Lohngefälle zwischen den Geschlechtern: reduziert auf 15,7% (Grenzgänger-Leitfaden)

Schweizer Arbeitnehmer überprüfen Gehaltsdokumente in einem modernen Arbeitsumfeld

Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern in der Schweiz schrumpft weiter. Im Jahr 2024 liegt sie bei 15,7%, gegenüber 16,2% im Jahr 2022. Der BfS-Bericht vom 31. August 2026 analysiert die Daten nach Branche und Rolle.

Kontext

In Kürze

  • Gesamtlohngefälle von 15,7% im Jahr 2024
  • Rückgang von 16,2% im Jahr 2022 und 19% im Jahr 2018
  • Unerklärter Anteil von 6,5%, das sind 640 Franken weniger pro Monat

Eckdaten

  • Was : BfS-Bericht über Lohnstruktur und Geschlechtergefälle
  • Wann: 31. August 2026 (Daten für 2024)
  • Wo: Gesamte Schweiz, privater und öffentlicher Sektor
  • Wer: Bundesamt für Statistik (BfS)
  • Betrag: 15,7% Gesamtdifferenz; 640 Franken/Monat ungeklärte Differenz
  • Trend: Progressiver Rückgang von 19% im Jahr 2018

Das Bundesamt für Statistik hat am 31. August 2026 die detaillierte Analyse des geschlechtsspezifischen Lohngefälles in der Schweiz auf Basis der schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2024 veröffentlicht. Die Ergebnisse bestätigen einen konsolidierten positiven Trend im Laufe der Zeit: Das Gesamtlohngefälle beträgt 15,7%, gegenüber 16,2% im Jahr 2022, 18% im Jahr 2020 und 19% im Jahr 2018.

Frauen verdienten durchschnittlich 15,7% weniger als männliche Kollegen, berechnet nach standardisierten Bruttomonatslöhnen in Vollzeitäquivalenten (100%) auf Basis der tatsächlichen Arbeitszeit. Im privaten Sektor beträgt die Lücke im Jahr 2024 17,2%, ein leichter Rückgang von 17,5% im Jahr 2022, 19,5% im Jahr 2020 und 19,6% im Jahr 2018. Im öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden insgesamt) beträgt das allgemeine Lohngefälle im Jahr 2024 12,8%, gegenüber 13,8% im Jahr 2022, 15,1% im Jahr 2020 und 18,1% im Jahr 2020.

Operative Details

Die Unternehmensgrösse verstärkt die Lücke

Der unerklärte Lohnunterschied variiert je nach Unternehmensgrösse erheblich. In kleinen Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten erreicht er im Jahr 2024 8,6% (8,4% im Jahr 2022). In grossen Unternehmen mit mindestens 1000 Beschäftigten sinkt er auf 5,8% im Jahr 2024 (6,8% im Jahr 2022). Dieses Muster legt nahe, dass grössere Unternehmen, die wahrscheinlich über strukturiertere und transparentere Lohnprozesse verfügen, tendenziell die geschlechtsspezifischen Lücken verringern, die sich nur schwer durch objektive Faktoren wie Qualifikation oder Erfahrung erklären lassen.

Unternehmenshierarchie: der verstärkende Faktor

Die hierarchische Position hat einen deutlichen Effekt auf den unerklärten Lohnunterschied. Beim Personal ohne Kaderfunktion beträgt der unerklärte Anteil der Lücke im Jahr 2024 6,1% (6,6% im Jahr 2022). Beim Personal mit oberer Kaderfunktion steigt die Ungleichheit auf 12,4% im Jahr 2024 (10,6% im Jahr 2022). Diese Verdopplung der Lücke beim Aufstieg von der operativen Ebene zu den Unternehmensspitzen spiegelt einen besorgniserregenden Trend wider: Je höher man in der Hierarchie aufsteigt, desto grösser wird der Lohnunterschied, der nur schwer durch Unterschiede in der Rolle, den formalen Kompetenzen oder der Verantwortung gerechtfertigt werden kann.

