Kanton und Gemeinden tauschen sich über Steuern und ARP-Reform aus

Bellinzona, Dialog Kanton-Gemeinden über Steuern, Tessin 2020 und ARP-Reform. Im Zentrum: Abschaffung des Bundesmietwerts und Besteuerung von Zweitwohnungen.
Kontext
Auf einen Blick
- 77. Sitzung der Dialogplattform Kanton-Gemeinden (9. September, Bellinzona)
- Schwerpunkt auf der steuerlichen Anpassung nach der Abschaffung des eidgenössischen Eigenmietwerts
- Neue kantonale Steuer auf Zweitwohnungen in Ausarbeitung
- Aktualisierungen zu Ticino 2020 und zur Reform der ARP/Schutzgerichte
Wichtige Fakten
- Was: Dialogplattform Kanton-Gemeinden erörtert Steuerwesen, Projekte und Reformen
- Wann: 9. September 2026 (Mittwoch)
- Wo: Bellinzona
- Wer: Staatsrat, Leiter der Sektion Gemeindewesen, Gemeindevertreter
- Nummer der Sitzung: 77. seit der Einrichtung der Plattform
- Zentrales Thema: Anpassung des Steuersystems nach der Abschaffung des eidgenössischen Eigenmietwerts
- Thema 2: Steuer auf Zweitwohnungen (Expertengruppe arbeitet daran)
- Nächste Sitzung: 2. Dezember 2026
Am Mittwoch, 9. September, fand in Bellinzona die zweite Sitzung der Dialogplattform Kanton-Gemeinden im Jahr 2026 statt, die 77. seit ihrer Einrichtung. An der Sitzung nahmen der Staatsrat in Begleitung des Leiters der Sektion Gemeindewesen sowie die Vertreter der Tessiner Gemeinden teil.
Zu Beginn der Diskussion brachten die Gemeinden ihre Erwartungen gegenüber dem Staatsrat und der Kantonsverwaltung zum Ausdruck. Der Austausch konzentrierte sich auf drei für das Gebiet strategisch relevante Fragen: die Neuorganisation des Steuersystems, das Projekt "Ticino 2020" und die Verwaltungsreform der regionalen Schutzbehörden.
Das Steuersystem im Mittelpunkt der Debatte
Das zentrale Thema der Sitzung war die Anpassung des Tessiner Steuersystems infolge der Abschaffung des Eigenmietwerts auf Bundesebene. Die Massnahme des Bundes hat erhebliche Auswirkungen auf das kantonale und kommunale Steuerwesen, und der Staatsrat erläuterte erste Hinweise dazu, wie das System angepasst werden soll. Eine gemischte Expertengruppe arbeitet bereits daran, festzulegen, wie der Übergang gestaltet werden soll und welche Auswirkungen er auf die Anpassung des Tessiner Steuersystems haben wird.
Mit diesem Thema verbunden ist die geplante Einführung einer neuen kantonalen Steuer auf Zweitwohnungen. Auch in diesem Bereich wurde eine Expertengruppe beauftragt, die Modalitäten für die Umsetzung der Massnahme auszuarbeiten.
Aktualisierungen zu Ticino 2020 und den ARP
Der Staatsrat und die Gemeinden zogen zudem eine Zwischenbilanz zum Projekt "Ticino 2020", für das bis Ende des Jahres ein weiteres Treffen zur Aktualisierung vorgesehen ist.
Das Departement der Institutionen informierte die Anwesenden über den Fortschritt der Reform der regionalen Schutzbehörden (ARP). Der Grosse Rat hat die Bestimmungen zur Schaffung und zur organisatorischen Ausgestaltung der neuen Schutzgerichte bereits genehmigt. In den kommenden Monaten sind spezifische Treffen mit dem Personal der derzeitigen ARP vorgesehen, um den Übergang zur neuen Verwaltungsstruktur zu begleiten.
Die nächste Sitzung der Dialogplattform Kanton-Gemeinden ist für Mittwoch, 2. Dezember 2026, angesetzt.
