Beloved-Stiftung: Siebzig Anfragen eingegangen (Grenzgänger-Leitfaden)

Die Stiftung Beloved erhielt 70 Anträge von den Opfern des Brandes in Crans-Montana. Bietet psychologische, finanzielle und rehabilitative Unterstützung.
Kontext
In Kürze
- Die Beloved-Stiftung hat etwa 70 Anfragen von Brandopfern erhalten
- Verfügt über CHF 24 Mio. aus Wallis, Waadt und privaten Spendern
- Bietet psychologische, finanzielle und rehabilitative Unterstützung
Eckdaten
- Was: Stiftung zur Unterstützung von Brandopfern in Crans-Montana
- Wann: 27. März (Institution), 41 Tote und 115 Verletzte (Neujahr)
- Wo: Crans-Montana, Bar Le Constellation (Kanton Wallis)
- Wer: Christian Cardon (Geschäftsführer), Doris Leuthard (Vorsitzende)
- Betrag: CHF 24 Mio. aus Wallis, Waadt, Gemeinde und privaten Spendern
- Status: 70 Anfragen eingegangen, bisher keine Ablehnung
Die Stiftung Beloved, die am 27. März auf Initiative des Kantons Wallis gegründet wurde, hat bisher rund siebzig Hilfsersuchen von den Opfern des Brandes in der Bar Le Constellation in Crans-Montana erhalten, der an Silvester 41 Tote und 115 Verletzte forderte. Direktor Christian Cardon, der von Le Matin Dimanche interviewt wurde, gibt an, dass „im Moment keine Ablehnung vorliegt“: Einige Anträge wurden bereits genehmigt, andere befinden sich noch in der Bewertungsphase.
Mehrere zehntausend Franken seien bereits ausgezahlt worden, berichtet Cardon. Die Stiftung verfügt über ein Gesamtbudget von 24 Millionen Franken, das aus Spenden und Einzahlungsversprechen des Kantons Wallis, des Kantons Waadt, der Gemeinde Crans-Montana und privater Spender resultiert.
Integrierte Opfer- und Familienunterstützung
Der Handlungsspielraum der Stiftung ist breit: Ja
Operative Details
Die Koordinationsstrategie und die langfristigen Bedürfnisse
Das operative Modell der Stiftung spiegelt ein Bewusstsein für die Komplexität wider, die eine gesundheitliche und soziale Notlage dieses Ausmaßes mit sich bringt. Die LAV gewährleistet bereits ein Mindestmaß an Unterstützung für Opfer von Verbrechen, aber der Fall von Crans-Montana hat gezeigt, dass die Bedürfnisse weit über die Standardleistungen hinausgehen. Die Stiftung Beloved positioniert sich daher als Ausgleichsinstrument, indem sie spezifische Ressourcen für Situationen aktiviert, die ansonsten unversorgt blieben.
Dieser Ansatz berücksichtigt auch die besondere Natur der Tragödie: Die psychischen und physischen Auswirkungen des Brandes lösen sich nicht in wenigen Monaten. Viele der Verletzten (115 laut den Bilanzen des Brandes) stehen vor langen Rehabilitationsmaßnahmen, chirurgischen Eingriffen und Physiotherapie. Die Kosten, die nicht direkt vom öffentlichen Gesundheitssystem (LAMal) oder von Invaliditätsentschädigungen abgedeckt werden, können für die Familien, insbesondere in Gebieten mit hohen Lebenshaltungskosten wie dem Wallis, belastend werden. Hier greift die Stiftung mit gezielter finanzieller Unterstützung ein.
Suche nach weiteren Finanzmitteln und zukünftige Herausforderungen
Die Suche nach weiteren Mitteln über die bereits verfügbaren 24 Millionen hinaus ist ein klares Zeichen dafür, dass Leuthard und Cardon die zukünftigen Herausforderungen nicht unterschätzen. Wie Leuthard erklärt: "Auch wenn die finanzielle Ausstattung erheblich ist, werden wir angesichts der psychischen und physischen Folgen der Tragödie zusätzliche Ressourcen benötigen, um unsere Arbeit über mehrere Jahre hinweg fortzusetzen." Die Bedürfnisse werden sich weiterentwickeln und langfristig bestehen bleiben.
