UBS stellt den CET-S-Vorschlag zu den Kapitalanforderungen in Frage (Grenzgänger-Leitfaden)

Die Großbank schätzt die Arbeit der Kommission, kritisiert jedoch die neuen Kapitalanforderungen, die insgesamt 30 Milliarden Dollar kosten würden.
Kontext
Kurz gesagt
- UBS begrüßt CET-S, kritisiert jedoch die vorgeschlagenen Kapitalanforderungen
- Der Vorschlag würde 30 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital bedeuten
- CEO Ermotti: positive internationale AT1-Ausrichtung, negative Kosten
- Die Debatte wird in den kommenden Monaten im Parlament fortgesetzt
Wichtige Fakten
- Wer: UBS und der Ausschuss für Wirtschaftsangelegenheiten Council of States (CET-S)
- Was: CET-S-Vorschlag zu Kapitalanforderungen; UBS schätzt Arbeit, kritisiert Kosten
- Wann: Pressemitteilung heute veröffentlicht; Debatte in den nächsten Monaten
- Wo: Schweiz (Finanzzentrum, Bundesparlament)
- Beträge: ~30 Milliarden US-Dollar insgesamt zusätzliches Tier-1-Kapital
- Vorgeschlagenes Regime: 50 % CET1 + 50 % AT1 für ausländische Tochtergesellschaften
- Quelle: UBS (Pressemitteilung über Keystone-SDA)
UBS erkennt die Arbeit des Ausschusses für wirtschaftliche Angelegenheiten und Besteuerung des Staatsrats (CET-S) zu den neuen Kapitalanforderungen an, hat jedoch eine negative Meinung zu dem konkreten Vorschlag geäußert. In einer heute veröffentlichten Erklärung argumentiert die große in Zürich ansässige Bank, dass die CET-S-Empfehlungen zu einer erheblichen Kostensteigerung für das Unternehmen führen würden.
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Operative Details
Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft
Gemäß UBS würde der Vorschlag CET-S zusammen mit einer Reihe weiterer regulatorischer Maßnahmen die Finanzierungskosten für den Schweizer Finanzplatz und die gesamte Schweizer Wirtschaft weiter erhöhen. Die Bank hat diese Besorgnis in einem internationalen Kontext geäußert, in dem andere wichtige Finanzzentren ihre regulatorischen Rahmenbedingungen für Banken hingegen vereinfachen und verschlanken.
Die Erhöhung der Finanzierungskosten kann indirekte Auswirkungen auf die gesamte nationale Wirtschaft haben: Investitionsprojekte werden teurer, kleine und mittlere Unternehmen sehen höhere Zinssätze für Finanzierungen, und die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes könnte darunter leiden im Vergleich zu anderen globalen Finanzjurisdiktionen.
Drei Szenarien im Vergleich
Das derzeitige Regime (45 % CET1 + 15 % AT1) bleibt für UBS in Bezug auf die Kapitalstrukturierungskosten das mildeste. Der Vorschlag der CET-S (50 % CET1 + 50 % AT1) stellt einen Kompromiss zwischen den strengeren Anforderungen und den derzeitigen dar, bedeutet jedoch dennoch eine erhebliche Erhöhung der erforderlichen Kapitalien. Der ursprüngliche Vorschlag des Bundesrates (100 % CET1), der nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse vorgelegt wurde, war der strengste und hätte für das Institut noch kostspieliger gewesen.
Die CET-S hat sich für einen Mittelweg entschieden: Sie erkennt die Notwendigkeit, die Kontrollen nach der Credit Suisse zu verschärfen, versucht dies jedoch weniger belastend für UBS und die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes zu gestalten.
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Wichtige Punkte
Was in den kommenden Monaten passiert
Die öffentliche Debatte wird laut UBS-Mitteilung in den kommenden Monaten voraussichtlich weiterhin intensiv bleiben. Der CET-S-Vorschlag wird im Parlament diskutiert: beginnend mit den Ausschüssen und schließlich vor den beiden Kammern (Nationalrat und Staatsrat). Im Dokument gibt es noch keine formelle Frist, aber der Schweizer Parlamentsprozess für komplexe Regulierungsangelegenheiten kann mehrere Monate dauern.
