Kägi: Export, Hauptproblem für Schweizer Unternehmen (Grenzgänger-Leitfaden)
Starker Franken, hohe Arbeitskosten und US-Zölle gefährden das «Made in Switzerland». Die Analyse von CEO Cédric El-Idrissi.
Kontext
In Kürze
- Exporte machen fast 50% des Umsatzes von Kägi aus, stehen jedoch vor kritischen Hindernissen
- Starker Schweizer Franken untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit auf ausländischen Märkten
- US-Zölle von 10% ab 2026 und sinkende Nachfrage in China verschärfen die Situation
- Rohstoffkosten (Kakao, Milch) und Arbeitskosten in der Schweiz benachteiligen Produzenten
Eckdaten
- Was: Exportherausforderungen für Kägi, Symbol für 'Swiss made'
- Wann: Probleme, die in den letzten 18 Monaten (2024-2025) aufgetreten sind
- Wo: Standort und Produktion in Lichtensteig (St. Gallen)
- Wer: Cédric El-Idrissi, CEO seit 2024, ehemaliger Olympiasieger
- Kritische Märkte: USA (Zölle 10% ab 2026), China (sinkende Nachfrage)
- Kosten: Rohstoffe +20-30% (Kakao, Milch), Schweizer Arbeitskräfte gehören zu den teuersten der Welt
<### Die strukturellen Herausforderungen des 'Swiss made'> Cédric El-Idrissi, seit 2024 CEO von Kägi, wendet keine halben Sachen an: «Das grösste Problem sind die Exporte», sagt er in einem Exklusiv-Interview. Das Unternehmen, eine Ikone der Schweizer Schokoladenwaffeln, erwirtschaftet fast die Hälfte seines Umsatzes auf ausländischen Märkten. Aber dieser Lebenskanal ist belagert.
Das erste Hindernis ist der starke Schweizer Franken. «Es macht unsere Produkte im Ausland automatisch teurer», erklärt El-Idrissi. Hinzu kommen die weltweit höchsten Arbeitskosten in der Schweiz und die steigenden Rohstoffpreise: Kakao und Milch sind in den letzten Monaten um 20 bis 30 Prozent gestiegen. 📊
<### Der doppelte Schraubstock der USA und
Operative Details
Systemische Auswirkungen auf Schweizer Produzenten
Weil die Schweizer Kosten eine einmalige Belastung sind
Während ausländische Konkurrenten den Rohstoffzuwachs durch niedrigere Arbeitskosten auffangen, stehen Schweizer Unternehmen wie Kägi unter doppeltem Druck. «Wir müssen uns entscheiden, ob wir die Preise erhöhen und Kunden verlieren oder die Kosten absorbieren und den Gewinn reduzieren», räumt El-Idrissi, CEO von Kägi, ein. Dieses Szenario ist besonders akut für exportorientierte Schweizer KMU, die 70% der Schweizer Exporte ausmachen. So hat beispielsweise ein kleines Lebensmittelverpackungsunternehmen in Lugano seine Kosten in den letzten zwei Jahren aufgrund von Rohstoff- und Lohnsteigerungen um 25% erhöht.
# Das Swissness-Paradoxon
Die Vorschriften für die Verwendung des Schweizer Kreuzes setzen strenge Maßstäbe. Kägi muss Schweizer Milch und Kakao verwenden, auch wenn diese 30-40% teurer sind als europäische Alternativen. «Das ist der Preis der Glaubwürdigkeit», sagt El-Idrissi, «aber er macht es unmöglich, um den Preis zu konkurrieren.» Dieses Problem zeigt sich besonders deutlich im Kanton Bern, wo die Vorschriften zur Verwendung des Schweizer Kreuzes besonders streng sind. Das Gesetz von 2020 sieht vor, dass nur Produkte, die Schweizer Zutaten verwenden, das Schweizer Kreuz verwenden dürfen, was die Kosten für die Unternehmen weiter erhöht.
