Como und Varese dominieren: 64.700 Grenzpendler im Tessin 2025 (Grenzgänger-Leitfaden)

Im Jahr 2025 beherbergt das Tessin 64.700 lombardische Grenzpendler von insgesamt 75.000. Como führt mit 32.200 Personen, Varese folgt mit 31.400. Die Provinz Monza und Brianza verzeichnet in einem Jahrzehnt ein Wachstum von 77,7 %.

Kontext

Auf einen Blick

  • 64.700 Grenzgänger aus der Lombardei arbeiten im Tessin 2025
  • Como und Varese dominieren mit 43% aller italienischen Grenzgänger in der Schweiz
  • Brianza verzeichnet 77,7% Wachstum bei Grenzgängern seit 2015

Wichtige Fakten

  • Grenzgänger Lombardei: 64.700 im Tessin 2025
  • Grenzgänger Como: 32.200 täglich in die Schweiz
  • Grenzgänger Varese: 31.400 täglich in die Schweiz
  • Grenzgänger Brianza: 903 aktive G-Bewilligungen 2025
  • Wachstum Brianza: 77,7% seit 2015
  • Grenzgänger Piemont: 5.900 im Tessin 2025
  • Grenzgänger Verbano-Cusio-Ossola: 8.000 täglich in die Schweiz 2025
  • G-Permit Kosten: CHF 60–100, abhängig von der Laufzeit

Die Geografie der grenzüberschreitenden Pendlerströme im Jahr 2025

Der Tessiner Arbeitsmarkt treibt weiterhin die Wirtschaft Norditaliens an. Laut dem Schweizerischen Bundesamt für Statistik (BFS) wurden im Jahr 2025 im Kanton Tessin 64.700 Grenzgänger aus der Lombardei gezählt – von insgesamt 75.000 aktiven Grenzgängern im gesamten Land. Die neuesten Erhebungen bestätigen damit die Lombardei als wichtigsten Herkunftsraum für den Tessin.

Die Provinz Como bleibt unangefochten an der Spitze der Rangliste: 32.200 Arbeitnehmer pendeln täglich in die Schweiz, davon fast alle (32.800) mit einer G-Bewilligung. Auch Varese ist stark vertreten: 31.400 Grenzgänger begeben sich täglich in den Tessin, was einer Gesamtzahl von 31.900 aktiven G-Bewilligungen entspricht. Die beiden nur 30 Kilometer voneinander entfernten Provinzen machen somit 43 % aller aktiven Grenzgänger in der Schweiz aus, die von italienischer Seite kommen.

Operative Details

Die Brianza stiehlt die Show: Warum wächst sie so stark?

Während Como und Varese weiterhin die absolute Führungsrolle behalten, verzeichnet die Monza und Brianza in den letzten zehn Jahren das überraschendste Wachstum. In Gemeinden wie Seregno, Desio und Lissone sind die aktiven G-Permits im Tessin von 508 auf 903 gestiegen – ein Sprung um 77,7%. Ein Anstieg, der in Norditalien ohnegleichen ist und einen strukturellen Wandel im grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt widerspiegelt.

Die Ursachen des Wachstums

Die Brianza, traditionell weniger auf die Schweiz ausgerichtet, durchlebt einen wirtschaftlichen und sozialen Wandel. Lokale Unternehmen – vor allem in den Branchen Mechanik, Logistik und Dienstleistungen – blicken zunehmend auf den Tessiner Markt, um qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Zudem machen die Nähe zu Mailand und die gute Bahnanbindung das Pendeln ins Tessin auch für Menschen aus Dutzenden Kilometern Entfernung attraktiver.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Krise des italienischen Arbeitsmarkts. In einer Phase der wirtschaftlichen Stagnation und der Schwierigkeiten, traditionelle Jobs zu finden, stellt die Schweiz eine valide Alternative dar – besonders für Menschen mit technischen oder sprachlichen Fähigkeiten (Französisch und Deutsch).

📊 Vergleich mit der Vergangenheit: Como und Varese

Auch Como und Varese verzeichneten deutliche Zuwächse, wenn auch weniger stark als die Brianza. Im Jahrzehnt 2015–2025 stieg die Zahl der Grenzgänger in Como um 23,6%, von 26.031 auf 32.176 Personen. Varese verzeichnete einen Anstieg um 21%, von 25.954 auf 31.411 Arbeitskräfte.

