Warum die Zinsen in der Schweiz niedrig bleiben

Realistische Foto einer modernen Schweizer Bank mit der Schweizer Flagge, die den Kontext tiefer Zinssätze illustriert.

Die SNB hält den Zinssatz seit über einem Jahr bei 0%; Schweizer Inflation im August bei 0,8%; durchschnittliche 10-jährige Hypotheken bei 1,9%; nächste Revision am 24. September.

Kontext

Kurzfassung

  • BNS lässt den Leitzins bei 0 % seit über einem Jahr unverändert.
  • Schweizer Inflation im August bei 0,8 % jährlich.
  • 10‑Jahres‑Hypotheken im Schnitt bei 1,9 % laut Comparis.

Wichtige Fakten

  • Leitzins BNS: 0 %
  • Leitzins USA (Spanne): 3,5‑3,75 %
  • Leitzins EZB: 2,5 %
  • Inflation Vereinigtes Königreich: 2,9 %
  • Durchschnittsinflation Europa: 2,9 %
  • Inflation USA: 3,4 %
  • Leitzins Japan: 1 %
  • 10‑Jahres‑Hypotheken (Comparis): 1,9 %
  • Schweizer Inflation August: 0,8 %
  • Datum der nächsten BNS‑Überprüfung: 24. September

Lead: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Referenzzins bei 0,0 % belassen, ein außergewöhnlich niedriges Niveau im globalen Vergleich, das seit über einem Jahr gilt. Dadurch werden Kredite günstiger, während Einlagen praktisch keine Zinsen mehr abwerfen. Die nächste Bewertung der SNB ist für den 24. September geplant. In den Vereinigten Staaten liegt der Referenzzins in der Spanne von 3,5‑3,75 % und die Federal Reserve wird bereits diesen Mittwoch eine Erhöhung erwarten – die erste seit 2023 – gefolgt wahrscheinlich von einer weiteren Anhebung. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dagegen den Leitzins von 2,25 auf 2,5 % erhöht, während die Bank of England bei 3,75 % bleibt und ihre Politik diese Woche überprüft. Die Inflation im Vereinigten Königreich liegt bei 2,9 %, knapp über dem Ziel, ebenso wie der Europadurchschnitt (2,9 %) und die US‑Inflation (3,4 %). In Japan beträgt der Leitzins 1 % und die dortige Zentralbank dürfte ihn innerhalb der kommenden Woche um einen Prozentpunkt anheben.

Auswirkungen auf Kredit und Sparen

Bei niedrigen Zinsen ist die Aufnahme eines Kredits vorteilhaft, doch Geld auf Bankkonten bringt kaum Ertrag. Laut Caroline Hilb von Raiffeisen ergibt sich die Situation aus der gedämpften Inflation, der Stärke des Franken und der strengen Schweizer Schulden­disziplin, wobei die Schuldenbremse ein zentraler Pfeiler ist. Daniel Kalt von UBS fügt hinzu, dass diese Disziplin hilft, die Staatsverschuldung zu begrenzen und Steuergelder nicht zu verschwenden.

Die Hypotheken zeigen jedoch einen leichten Anstieg: Laut Comparis liegen zehnjährige Hypotheken im Durchschnitt bei 1,9 %. Hilb betont, dass dieser Anstieg internationalen Trends folgt und nicht immun gegen Bewegungen der US‑Zinsen ist, wobei der Anstieg jedoch «signifikant geringer» ausgefallen ist als in anderen europäischen Ländern oder den USA.

Trotz des internationalen Umfelds besteht kein Druck für eine Zinserhöhung im September. Kalt erklärt, dass die Schweizer Inflation, die seit August bei 0,8 % jährlich verharrt, noch zu niedrig ist, um eine Straffung zu rechtfertigen. Hilb stimmt zu und weist darauf hin, dass der inflationäre Druck weiterhin unzureichend bleibt und der Franken zu stabil ist, um einen Eingriff beim Referenzzins zu rechtfertigen.

Lebenshaltungskosten in der Schweiz

Operative Details

Praktische Analyse: Was bedeuten diese niedrigen Zinsen für Schweizer Familien und Unternehmen? Ein Referenzzinssatz von 0 % senkt die Kapitalkosten für Unternehmen, die in Maschinen oder eine Expansion investieren wollen, während Familien leichter eine Finanzierung für den Kauf oder die Renovierung eines Hauses erhalten. Die Verzinsung von Einlagen bleibt jedoch minimal, weshalb viele Sparer auf Alternativen wie Unternehmensanleihen oder Vorsorgefonds ausweichen.

