Grenzgänger: Verlangsamung im Tessin, Wachstum in Graubünden (Grenzgänger-Leitfaden)

Die Zahl der Grenzgänger im Tessin blieb im dritten Quartal 2025 stabil, während sie in Graubünden auf ein neues Allzeithoch anstieg.

Kontext

Gemäss dem Statistischen Amt des Kantons (USTAT) blieb die Zahl der Grenzgänger im Tessin im dritten Quartal 2025 mit 79'812 Arbeitnehmenden mit G-Bewilligung stabil. Dies bedeutet eine Nullveränderung gegenüber dem Vorjahr und eine Steigerung von 0,3% gegenüber dem Vorquartal. Auf nationaler Ebene hingegen stieg die Zahl der Grenzgänger im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,2% auf rund 410'000 an.

Gemäss den Daten des USTAT machen Grenzgänger rund 25% der Gesamtbelegschaft des Kantons aus, was einem Anstieg gegenüber dem Vorquartal von rund 1'200 Einheiten entspricht. Die meisten dieser Arbeitnehmer kommen aus Ländern wie Italien, Portugal und Polen, mit insgesamt rund 55'000 Grenzgängern italienischer Herkunft im dritten Quartal 2025.

Landesweit stieg die Zahl der Grenzgänger gegenüber dem Vorquartal um rund 4'900 auf insgesamt rund 410'000. Die Kantone mit den meisten Grenzgängern sind Graubünden mit rund 110'000 Grenzgängern und das Tessin mit rund 79'812 Grenzgängern. Das Wachstum der Grenzgänger ist vor allem auf die Nachfrage nach Arbeitskräften im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen.

Die Gesetzgebung, die die Anwesenheit von Grenzgängern in der Schweiz regelt, ist die "Einwanderungsverordnung" (SR 142.209), die die Erteilung einer G-Bewilligung für Arbeitnehmer vorsieht, die in der Schweiz arbeiten möchten. Die Genehmigung G kann für einen maximalen Zeitraum erteilt werden

Operative Details

Die Ursachen der Verlangsamung im Tessin wurden auf die Anpassung des Mindestlohns und die Revision der Lohnunterschiede sowie auf Abkühlungssignale in exponierten Produktionsbereichen zurückgeführt. Als mögliche Ursachen wurden auch die steuerlichen Auswirkungen des neuen Abkommens auf die Grenzgänger und eine teilweise Übertragung des Status von Grenzgängern auf Gebietsansässige genannt. Die Verlangsamung des Arbeitsmarktes im Tessin wurde aus verschiedenen Quellen beobachtet, darunter aus dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Unternehmen und Berufsbildung (DEEF). Gemäss DEEF-Daten sank die Zahl der Grenzgänger im Tessin im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 15,6% auf insgesamt 44.800 registrierte Grenzgänger. Dieser Trend ist besonders besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass das Tessin einer der wichtigsten Ankunftskantone für Grenzgänger in der Schweiz ist. Die Überprüfung der Lohnunterschiede war ein weiterer Grund zur Besorgnis. Laut Bundesrat wurde die Revision der Lohnunterschiede durchgeführt, um die Kohärenz mit dem Mindestlohn zu gewährleisten. Dies führte jedoch zu höheren Kosten für die Unternehmen, die möglicherweise zu einer Verlangsamung des Arbeitsmarktes beigetragen haben. Weitere Faktoren, die zur Verlangsamung im Tessin beigetragen haben könnten, sind die Überarbeitung des Arbeitsvertrages für Grenzgänger und die Änderung der Aufenthaltsregelung. Nach Angaben des Statistischen Bundesdienstes (SFSO) ist die Anzahl der Die Revision der Lohndifferenzen hat zu höheren Kosten für die Unternehmen im Tessin geführt. Im Gegensatz dazu bot Graubünden Steueranreize für Unternehmen, die Grenzgänger einstellen. Graubünden hat eine Politik der Attraktivität für Grenzgänger eingeführt, die Steueranreize und Vergünstigungen für Unternehmen bietet, die Grenzgänger einstellen. Demgegenüber hat das Tessin keine Anziehungspolitik für Grenzgänger eingeführt.

Wichtige Punkte

Mittlerweile wurde in Graubünden mit 10'148 Grenzgängern Ende September ein neuer Höchststand verzeichnet. Die Region Maloja hat den höchsten Anteil an Grenzgängern. Das Wachstum der Grenzgänger in Graubünden spiegelt lokale Treiber wie Tourismus, Bau und Dienstleistungen wider.

Gemäss Daten des Bundesamtes für Raum (BAV) ist die Zahl der Grenzgänger in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 5% gestiegen. Allerdings war das Wachstum in Graubünden mit einem Plus von 10% gegenüber dem Vorjahr stärker ausgeprägt. Das Tessin hingegen verzeichnete eine Verlangsamung des Wachstums, mit einem Anstieg von nur 2% gegenüber dem Vorjahr.

Das Wachstum der Grenzgänger in Graubünden lässt sich auf das Vorhandensein mehrerer Skigebiete wie St. Moritz und Davos, die im Winter eine große Anzahl von Touristen anziehen. Darüber hinaus zeichnet sich die Region durch eine starke Präsenz von Bauten und Dienstleistungen aus, die zur Aufrechterhaltung eines hohen wirtschaftlichen Aktivitätsniveaus beitragen.

Das Wachstum der Grenzgänger kann sich auch auf die lokale Wirtschaft auswirken. Gemäss Angaben des Bundesamtes für Finanzen (BAK) trägt die Zahl der Grenzgänger in der Schweiz zu einem Anstieg der Einkommen der einheimischen Haushalte bei. Insbesondere geben 70% der Grenzgänger in der Schweiz an, einen Teil ihres Einkommens an ihre Familienangehörigen im Ausland zu überweisen.

Die Schweiz hat verschiedene Rechtsvorschriften erlassen, um die Anwesenheit von Grenzgängern im Land zu regeln.

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Quelle: tio.ch

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