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Wichtige Punkte
Wie man einen Antrag bei der Stiftung stellt
Das System für den Zugang zur Stiftung Beloved ist so konzipiert, dass es inklusiv ist, erfordert jedoch eine formelle Antragstellung. Obwohl die Quelle nicht alle prozeduralen Details angibt, ist klar, dass die Stiftung jeden Antrag einzeln prüft. Christian Cardon betonte, dass bisher kein Antrag abgelehnt wurde, ein Zeichen für den konstruktiven Ansatz der Organisation.
Opfer und ihre Familien, die Unterstützung von der Stiftung erhalten möchten, sollten:
1. Den Bedarf identifizieren: psychologische Unterstützung, finanzielle Hilfe, berufliche Weiterqualifizierung (für junge Menschen), eigene Projekte 2. Die wirtschaftliche oder psychophysische Situation dokumentieren, die für den Antrag relevant ist 3. Den Antrag direkt bei der Stiftung Beloved einreichen (Kontakte sind beim Kanton Wallis, der Gemeinde Crans-Montana oder über die offiziellen Kanäle erhältlich) 4. Die Bewertung abwarten: Direktor Cardon bestätigte, dass einige Anträge sofort genehmigt werden, andere sich in einer gründlicheren Analysephase befinden
Die Stiftung koordiniert ihre Arbeit mit anderen öffentlichen Einrichtungen, insbesondere denen, die die Leistungen der LAV verwalten. Wenn ein Opfer Anspruch auf Entschädigungen oder Zuschüsse hat, die bereits durch das Bundesgesetz vorgesehen sind, wird die Stiftung diese Leistungen nicht duplizieren, sondern zusätzliche Ressourcen bereitstellen, wo nötig. Dieser Ansatz gewährleistet eine effiziente Nutzung der verfügbaren Mittel und eine möglichst umfassende Abdeckung.
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Häufig gestellte Fragen
- Wer kann bei der Beloved-Stiftung einen Antrag stellen?
- Opfer des Brandes von Crans-Montana (Bar Le Constellation, Silvester) und ihre Familien können einen Antrag stellen. Die Stiftung widmet jungen Menschen und wirtschaftlichen Notlagen besondere Aufmerksamkeit und bietet psychologische, finanzielle und rehabilitative Unterstützung. Bis heute sind rund 70 Anträge eingegangen, von denen einige bereits genehmigt wurden und bisher keine Ablehnung erfolgte.
- Welche Arten von Hilfe bietet die Beloved-Stiftung an?
- Drei Hauptbereiche: (1) Bildung und berufliche Umschulung, insbesondere für junge Menschen; (2) psychologische Unterstützung; (3) direkte finanzielle Unterstützung für Familien in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Stiftung finanziert auch Projekte, die von den Eltern der Opfer initiiert wurden. Mehrere zehntausend Franken wurden bereits ausgezahlt.
- Wie viel Geld hat die Beloved-Stiftung und woher kommen sie?
- Die Stiftung verfügt über insgesamt CHF 24 Millionen, die aus Spenden und Einzahlungsversprechen des Kantons Wallis, des Kantons Waadt, der Gemeinde Crans-Montana und privater Spender stammen. Die Stiftung ist jedoch auf der Suche nach zusätzlichen Ressourcen, da sich die Bedürfnisse weiterentwickeln und langfristig bestehen werden.
- Verdoppelt die Stiftung die nach schweizerischem Recht vorgesehene Hilfe?
- Nein. Die Beloved-Stiftung stimmt sich mit dem Bundesgesetz über die Hilfe für Opfer von Straftaten (LAV) ab und greift gezielt dort ein, wo Lücken bestehen, um Überschneidungen zu vermeiden. Dies gewährleistet einen effizienten Einsatz der Mittel und eine möglichst breite Deckung für Opfer und Familien.
- Wann wurde die Stiftung gegründet und wer führt sie?
- Die Stiftung Beloved wurde am 27. März auf Initiative des Kantons Wallis nach dem Brand in der Neujahrsbar Le Constellation (41 Tote, 115 Verletzte) gegründet. Sie wird von Christian Cardon geleitet und hat Doris Leuthard, ehemalige Bundesrätin (CVP, heute Zentrum) als Präsidentin.