Die UBS-Leitung erklärte, sie werde weiterhin sicherstellen, dass die Bank in den kommenden Monaten konstruktiv zur Debatte beiträgt.
Die Rolle des Bundesrates
Der Bundesrat bleibt in dieser Angelegenheit ein wichtiger Akteur. Änderungen werden bereits auf Verordnungsebene (nicht auf Gesetzesebene) angekündigt, was bedeutet, dass die Bundesregierung erheblichen Spielraum hat, ohne notwendigerweise durch das Parlament zu gehen. Die Entscheidung, eine Kapitalstruktur (50 % CET1 + 50 % AT1) durch die CET-S vorzuschreiben, legt jedoch nahe, dass das Parlament zu einer Frage Stellung nehmen möchte, die es nach der Kredit-Suisse-Krise als entscheidend für die Stabilität des Schweizer Bankensystems erachtet.
Konkrete Implikationen für Sparer
Obwohl das Thema Kapitalanforderungen technisch und weit entfernt vom Alltag erscheinen mag, hat es konkrete Folgen. Für Sparer bieten solidere und kapitalisiertere Banken eine höhere Einlagensicherheit.
Andererseits würden sich die Folgen auf die Realwirtschaft erstrecken, wenn die Kreditkosten deutlich steigen würden: teurere Hypotheken, höhere Zinssätze bei Privatkrediten, weniger Kreditverfügbarkeit für kleine Unternehmen.
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Häufig gestellte Fragen
- Was bedeutet Tier-1-, CET1- und AT1-Kapital?
- Tier-1-Kapital ist das Kernkapital einer Bank, das dazu dient, unvorhergesehene Verluste zu decken und Stabilität zu gewährleisten. CET1 (Common Equity Tier 1) ist die solideste Kapitalart, die durch Stammaktien dargestellt wird. AT1 (Additional Tier 1) ist Hybridkapital in Form von nachrangigen Schuldverschreibungen. Der Vorschlag der WAK-S sieht vor, dass UBS die Auslandsniederlassungen mit 50% WAK1 und 50% WAK1 ausstattet, während das derzeitige System 45% WAK1 und 15% WAK1 vorsieht.
- Warum bestreitet UBS diesen Vorschlag, wenn sie die Arbeit der WAK-S schätzt?
- UBS räumt ein, dass die Kommission ernsthaft gearbeitet und Alternativen geprüft hat, aber der konkrete Vorschlag würde zu einem deutlichen Kostenanstieg führen: insgesamt rund 30 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Tier-1-Kapital. UBS befürchtet, dass höhere Kosten den Finanzplatz Schweiz im Vergleich zu anderen globalen Finanzzentren, die ihre regulatorischen Rahmenbedingungen vereinfachen, weniger wettbewerbsfähig machen würden.
- Was passiert jetzt? Wann tritt der Vorschlag in Kraft?
- Es liegen noch keine formellen Fristen vor. In den kommenden Monaten wird die Debatte im Bundesparlament fortgesetzt, mit Diskussionen in den Ausschüssen und eventuell vor den beiden Kammern. Der Bundesrat wird einige Regeln per Verordnung ändern, während andere Aspekte umfassendere regulatorische Änderungen erfordern könnten. Der Prozess kann mehrere Monate dauern.
- Wie wirkt sich das auf meine Situation als Schweizer Sparer aus?
- Mehr kapitalisierte Banken mit höherem Tier-1-Kapital sind in der Regel sicherer und schützen die Einlagen der Kunden besser. Steigen die Kapitalisierungskosten jedoch deutlich an, könnten die Banken die Zinssätze für Hypotheken und Kredite erhöhen oder die Zinssätze für Sparkonten senken. Die Nettoauswirkungen hängen von den Managemententscheidungen der UBS und dem allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld ab.
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