Wichtige Punkte

Wo die vollständigen Daten eingesehen werden können

Der detaillierte Bericht des Bundesamts für Statistik zur Schweizer Lohnstrukturerhebung 2024 enthält die vollständige Analyse des Lohngefälles zwischen Frauen und Männern. Die offizielle Pressemitteilung, veröffentlicht am 31. August 2026, liefert die aggregierten Daten, die historischen Trends seit 2018 und die wichtigsten Variablen, die das Gefälle beeinflussen (Sektor, Unternehmensgrösse, hierarchische Funktion, Alter, Ausbildung, Familienstand).

Wie diese Daten in der Praxis genutzt werden können

Für alle, die in der Schweiz arbeiten, bieten diese Daten einen wichtigen Referenzpunkt, um die eigene Lohnsituation einzuschätzen. Wenn Sie als Frau eine signifikante Abweichung gegenüber männlichen Kollegen in derselben Funktion feststellen, können Sie diesen Bericht als dokumentarische Grundlage im Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber oder bei der Kontaktaufnahme mit Gewerkschaften und Gleichstellungsorganisationen verwenden. Die BFS-Daten zeigen, dass Gefälle von 6-7% (der unerklärte Anteil) nicht auf Unterschiede bei Kompetenzen oder Erfahrung zurückzuführen sind, was auf mögliche Formen der Lohndiskriminierung hindeutet.

Häufig gestellte Fragen
Verringert sich das Lohngefälle überall in der Schweiz im gleichen Tempo?
Nein, sie ist je nach Branche und Kontext sehr unterschiedlich. Im Jahr 2024 beträgt die Differenz im Hotel- und Gaststättengewerbe nur 7,9%, im Finanz- und Versicherungsgewerbe 30,6%. Im öffentlichen Sektor ist die Gesamtlücke (12,8%) geringer als im privaten Sektor (17,2%), was darauf hindeutet, dass die öffentlichen Arbeitgeber eine effektivere Gleichstellungspolitik umgesetzt haben.
Was genau bedeutet „ungeklärter Teil des Lohngefälles“?
Es ist der Teil der Lücke, der nicht auf Faktoren wie Ausbildungsniveau, Dienstjahre, hierarchische Funktion oder Wirtschaftszweig zurückgeführt werden kann. Im Jahr 2024 entspricht dies insgesamt 6,5% (640 Franken pro Monat), was darauf hindeutet, dass ein Teil der Disparität auf andere Faktoren zurückzuführen ist, die nicht immer leicht zu identifizieren oder zu rechtfertigen sind.
Wächst das Lohngefälle tatsächlich mit dem Alter der Arbeitnehmerinnen?
Ja, deutlich. Frauen unter 30 Jahren haben eine ungeklärte Kluft von 2,2%, Frauen über 50 Jahren von 8,3%. Diese fast Vervierfachung deutet darauf hin, dass sich die Lohnunterschiede im Laufe der beruflichen Laufbahn von Frauen häufen und verstärken.
Verdienen Frauen auch im öffentlichen Sektor der Schweiz weniger?
Ja, aber in geringerem Maße als im privaten Sektor. Im Jahr 2024 beträgt die Differenz in der Öffentlichkeit 12,8% (gegenüber 17,2% in der Privatwirtschaft). Der ungeklärte Anteil beträgt 5,9% im Öffentlichen (574 Franken pro Monat) gegenüber 6,7% im Privaten (644 Franken pro Monat).
Spielt die Betriebsgröße beim geschlechtsspezifischen Lohngefälle eine Rolle?
Ja, sehr bedeutsam. In kleinen Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern beträgt die ungeklärte Lücke 8,6%, während sie in großen Unternehmen mit mindestens 1000 Mitarbeitern auf 5,8% sinkt. Strukturiertere Unternehmen haben wahrscheinlich transparentere und kontrolliertere Lohnprozesse, wodurch willkürliche Ungleichheiten verringert werden.

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