Krankensteuer für Grenzgänger: Lombardei vertagt Antrag erneut – 80.000 Tessiner in Wartestellung

Die Region Lombardei verschiebt die Diskussion über die Krankensteuer für langjährige Grenzgänger auf den 23. April. Die Partito Democratico wirft ihr vor: «Sie haben gesagt, wir sollen warten», während 80.000 Tessiner Haushalte in der Schwebe hängen.

Contesto

Der Regionalrat der Lombardei hat die Diskussion über den Antrag der PD-Räte Samuele Astuti und Angelo Orsenigo zur Gesundheitssteuer für historische Grenzgänger erneut verschoben. Der Antrag, der sich an Arbeitskräfte richtet, die vor 2024 eingestellt wurden, wurde mindestens auf den 23. April vertagt. An diesem Tag ist die Anhörung des zuständigen Lega-Assessors in der Kommission vorgesehen. Die beiden demokratischen Politiker kritisierten eine »Eskalation von Verschiebungen«: Der Antrag, der trotz Dringlichkeitsantrag am Ende der Tagesordnung platziert wurde, erfuhr eine weitere Verzögerung aufgrund der Abwesenheit des Assessors. »Zwischen einem verschwundenen Assessor und einem Präsidenten, der die Tagesordnung schlecht plant, bleiben wir mit unseren 80.000 Familien in der Schwebe«, erklärten Astuti und Orsenigo. Die Spannungen verschärften sich nach Äußerungen, die dem Präsidenten der Sonderkommission, einem Lega-Rat aus Lecco, zugeschrieben wurden. Dieser soll gesagt haben: »Die Arbeitskräfte haben lange genug gewartet, sie können auch noch einige Wochen warten.« 📊 Hintergrund: Betroffen sind lombardische Grenzgänger im Übergangsregime, die keine Gesundheitsbeiträge an die Schweiz zahlen und nun möglicherweise einer regionalen Abgabe unterliegen könnten. Eine große Gruppe befindet sich im Raum Varese, traditionell die Provinz mit den meisten Grenzgängern in Richtung Kanton Tessin. Der PD-Antrag forderte Klarheit über die Begründung und Höhe der Steuer, doch die rechtsgerichtete Mehrheit blockierte jede Fortschritte – auch wegen des Rückzugs eines Vorschlags der Fratelli d’Italia, der eine Reduzierung der Abgabe auf 1–3 % des Nettoeinkommens oder eine Pauschalregelung vorsah. »Nicht die Höhe der Steuer bereitet uns Sorgen, sondern die Steuer selbst und ihre nich...

Dettagli operativi

Die Situation der Tessiner Grenzgänger:innen, die in der Lombardei arbeiten, könnte sich weiter zuspitzen – mit direkten Auswirkungen auf die Löhne und die Familienplanung. Aktuell befinden sich die rund 80.000 sogenannten historischen Grenzgänger:innen, wie von den PD-Räten zitiert, in einer rechtlichen Grauzone: Sie zahlen keine Krankenversicherungsbeiträge in der Schweiz, könnten aber ohne klare Begründung mit einer regionalen Steuer der Lombardei belastet werden. ### Praktische Auswirkungen: Was ändert sich für die Grenzgänger:innen? Sollte die Steuer eingeführt werden, müssten die historischen Grenzgänger:innen eine neue finanzielle Belastung tragen, was sich direkt auf das Nettogehalt auswirken könnte. Wie die PD-Räte betonen, geht es dabei nicht um die Höhe der Abgabe – die noch nicht feststeht –, sondern um das Prinzip selbst. «Nicht der Prozentsatz macht uns Angst, sondern die Idee dahinter», erklärten Astuti und Orsenigo. Eine regionale Steuer ohne nachvollziehbare Begründung könnte als Doppelbelastung zu den bereits in der Schweiz gezahlten Krankenversicherungsbeiträgen wahrgenommen werden und die Steuerlast für diejenigen erhöhen, die bereits das Tessiner System unterstützen. ### Vergleich mit der aktuellen Rechtslage Vor 2024 waren historische Grenzgänger:innen in der Lombardei von Krankenversicherungsbeiträgen in der Schweiz befreit. Durch neue EU-Regelungen und die sich entwickelnden Beziehungen zwischen Italien und der Schweiz prüft die Region Lombardei nun jedoch, diese Steuer auch auf diese Personengruppe auszuweiten. Die PD-Motion forderte Klarheit darüber, ob die Steuer rechtmäßig ist und nach welchen Kriterien sie erhoben werden soll. Die bürgerliche Mehrheit hat die Diskussion jedoch blockiert. ### Mögliche Szenarien in den kommenden Monaten...

