Energiewende: Schweiz auf Platz 5 – Windkraft bleibt schwach (Grenzgänger-Leitfaden)

Schweizer Alpenpanorama mit Solaranlagen und Windkraftanlagen im Hintergrund

Studie ses 2025: 4872 kWh pro Kopf aus erneuerbaren Energien, Solar bei 878 kWh. Windstille bei 18 kWh, 25. von 28 Ländern.

Kontext

In Kürze

  • Fünfte Schweiz in der EU für erneuerbare Energien pro Kopf: 4872 kWh
  • Solar: Neuer Rekord bei 878 kWh pro Kopf, 10. Platz
  • Wind: nur 18 kWh pro Kopf, 25. von 28 Ländern
  • 70,8% des in der Schweiz verbrauchten Stroms sind erneuerbar

Eckdaten

  • Was: Jährliches Ranking zur Erzeugung erneuerbarer Energien pro Kopf
  • Wann: Daten 2025, heute veröffentlicht (Studie vom gestrigen Tag)
  • Wo: Vergleich zwischen der Schweiz und 27 EU-Mitgliedstaaten
  • Wer: Schweizerische Energie-Stiftung (ses), Schweizerische Energiestiftung
  • Titel der Studie: Dekarbonisierung der schweizer Energieversorgung im Europäischen Vergleich
  • Solarbetrag pro Kopf CH: 878 kWh (historischer Rekord)
  • Windmenge pro Kopf CH: 18 kWh
  • Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch CH: 70,8%

Die Schweizer Energiewende läuft, aber mit zwei Geschwindigkeiten. Das schreibt die Schweizerische Energie-Stiftung (ses) in der Jahresstudie „Dekarbonisierung der schweizer Energieversorgung im Europäischen Vergleich“, die den Bund bis 2025 mit den 27 Ländern der Europäischen Union vergleicht. Das Urteil fällt insgesamt positiv aus, mit dem fünften Platz für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen pro Kopf: 4872 Kilowattstunden (kWh), hinter Schweden (11'478 kWh), Finnland (8245), Österreich (6655) und Dänemark (5066).

Die Schweizer Zahl, erklärt ses, basiert vor allem auf Wasserkraft, die allein mehr als die Hälfte des in der Schweiz produzierten Stroms erzeugt. Wenn Sie die

Operative Details

Analyse: Was bedeutet das für die Stromrechnung und den Schweizer Mix?

Das Bild, das aus der SES-Studie hervorgeht, ist ein halb volles Glas mit einem deutlichen Riss auf der Windkraftseite. Die Eidgenossenschaft kann mit einem kontinentalen Spitzenwert beim Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch aufwarten: 70,8 %, davon knapp 55 Prozentpunkte aus Wasserkraft und rund 13 aus Photovoltaik. Ein Wert, der den fünften Platz in Europa bedeutet, hinter Schweden (92 %), Österreich (88 %), Dänemark (82 %) und Portugal (71 %). In der Praxis bedeutet das: Sieben von zehn in der Schweiz verbrauchten Kilowattstunden stammen aus Sonne, Wasser oder Wind.

Elektrifizierung noch gering

Es gibt jedoch einen weiteren Indikator, der die Begeisterung etwas dämpft: den Grad der Elektrifizierung des gesamten Energiesystems. Strom macht 26,7 % des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz aus, was den siebten Platz in der SES-Rangliste bedeutet. Die Spitze hält Schweden, das allerdings auch nur bei 35,3 % liegt: ein Zeichen dafür, dass der grösste Teil der in Europa verbrauchten Energie weiterhin aus anderen Quellen stammt, die nicht zwangsläufig grün sind. Für die Eidgenossenschaft ist die Herausforderung also doppelt: mehr sauberen Strom produzieren und gleichzeitig jene Bereiche auf Strom umstellen, die heute von fossilen Brennstoffen dominiert werden, etwa Heizung und Verkehr.

Wichtige Punkte

Was zu tun ist: die Rolle von Familien, Kantonen und Investoren

Die SES-Studie 2025 liefert keine individuellen Rezepte, sondern zeichnet einen klaren Rahmen, innerhalb dessen sich Familien, Kantone und Akteure bewegen. Hier sind die operativen Punkte, die aus den Daten hervorgehen.

