Lehre und Berufsausbildung in Graubünden: Kompletter Leitfaden (Grenzgänger-Leitfaden)

Duales Schulbetriebsmodell in Graubünden: Lehrvertrag, Jahreslohn, Berufsmaturität und Lebenshaltungskosten für den Lernenden.
Kontext
In Kürze
- Berufsbildung in Graubünden: dualer Weg Schule + Betrieb
- Praktikumsvertrag regelt Dauer, Arbeitszeit und Vergütung
- Berufsmaturität, die parallel zum Praktikum erworben werden kann
- Die Entlohnung des Auszubildenden variiert je nach Ausbildungsjahr und Branche
Eckdaten
- Was: Lehre und Berufsbildung im Kanton Graubünden
- Wo: Kanton Graubünden (Schweiz), unter Aufsicht des kantonalen Amtes für Berufsbildung
- Wer: Kanton Graubünden, Schweizerische Eidgenossenschaft, Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen
- Wie: duales System (Betrieb + Berufsschule) geregelt durch das Bundesgesetz über die Berufsbildung (BBG)
- Abschlusstitel: Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (ESTV) oder Eidgenössisches Praktisches Ausbildungszeugnis (EBA)
Die Berufsbildung in der Schweiz wird auf Bundesebene durch das Berufsbildungsgesetz (BBG) geregelt, das die Grundsätze festlegt, und findet in jedem Kanton, einschliesslich Graubünden, konkrete Anwendung. Das Schweizer System basiert auf dem sogenannten «dualen Modell»: Der Lernende absolviert parallel die praktische Ausbildung in einem Betrieb und die theoretische Ausbildung in einer Berufsschule mit überbetrieblichen Kursen.
# Der Praktikumsvertrag
Der Lehrvertrag ist das Dokument, das die Beziehung zwischen dem Auszubildenden (oder demjenigen, der ihn vertritt, wenn er minderjährig ist) und dem ausbildenden Unternehmen regelt. Vor Inkrafttreten der
Operative Details
Berufsmaturität - eine Chance mehr
Die Berufsmaturität (MP) ist ein Abschluss der Sekundarstufe II, der parallel zum Praktikum erworben wird. Es gliedert sich in sieben Schwerpunkte (Gesundheit, Soziales, Bildende und angewandte Kunst, Wirtschaft, Technik, Architektur und Naturwissenschaften) und steht Inhabern eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses oder in einigen Fällen während des letzten Praktikumsjahres für Bewerber offen, die die schulischen Anforderungen erfüllen.
Der Erwerb der MP ermöglicht ohne weitere Prüfung den Zugang zu den Fachhochschulen (FH) im jeweiligen Fachbereich. Um sich an einer Universität (ETH oder Kantonsuniversität) einzuschreiben, ist stattdessen die gymnasiale Maturität oder das Bestehen einer ergänzenden Prüfung erforderlich.
Kosten und Lebensbedingungen des Auszubildenden
Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind hoch und wirken sich konkret auf das Monatsbudget eines Lernenden aus. Die Unterbringung ist eine der Hauptpositionen, die vom Bundesrecht geregelt wird (Art. 253 ff. CO) in jedem Kanton gleich. Die Kaution kann maximal drei Monatsmieten betragen, sie ist auf ein auf den Mieter lautendes Sperrkonto zu überweisen. Die Kündigung des Vermieters bedarf des offiziellen kantonalen Formulars, welches der Mieter innerhalb von dreißig Tagen bei der Schlichtungsbehörde anfechten kann.
Die Krankenversicherung (KVG) ist obligatorisch für alle, die in der Schweiz wohnen. Personen, die zur Lehre umziehen, müssen die Deckung innerhalb von drei Monaten abschliessen
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Wichtige Punkte
Konkretes Vorgehen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Um einen Lehrstelle im Kanton Graubünden zu finden, muss eine durchdachte Abfolge von Schritten befolgt werden, die mit ausreichend Vorlaufzeit vor Beginn der Lehre in Angriff genommen werden sollte.
Der erste Schritt besteht darin, den gewünschten Bereich und den gewünschten Beruf zu bestimmen, wobei die Berufsprofile des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) zu konsultieren sind. Für jeden Beruf sind die Beschreibung der Kompetenzen, die Dauer der Ausbildung und die Liste der beteiligten Schulstandorte verfügbar.
