Pflegereform im Tessin: Arbeitszeiten und unterschiedliche Reaktionen

Der Nationalrat hat beschlossen, die maximale Wochenarbeitszeit für Pflegekräfte bei 50 Stunden zu belassen. Unterschiedliche Reaktionen von Initiativen und Gesundheitseinrichtungen.

Kontext

In Kürze

  • Wöchentliche Höchstarbeitszeit für Pflegekräfte bleibt bei 50 Stunden
  • Normale Arbeitszeit wird auf 42 Stunden erhöht
  • Ausgleich für Sonn- und Feiertagsarbeit bleibt bei 25%

Wichtige Fakten

  • Was: Reform der Pflege
  • Wann: Entscheidung vom 28. April 2026
  • Wo: Schweizer Nationalrat
  • Wer: Initiativbefürworter, Bundesrat, bürgerliche Mehrheit
  • Betrag: Wöchentliche Höchstarbeitszeit 50 Stunden, normale Arbeitszeit 42 Stunden

Der Nationalrat hat beschlossen, die wöchentliche Höchstarbeitszeit für Pflegekräfte nicht zu verkürzen, die bei 50 Stunden bleibt. Die normale Arbeitszeit wird hingegen auf 42 Stunden erhöht, gegenüber dem von der Regierung vorgeschlagenen Rahmen von 40–42 Stunden und den von den Initiativbefürwortern verteidigten 38 Stunden. Eine hitzige Debatte, in der die bürgerliche Mehrheit vor allem auf die Kostenkontrolle abzielte und mehrere Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals zurücknahm. Auch die Erhöhung der Entschädigung für Sonn- und Feiertagsarbeit wurde abgelehnt, die bei 25% bleibt. Einige Öffnungen gab es jedoch bei der Planung: Unvorhergesehene Arbeit wird entschädigt, wenn sie mit weniger als vier Wochen Vorlauf bekannt gegeben wird, und Kaffeepausen werden als bezahlte Arbeitszeit angerechnet.

Operative Details

Auswirkungen auf Grenzgänger

Die Reform der Pflegebedingungen wird auch erhebliche Auswirkungen auf Grenzgänger haben, die im Gesundheitssektor im Tessin arbeiten. Mit einer maximalen Wochenarbeitszeit von 50 Stunden müssen viele Pflegekräfte aus dem Grenzgängerbereich weiterhin anstrengende Schichten bewältigen, was sich auf ihre Lebensqualität und ihr psychisches Wohlbefinden auswirken könnte. Die Entschädigung für Sonn- und Feiertagsarbeit, die bei 25 % bleibt, könnte nicht ausreichen, um die zusätzliche Arbeitsbelastung auszugleichen, insbesondere für diejenigen, die in Italien leben und lange Anfahrtswege zum Arbeitsplatz haben.

Vergleich mit der vorherigen Situation

Bevor die Reform in Kraft trat, arbeiteten Pflegekräfte bis zu 50 Stunden pro Woche ohne zusätzliche Entschädigung für Sonn- und Feiertagsarbeit. Die neue Regelung bringt einige Verbesserungen mit sich, wie die Entschädigung für unvorhergesehene Arbeit, die mit weniger als vier Wochen Vorlauf bekannt gegeben wird, und die Anerkennung von Kaffeepausen als bezahlte Arbeitszeit. Dennoch sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, um die Erwartungen der Initiatoren zu erfüllen, die eine maximale Wochenarbeitszeit von 45 Stunden und eine höhere Entschädigung für Arbeit an Feiertagen forderten.

Wichtige Punkte

Was tun jetzt

Für Grenzgänger, die als Pflegekräfte im Tessin arbeiten, ist es wichtig, die Entwicklung der Reform und die Entscheidungen des Ständerats genau zu verfolgen. Es ist möglich, dass weitere Änderungen an den Arbeitsbedingungen vorgenommen werden, insbesondere als Reaktion auf die Kritik der Gesundheitseinrichtungen und der Kantone. In Erwartung weiterer Entwicklungen können Grenzgänger die neuen Bestimmungen zur Kompensation von unvorhergesehenen Arbeitszeiten und die Anerkennung von Kaffeepausen als bezahlte Arbeitszeit nutzen.

Lohnrechner nutzen

Um einen klareren Überblick über ihre Einnahmen und mögliche Kompensationen zu erhalten, können Grenzgänger den Lohnrechner nutzen, der auf der Website von Frontaliere Ticino verfügbar ist. Dieses Tool ermöglicht es, das Nettoeinkommen basierend auf den geleisteten Arbeitsstunden und eventuellen Kompensationen zu berechnen und gibt eine genaue Schätzung der monatlichen Einnahmen.

Kontaktieren Sie die kantonale Spitalbehörde

Für weitere Informationen zu den Arbeitsbedingungen und möglichen Kompensationen können sich Grenzgänger an die kantonale Spitalbehörde wenden. Annette Biegger, Leiterin des Pflege- und medizinisch-technischen Bereichs, steht bereit, um Fragen zu beantworten und den Mitarbeitern im Gesundheitswesen Unterstützung zu bieten.

Quelle: rsi.ch

Häufig gestellte Fragen
Was ist die maximale wöchentliche Arbeitszeit für Pflegekräfte im Tessin?
Die maximale wöchentliche Arbeitszeit für Pflegekräfte im Tessin bleibt bei 50 Stunden, trotz Forderungen, sie auf 45 Stunden zu reduzieren.
Was sind die neuen Bestimmungen zur Kompensation von Sonn- und Feiertagsarbeit?
Die Kompensation für Sonn- und Feiertagsarbeit bleibt bei 25%, aber nicht geplante Arbeit wird kompensiert, wenn sie mit weniger als vier Wochen Vorlauf bekannt gegeben wird.
Was passiert, wenn der Ständerat die Reform ändert?
Das Dossier geht an den Ständerat, wo der Vergleich komplex wird. Es ist möglich, dass weitere Änderungen an der Reform vorgenommen werden, insbesondere als Reaktion auf die Kritik der Kantone und der Gesundheitseinrichtungen.

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