Bewertung 27. September: zwei Nein zu Initiativen (Grenzgänger-Leitfaden)

Leewas-Umfrage: 36% Ja zur Neutralitätsinitiative (62% Nein), 31% Ja zur Ernährung (65% Nein). Analyse für Parteien und Kantone bei zwei Stichwahlen.
Kontext
In Kürze
- Leewas-Umfrage vom 12. bis 13. August: 36% ja Neutralität, 62% nein (27. September)
- Stromversorgung: 31% ja, 65% nein Fehlerspanne ±1,5 Punkte bei 13.154 Personen
- Trend: Neutralität steigt von 54% nein (Juni) auf 62% nein (August)
- Politische Spaltung netto: 82% SVP ja, aber 91% SP gegen
Eckdaten
- Was: Umfrage zu zwei Bundesinitiativen zur Abstimmung am 27. September
- Wann: Durchgeführt 12.-13. August 2026, veröffentlicht 13. August
- Wo: Schweiz, repräsentativer Landesmeister
- Wer: Leewas-Institut für Tamedia und 20 Minuten
- Stichprobe: 13.154 Personen befragt
- Neutralitätsinitiative: 36% ja, 62% nein, 2% unentschlossen
- Fütterungsinitiative: 31% ja, 65% nein, 4% unentschlossen
- Trend: Verstärkter Widerstand gegenüber den Umfragen vom Juni
Die Neutralitäts- und die Ernährungsinitiative gehen am 27. September einer Ablehnung entgegen. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Leewas-Institut zwischen dem 12. und 13. August im Auftrag von Tamedia und 20 Minuten bei einer Stichprobe von 13.154 Personen mit einer Fehlerquote von etwa 1,5 Prozentpunkten durchgeführt hat.
Die Neutralitätsinitiative erhält 36% Ja gegen 62% Nein. Im Detail sind 30% eindeutig dagegen, 57% sind sich sicher, 5% sind eher dagegen, 6% eher dafür und 2% unentschlossen. Die Opposition verstärkte sich im Vergleich zum Juni, als das Nein bei 54% und das Ja bei 34% lag.
Für die Ernährungsinitiative sind die Ergebnisse noch ungünstiger: 31% stimmen mit Ja.
Operative Details
Tiefe Spaltung entlang politischer Linien
Die Abstimmung vom 27. September wird eine klare Kluft zwischen den Schweizer Parteien ziehen. Bei der Neutralitätsinitiative geht es sowohl um die Substanz als auch um die Vision des Landes: Die SVP sieht die Notwendigkeit, ein historisches Prinzip der Schweiz verfassungsrechtlich zu schützen, während die anderen Parteien befürchten, dass dies die diplomatischen Reaktionsfähigkeit des Landes in einem zunehmend komplexen internationalen Umfeld einschränken würde. Dies erklärt die Wahllücke: 82% SVP befürworten gegen 91% SP, 82% Grüne, 79% Mitte und 72% FDP dagegen.
Bei der Ernährung ist die Einteilung ebenso klar: Nur die Grünen erhalten mit 69% eine befürwortende Mehrheit, während die SP mit 50-50 gespalten ist. Alle anderen Parteien — FDP (83% dagegen), Mitte (75% dagegen), SVP (74% dagegen), PVL (66% dagegen) — sind dagegen. Diese politische Geographie wird das Endergebnis der Abstimmung in den nächsten anderthalb Monaten bestimmen.
Wählerprofile: Wer stimmt mit Ja und wer nicht
Über die Parteilinie hinaus entstehen scharfe soziodemografische Profile, die unterschiedliche Ängste offenbaren. In Bezug auf Neutralität haben die Gegner typischerweise eine höhere Ausbildung und hohe Einkommen und spiegeln die Angst vor dem Verlust des Einflusses der Schweiz auf internationaler Ebene wider. Im Gegensatz dazu gewinnt das Ja im ländlichen Raum und in der italienischsprachigen Schweiz an Stärke, wo eine traditionellere Sicht der Schweizer Neutralität vorherrscht.
Bei der Ernährung ist die geschlechtsspezifische Kluft relevant:
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Wichtige Punkte
Fünfeinhalb Wochen zur Entscheidung: Wie man sich vorbereitet
Vom Datum der Umfrage (13. August) bis zur Abstimmung (27. September) verbleiben ca. 5 ½ Wochen. Genug Zeit, um die beiden Texte und ihre konkreten Auswirkungen auf die Schweiz zu vertiefen. Der erste Schritt besteht darin, das offizielle Material der Schweizerischen Bundesverwaltung zu lesen, das die beiden Initiativen neutral und ausgewogen erklärt.