Der zweite Schritt besteht in der Vorbereitung einer vollständigen Bewerbung, die aus Motivationsschreiben, aktualisiertem Lebenslauf, Kopien der Schulzeugnisse und gegebenenfalls Praktikumsbescheinigungen oder Referenzen besteht. Das Schreiben muss an das Unternehmen und den gewählten Beruf angepasst werden. In den gefragtesten Bereichen ist es sinnvoll, sich bei mehreren Unternehmen zu bewerben, sowohl direkt als auch über Stellenvermittlungsportale.
Der dritte Schritt ist die Durchführung eines Kennenlerngesprächs, bei dem das Unternehmen die Eignung des Bewerbers überprüft und dieser das Arbeitsumfeld bewertet. Nach erfolgreichem Gespräch unterzeichnen die Parteien einen schriftlich abgefassten Lehrvertrag, der dem kantonalen Recht entspricht.
Der vierte Schritt ist die Registrierung des Vertrags beim kantonalen Amt für Berufsbildung in Graubünden, das dessen Konformität überprüft und den Lehrling in den Schulbesuch einbindet. Das Amt liefert auch Informationen zu den vorgesehenen überbetrieblichen Kursen.
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Häufig gestellte Fragen
- Wie funktioniert das duale System in Graubünden?
- Der Auszubildende absolviert gleichzeitig die praktische Ausbildung in einem Unternehmen und die theoretische Ausbildung in einer Berufsschule mit überbetrieblichen Kursen, die den Kurs vervollständigen. Das System ist auf Bundesebene durch das Berufsbildungsgesetz (BBG) geregelt und findet im Kanton Graubünden unter Aufsicht des kantonalen Berufsbildungsamtes konkrete Anwendung. Der Abschlusstitel ist das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (ESTV) oder das Eidgenössische Zeugnis über die praktisch
- Wie hoch ist das Gehalt eines Lehrlings in der Schweiz?
- Die monatliche Bezahlung des Lehrlings variiert je nach Lehrjahr, Branche und Kanton: Der Lohn im ersten Jahr ist niedriger als in den Folgejahren, um die fortschreitenden Kompetenzen widerzuspiegeln. Ausserdem zahlt der Arbeitgeber die obligatorischen Sozialbeiträge (AHV/IV/EO, ALV, BVG für Subjekte und UVG je nach Branche). Es gibt keinen eidgenössischen Mindestlohn: Die Löhne sind in den Gesamtarbeitsverträgen geregelt oder im Lehrvertrag individuell festgelegt.
- Was ist Berufsmaturität und wie erlangt man sie?
- Die Berufsmaturität (MP) ist ein Abschluss der Sekundarstufe II, der parallel zum Praktikum erworben wird. Es gliedert sich in sieben Richtungen: Gesundheit, Soziales, Bildende und angewandte Kunst, Wirtschaft, Technik, Architektur und Naturwissenschaften. Sie steht Inhabern eines eidgenössischen Fähigkeitsausweises oder in einigen Fällen während des letzten Lehrjahres offen. Der Erwerb der MP ermöglicht den Zugang ohne weitere Prüfung zu den Fachhochschulen (FH) im jeweiligen Fachbereich.
- Wie hoch sind die BVG-BEITRAGSSÄTZE für Arbeitnehmer?
- Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die der BVG-Beitragspflicht unterliegen, wird der koordinierte Lohn je nach Altersgruppe erhoben: 7% von 25 bis 34 Jahren, 10% von 35 bis 44 Jahren, 15% von 45 bis 54 Jahren und 18% von 55 Jahren bis zum Referenzalter. Diese Prozentsätze gelten sowohl für den Anteil des Arbeitnehmers als auch für den Anteil des Arbeitgebers gemäß der gesetzlich vorgeschriebenen Aufteilung. Der AHV/IV/EO-Abzug beträgt 5,3% zu Lasten des Arbeitnehmers zuzüglich 1,1% für die
- Welche Bewilligungen braucht ein ausländischer Lehrling in der Schweiz?
- Der ausländische Lehrling muss über eine seinem Status entsprechende Bewilligung verfügen: die Bewilligung B (Aufenthalt) für die Bewohner, die Bewilligung C (Wohnsitz) für diejenigen, die die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt haben, die Bewilligung G (Grenzgänger) für diejenigen, die täglich die Grenze überschreiten. Bei den Inhabern der Bewilligung B oder C wird das Recht auf Zugang zum Praktikum dem der Schweizer Bürger gleichgestellt; bei der Bewilligung G ist das Praktikum nur möglich,
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