Personalabwesenheiten kosten KMU mehr, Studie AXA (Grenzgänger-Leitfaden)

Luftaufnahme einer modernen Schweizer Stadt mit Geschäftsviertel und Bürogebäuden, professionelle Atmosphäre

Eine AXA-Studie zeigt, dass 42% der Schweizer KMU in den letzten fünf Jahren von Absenzen betroffen waren. Psychischer Stress nimmt seit 2023 stark zu.

Kontext

In Kürze

  • 42% der KMU waren in den letzten 5 Jahren von Fehlzeiten betroffen
  • Psychischer Stress mehr als verdoppelt: 25 % im Jahr 2023, 35 % im Jahr 2026
  • Sorgfältige Führung reduziert psychische Fehlzeiten um 37%

Eckdaten

  • Was: AXA-Studie zu den Auswirkungen von Absenzen auf Schweizer KMU
  • Wann: Letzte 5 Jahre (Daten 2026 im Vergleich zu 2023)
  • Wo: Kleine und mittlere Schweizer Unternehmen
  • Wer: Versicherungsgruppe AXA, Forschungsinstitut Sotomo
  • Betroffen: 62% Unternehmen mit 50-250 Mitarbeitern
  • Lücke: 66% wissen, dass Führung wichtig ist, 28% wenden offenes Feedback an

Die AXA Studie: beunruhigende Zahlen

Eine Studie des Forschungsinstituts Sotomo im Auftrag der Versicherungsgruppe AXA fotografiert eine kritische Situation auf dem Schweizer Arbeitsmarkt, zumindest in Bezug auf kleine und mittlere Unternehmen. 42% der KMU waren in den letzten fünf Jahren von Personalabwesenheiten betroffen. Eine Tatsache, die für stärker strukturierte Unternehmen noch gravierender wird: 62% der Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern waren von demselben Problem betroffen.

Doch der eigentliche Alarm geht von der psychischen Stressfront aus. Im Jahr 2023 waren 25% der befragten Unternehmen mit Abwesenheiten konfrontiert, die auf den psychischen Zustand des Personals zurückzuführen waren. Im Jahr 2026 stieg dieser Prozentsatz auf 35%: ein Anstieg von 10 Punkten in drei Jahren, der einen besorgniserregenden Trend aufzeigt. Es geht nicht nur um gewöhnliche Krankheiten: Psychische Probleme werden zu einer strukturellen Herausforderung für Schweizer Organisationen.

Die Rolle der

Operative Details

Das Paradox: Achtsamkeit ohne Handeln

Aus der Studie ergibt sich jedoch ein beunruhigendes Paradoxon. Obwohl sie wissen, dass Leadership entscheidend ist (66% unterstützen dies), verstärken Schweizer KMU die aktive Umsetzung von Präventionsmassnahmen nicht. Im Gegenteil, der Trend ist umgekehrt.

Von 2023 bis 2026 ist der Anteil der Unternehmen, die gezielt auf eine offene Feedback-Kultur setzen, von 35% auf 28% gesunken. Es ist kein Stillstand: Es ist ein echter Rückschritt. Gleichzeitig bleibt die Förderung der körperlichen Gesundheit durch Ernährung und Bewegung auf einem sehr niedrigen Niveau: Nur 14% der KMU im Jahr 2026. Ein noch enttäuschenderes Ergebnis verzeichnet die Ausbildung der Vorgesetzten: 11 Prozent.

Im Wesentlichen ergibt sich folgendes Bild: KMU erkennen das Problem (35% verwalten Abwesenheiten aufgrund von psychischem Stress), wissen, was die Lösung sein könnte (engagierte Führungskräfte, systematisches Feedback, emotionale Unterstützung), setzen es jedoch nicht in die Praxis um. Ein Viertel der befragten KMU (25%) ergreift keine spezifischen Maßnahmen, um Abwesenheiten aufgrund psychischer Probleme zu verhindern. Es ist ein alarmierendes Zeichen für eine Fehlausrichtung zwischen Absichten und Verhalten.

Was fehlt: die Implikationen für KMU

Diese Lücke zwischen Bewusstsein und Handeln hat konkrete Konsequenzen. In der Schweiz, wo der Arbeitsmarkt der KMU eine tragende Säule der Volkswirtschaft ist, führt das Fehlen präventiver Massnahmen zu steigenden Kosten. Neben dem Unbehagen der Mitarbeiter, Abwesenheiten

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Wichtige Punkte

Vorgehensweise: Konkrete Leitlinien für KMU

Für kleine und mittlere Schweizer Unternehmen, die dieses Problem angehen wollen, bietet die Studie mindestens drei konkrete Ansätze.