Sie können die vollständigen Texte der Initiativen auf der Website der Bundeskanzlei einsehen, um zu bewerten, wie sich jede von ihnen in den kommenden Jahren auf das Land auswirken könnte. Die Abstimmungsmodalitäten sind von Kanton zu Kanton leicht unterschiedlich: Einige schicken die Stimmzettel nach Hause, andere erlauben die Briefwahl oder die Stimmabgabe. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde nach den spezifischen Fristen und Modalitäten Ihrer Region.
Die Leewas-Umfrage hat Recht, wenn sie zwei doppelte Nein vorhersagt. Aber die Schweizer Demokratie funktioniert so: Überraschungen sind immer möglich, und jede Stimme zählt bei der Bestimmung des Endergebnisses.
Wie ist die eidgenössische Abstimmung in der Schweiz organisiert?
Die Schweiz stimmt über Bundesinitiativen durch nationale Stimmabgabe ab, an der alle Kantone am gleichen Tag teilnehmen. Jeder Bürger hat bei jeder Bundesinitiative das Recht auf eine Stimme.
Um einer Initiative zuzustimmen, sind ZWEI Kriterien gleichzeitig erforderlich: die Mehrheit der Stimmen (mehr als 50% der Stimmen) und die Mehrheit der Kantone (mindestens 12 von 26 Kantonen müssen zustimmen). Wenn auch nur einer der beiden
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Quelle: swissinfo.ch
Häufig gestellte Fragen
- Wann genau wird über die beiden Initiativen abgestimmt?
- Der 27. September 2026 ist das Datum der eidgenössischen Abstimmung für die beiden Initiativen: die Neutralitätsinitiative (gefördert von der SVP) und die Ernährungsinitiative. Alle Schweizer Kantone nehmen am selben Tag teil. Im Ausland ansässige Staatsangehörige können nach den Modalitäten ihres Konsularbezirks per Briefwahl abstimmen.
- Warum sieht das in Zwei-Initiativen-Umfragen nicht so stark aus?
- Gemäss der Leewas-Umfrage unter 13.154 Personen wird das Nein zur Neutralitätsinitiative von 62% unterstützt, weil viele befürchten, dass eine Verfassungsmässigkeit der Neutralität den Handlungsspielraum der Schweiz auf internationaler Ebene und in den diplomatischen Beziehungen einschränken würde. Bei der Fütterung stimmen 65% hauptsächlich aus Angst vor einem «staatlich auferlegten Menü» und der Reduktion von tierischen Produkten mit Nein.
- Welche Parteien unterstützen die beiden Initiativen?
- Die Neutralität wird nur von der SVP unterstützt (82% der Stimmberechtigten). Bei der Ernährung erhalten nur die Grünen eine befürwortende Mehrheit (69%). Der PS ist gleichmäßig auf die Stromversorgung aufgeteilt. Alle anderen Parteien — Mitte, FDP, GLP — lehnen gemäss Umfrage eine oder beide Initiativen ab.
- Wie genau funktioniert eine eidgenössische Abstimmung in der Schweiz?
- Eine Initiative wird nur angenommen, wenn sie GLEICHZEITIG sowohl die Mehrheit der Stimmen (>50%) ALS AUCH die Mehrheit der Kantone (mindestens 12 von 26) erhält. Wird auch nur eines der beiden Kriterien nicht erfüllt, wird die Initiative abgelehnt. Da Umfragen sowohl bei den Stimmen als auch bei der kantonalen Verteilung Netto-Nein vorhersagen, ist es unwahrscheinlich, dass eine Initiative diese doppelte Hürde überwinden wird.
- Wo finde ich die vollständigen Texte und neutrales Material für die Entscheidung?
- Die Schweizerische Bundeskanzlei veröffentlicht die amtlichen Texte, Erläuterungen und neutralen Materialien zu allen eidgenössischen Abstimmungen kostenlos auf ihrer institutionellen Website. Sie können es online konsultieren, um genau zu lesen, was die beiden Initiativen verlangen, bevor Sie am 27. September entscheiden, wie Sie abstimmen sollen.