit: 54 Millionen Bundeshilfen

Parmelin besucht ein Unternehmen, das mit Antitrockenheitskulturen experimentiert. Der Bund vergibt Darlehen in Höhe von CHF 54 Mio. und senkt die Zölle auf Heu und Mais.
Kontext
Auf einen Blick
- Guy Parmelin besucht einen Betrieb, der Futterhirse und andere dürrebeständige Arten anbaut
- Der Bund stellt 54 Millionen CHF an zinslosen Darlehen für Landwirte in Krisen bereit
- Zölle auf Heu ausgesetzt; Zollsätze auf Mais für Tierfutter gesenkt
Wichtige Fakten
- Wann: Kürzlich (nach Röstis Besuch am Vortag)
- Wo: Carrouge, ländliches Waadtland
- Wer: Guy Parmelin (Bundespräsident, Vorsteher des WBF), Albert Rösti (Vorsteher des UVEK), Schweizer Landwirte
- Was: Besuch eines Betriebs, der Futterhirse und dürrebeständige Baumarten erprobt
- Höhe der Hilfen: 54 Millionen CHF an zinslosen Darlehen
- Handelsmassnahmen: Aussetzung der Zölle auf Heu; Senkung der Zollsätze auf Mais für Tierfutter
- Partner: Agroscope (eidgenössisches Kompetenzzentrum für agronomische Forschung)
Guy Parmelin, Bundespräsident und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), besuchte einen Landwirtschaftsbetrieb in Carrouge, um die Solidarität der Schweizer Regierung mit der Landwirtschaft zu unterstreichen, die mit einer schweren Sommertrockenheit zu kämpfen hat, welche die Futterproduktion beeinträchtigt hat. Der Besuch erfolgt einen Tag nach einer ähnlichen Mission von Albert Rösti, dem für das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zuständigen Bundesrat.
Der besuchte Betrieb erprobt in Zusammenarbeit mit Agroscope, dem eidgenössischen Kompetenzzentrum für agronomische Forschung, alternative Kulturen, die potenziell dürrebeständiger sind. Dazu gehört Futterhirse, ein ursprünglich aus Afrika stammendes Getreide. Wie Sabine Bach, die Betriebsleiterin, erklärte, benötigt die Hirse nach der Aussaat relativ wenig Wasser und wächst auch ohne Niederschläge weiter. Parmelin stellte jedoch fest, dass die Hirse giftig ist, solange die Pflanze noch jung ist, und im Vergleich zu herkömmlichem Mais weniger nährstoffreich für das Vieh ist.
Die Unterstützungsmassnahmen des Bundes
Der Betrieb hat ausserdem verschiedene Baumarten (Esche, Weide, Linde, Maulbeerbaum, Erle) als Hecken angepflanzt, um ihre Dürrebeständigkeit und ihr mögliches Nutzungspotenzial als Futter zu prüfen. Diese Pilotversuche sind entscheidend, um im Kontext des Klimawandels ein Portfolio dauerhafter Lösungen aufzubauen.
Der Futtermangel ist für die Schweizer Landwirte eine der kritischsten Folgen der Sommertrockenheit. Einige mussten bereits auf ihre Winterfutterreserven zurückgreifen, und in manchen Fällen mussten sie ihre Tiere aus Futtermangel sogar vorzeitig zur Schlachtung bringen. Diese Situation führt zu erheblichen Liquiditätsengpässen, die die Fortführung der Betriebe gefährden.
Als Reaktion darauf hat der Bund konkrete Massnahmen an zwei Fronten ergriffen. Die Zölle auf Heuimporte wurden ausgesetzt, während die Zollsätze auf Mais für Tierfutter vorübergehend gesenkt wurden, um die Einfuhr zu erleichtern. Rösti kündigte ausserdem eine Hilfe von 54 Millionen Franken für das laufende Jahr in Form zinsloser Darlehen an, die Landwirtschaftsbetriebe mit Liquiditätsproblemen unterstützen sollen. Anfang August versprach der Bund zudem, den Gesamtbetrag der Direktzahlungen auch dann auszuzahlen, wenn einige Voraussetzungen für deren Gewährung nicht erfüllt wären, und lockerte damit den bürokratischen Aufwand in einer Ausnahmesituation.
