Grenzgänger: 55,6% verdienen weniger als die Einwohner

1.542 Antworten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gesammelt 55,6% fühlen sich schlechter bezahlt als eine in der Schweiz ansässige Person Die Studie wird am 24. (Varese)
Kontext
Auf einen Blick
- 1.542 Antworten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gesammelt
- 55,6% fühlen sich schlechter bezahlt als eine in der Schweiz ansässige Person
- Die Studie wird am 24. Oktober in Varese vorgestellt
- 73,2% nutzen für den Arbeitsweg hauptsächlich das Auto
Wichtige Fakten
- Untersuchung: «Arbeiten über die Grenze hinweg: Bedingungen, Bedürfnisse und Perspektiven der Grenzgängerinnen und Grenzgänger»
- Antworten: 1.542
- Initiatoren: CISL dei Laghi, CISL Sondrio, CISL Piemonte Orientale und OCST
- Wissenschaftliche Koordination: BiblioLavoro
- Vorstellung: 24. Oktober, Centro Congressi Ville Ponti di Varese
- Grenzgänger aus Como: fast 32 Tausend
- Grenzgänger aus Varese: 31 Tausend
Am 24. Oktober wird die Studie im Centro Congressi Ville Ponti di Varese vorgestellt. Die Veranstaltung rückt die Bedingungen derjenigen in den Mittelpunkt, die täglich die Grenze überqueren.
Die Untersuchung mit dem Titel «Arbeiten über die Grenze hinweg: Bedingungen, Bedürfnisse und Perspektiven der Grenzgängerinnen und Grenzgänger» wird von CISL dei Laghi, CISL Sondrio, CISL Piemonte Orientale und OCST getragen, unter der wissenschaftlichen Koordination von BiblioLavoro. Die Erhebung vereinte die Antworten von 1.542 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Die Vergütung zählt zu den Hauptgründen für die Wahl der Schweiz; der Quelle zufolge muss der Lohn jedoch zusammen mit der Kaufkraft, den Lohnunterschieden, der für die Arbeitswege aufgewendeten Zeit und einem als unzureichend bewerteten Sozialleistungssystem betrachtet werden.
Der Lohnvergleich
Die deutlichste Erkenntnis betrifft die Vergütung: Nach Einschätzung von 55,6% der Befragten ist der Verdienst niedriger als der eines in der Schweiz wohnhaften Arbeitnehmers, der dieselben Tätigkeiten ausübt. Es handelt sich um eine Einschätzung der Befragten, die sich auf dieselbe von der Untersuchung angegebene berufliche Tätigkeit bezieht, und nicht um eine veröffentlichte Lohnzahl.
Die Karte des Phänomens
Die geografische Herkunft macht das Ausmaß des beobachteten Phänomens deutlich. Aus der Provinz Como pendeln fast 32 Tausend Grenzgänger, was 41% der in Tessin beschäftigten Italiener entspricht; aus Varese pendeln weitere 31 Tausend.
Diese Zahlen ordnen die Untersuchung in den alltäglichen Zusammenhang zwischen italienischem Gebiet und Arbeit in der Schweiz ein, ohne ihn auf den bloßen Lohnzettel zu reduzieren. Die Ausgangslage ist eine umfassende Momentaufnahme: Der Lohn gibt den Ausschlag für die Wahl, während die wahrgenommene Gerechtigkeit, die Reisezeit und die allgemeinen Bedingungen das in Varese zur Diskussion gestellte Bild vervollständigen.
Operative Details
Die Prozentangaben im Zusammenhang betrachtet
Die Prozentangaben der Studie gewinnen an Bedeutung, wenn die Fragen betrachtet werden, die ihnen zugrunde liegen. 73% der Befragten geben an, mit ihrem Gehalt zufrieden zu sein, während 48,4% angeben, dass ihre Kaufkraft in den letzten Jahren gesunken ist. Die erste Zahl gibt eine Einschätzung des Gehalts wieder; die zweite eine im Zeitverlauf wahrgenommene Veränderung. Die Quelle erlaubt es nicht, diesen Abstand als kausalen Zusammenhang zu interpretieren.
Ein Unterschied zwischen Gruppen
Im Vergleich mit einer in der Schweiz ansässigen Person, die dieselben Tätigkeiten ausübt, hält 55,6% den eigenen Verdienst für niedriger; unter Personen ohne Kollektivvertrag erreicht der Anteil 63,4%. Rechnerisch liegen die beiden Werte 7,8 Prozentpunkte auseinander: Die Berechnung zeigt die Abweichung zwischen dem Gesamtergebnis und dem Ergebnis für eine bestimmte Gruppe der Studie.
Diese Berechnung beweist jedoch nicht, dass das Fehlen eines Kollektivvertrags die Wahrnehmung der Lohnhöhe verursacht. Die Quelle analysiert die Gründe für diese Abweichung nicht. Außerdem geben 42,7% an, als Grenzgängerinnen und Grenzgänger mindestens eine Behandlung als diskriminierend wahrgenommen zu haben. Die Formulierung «wahrgenommen» grenzt das Ergebnis ein: Erfasst wird die Einschätzung der Befragten, nicht eine rechtliche Entscheidung über die Art der Behandlung.
Der Zeitaufwand und die Telearbeit
Der Arbeitsweg dauert bei fast einem von drei Beschäftigten täglich länger als eineinhalb Stunden. 73,2% legen den Weg hauptsächlich mit dem Auto zurück. Die Studie stellt die beiden Daten dar, ohne eine Tabelle zu veröffentlichen, in der die Dauer des Arbeitswegs nach dem verwendeten Verkehrsmittel aufgeschlüsselt wird: Daher lässt sich nicht feststellen, wie viele Autofahrerinnen und Autofahrer zur Gruppe mit dem längsten Arbeitsweg gehören.