Erste, bewerten Sie den aktuellen Status. Wenn 35% der KMU Abwesenheiten aufgrund von psychischem Stress haben, ist es wahrscheinlich, dass viele das Phänomen noch nicht systematisch gemessen haben. Eine einfache Verfolgung der Abwesenheiten aus Gründen (normal, psychisch, nicht spezifiziert) liefert die Grunddaten. Viele HR-Managementsoftware bieten diese Funktionalität heute an und sind der erste Schritt aus der Improvisation.

Zweitens, in die Ausbildung von Führungskräften zu investieren. 11% der KMU tun dies: Dies ist ein niedriger Wert, der auf eine nicht ausgelastete Gelegenheit hindeutet. Auch kurze Kurse zu Stressmanagement und empathischer Kommunikation können dazu beitragen, das „psychologische Puffer“ zu schaffen, von dem die Studie spricht. Führungskräfte sind die Hauptträger einer widerstandsfähigeren Unternehmenskultur.

Drittens soll ein offenes Feedback-System implementiert werden. 28% der KMU haben sich für diesen Weg entschieden, aber der Anteil geht im Vergleich zu 2023 zurück (35%). Regelmäßiges, auch informelles Feedback ermöglicht es den Mitarbeitern, sich gehört zu fühlen und Schwierigkeiten zu kommunizieren, bevor sie zu psychischen Krisen werden. Erfordert keine komplizierten Strukturen - oft genügt Disziplin und Konsequenz.

Verfügbare Ressourcen und Support

Wer ein KMU in der Schweiz betreibt, kann sich auf öffentliche und private Mittel stützen, um

Quelle: swissinfo.ch

Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptfaktor, der Abwesenheiten aufgrund von psychischem Stress reduziert?
Der AXA-Studie zufolge ist der wichtigste Faktor die Art der Unternehmensführung. Unter den Unternehmen, die Freiheit und Eigenverantwortung fördern, leiden 27% unter Abwesenheiten aufgrund von psychischem Stress, während in Unternehmen, die diesen Ansatz nicht anwenden, der Prozentsatz auf 43% ansteigt. Der Unterschied von 16 Punkten deutet darauf hin, dass bewusste Führung als „psychologischer Puffer“ fungiert und die psychischen Beschwerden des Personals reduziert.
Wie hat sich das Phänomen des psychischen Stresses zwischen 2023 und 2026 verändert?
Der psychische Stress hat sich mehr als verdoppelt. Im Jahr 2023 verwalteten 25% der befragten KMU Abwesenheiten, die auf den psychischen Zustand des Personals zurückzuführen waren. Im Jahr 2026 stieg dieser Prozentsatz auf 35%, ein Anstieg von 10 Punkten in drei Jahren. Dieser Trend ist alarmierend und deutet darauf hin, dass sich das Problem auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verschlechtert und nicht verbessert.
Welche Präventionsmassnahmen sind bei Schweizer KMU seltener?
Konkrete Maßnahmen sind überraschend selten. Die Ausbildung der Vorgesetzten wird nur von 11% der KMU umgesetzt, während die Förderung der körperlichen Gesundheit (Ernährung und Bewegung) von 14% übernommen wird. Noch gravierender: 25% der KMU haben keine spezifischen Maßnahmen, um Absenzen aufgrund psychischer Probleme zu verhindern.
Wer hat die Studie durchgeführt und was waren die Ziele?
Die Studie wurde vom Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Versicherungsgruppe AXA durchgeführt. Sie trägt den Titel 'KMU-Arbeitsmarktstudie' und hat mehrere kleine und mittlere Schweizer Unternehmen befragt, um die Auswirkungen von Absenzen und psychischem Wohlbefinden auf ihre Arbeitsumgebungen zu analysieren. Die Daten wurden auch durch den Vergleich von 2023 mit 2026 erhoben.
Wie viele KMU waren in den letzten fünf Jahren von Fehlzeiten betroffen?
42% der KMU waren in den letzten fünf Jahren von Absenzen betroffen. Noch gravierender ist die Zahl für stärker strukturierte Betriebe: 62 Prozent der Betriebe mit 50 bis 250 Beschäftigten waren von Absenzen betroffen. Dies deutet darauf hin, dass das Problem mit der Unternehmensgröße wächst.

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