Arbeitslose Grenzgänger: So melden Sie sich bei den Schweizer Arbeitsämtern an (Grenzgänger-Leitfaden)
Im Tessin 65.000 Grenzgänger auf 220.000 Plätzen. Seit 2018 haben sie das Recht, sich bei den RAV zu registrieren, aber 2017 waren es nur 83 in der ganzen Schweiz.
Kontext
In Kürze
- Ab dem 1. Juli 2018 müssen Arbeitgeber freie Stellen bei Berufen mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 8% den RAV melden
- Die offenen Stellen bleiben für 5 Arbeitstage nur den bei den RAV eingeschriebenen Arbeitslosen zugänglich
- Im Tessin stellen die Grenzgänger rund 65.000 von insgesamt 220.000 Arbeitsplätzen
- 2017 waren nur 83 Grenzgänger bei einer regionalen Arbeitsvermittlung in der ganzen Schweiz angemeldet
Im Februar 2014 stimmte die Schweizer Bevölkerung der sogenannten Masseneinwanderungs-Initiative zu. Die Arbeitslosenquote lag damals schweizweit bei 3,5% und im Tessin bei 5%. Heute sind die Zahlen deutlich günstiger: Sowohl auf nationaler Ebene als auch im Kanton Tessin liegt sie bei rund 2,4%. Nach einem langen und erbitterten Kampf im Parlament sind das Gesetz und die Verordnung zur Umsetzung des am 9. Februar 2014 verabschiedeten Verfassungsartikels in Kraft getreten.
Seit dem 1. Juli 2018 sind Arbeitgeber verpflichtet, freie Stellen in Berufen mit einer Arbeitslosenquote von landesweit mindestens 8 Prozent den Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV) zu melden. Darüber hinaus hat der Bundesrat beschlossen, dass diese den RAV gemeldeten offenen Stellen während fünf Arbeitstagen ausschliesslich den bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung gemeldeten Arbeitslosen zur Verfügung stehen. Dadurch haben Arbeitssuchende, die bei den Regionalbüros eingeschrieben sind, einen kleinen Vorteil
Operative Details
In Kürze
- Die "indigene Vorliebe light" begünstigt die bei den RAV eingeschriebenen Arbeitslosen mit exklusivem 5-tägigem Zugang zu freien Stellen
- Angemeldete Grenzgänger erhalten die gleiche Behandlung wie Anwohner, einschließlich personalisierter Stellenangebote
- Mangelnde Rechtskenntnisse erklären die geringen Zahlen: 2017 waren nur 83 Grenzgänger in der Schweiz registriert
- Die Kontrollpflichten (dokumentierte monatliche Recherchen, regelmäßige Interviews) sind für alle Mitglieder gleich
Die Maßnahme der „indigenen Vorliebe light“ soll lokale Arbeitskräfte auf der Suche nach Arbeit begünstigen. Doch dem ist nicht so: Nur Ausländer, die noch nie in der Schweiz gearbeitet haben, sind benachteiligt. Grenzgänger, die bereits im Land gearbeitet haben, fallen nicht in diese Kategorie und können sich daher vollumfänglich bei den RAV anmelden.
Nach der Anmeldung werden die Arbeitslosen persönlich von einem Berater betreut, über Stellenangebote in ihren Tätigkeitsbereichen informiert und ihr Profil den arbeitssuchenden Arbeitgebern unterbreitet. Dies ist ein Service, der einen Unterschied machen kann, wenn man bedenkt, dass die Suchkanäle über die italienischen Jobcenter den Tessiner Arbeitsmarkt möglicherweise nicht ausreichend abdecken.