Operative Details
Wirtschaftliche und strategische Auswirkungen auf den Sektor
Die angekündigten Maßnahmen des Bundes gliedern sich in zwei Ebenen: die unmittelbaren Handelsmaßnahmen (Aussetzung von Zöllen, Senkung der Tarife) und die direkte finanzielle Unterstützung. Die 54 Millionen CHF an zinslosen Darlehen stellen ein wesentliches Instrument für Landwirte dar, die aufgrund des Anstiegs der Futter- und Lebensmittelkosten mit Liquiditätsproblemen konfrontiert sind. Ohne ausreichende Liquidität droht vielen Betrieben gerade in dem Moment der Konkurs, in dem sie in teures, im Ausland erhältliches Futter investieren müssten.
Die Aussetzung der Zölle auf Heu stellt einen direkten Eingriff in den Endpreis dar: Niedrigere Zolltarife bedeuten billigeres ausländisches Heu und machen die Beschaffung im Ausland für Schweizer Landwirte während der Krise wirtschaftlich tragfähiger. Die vorübergehende Senkung der Tarife auf Mais für die Tierfütterung verfolgt dasselbe Ziel: den Zugang zu günstigerem Futter zu verbessern. Diese Maßnahmen tragen der Tatsache Rechnung, dass der Import kurzfristig die einzige Lösung ist, um das durch die Dürre verursachte Produktionsdefizit auszugleichen.
Strategien zur strukturellen Anpassung
Über die Notfallmaßnahmen hinaus stellt das auf dem Betrieb in Carrouge durchgeführte Experiment eine strukturelle Antwort auf die klimatische Volatilität dar. Futtersomghum bietet trotz seiner gegenüber Mais bestehenden ernährungsphysiologischen Einschränkungen eine weniger von häufigen Niederschlägen abhängige Alternative. Dies ist besonders relevant für die Schweizer Regionen, die bereits sommerlichem Wasserstress ausgesetzt sind, wie das Tessin und die Westschweiz.
Die Nutzung von Baumarten (Esche, Weide, Linde, Maulbeerbaum, Erle) als Futter stellt eine weitere Innovation dar: Sie könnte nicht nur die Abhängigkeit von einjährigen Kulturen verringern, sondern auch ökologische Vorteile (Bodenstabilisierung, Biodiversität) bieten und sogar ein zusätzliches Einkommen aus dem Holz ermöglichen. Die Zusammenarbeit zwischen privaten Landwirten und Agroscope unterstreicht die Rolle der eidgenössischen Agrarforschung bei der Bewältigung der klimatischen Herausforderungen. Die im Labor entwickelten Lösungen müssen unter realen Bedingungen validiert werden, mit realistischen Zeitplänen: Die derzeitigen Anstrengungen in Carrouge tragen dazu bei, ein Portfolio an Optionen für den Sektor für die kommenden Dürreperioden aufzubauen. Diese Investitionen in Innovation könnten sich nicht nur für die Schweiz als entscheidend erweisen, sondern auch anderen europäischen Regionen als Anpassungsmodell dienen.
Nützliche Tools für die Planung
Um die Vorsorgestrategie einzuschätzen, probiere pianificatore pensionistico und simulatore 3° pilastro aus.
Wichtige Punkte
Zugang zu den Bundeshilfen
Schweizer Landwirte, die aufgrund der Dürre in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind, können sich an ihre jeweiligen kantonalen Behörden wenden, um sich über die lokale Abwicklung des Antrags auf zinslose Bundesdarlehen zu informieren. Obwohl die Quelle den genauen Verwaltungsweg oder die Fristen nicht angibt, sieht die Bundesgesetzgebung über die Unterstützung des Primärsektors in der Regel vor, dass die Anträge über die kantonalen Landwirtschaftsdienste eingereicht werden.
Die reduzierten Zölle auf Heu und Mais werden an den Schweizer Zollübergängen automatisch angewendet, sodass seitens der Landwirte keine besonderen Maßnahmen erforderlich sind: Der Vorteil spiegelt sich in den Preisen wider, die von Anbietern und Händlern importierter Futtermittel verlangt werden. Das bedeutet, dass die Beschaffungskosten in den kommenden Monaten naturgemäß sinken sollten, wodurch ein Teil des finanziellen Drucks gemildert wird.
Was die direkten Bundeszahlungen betrifft, hat der Bund klargestellt, dass der gesamte Betrag auch dann ausbezahlt wird, wenn bestimmte formale Bedingungen nicht vollständig erfüllt sind. Diese vorübergehende Lockerung der Regeln trägt der außergewöhnlichen Situation Rechnung und entlastet die Landwirte von komplizierten bürokratischen Pflichten.