Operative Details
Die Sitzung in Bellinzona zeigt, wie das Schweizer Steuersystem auf drei unterschiedlichen Ebenen funktioniert. Auf Bundesebene gilt die direkte Bundessteuer (IFD), die von der Eidgenössischen Zollverwaltung (AFD/ESTV) verwaltet wird. Auf kantonaler und kommunaler Ebene ist jedes Gebiet selbst für die Festlegung der Steuersätze und der lokalen Steuern zuständig. Im Tessin wird das System von der Sektion für lokale Körperschaften verwaltet, die mit den Gemeinden die Einhaltung der Bundesnorm und die Kohärenz der notwendigen Anpassungen koordiniert.
Die Abschaffung des Eigenmietwerts ist eine Entscheidung des Bundesgesetzgebers, durch die das den Eigentümern von Immobilien, in denen sie wohnen, zugerechnete Einkommen aus der Bemessungsgrundlage entfernt wird. Diese Änderung erfordert, dass die Kantone ihr Steuersystem entsprechend anpassen. Der Kanton Tessin muss wie andere Kantone entscheiden, wie er den möglichen Rückgang der Einnahmen ausgleicht und wie die neue Abgabe strukturiert wird. Deshalb arbeitet die Expertengruppe daran, Lösungen zu finden, die das finanzielle Gleichgewicht der Tessiner Gemeinden wahren und die Lebenshaltungskosten in der Region nicht beeinträchtigen.
Die neue Steuer auf Zweitwohnungen
Der Vorschlag, Zweitwohnungen auf kantonaler Ebene zu besteuern, stellt eine Möglichkeit für neue Einnahmen dar. Wer neben seinem Hauptwohnsitz ein Haus im Tessin besitzt, kann dieser Steuer unterliegen. Die Einzelheiten (Steuersatz, Bemessungsgrundlage, Befreiungen) wurden jedoch noch nicht mitgeteilt. Die Expertengruppe — bestehend aus Vertretern des Kantons und der Gemeinden — muss einen Vorschlag entwickeln, der gerecht und administrativ umsetzbar ist. Um den Kontext zu Steuern und costo della vita in Svizzera besser zu verstehen, kannst du einschlägige Ressourcen konsultieren.
Die Verwaltungsreform der Justiz
Die Reform der Regionalen Schutzbehörden (ARP) stellt eine umfassendere Neuordnung der kantonalen Justiz dar. Die bisherigen ARP werden durch die neuen Schutzpräturen ersetzt, deren Schaffung und Organisation bereits vom Grossen Rat genehmigt wurde. Dieser Übergang bringt Anpassungen bei den Strukturen, beim Personal und bei den Verfahren mit sich. Die in den kommenden Monaten geplanten Treffen mit dem Personal der bisherigen ARP dienen dazu, einen geordneten Übergang zu gewährleisten und die Einzelheiten der neuen Organisationsstruktur zu klären.
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Wichtige Punkte
Für die Tessiner Gemeinden stellen die kommenden Monate eine Zeit des Abwartens und der Vorbereitung dar. Die aufgrund der Abschaffung des Eigenmietwerts erforderlichen steuerlichen Anpassungen werden nicht sofort wirksam: Es gilt, die Ergebnisse der Arbeit der Expertengruppe, die Beschlüsse des Staatsrats und die entsprechenden Mitteilungen an die lokalen Verwaltungen abzuwarten. Verfolge die offiziellen Mitteilungen der Abteilung für lokale Körperschaften und des Kantons, um die genauen Modalitäten und Fristen zu erfahren.
Was die neue Zweitwohnungssteuer betrifft, ist der Zeitplan noch nicht festgelegt. Die Expertengruppe arbeitet noch an dem Vorschlag, daher ist eine Entscheidung noch nicht absehbar. Eigentümer von Zweitwohnungen im Tessin müssen eine offizielle Ankündigung abwarten, bevor sie wissen, wie sich die Massnahme auf sie auswirken wird.
Konkrete Schritte in den kommenden Monaten
1. Steuergruppe: Die Arbeiten zur Neudefinition des Steuersystems nach dem Eigenmietwert und am Vorschlag für eine Zweitwohnungssteuer werden fortgesetzt. Ein Bericht oder ein Vorschlag wird bis Ende des Jahres oder in den ersten Monaten des Jahres 2027 erwartet.
