Projekt Echo: Unterwasserwiesen zur Rettung der Seen von Lugano und Como

Das Interreg-Projekt Echo (2025–2027) testet die Wiederherstellung von Unterwasserwiesen mit Biokohle, um den Klimawandel in den Seen von Lugano und Como zu bekämpfen. Zwei Versuchsflächen von je 500 m².

Kontext

Auf einen Blick

  • Projekt Echo fördert Unterwasserwiesen in Comersee und Luganersee.
  • Ziel: Renaturierung und CO₂-Speicherung in Seesedimenten.
  • Verpflanzung ab Mai 2026, abhängig von Wassertemperatur.

Wichtige Fakten

  • Projektname: Echo
  • Finanzierung: 320.000 Euro und 60.000 Schweizer Franken
  • Zeitraum: 2025 bis 2027
  • Ziele: Renaturierung von Unterwasserwiesen und Bewertung des CO₂-Speicherpotenzials
  • Pflanzenarten: Vallisneria spiralis, Myriophyllum spicatum, Potamogeton perfoliatus, Potamogeton lucens
  • Verpflanzungszeitraum: Mai bis September 2026
  • Wachstumsrate: bis zu einen Zentimeter pro Tag
  • Biokohle: wird getestet, um Pflanzenwachstum zu beschleunigen und Kohlenstoffspeicherung zu erhöhen

In Minoprio, etwa 15 Kilometer südlich von Como, beherbergt eine Halle achtzehn durchsichtige Becken, gefüllt mit Süßwasser. Darin wachsen tausende Wasserpflanzen: Vallisneria spiralis, Myriophyllum spicatum, Potamogeton perfoliatus und Potamogeton lucens. Es handelt sich um Arten, die auf den Seenböden leben und ab Mai 2026 im Rahmen des Projekts Interreg Echo in die Versuchsflächen von Lugano und Como umgesiedelt werden sollen.

Operative Details

Direkte Auswirkungen auf den Kanton Tessin und die Grenzgänger

Für den Kanton Tessin stellt dieses Projekt eine konkrete Chance dar, die Wasserqualität des Lago di Lugano zu verbessern – eine strategische Ressource für Tourismus und das lokale Leben. Die wiederhergestellten Unterwasserwiesen könnten die Eutrophierung verringern und die Ausbreitung schädlicher Algen eindämmen, Phänomene, die in den letzten Jahren zu temporären Schließungen von Badeanstalten und Nutzungseinschränkungen geführt haben.

Auch ein Gewinn für die lokale Wirtschaft

Die Seen von Como und Lugano sind Anziehungspunkte für Tausende von Grenzgängern, die täglich die Grenze zur Arbeit überqueren. Eine bessere Wasserqualität könnte sich auch positiv auf die Gastronomie und die Hotellerie auswirken – Branchen, die stark vom Image der Seen abhängen. Zudem könnten Projekte wie Echo europäische Fördergelder für weitere Umweltschutzmaßnahmen anziehen und so Arbeitsplätze für Umwelttechniker und Forscher schaffen.

Vergleich mit der aktuellen Situation

Vor dem Start des Projekts Echo wiesen die Seen von Como und Lugano eine weit verbreitete Verschlechterung der Unterwasserwiesen auf. Besonders am Lago di Como ist die von Vegetation bedeckte Fläche in den letzten Jahren zurückgegangen, sodass große Teile des Seebodens nun ohne Bewuchs sind. In Lugano ist die Situation heterogener, doch auch hier gibt es kritische Zonen, in denen die Biodiversität bedroht ist.

Wichtige Punkte

Den Fortschritt des Projekts Echo verfolgen

Die Ergebnisse des Interreg-Projekts Echo werden kontinuierlich von Proteus und den weiteren Partnern – darunter Schweizer und italienische Forschungseinrichtungen – überwacht. Die Transplantationsarbeiten beginnen im Mai 2026 und dauern je nach Wetterbedingungen und Wassertemperatur bis in den September oder Oktober an. Die gesammelten Daten werden anschließend analysiert, um die Wirksamkeit der eingesetzten Techniken sowie die Auswirkungen auf die Biodiversität und die CO₂-Speicherung zu bewerten.

Was Grenzgänger und Einwohner des Tessins tun können

Für Grenzgänger, die täglich die Grenze überqueren, bietet dieses Projekt die Möglichkeit, sich näher über die laufenden Umweltschutzinitiativen am Luganersee zu informieren. Aktuelle Updates können auf der Website des Vereins Proteus oder auf den offiziellen Kanälen des Projekts Echo verfolgt werden. Zudem haben die Einwohner des Tessins die Gelegenheit, an lokal organisierten Umweltveranstaltungen teilzunehmen, um sich über Themen wie den Schutz der Seen zu informieren.

Wichtige Fristen und Abläufe im Blick behalten

  • Pflanzentransplantation: Mai bis September/Oktober 2026, abhängig von der Wassertemperatur.
  • Überwachung der Versuchsstandorte: Die Datenerhebung und -auswertung erfolgt im Verlauf der Jahre 2026 und 2027.
  • Veröffentlichung der Ergebnisse: Erste vorläufige Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.

Nützliche Tools zur Vertiefung

Wer sich näher mit Themen wie dem Schutz der Seen und der Umwelt im Tessin beschäftigen möchte, findet auf der Website von Frontaliere Ticino eine Rubrik zu Umweltinitiativen und Berufschancen in diesem Bereich. Zudem kann die offizielle Plattform des Projekts Echo genutzt werden, um Echtzeit-Updates zu verfolgen.

Häufig gestellte Fragen
Welche Wasserpflanzenarten werden im Projekt Echo eingesetzt?
Im Projekt Echo werden folgende Wasserpflanzenarten verwendet: Vallisneria spiralis, Myriophyllum spicatum, Potamogeton perfoliatus und Potamogeton lucens. Diese Arten wurden aufgrund ihrer Fähigkeit ausgewählt, auf Seeböden zu wachsen und zur Wiederherstellung der untergetauchten Wiesen beizutragen.
Wie lange dauert das Interreg-Projekt Echo?
Das Projekt Echo läuft über einen Zeitraum von drei Jahren, von 2025 bis 2027. Die Umpflanzung der Wasserpflanzen ist für den Zeitraum zwischen Mai und September/Oktober 2026 vorgesehen. Die Überwachung und Datenanalyse werden bis zum Ende des Projekts fortgesetzt.
Wie hoch ist das Budget des Projekts Echo?
Das Projekt Echo wird mit insgesamt 320.000 Euro und 60.000 Schweizer Franken aus dem Interreg-Programm Italien-Schweiz finanziert. Diese Mittel decken die Forschungsaktivitäten, die Umpflanzung der Pflanzen sowie die Überwachung der Versuchsstandorte ab.
Wie kann ich mich an den Monitoring-Aktivitäten des Projekts Echo beteiligen?
Interessierte können sich direkt an den Verein Proteus wenden, der als Projektpartner fungiert, oder die aktuellen Informationen auf der offiziellen Website verfolgen. Proteus organisiert zudem öffentliche Veranstaltungen zur Umweltbildung, an denen jeder teilnehmen kann.
Welche Auswirkungen wird das Projekt Echo auf die Wasserqualität des Luganer Sees haben?
Ziel des Projekts ist es, die Wasserqualität zu verbessern, indem die Eutrophierung reduziert und die Ausbreitung schädlicher Algen begrenzt wird. Dies könnte zu einer Verringerung temporärer Schließungen von Badeanstalten führen und die allgemeinen Umweltbedingungen des Sees nachhaltig verbessern.

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