Begrenzte Alternativen
Produktion in der Schweiz reduzieren? Undenkbar für Kägi, wo 80% der Mitarbeiter im
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Wichtige Punkte
Was können Unternehmen (und Arbeitnehmer) jetzt tun? ### Überlebensstrategien für den Export 1. Marktdifferenzierung: Schweizer Unternehmen können auf Länder gehen, die weniger empfindlich auf Preise reagieren, wie zum Beispiel das Persische Golf und Singapur. Zum Beispiel könnte eine Schweizer Lebensmittelunternehmen in Singapur einen günstigeren Markt finden, da der Lebenshaltungskosten in der Schweiz höher sind. Diese Strategie ermöglicht es, die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt zu erhalten. 2. Betriebliche Effizienz: Automatisierung und Digitalisierung sind entscheidende Werkzeuge, um nicht-labour-Kosten zu reduzieren. Zum Beispiel hat die Nestlé in der Schweiz in den letzten zwei Jahren durch Automatisierung der Produktionslinien die Betriebskosten um 15% gesenkt. Diese Strategie senkt nicht nur die Kosten, sondern verbessert auch die Qualität und Genauigkeit der Produkte. 3. Premium-Pricing: Den Wert des 'Swiss made' kommunizieren, um höhere Preise zu rechtfertigen. Zum Beispiel hat der Marken Swiss Army immer die Qualität und Innovation ihrer Produkte betont, was höhere Preise gegenüber weniger einzigartigen Konkurrenten rechtfertigt. Diese Strategie kann besonders effektiv in Märkten sein, wo der Wert wahrgenommen wird. ### Auswirkungen auf Schweizer Arbeitnehmer Bei Arbeitnehmern von Exportunternehmen führt die Kostendruck auf: - Lohnstagnation: Begrenzte Lohnerhöhungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Zum Beispiel wurden in den letzten Jahren in der Schweiz Löhne um 2% erhöht, was jedoch als begrenzt angesehen wird, insbesondere im Vergleich zu den Kosten. Dies kann bei Arbeitnehmern Frustration hervorrufen, die eine größere Lohnerhöhung erwarten. - De-localisierung: Nicht-kernische Aufgaben könnten nach außen verlegt werden. Zum Beispiel haben einige Schweizer Unternehmen bereits einige Unterstützungfunktionen nach außen verlegt, wie Lagerverwaltung und technisches Support, um die Kosten zu senken. Dies kann zu einer Reduktion der Arbeitsplätze in der Schweiz führen. - Weiterbildung: Eine höhere Spezialisierung ist notwendig, um die Arbeitskosten zu rechtfertigen. Zum Beispiel investieren Schweizer Unternehmen mehr in kontinuierliche Weiterbildungsprogramme für ihre Mitarbeiter, mit einem Fokus auf digitale und fortschrittliche Fähigkeiten. Dies verbessert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter. ### Was ändert sich für die Konsumenten? Produkte 'Swiss made' könnten noch elitärer werden. «Wir können keine weiteren Preissteigerungen ausschließen», warnt El-Idrissi. Ein Kägi-Wafer-Pack kostet bereits 5-6 CHF in der Schweiz, im Vergleich zu 3-4 EUR für europäische Alternativen. Diese Preissteigerung ist auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen, darunter die Notwendigkeit, Betriebskosten zu halten und die Preisdruck auf dem globalen Markt. 💡 Überprüfen Sie Ihren Einkommenswert! Schweizer Löhne bleiben hoch, aber die Inflation erodiert den Einkommenswert. Nutzen Sie unseren Einkommensrechner, um Ihr Gehalt mit dem Lebenshaltungskosten im Kanton zu vergleichen. ⚠️ Wichtige Fristen zu beachten - Februar 2026: Einführung der US-amerikanischen Zölle auf 10%. Diese Zölle könnten einen signifikanten Einfluss auf den Schweizer Export haben, indem sie die Preise für Schweizer Produkte für internationale Konsumenten erhöhen. - 2025-2027: Neuverhandlung der Handelsabkommen zwischen EU und Schweiz. Dieser Prozess könnte Änderungen in den Zölle und Handelsregulierungen mit sich bringen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen beeinflussen. ### Perspektiven für 2026 «Wir erwarten keinen schnellen Verbesserung», schließt El-Idrissi. «Die geographische Diversifikation und die Produktinnovation sind die einzigen Auswege». Schweizer Unternehmen müssen weiterhin ihre Zielmärkte diversifizieren und ihre Produkte innovieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zum Beispiel könnte ein Uhrenunternehmen neue Technologien entwickeln, um die Lebensdauer und Effizienz ihrer Produkte zu verbessern, was sie für internationale Konsumenten attraktiver macht.
Häufig gestellte Fragen
- Warum senken Schweizer Unternehmen nicht die Löhne, um im Wettbewerb bestehen zu können?
- Die Schweizer Löhne werden durch Kollektivverträge und hohen Lebensstandard bestimmt. Sie zu reduzieren, würde das Sozialmodell und die Produktionsqualität beeinträchtigen. Kägi investiert beispielsweise in Weiterbildung, um die Produktivität ohne Gehaltskürzungen zu steigern.
- Gelten die US-Zölle nur für Kägi?
- Nein, sie betreffen alle Schweizer Backwarenexporte in die USA. Es wird geschätzt, dass bis 2026 über 100 Schweizer KMU betroffen sein werden.
- Ist 'Swiss made' noch ein Plus?
- Ja, aber zu steigenden Kosten. Es garantiert Premium-Preise (bis zu 30% mehr), erfordert jedoch Investitionen in Qualität und Rückverfolgbarkeit. Ein Verzicht darauf würde für Kägi einen Verlust von 60 % des wahrgenommenen Wertes bedeuten.
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