Bei der Telearbeit zeigt sich ein weiterer Vergleich. Sie ist für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nur in 37,4% der Unternehmen erlaubt, während sie von 95,2% derjenigen, die sie nutzen, befürwortet wird. Die rechnerische Differenz beträgt 57,8 Prozentpunkte, aber die Bezugsgrößen stimmen nicht überein: Der erste Wert bezieht sich auf die Unternehmen, der zweite auf diejenigen, die bereits Telearbeit nutzen. Dies stellt daher kein Maß für die ungedeckte Nachfrage der gesamten Stichprobe dar.
Wichtige Punkte
Sozialleistungen und die Entscheidung, grenzüberschreitend zu bleiben
Die Untersuchung weist für die Position, die als «Gesundheitssteuer» bezeichnet wird, ein klares Ergebnis aus: 87,8% halten sie für nachteilig. Der Ausdruck in Anführungszeichen wird im Quellentext verwendet. In derselben Passage werden weder eine technische Bezeichnung noch eine Institution, ein Betrag oder eine versicherungsrechtliche Regelung genannt. Die Angabe ist daher als eine von der Untersuchung erfasste Bewertung darzustellen, ohne das Etikett in eine technische Definition einer Abgabe oder eines Versicherungsschutzes umzuwandeln.
76,9% der Befragten schließen einen Umzug in die Schweiz aus. Nach der von der Quelle vorgeschlagenen Lesart stellt die grenzüberschreitende Arbeit für die große Mehrheit nicht den Beginn einer Auswanderung, sondern eine dauerhafte Entscheidung dar. Der Prozentsatz gibt eine Antwort aus der Befragung wieder: Er dokumentiert weder tatsächliche Umzüge noch erklärt er die individuellen Gründe für diese Entscheidung.
Die Gegenüberstellung dieser beiden Zahlen erlaubt es nicht, einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Bewertung der «Gesundheitssteuer» und der Entscheidung, nicht umzuziehen, festzustellen. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Ergebnisse derselben Momentaufnahme: Das eine betrifft eine als nachteilig bewertete Position, das andere die Perspektive eines Umzugs in die Schweiz.
Die Informationsgrenzen der Momentaufnahme
Das Dokument veröffentlicht keine Gehaltsbeträge, in Franken ausgedrückten Lohnunterschiede, Einzelfälle oder eine rechtliche Einordnung der von den Grenzgängern geschilderten Behandlungen. Außerdem schlüsselt es die Sozialleistungen nicht in einzelne Leistungen auf. Daher beschreiben die Prozentsätze Bedingungen und Wahrnehmungen, ersetzen aber keine vollständige Erfassung der Gehaltsabrechnung oder der für jeden Arbeitnehmer geltenden Regeln.
Zur Klarstellung behandelt das bereitgestellte Material weder die G-Bewilligung noch AVS, LPP, LAMal, Rückvergütungen, die Quellensteuer oder die Doppelbesteuerung. Der Verweis auf die im Tessin beschäftigten Italiener wird nicht in einem eigenständigen Informationsblatt zum Kanton Tessin ausgeführt. Diese Bereiche können daher nicht als Ergebnisse der Untersuchung dargestellt werden. Ihre Reichweite bleibt die im Titel angegebene: Bedingungen, Bedürfnisse und Perspektiven der Grenzgänger.
Quelle: varesenews.it
Häufig gestellte Fragen
- Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Gehaltsumfrage?
- Die Untersuchung, bei der 1.542 Antworten gesammelt wurden, zeigt, dass 55,6% der Arbeitnehmer der Ansicht sind, bei gleichen Tätigkeiten weniger zu verdienen als eine in der Schweiz ansässige Person. Dieser Anteil steigt auf 63,4% unter denjenigen, die keinen Gesamtarbeitsvertrag haben. Gleichzeitig zeigt sich ein gegensätzlicher Befund: 73% der Befragten geben an, mit ihrem Gehalt zufrieden zu sein, obwohl 48,4% in den letzten Jahren eine Verringerung ihrer Kaufkraft wahrnehmen.
- Welche Erkenntnisse gibt es zu Verkehrsmitteln und Telearbeit?
- 73,2 % der Grenzgänger nutzt das Auto als Hauptverkehrsmittel für den Arbeitsweg, und fast ein Drittel von ihnen verbringt täglich mehr als eineinhalb Stunden mit dem Pendeln. Was die Telearbeit betrifft, berichtet die Erhebung, dass nur 37,4 % der Unternehmen sie ermöglichen, während 95,2 % derjenigen, die sie bereits nutzen, ihre Nutzung fördern.
- Wie beurteilen die Grenzgänger die «Gesundheitssteuer» und den Umzug?
- 87,8% der Befragten betrachten die sogenannte «Gesundheitssteuer» als nachteilig. Dennoch sieht die große Mehrheit in der grenzüberschreitenden Arbeit keinen Vorboten der Auswanderung: 76,9% der Befragten schließen nämlich aus, in die Schweiz umzuziehen, was darauf hindeutet, dass die Entscheidung, jenseits der Grenze zu arbeiten, auf Dauer angelegt ist.
Verwandte Artikel
- Alle Artikel: Löhne
- Delusi dalla Svizzera: chi guadagna poco si sente abbandonato
- Frontalieri in Ticino: 'Ci si sente come criminali'
- Frontalieri, la flat tax entra nel Tuir: dal 2027 imposta sostitutiva pari al 25% delle imposte pagate in Svizzera
- Guerra frena viaggi all'estero: un terzo degli svizzeri rinuncia
- Crans Montana: ore straordinarie non pagate ai soccorritori