Parlament genehmigt AHV-Finanzierung, Schutz für Adoptivmütter

Bundesparlament in Bern mit digitalen Gesundheitssymbolen

Der Ständerat hat die gemischte Finanzierung der 13. AHV genehmigt, während der Nationalrat Schutzmaßnahmen für Adoptivmütter eingeführt und eine zweite Chance für Überschuldeten geschaffen hat.

Kontext

Kurzfassung

  • 13. AHV: gemischte Finanzierung von der Konkordanzkonferenz genehmigt
  • Adoptiv: 112 Ja-Stimmen, 68 Nein-Stimmen für Kündigungsschutz
  • Ehe per Vollmacht: 111 Ja-Stimmen, 72 Nein-Stimmen für das Verbot
  • Elektronische Rezepte: mögliche Pflicht zur Erhöhung der Sicherheit

Schlüsselfakten

  • Was: Genehmigung gemischter Finanzierung für die 13. AHV
  • Wann: Donnerstag, kurze aber intensive Parlamentsperiode
  • Wo: Ständerat, Bern
  • Wer: Ständerat, Nationalrat, Kommission für Therapeutika
  • Betrag: noch nicht spezifiziert (gemischte Finanzierung)
  • Was: Verbot der Ehe per Vollmacht (111‑72)
  • Was: Schutz für Adoptivmütter (112‑68)
  • Was: Mögliche Pflicht für elektronische Rezepte

Der Ständerat hat die Vorschläge der Konkordanzkonferenz für eine gemischte Finanzierung der dreizehnten AHV freigegeben, ohne den genauen Betrag zu nennen. In derselben Sitzung hat der Nationalrat Änderungen am Bundesgesetz über Therapeutika beschlossen, die den Weg für eine mögliche Pflicht von elektronischen Rezepten ebnen, um die Patientensicherheit zu stärken. Parallel dazu hat die Nationalrat die letzte Meinungsverschiedenheit mit dem Ständerat bezüglich Überschuldung gelöst: Überschuldete Personen können nun ihre Schulden durch Insolvenz abwickeln, ein Schritt, der den Weg aus der Verschuldung erleichtert.

Eine Initiative des Kantons Tessin hat die Unterstützung des Nationalrats erhalten: Adoptivmütter erhalten den gleichen Kündigungsschutz wie leibliche Mütter (112 Ja‑Stimmen gegen 68 Nein‑Stimmen). Die Regelung ergänzt den bereits bestehenden Schutz während der Schwangerschaft und den ersten 16 Wochen nach der Geburt und erstreckt ihn auch auf Adoptivfamilien.

Schließlich hat der Nationalrat das Ehe‑per‑Vollmacht‑Verbot abgelehnt, mit 111 Ja‑Stimmen für das Verbot und 72 Nein‑Stimmen. Der Gesetzentwurf, eingebracht von Esther Friedli (SVP/SG), will eine rechtliche Lücke schließen, die in einigen patriarchalen Kulturen genutzt wird. Die Frage der Bilateralen III wurde an die zuständige Kommission verwiesen, wodurch die Diskussion über die doppelte Mehrheit (Volk und Kantone) auf einen späteren Termin verschoben wurde.

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Operative Details

Implikationen für Schweizer Bürger

Mischte Finanzierung der 13. AVS – Die Entscheidung des Ständerats ebnet den Weg für eine Kombination aus Bundesmitteln und kantonalen Beiträgen. In der Praxis werden Rentner eine Stabilität der Zahlungen sehen, während die kantonalen Verwaltungen ihre Budgets anpassen müssen, um den kantonalen Anteil zu decken. Das Ergebnis ist eine Verringerung des Defizitrisikos im AHV-Fonds, mit möglichen Auswirkungen auf das Niveau zukünftiger Renten.

Elektronische Rezepte – Die Einführung digitaler Verschreibungen zielt darauf ab, Transkriptionsfehler zu reduzieren und die Medikamentenverfolgung zu verbessern. Apotheker müssen ihre Systeme aktualisieren, während Ärzte verpflichtet sind, elektronisch zu unterzeichnen. Für Patienten wird der Vorgang schneller: Das Rezept gelangt direkt zum Verkaufspunkt mittels QR-Code oder sicherer Verbindung. Wenn dieser Schritt verpflichtend wird, wirkt er sich auch auf die Krankenversicherungen LAMal/KVG aus, die ihre Erstattungsprotokolle anpassen müssen.

Zweite Chance für Überschuldete – Die Möglichkeit, Konkurs anzumelden um Schulden zu tilgen, stellt einen Wendepunkt für Personen dar, deren Verbindlichkeiten ihr Einkommen übersteigen. Das Verfahren, das vom Konkursgericht geleitet wird, erlaubt es, restliche Schulden nach der Liquidation des Vermögens zu streichen. Dadurch könnte die Ausgabefähigkeit der Haushalte wiederbelebt werden, mit positiven Effekten auf den Binnenkonsum und das BIP.

Schutz für Adoptivmütter – Die Ausweitung des Kündigungsschutzes auf Adoptivmütter schließt eine gesetzliche Lücke. Adoptivbeschäftigte können nun während der ersten Monate der Eingliederung des Kindes auf eine kontinuierliche Beschäftigung zählen, wodurch das Einkommensverlustrisiko sinkt. Unternehmen müssen ihre Kollektivverträge und HR-Handbücher aktualisieren, um diese neue Regelung aufzunehmen.