Wie Stefano Rizzi bekräftigt, "ist die Einschreibung in die RAV auch für Grenzgänger möglich, jedoch unter der Bedingung, dass alle Kontrollpflichten eingehalten werden, die auch für die ansässigen Arbeitslosen gelten". Auch Grenzgänger müssen daher
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Wichtige Punkte
In Kürze
- Für die Anmeldung wenden Sie sich an das Sportello URC in Lugano mit italienischer und schweizerischer Dokumentation
- Nach der Anmeldung: monatliche Arbeitsuche mit Dokumentation und regelmäßige Besprechungen mit dem Berater
- Vorteil: Vorrang von 5 Tagen bei offenen Stellen in Branchen mit mehr als 8% Arbeitslosenquote
- Eingetragene Frontalier erhalten personalisierte Arbeitsangebote und Sichtbarkeit bei den Arbeitgebern des Kantons Ticino
Schritt-für-Schritt-Prozedere für die Anmeldung
Für einen arbeitslosen Frontalier, der sich in einem Ufficio für Arbeitsvermittlung im Kanton Ticino anmelden möchte, gibt es einige konkrete Schritte. Zuerst muss man bereits im italienischen Arbeitsvermittlungssystem registriert sein, da die Anmeldung bei den URC der Schweiz "kumplementär" zu dem System des Heimatlandes erfolgt, das allein die Arbeitslosenentschädigung erbringt.
Nachdem man sich in Italien angemeldet hat, kann man sich direkt an das Sportello URC in Lugano wenden. Während des Treffens werden die Anmeldevoraussetzungen überprüft und die damit verbundenen Pflichten erläutert. Der Frontalier muss die Dokumentation über den vorherigen Arbeitsverhältnis in der Schweiz und gegebenenfalls die Attestation über die Arbeitslosenentschädigung in Italien vorlegen.
Die Pflichten, die man einhalten muss
Nach der Anmeldung ist der Frontalier verpflichtet, die gleichen Kontrollverfahren wie die in der Schweiz lebenden Arbeitslosen einzuhalten. Das bedeutet, dass man monatlich nach Arbeit suchen muss, diese dokumentieren und den Berater während der regelmäßigen Besprechungen über die Ergebnisse informieren muss. Die Nichtbefolgung dieser Pflichten kann zu Strafen führen, einschließlich der Suspendierung der Arbeitslosenentschädigung.
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Häufig gestellte Fragen
- Können sich arbeitslose Grenzgänger wirklich bei den regionalen Arbeitsämtern der Schweiz anmelden?
- Ja. Laut Stefano Rizzi von der Abteilung Wirtschaft des Kantons Tessin haben arbeitslose Grenzgänger das Recht, sich sowohl bei den Arbeitsvermittlungsdiensten des Wohnstaates (der die Leistungen bei Arbeitslosigkeit erbringt) als auch bei denen des letzten Staates, in dem sie gearbeitet haben, in diesem Fall der Schweiz, anzumelden. Die europäische Verordnung zur Koordinierung der Sicherheitsregelungen erlaubt dies seit 2012, jedoch nur ergänzend.
- Welche Vorteile bietet die Anmeldung bei den RAV für einen arbeitslosen Grenzgänger?
- Seit dem 1. Juli 2018, mit der Einführung der Inlandspräferenz light, bleiben freie Stellen in Berufen mit einer nationalen Arbeitslosenquote von über 8% fünf Arbeitstage lang ausschließlich den bei den RAV eingeschriebenen Arbeitslosen zugänglich. Die Anmeldung bietet zudem eine persönliche Begleitung durch einen Berater, Informationen zu Stellenangeboten in Ihrer Branche und Sichtbarkeit bei Tessiner Arbeitgebern.
- Warum sind so wenige Grenzgänger bei den regionalen Arbeitsämtern registriert?
- Gemäss Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft waren 2017 nur 83 Grenzgänger schweizweit in einem RAV eingeschrieben. Die Hauptursache ist die mangelnde Kenntnis dieser Möglichkeit. Einige, wie Pancrazio Raimondo von der UIL Border, weisen auch auf bürokratische Komplexitäten und entmutigende Verwaltungspraktiken hin. Eine direkte Kontrolle durch die Redaktion bestätigte jedoch, dass die Anmeldung tatsächlich möglich ist, indem man sich am Schalter meldet.
- Welche Pflichten hat ein bei den RAV registrierter Grenzgänger zu erfüllen?
- Die Einschreibung in die RAV bringt die gleichen Verpflichtungen mit sich wie für die ansässigen Arbeitslosen: dokumentierte monatliche Arbeitssuche, regelmäßige Gespräche mit dem eigenen Berater und Einhaltung der Kontrollverfahren. Wie Stefano Rizzi bemerkte, "könnten formale Verpflichtungen ohne eine entsprechende Arbeitslosenentschädigung abschreckend sein", da die wirtschaftlichen Leistungen vom Wohnsitzland getragen werden.
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