Nächste Schritte: Forschung, Innovation und Planung
Im Hinblick auf eine strukturelle Anpassung können Landwirte, die alternative Kulturen wie Sorghum oder Baumarten erproben möchten, Agroscope kontaktieren, um Zugang zu Forschungsdaten und technischer Beratung des Bundeszentrums zu erhalten. Der Betrieb in Carrouge dient als Referenzstelle für die Beobachtung dieser Kulturen unter realen Bodenbedingungen im Waadtland, doch die klimatischen Herausforderungen betreffen die gesamte Schweiz.
Die Strategie des Bundes kombiniert somit drei Komponenten: Notfallmaßnahmen (Darlehen, Zollsenkung) zur Bewältigung der unmittelbaren Krise; Forschung und Erprobung (Agroscope, Pilotbetriebe) zur Entwicklung dauerhafter Lösungen; administrative Flexibilität (direkte Zahlungen ohne strenge Bedingungen), um die wirtschaftliche Lage der Landwirte nicht zusätzlich zu verschärfen. Um die steuerlichen Auswirkungen der erhaltenen Darlehen und direkten Bundeszahlungen bestmöglich zu verwalten, sollten die Landwirte außerdem Ressourcen zur compilazione della dichiarazione fiscale e l'accertamento dei pagamenti diretti konsultieren. Die Landwirte sollten sich bei den kantonalen Landwirtschaftsdiensten und bei Agroscope informieren, um zu verstehen, welche Instrumente in ihrem Gebiet verfügbar sind und wie sie sich für Programme zur Erprobung neuer Kulturen bewerben können. Die Dürrekrise stellt eine Chance dar, das Schweizer Kulturpflanzenportfolio vor dem Hintergrund struktureller Klimaveränderungen zu modernisieren.
Quelle: tio.ch
Häufig gestellte Fragen
- Welche dürreresistenten Kulturen experimentieren Schweizer Bauern?
- Laut Parmelins Besuch in Carrouge experimentiert der Pilotbetrieb in Zusammenarbeit mit Agroscope mit Futtersorghum, einem Getreide aus Afrika, das nach der Aussaat wenig Wasser benötigt und auch ohne Niederschlag wächst. Sorghum ist für Nutztiere weniger nährstoffreich als Mais und giftig, wenn die Pflanze jung ist. Das Unternehmen testet auch Baumarten (Esche, Weide, Linde, Maulbeerbaum, Erle) als Hecken, um ihre Trockenheitsresistenz und ihre Verwendung als Futter zu überprüfen.
- Welche Hilfen hat der Bund den von der Dürre betroffenen Landwirten gewährt?
- Der Bund hat zinslose Kredite in Höhe von 54 Millionen Franken angekündigt, um landwirtschaftliche Betriebe mit Liquiditätsengpässen zu unterstützen. Darüber hinaus wurden die Zölle auf Heuimporte ausgesetzt und die Zölle auf Mais für Tierfutter vorübergehend gesenkt. Anfang August versprach er, den gesamten Betrag der Direktzahlungen auszuzahlen, auch wenn einige Bedingungen für die Konzession nicht erfüllt waren, wodurch der Verwaltungsaufwand verringert wurde.
- Warum ist Futterknappheit ein so großes Problem für Landwirte?
- Futtermangel ist eine der Hauptfolgen der Sommertrockenheit. Einige Landwirte mussten auf Winterfutterreserven zurückgreifen und in einigen Fällen sogar ihre Tiere wegen Futtermangels vorzeitig zum Schlachthof schicken. Diese Situation führt zu erheblichen Liquiditätskrisen, die die Geschäftskontinuität und das landwirtschaftliche Haushaltseinkommen bedrohen.
- Welche Rolle spielt Agroscope in dieser Situation?
- Agroscope ist das Kompetenzzentrum des Bundes für Agrarforschung. Er arbeitet mit privaten landwirtschaftlichen Betrieben zusammen, um mit Kulturen zu experimentieren, die möglicherweise resistenter gegen Trockenheit sind, wie Futtersorghum und Baumessenzen. Ziel ist es, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, um den Schweizer Agrarsektor an den Klimawandel und wiederkehrende Wasserknappheit anzupassen.
- Wie können Landwirte auf die zinslosen Darlehen von CHF 54 Mio. zugreifen?
- Die Quelle gibt den genauen administrativen Kanal oder die Fristen für die Anfrage nicht an. Die Landwirte sollten sich an die Landwirtschaftsämter ihres Kantons wenden, um detaillierte Informationen darüber zu erhalten, wie sie sich für zinslose Darlehen bewerben können, die vom Bund gewährt und auf kantonaler/lokaler Ebene verwaltet werden.
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