Vergleich mit den Nachbarländern

In den Vereinigten Staaten und im Euroraum liegen die Referenzzinssätze bei 3,5–3,75 % beziehungsweise 2,5 %, bei einer höheren Inflation (2,9–3,4 %). Dieser Unterschied stärkt den Franken gegenüber dem Euro und dem US-Dollar: Das stützt die Kaufkraft bei Importen, belastet aber die Exporte. Caroline Hilb nennt die Stärke des Frankens als einen der Gründe, weshalb die BNS die Zinsen niedrig halten kann, ohne eine Überhitzung der Inflation zu riskieren.

Auf dem Immobilienmarkt zeigt sich dennoch ein moderater Anstieg: Die zehnjährigen Hypotheken liegen laut Comparis im Durchschnitt bei 1,9 %. Obwohl in den USA ein Aufwärtsdruck zu beobachten ist, bleiben die Finanzierungskosten für Wohneigentum in der Schweiz im Vergleich zu vielen europäischen Ländern relativ niedrig; dort liegen die Zinssätze häufig über 2,5–3 %. Das kann die Nachfrage nach Wohnraum stützen, besonders in den Städten Zürich, Genf und Basel, auch wenn das Angebot durch strenge Bauvorschriften begrenzt ist.

Schließlich verringert die niedrige Inflation von 0,8 % im August den Handlungsdruck für restriktive Maßnahmen der BNS. Dadurch kann die Geldpolitik das Wachstum unterstützen, ohne eine Überhitzung der Preise zu riskieren. Die Fachleute warnen jedoch, dass eine mögliche Zinserhöhung in den USA trotz der Abschwächung auf die Schweizer Märkte übergreifen könnte, wie Hilb feststellt.

Nützliche Tools zum Schutz Ihres Nettolohns

Um Wechselkursverluste zu reduzieren, vergleichen Sie CHF-EUR-Wechseloptionen und Banken für Grenzgänger.

Wichtige Punkte

Was können in der Schweiz Ansässige konkret tun, um von der aktuellen Niedrigzinssituation zu profitieren? Zunächst lohnt es sich, die Hypothekarkreditangebote zu vergleichen: Mit dem Comparis-Vergleicher oder ähnlichen Tools können Sie überprüfen, ob Ihre Fest- oder variable Finanzierung im Vergleich zum Durchschnitt von 1,9% bei 10-Jahres-Hypotheken noch wettbewerbsfähig ist.

Zweitens könnten diejenigen, die über Liquidität auf Bankkonten verfügen, erwägen, einen Teil des Kapitals in Produkte mit höheren Renditen wie hochwertige Schweizer Anleihen oder Pensionsfonds der dritten Säule zu verlagern, wobei sie jedoch ihr Risikoprofil und ihre steuerlichen Auswirkungen berücksichtigen.

Empfohlene Schritte

1. Überprüfen Sie den Zinssatz Ihrer Hypothek und vergleichen Sie ihn mit dem Landesdurchschnitt von 1,9%. 2. Überprüfen Sie die Konditionen Ihrer Depotkonten und vergleichen Sie die Angebote verschiedener Banken, um gegebenenfalls Gelder auf Konten mit höherer Rendite oder auf Anlageprodukte zu verschieben. 3. Verwenden Sie den auf der Website verfügbaren Gehalts- und Steuerrechner, um zu verstehen, wie sich das Netto bei Einkommensänderungen oder Steuerabzügen ändert, was besonders nützlich ist, wenn Sie einen Vertrag verlängern oder eine Erhöhung beantragen möchten.

Um mehr zu erfahren, besuchen Sie den Gehalts- und Steuerrechner und erfahren Sie, wie Sie Ihr Einkommen und Ihre Ausgaben im Kontext niedriger Zinsen optimieren können.

Quelle: rsi.ch

Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Referenzzinssatz der SNB und wie lange ist er unverändert?
Der Referenzzinssatz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) liegt bei 0,0%, ein Niveau, das seit über einem Jahr beibehalten wird. Dies wurde in der Quelle bestätigt, was darauf hindeutet, dass der Zinssatz seit mehr als zwölf Monaten unverändert bleibt.
Wie hoch ist die Inflation in der Schweiz im August und wie ist sie im Vergleich zur internationalen Inflation?
Die Schweizer Inflation liegt im August bei 0,8% im Jahresvergleich. Dieser Wert ist deutlich niedriger als in den USA (3,4%), im europäischen Durchschnitt (2,9%) und im Vereinigten Königreich (2,9%).
Wie hoch ist der Durchschnitt der 10-jährigen Hypothekendarlehen nach Comparis und was empfiehlt der Artikel, um die eigene Finanzierung zu überprüfen?
Gemäss Comparis liegen die durchschnittlichen Hypothekarkredite mit zehnjähriger Laufzeit bei 1,9%. Der Artikel schlägt vor, die Hypothekenangebote mit dem Comparis-Vergleicher oder ähnlichen Tools zu vergleichen, um zu prüfen, ob Ihre Finanzierung im Vergleich zu diesem Durchschnitt noch wettbewerbsfähig ist.

Verwandte Artikel