Wichtige Punkte

Praktische Anleitung: Wie Sie die G-Permit für die Arbeit im Tessin erhalten

Wenn Sie in der Lombardei oder im Piemont wohnhaft sind und als Grenzgänger im Tessin arbeiten möchten, ist der erste Schritt die Beantragung der G-Permit. Dieses von den Schweizer Behörden ausgestellte Dokument ermöglicht Ihnen die Arbeit in der Schweiz, ohne dass Sie eine Aufenthaltsbewilligung benötigen.

Voraussetzungen für den Antrag

Um die G-Permit zu beantragen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Wohnsitz in Italien: Sie müssen in einer der im UST-Datensatz aufgeführten Provinzen wohnhaft sein (Como, Varese, Monza und Brianza, Milano, Lecco, Sondrio, Verbano-Cusio-Ossola).
  • Arbeitsvertrag in der Schweiz: Das Dokument muss mit einem Schweizer Arbeitgeber abgeschlossen oder von den Tessiner Behörden anerkannt sein.
  • Krankenversicherung: Sie müssen über eine in der Schweiz gültige Krankenversicherung verfügen. Für Grenzgänger ist die Schweizer Krankenversicherung verpflichtend, auch wenn Sie bereits über eine italienische Versicherung verfügen.
  • Steuererklärung: Sie müssen Ihre italienische Steuererklärung vorlegen, da die Schweiz spezifische Regeln für Grenzgänger anwendet.

Schritte für die Beantragung

1. Kontaktieren Sie den Schweizer Arbeitgeber: Der Prozess für die Beantragung der G-Permit beginnt beim zukünftigen Arbeitgeber. Das Unternehmen muss einen formellen Antrag bei den Tessiner Kantonsbehörden einreichen und nachweisen, dass keine lokalen Bewerber für die Stelle verfügbar sind.

2. Einreichung der Unterlagen: Sobald der Antrag vom Arbeitgeber genehmigt wurde, müssen Sie persönlich den Antrag beim Amt für Arbeit des Kantons Tessin in Bellinzona oder Lugano einreichen. Bringen Sie folgende Dokumente mit:

Häufig gestellte Fragen
Wie viele Grenzgänger aus der Lombardei arbeiten 2025 im Tessin?
Im Jahr 2025 arbeiten im Kanton Tessin **64.700 Grenzgänger aus der Lombardei**, was einer Gesamtzahl von **75.000 aktiven Grenzgängern in der gesamten Schweiz** entspricht. Diese Daten, erhoben vom Schweizerischen Bundesamt für Statistik (UST), bestätigen die Lombardei als wichtigste Herkunftsregion für das Tessin.
Welche italienische Provinz hat die meisten Grenzgänger, die ins Tessin pendeln?
Die Provinz Como führt die Rangliste mit **32.200 Grenzgängern**, die im Tessin arbeiten, gefolgt von Varese mit **31.400 Personen**. Zusammen machen diese beiden Provinzen **43 % aller aktiven Grenzgänger aus italienischer Sicht** in der Schweiz aus.
Welche Provinz verzeichnete in den letzten zehn Jahren das höchste prozentuale Wachstum an Grenzgängern?
Die Provinz Monza und Brianza verzeichnete das stärkste prozentuale Wachstum mit einem Anstieg von **77,7 %** der aktiven G-Permits im Tessin, von 508 auf 903 Einheiten. Diese Zahl ergibt sich aus dem Vergleich der Daten von 2015 und 2025.
Welche Unterlagen werden für die Beantragung des G-Permits zur Arbeit im Tessin benötigt?
Für die Beantragung des G-Permits sind folgende Dokumente erforderlich: **gültiger Reisepass oder Personalausweis, Arbeitsvertrag mit einem Schweizer Arbeitgeber, italienischer Wohnsitznachweis, Schweizer Krankenversicherung und italienische Steuererklärung**. Der Prozess beginnt beim Schweizer Arbeitgeber, der einen formellen Antrag bei den Tessiner Behörden einreichen muss.
Wie funktioniert die Besteuerung für Grenzgänger, die im Tessin arbeiten?
Grenzgänger unterliegen spezifischen Steuerregelungen, die im **Abkommen zwischen Italien und der Schweiz vom 9. Dezember 1976** festgelegt sind. **90 % der Einkommen werden in der Schweiz besteuert**, während die verbleibenden 10 % in Italien versteuert werden. Sie müssen sowohl in der Schweiz als auch in Italien eine Steuererklärung einreichen, können jedoch Steuergutschriften nutzen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

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