Freizügigkeit: die tatsächlichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt (Grenzgänger-Leitfaden)

Der 22. Bericht des SECO analysiert die Rolle der Zuwanderung EU/EFTA: Beschäftigungsquoten und Wirtschaftswachstum bis 2026.
Kontext
In Kürze
- Die Zuwanderung aus der EU/EFTA entspricht dem strukturellen Bedarf des Schweizer Marktes.
- Ausländische Arbeitnehmer unterstützen das Wirtschaftswachstum und die Aufrechterhaltung der AHV.
- Das reale BIP wuchs im Zeitraum 2010-2025 um 1,8 % pro Jahr.
- Die Erwerbsquote EU/EFTA erreichte 2025 87,3 %.
Eckdaten
- Was: 22. Bericht der Beobachtungsstelle für den freien Personenverkehr
- Wann: 25. Juni 2026
- Wer: TROCKEN
- Erwerbsquote EU/EFTA: 87,3 %
- Reales BIP-Wachstum: 1,8 % p.a.
- Erhöhung des Stundenvolumens: 0,8 % pro Jahr
Am 25. Juni 2026 veröffentlichte das SECO den 22. Bericht zum Personenfreizügigkeitsabkommen. Die Analyse bestätigt einen direkten Zusammenhang zwischen Einwanderung und Beschäftigungsdynamik. Mit einer demografischen Alterung, die die Pensionierung von Tausenden von Babyboom-Geborenen mit sich bringt, ist der Zustrom ausländischer Arbeitskräfte zur Säule der AHV-Finanzierung geworden. Zwischen 2010 und 2025 wurden im Gesundheits- und Sozialwesen 90 '000 Erwerbstätige aus der EU/EFTA integriert, gegenüber 162' 000 in der Schweiz wohnhaften Erwerbstätigen.
«Die Freizügigkeit wirkt als Stabilisator für die Schweizer Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend anspruchsvollen globalen Markt»
Beschäftigungs- und Branchendynamik
Die verarbeitende Industrie bleibt der Motor des Systems. Im Pharmastandort Basel-Stadt und Basel-Landschaft kommen über 50 % der Arbeitskräfte aus dem EU-/EFTA-Raum. Ähnliche Situation im Neuenburger Uhrendistrikt und
Operative Details
Freizügigkeit: Die tatsächlichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Die statistische Analyse von 2025 zeigt signifikante Unterschiede bei den Erwerbsbeteiligungsquoten. Die Zuwanderer aus der EU/EFTA (15–64 Jahre) zeigen eine höhere Erwerbstätigkeitsbereitschaft als Schweizer. Die Erwerbsquote EU/EFTA liegt bei 87,3 % (Männer: 90,1 %, Frauen: 83,6 %), gegenüber 84,8 % bei den Schweizern (Männer: 87,1 %, Frauen: 82,5 %). Auch der durchschnittliche Beschäftigungsgrad ist höher: 89% für Ausländerinnen und Ausländer aus der EU/EFTA im Vergleich zu 81% für Schweizerinnen und Schweizer.
Auswirkungen auf Wachstum und Wohlbefinden
Die hohe Erwerbsbeteiligung hat dem demografischen Wandel entgegengewirkt. Zwischen 2010 und 2025 stieg das Arbeitsvolumen um 0,8 % pro Jahr, was allein auf die Zuwanderung zurückzuführen ist, da die Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter zurückging. Dies garantierte ein reales BIP-Wachstum von 1,8 % pro Jahr und 0,8 % pro Kopf. In Wirtschaftszentren wie Zürich oder dem Kanton Zug ermöglichte der Zustrom hochqualifizierter Arbeitskräfte die Beibehaltung einer strukturellen Arbeitslosenquote von unter 2 %, was die Nachhaltigkeit von Schlüsselbranchen wie Pharma und Fintech sicherstellte.
Die Integration ausländischer Arbeitnehmer fungierte als ergänzende Säule und nicht als Ersatz für unser Wirtschaftssystem.
Die Zunahme der Frauenbeteiligung ist eine konstante Tatsache. Das SECO bestätigt, dass die Zuwanderung das interne Potenzial weder gebremst noch erhöht hat
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Wichtige Punkte
Die Eingliederung von EU/AELS-Arbeitnehmern hat positive Strukturwirkungen auf die Sozialversicherungen, insbesondere auf die AHV. Der Bericht zeigt, dass EU/AELS-Bürger 28 Prozent der Gehaltsteile für die AHV und die IV berechnen. Da diese Personen oft vor dem Rentenalter die Schweiz verlassen, ist ihre Quote bei den Zusatzleistungen nur 11 Prozent. Dieser positive Saldo ist für die Aufrechterhaltung des Systems in einer demografischen Alterung besonders wichtig, insbesondere in Kantonen wie Zürich oder Genf, wo der Beitragsbeitrag ausländischer Arbeitskräfte das Rückgrat der Dienstleistungsbranche bildet.
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Quelle: seco.admin.ch
Häufig gestellte Fragen
- Wie hoch ist die Erwerbsquote von EU/EFTA-Arbeitnehmern im Vergleich zu Schweizer Arbeitnehmern?
- Im Jahr 2025 betrug die Erwerbsquote der EU/EFTA-Migranten zwischen 15 und 64 Jahren 87,3 % (Männer 90,1 %, Frauen 83,6 %), während die Erwerbsquote der Schweizer 84,8 % (Männer 87,1 %, Frauen 82,5 %) betrug.
- Wie wirkt sich Zuwanderung auf das AHV-System aus?
- Die Zuwanderung aus der EU/EFTA ist für die AHV von Vorteil, da EU/EFTA-Staatsangehörige 28 Prozent der Lohnbeiträge für die AHV und die IV entrichten und weniger (11 Prozent) der Ergänzungsleistungen beziehen, da sie die Schweiz häufig vor dem Rentenalter verlassen.
- Welche Auswirkungen hatte die Zuwanderung auf das BIP-Wachstum?
- Die Schweizer Wirtschaft hat in den letzten 15 Jahren ein reales BIP-Wachstum von 1,8 % pro Jahr verzeichnet. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch eine Steigerung des geleisteten Arbeitsvolumens um 0,8 % pro Jahr, die ausschliesslich durch die Zuwanderung angesichts eines Rückgangs der Schweizer Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ermöglicht wurde.