Punti chiave

Die Region Lombardei hat die Diskussion über die Gesundheitssteuer für historische Grenzgänger erneut verschoben, was 80.000 Tessiner Familien in eine unsichere Lage versetzt. Obwohl die Pd-Bewegung Klarheit gefordert hatte, blockierte die Mitte-rechts-Mehrheit jeden Fortschritt und vertagte die Entscheidung mindestens bis zum 23. April. Hier erfahren Sie, was Tessiner Grenzgänger tun können, um sich zu schützen, und welche Fristen sie im Auge behalten müssen. ### Schritt-für-Schritt-Anleitung für Grenzgänger 1. Prüfen Sie den Stand der Motion: Die Lombardei sollte auf ihrer offiziellen Website über den Diskussionsstand der Pd-Motion informieren. Grenzgänger können hier nachschauen: hier. 2. Konsultieren Sie Ihren lombardischen Arbeitgeber: Viele Unternehmen mit Grenzgänger-Beschäftigten sind bereits über die Situation informiert. Fragen Sie bei der Personalabteilung oder dem HR-Verantwortlichen nach offiziellen Mitteilungen zur Gesundheitssteuer. 3. Beobachten Sie die Tessiner Quellen: Der Kanton Tessin könnte über das Departement für Finanzen und Wirtschaft (DFE) oder das Gesundheitsdepartement (DSS) offizielle Stellungnahmen veröffentlichen. Aktuelle Meldungen finden Sie auf www.ti.ch. 4. Wenden Sie sich an Gewerkschaften: Gewerkschaften wie die FILT-CGIL oder die UIL Trasporti bieten Unterstützung und praktische Ratschläge. Die FILT-CGIL Varese hat bereits ihre Besorgnis über die Situation geäußert und könnte Aufklärungskampagnen organisieren. 5. Planen Sie Ihre Finanzen: Sollte die Steuer eingeführt werden, könnte dies Auswirkungen auf Ihr verfügbares Einkommen haben. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Konsultation eines Steuerberaters, der auf grenzüberschreitende Arbeit spezialisiert ist. ### Wichtige Fristen im Kalender - 23. April 2026: Anhörung des...

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{"q":"Welche Grenzgänger sind von der lombardischen Gesundheitssteuer betroffen?","a":"Die Steuer betrifft die klassischen lombardischen Grenzgänger, also Arbeitnehmer, die vor 2024 eingestellt wurden. Diese zahlen keine Sozialabgaben in der Schweiz und könnten in der Lombardei mit einer regionalen Abgabe belastet werden. Betroffen sind schätzungsweise rund 80.000 Haushalte, vor allem im Raum Varese."},{"q":"Wann wird der Antrag der PD zur Gesundheitssteuer diskutiert?","a":"Der Antrag der PD-Ratsmitglieder Samuele Astuti und Angelo Orsenigo wurde mindestens auf den 23. April 2026 vertagt, wenn die Anhörung des zuständigen Lega-Referenten in der lombardischen Regionalkommission vorgesehen ist. Eine weitere Verschiebung ist jedoch möglich."},{"q":"Welche möglichen Steuersätze gelten für Grenzgänger bei der Gesundheitssteuer?","a":"Die Höhe der Steuer steht noch nicht fest. Laut inoffiziellen Informationen aus der Kommission könnte es sich um einen Prozentsatz zwischen 1 % und 3 % des Nettoeinkommens oder um einen Pauschalbetrag handeln. Offizielle Daten liegen jedoch noch nicht vor."},{"q":"Was sollten die Tessiner Grenzgänger jetzt tun?","a":"Die Grenzgänger werden aufgefordert, die offiziellen Meldungen der Lombardei und des Kantons Tessin zu verfolgen, ihren Arbeitgeber zu konsultieren und die potenzielle Auswirkung der Steuer auf ihr Gehalt zu prüfen. Zur Einschätzung können sie den [Gehaltrechner Tessin vs. Lombardei nutzen."},{"q":"Kann der Kanton Tessin die Grenzgänger schützen?","a":"Der Kanton Tessin kann über das Departement für Finanzen und Wirtschaft (DFE) oder das Gesundheitsdepartement (DSS) offizielle Stellungnahmen abgeben und mögliche Schutzmaßnahmen prüfen. Derzeit gibt es jedoch noch keine offiziellen Mitteilungen zu diesem Thema."}]

Häufig gestellte Fragen
Welche Grenzgänger sind von der lombardischen Gesundheitssteuer betroffen?
Die Steuer betrifft die klassischen lombardischen Grenzgänger, also Arbeitnehmer, die vor 2024 eingestellt wurden. Diese zahlen keine Sozialabgaben in der Schweiz und könnten in der Lombardei mit einer regionalen Abgabe belastet werden. Betroffen sind schätzungsweise rund 80.000 Haushalte, vor allem im Raum Varese.
Wann wird der Antrag der PD zur Gesundheitssteuer diskutiert?
Der Antrag der PD-Ratsmitglieder Samuele Astuti und Angelo Orsenigo wurde mindestens auf den 23. April 2026 vertagt, wenn die Anhörung des zuständigen Lega-Referenten in der lombardischen Regionalkommission vorgesehen ist. Eine weitere Verschiebung ist jedoch möglich.
Welche möglichen Steuersätze gelten für Grenzgänger bei der Gesundheitssteuer?
Die Höhe der Steuer steht noch nicht fest. Laut inoffiziellen Informationen aus der Kommission könnte es sich um einen Prozentsatz zwischen 1 % und 3 % des Nettoeinkommens oder um einen Pauschalbetrag handeln. Offizielle Daten liegen jedoch noch nicht vor.
Was sollten die Tessiner Grenzgänger jetzt tun?
Die Grenzgänger werden aufgefordert, die offiziellen Meldungen der Lombardei und des Kantons Tessin zu verfolgen, ihren Arbeitgeber zu konsultieren und die potenzielle Auswirkung der Steuer auf ihr Gehalt zu prüfen. Zur Einschätzung können sie den [Gehaltrechner Tessin vs. Lombardei](nav:calculator) nutzen.
Kann der Kanton Tessin die Grenzgänger schützen?
Der Kanton Tessin kann über das Departement für Finanzen und Wirtschaft (DFE) oder das Gesundheitsdepartement (DSS) offizielle Stellungnahmen abgeben und mögliche Schutzmaßnahmen prüfen. Derzeit gibt es jedoch noch keine offiziellen Mitteilungen zu diesem Thema.

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