Für Familien

Die Nutzung des Rekordwerts bei der Photovoltaik lohnt sich, besonders in einem Land, in dem über 96 % der neuen Installationen auf Dächern erfolgen. Die Bilanz zwischen Eigenverbrauch und Einspeisung ins Netz bleibt der Schlüsselfaktor zur Senkung der Energiekosten – ein Thema, das sich direkt auf die Lebenshaltungskosten im Haushalt auswirkt. Der Bund hat in den letzten Jahren Mechanismen zur Rückerstattung der Einspeisetarife eingeführt, und mehrere Kantone bieten kumulierbare kantonale Förderungen an. Vor der Installation einer Anlage empfiehlt es sich, sowohl die Gemeinderegelung als auch die kantonalen Steuersätze zu prüfen, da die steuerliche Behandlung zwischen Energiekomponente und Abgaben von Kanton zu Kanton variiert.

Für Kantone und Gemeinden

Die Daten zur Windenergie (18 kWh pro Kopf) und die jüngste Beschleunigung der Bewilligungsverfahren zeigen, wo die nächsten Jahre entschieden werden. Insbesondere die alpinen und voralpinen Gemeinden bleiben die entscheidenden Knotenpunkte: Ohne ihre technische und politische Freigabe bleiben die Projekte stehen. Für die lokalen Behörden verflechtet sich die Frage mit der Raumplanung, den ökologischen Ausgleichsmassnahmen und dem Anteil an Steuern und Wasserzinsen im Zusammenhang mit der erneuerbaren Produktion.

Häufig gestellte Fragen
Wie ist die Schweiz im SES-Ranking 2025 für erneuerbare Energien positioniert?
Die Schweiz steht mit 4872 kWh pro Kopf an fünfter Stelle der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, hinter Schweden (11478 kWh), Finnland (8245), Österreich (6655) und Dänemark (5066). Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch liegt mit 70,8% hinter Schweden (92%), Österreich (88%), Dänemark (82%) und Portugal (71%) auf dem fünften Platz.
Wie hoch ist die Solarstromproduktion in der Schweiz?
Im Jahr 2025 erreichte die nationale Solarproduktion 7948 GWh, was einem Anstieg von 2000 GWh in nur einem Jahr entspricht. Die Pro-Kopf-Zahl beträgt 878 kWh, ein neuer historischer Rekord für die Eidgenossenschaft, die mit Belgien auf dem zehnten europäischen Platz liegt (879 kWh). Die Niederlande führen das Ranking mit 1579 kWh pro Kopf an.
Warum verzögert sich die Schweizer Windkraft?
Mit nur 18 kWh pro Kopf liegt die Schweiz auf Platz 25 von 28 analysierten Ländern, gefolgt von Slowenien, Malta und der Slowakei. Finnland erreicht 4006 kWh, Schweden 3674, Dänemark 3206: 178-mal so viel wie die Schweiz. Auch Österreich, Luxemburg und Ungarn, Länder ohne Offshore-Parks und vergleichbarer mit der Schweiz, produzieren deutlich mehr Windenergie.
Wie elektrifiziert ist der Schweizer Energieverbrauch?
Der Strom macht 26,7% des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz aus, ein Wert, der das Land in der SES-Studie auf den siebten Platz bringt. Den Spitzenplatz belegt Schweden mit 35,3%, ein Zeichen dafür, dass der größte Teil der in Europa verbrauchten Energie immer noch von nicht-elektrischen Quellen abhängt.
Welche Forderungen stellt ses an die Schweizer Politik?
Ses fordert, dass die Politik langfristig stabile Rahmenbedingungen für alle grünen Verkehrsträger sicherstellt, um die notwendigen Investitionen anzukurbeln und die Energiewende voranzutreiben. An der Windfront weist die Stiftung darauf hin, dass die jüngste Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und mehrere laufende Projekte eine Erholung von der angesammelten Verzögerung ermöglichen könnten.

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