2. Treffen ARP: Die Treffen zwischen der kantonalen Verwaltung und dem Personal der derzeitigen ARP beginnen, um den Übergang zu den neuen Schutzgerichten zu erläutern.
3. Nächste Sitzung Kanton-Gemeinden: Sie ist für den 2. Dezember 2026 angesetzt. Dabei könnten weitere Informationen zu allen drei Themenbereichen (Steuern, Ticino 2020, ARP) bekannt gegeben werden.
Was du ab sofort tun kannst
Wenn du Gemeindeverwalter im Tessin bist, pflege regelmässigen Kontakt mit der Abteilung für lokale Körperschaften, um zeitnah Informationen zu erhalten. Wenn du Eigentümer einer Zweitwohnung im Tessin bist, halte dich über die kantonalen Mitteilungen zur neuen Steuer auf dem Laufenden. Um das Schweizer Steuersystem auf seinen drei Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinde) und die Berechnung der Steuern auf Einkommen und Vermögen besser zu verstehen, konsultiere calcolatore stipendio e imposte für einen vollständigen Überblick über das Steuersystem in der Schweiz.
Quelle: tio.ch
Häufig gestellte Fragen
- Was ist Eigenmietwert und warum wirkt sich die Abschaffung auf Bundesebene auf das Tessin aus?
- Der Eigenmietwert ist das Einkommen, das den Eigentümern von Immobilien, in denen sie wohnen, zugerechnet wird. Ihre Abschaffung auf Bundesebene bedeutet, dass diese Steuerbemessungsgrundlage aus den Steuererklärungen des Bundes gestrichen wird. Da Kanton und Gemeinden einen Teil ihrer Besteuerung auf die Bundesstruktur stützen, führt die Abschaffung zu einer Einkommensminderung, die durch andere Abgaben oder eine Reorganisation der kantonalen Besteuerung kompensiert werden muss. Im Tessin definiert eine Expertengruppe, wie man sich an diesen Wandel anpassen kann.
- Wann tritt die neue Zweitwohnsitzsteuer in Kraft?
- Das Datum wurde noch nicht mitgeteilt. Eine gemischte Expertengruppe (Kanton und Gemeinden) arbeitet den Vorschlag inklusive Steuersatz, Steuerbemessungsgrundlage und möglichen Befreiungen noch aus. Nach Abschluss dieser Arbeiten muss der Regierungsrat beschliessen und der Grosse Rat das Gesetz verabschieden. Es ist vernünftig, innerhalb des nächsten Jahres mit offiziellen Mitteilungen zu rechnen.
- Was sind die neuen Schutzgerichte und wie unterscheiden sie sich von den aktuellen ARP?
- Die bisherigen regionalen Schutzbehörden (ARP) werden durch die neuen Schutzgerichte ersetzt. Der Grosse Rat hat bereits die Regeln für deren Erstellung und Organisationsstruktur verabschiedet. In den kommenden Monaten werden Treffen mit den Mitarbeitern der aktuellen ARPs Details über den Übergang und die funktionalen Unterschiede zwischen der alten und der neuen Struktur liefern.
- Was ist das Projekt Tessin 2020 und wie ist der Fortschritt?
- Das Projekt „Tessin 2020“ ist eine kantonale Initiative, über die der Staatsrat Gemeinden und Interessenten regelmässig informiert. In der September-Sitzung wurde eine Fortschrittsbilanz gezogen. Bis Ende 2026 ist ein weiteres Update-Meeting geplant, um die Bilanz und die nächsten Schritte zu skizzieren.
- Wann kommen Kanton und Gemeinden zu diesen Themen wieder zusammen?
- Die nächste Sitzung der Dialogplattform Kanton-Gemeinden ist für Mittwoch, 2. Dezember 2026 angesetzt. Es ist wahrscheinlich, dass weitere Aktualisierungen zu Fiskus, Tessin 2020 und ARP-Reform zur Verfügung gestellt werden.
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