Verbot von Proxy-Ehen – Die Maßnahme trifft eine seltene Praxis, die in einigen Gemeinschaften existiert. Rechtlich gesehen müssen Paare nun sicherstellen, dass beide Ehepartner bei der Zeremonie physisch anwesend sind; sonst wird die Ehe für den Familiennachzug nicht anerkannt. Diese Regel könnte Fälle von missbräuchlicher Ausnutzung von Migration reduzieren.

Bilaterale III verschoben – Die Aussetzung der Diskussion über die Doppelmehrheit verzögert mögliche Änderungen an den EU-Schweizer-Abkommen. Unternehmen mit grenzüberschreitenden Lieferketten müssen auf weitere Klarstellungen warten und den Status quo beibehalten, bis die Kommission einen endgültigen Vorschlag vorlegt.

Table 1: Thema
ThemaVor der EntscheidungNach der Entscheidung
13. AVSEinheitliche FinanzierungGemischte Finanzierung (bundesstaatlich + kantonal)
RezeptePapierbasiertElektronisch (potenziell verpflichtend)
ÜberschuldeteKeine AuswegMöglichkeit des Konkurses
AdoptivmütterKein SchutzKündigungsschutz
Proxy-EheMöglichVerbot

Die Änderungen werden einen übergreifenden Einfluss auf AVS/AHV, Kantone, Nationalrat, Ständerat, LAMal/KVG und die Lebenshaltungskosten haben, da die Stabilität der Renten und die Sicherheit im Gesundheitswesen direkt die Ausgaben der Familien beeinflussen.

Nützliche Tools für die Planung

Für Ihre Vorsorgestrategie nutzen Sie den Rentenplaner und den Säule-3-Simulator.

Wichtige Punkte

Was man ab heute konkret tun kann

1. Prüfen Sie Ihre AHV-Position – Melden Sie sich beim Portal des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) an, um Ihr AHV-Konto zu überprüfen. Wenn Sie Rentner sind, prüfen Sie die Höhe Ihrer Rente und folgen Sie den Anweisungen für mögliche kantonale Beitragsanpassungen. Nutzen Sie unseren AVH‑Rentenrechner, um die Wirkung der Mischfinanzierung abzuschätzen.

2. Wechseln Sie zu elektronischen Rezepten – Wenn Sie Arzt oder Apotheker sind, beantragen Sie die Aktivierung des digitalen Verschreibungssystems über Ihren Berufsverband. Die Patientinnen und Patienten müssen den Arzt bitten, das Rezept an ihre bevorzugte Verkaufsstelle zu senden. Bewahren Sie den erhaltenen QR‑Code auf und zeigen Sie dem Apotheker eine Kopie. Für Versicherte mit LAMal/KVG prüfen Sie bei Ihrer Krankenkasse, ob die Rückerstattung bereits automatisiert ist.

3. Wenn Sie überschuldet sind, prüfen Sie das Konkursverfahren – Kontaktieren Sie einen Konkursberater oder Ihren Anwalt, um das Verfahren zur Konkursdeklaration einzuleiten. Bereiten Sie alle Unterlagen zu Schulden, Gläubigern und Vermögen vor. Das Liquidationsverfahren wird vom für Ihren Kanton zuständigen Konkursgericht verwaltet. Nach Abschluss werden die restlichen Schulden gelöscht.

4. Adoptivmütter: Kennen Sie Ihre Rechte – Wenn Sie sich in einer Adoptivmutterschaft befinden, informieren Sie Ihren Arbeitgeber über den Kündigungsschutz. Fordern Sie eine schriftliche Bestätigung des Schutzzeitraums (ähnlich dem bei biologischer Mutterschaft) an. Bei Unklarheiten wenden Sie sich an den Rechtsberatungsdienst Ihres Kantons.

5. Planen Sie die Hochzeit – Wenn Sie heiraten möchten, stellen Sie sicher, dass beide Ehepartner physisch an der Zeremonie teilnehmen. Vermeiden Sie notarielle Vollmachten oder Vertretungen für die Eheschließung per Prokura, da diese für das Familiennachzugverfahren nicht mehr anerkannt werden.

6. Verfolgen Sie die Entwicklungen von Bilaterale III – Abonnieren Sie die Updates des Schweizer Parlaments oder besuchen Sie die Website des Bundesrates, um zu erfahren, wann die Kommission den endgültigen Vorschlag vorlegt. Unternehmen mit grenzüberschreitenden Aktivitäten müssen mögliche regulatorische Änderungen im Blick behalten.

Um die Auswirkungen dieser Neuerungen auf Ihr Nettoeinkommen genauer zu untersuchen, nutzen Sie unseren Gehaltsrechner. Bleiben Sie informiert und ergreifen Sie die notwendigen Maßnahmen, um Ihre finanzielle und berufliche Situation zu schützen.

Quelle: rsi.ch

Häufig gestellte Fragen
Wie lautet das Ergebnis der Abstimmung zum Verbot der Eheschließung per Prokura?
Der Nationalrat hat das Verbot mit 111 Ja-Stimmen und 72 Nein-Stimmen angenommen und das Verbot der Familienzusammenführung auf Ehen ausgeweitet, die in Abwesenheit eines der Ehepartner geschlossen wurden.
Welchen Schutz erhalten Adoptivmütter durch die neue Regelung?
Adoptivmütter werden vor Kündigungen mit dem gleichen Schutz wie leibliche Mütter geschützt, dank der Initiative, die vom Nationalrat mit 112 Ja-Stimmen und 68 Nein-Stimmen angenommen wurde.
Wie kann eine überschuldete Person ihre Schulden nach dem neuen Gesetz begleichen?
Der Nationalrat hat die Möglichkeit der Insolvenz erklärt, sodass überschuldete Personen nach der Liquidation ihres Vermögens die Restschulden löschen können.

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