Pensionskassen: Illiquide Anlagen machen 36% des Vermögens aus

36% des Vermögens sind in nicht unmittelbar handelbaren Anlagen investiert Der Anteil ist in den letzten 15 Jahren gestiegen Immobilien, Hypotheken und alternative Anlagen bieten Stabilität
Kontext
Auf einen Blick
- 36% des Vermögens sind in nicht unmittelbar handelbaren Anlagen investiert
- Der Anteil ist in den letzten 15 Jahren gestiegen
- Immobilien, Hypotheken und alternative Anlagen bieten Stabilität, aber weniger Flexibilität
- Risiken treten auf, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig eintreten
Wichtige Fakten
- Ort → Zürich
- Studie → Risiko Check-up 2026 von Complementa
- Anteil → rund 36% des Vermögens
- Zeitraum → letzte 15 Jahre
- Anlagen → Immobilien, alternative Anlagen und Hypotheken
- Risiko → verzögerter Verkauf oder Verkauf mit Preisabschlägen im Fall von Turbulenzen
ZÜRICH – In den Portfolios der Schweizer Pensionskassen nehmen sogenannte illiquide Anlagen immer mehr Raum ein. Bei niedrigen Zinsen hat die Suche nach neuen Renditequellen den Anteil der in diese Anlagen investierten Gelder deutlich erhöht.
Die Diversifikation ist laut Experten an sich keine schlechte Idee. Der Preis dafür ist jedoch ein weniger flexibles Portfolio: Immobilien, Hypotheken und alternative Anlagen können nicht ebenso kurzfristig wie Aktien gehandelt werden. Wenn eine Pensionskasse kurzfristig verkaufen muss, kann die Transaktion schwieriger werden.
Die Daten des Risiko Check-up 2026
Das Bild geht aus dem Risiko Check-up 2026 von Complementa hervor. Die Studie zeigt, dass der Anteil illiquider Anlagen der Schweizer Pensionskassen in den letzten 15 Jahren deutlich gestiegen ist. Rechnet man Immobilien, alternative Anlagen und Hypotheken ein, sind nun rund 36% des Vermögens in nicht unmittelbar handelbaren Anlagen angelegt.
Der angestrebte Vorteil ist die Stabilität der Renditen. Die Quelle bringt diese Entscheidung mit der Suche nach neuen Renditequellen in einer Phase niedriger Zinsen in Verbindung. Doch dieselbe Struktur erschwert einen Verkauf, insbesondere wenn der Immobilienmarkt sich abrupt abkühlen sollte oder die Verschuldung einiger Länder zum Problem werden sollte.
Der Stressfall
Für die Experten bleibt die Situation beherrschbar, solange die Märkte stabil bleiben und die Pensionskassen über ausreichende Liquidität verfügen. Die Schwierigkeiten treten auf, wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten. Zu den möglichen Szenarien zählt Complementa eine starke Marktturbulenz, in deren Verlauf die Institute kurzfristig Liquidität benötigen könnten, um ihren Verpflichtungen nachzukommen oder die Portfoliostruktur zu verändern.
Ein Teil der Pensionskassen bereitet sich bereits darauf vor, indem er vor allem auf weitere Investitionen in Schweizer Immobilien und Infrastruktur setzt, mit dem Ziel, geopolitische Risiken zu begrenzen. Wenn die Märkte jedoch in eine Phase starker Turbulenzen eintreten, können illiquide Anlagen nur mit Verzögerung oder mit erheblichen Preisabschlägen veräußert werden. Zudem sind ihre Bewertung und die Messung der Ergebnisse im Vergleich zu börsennotierten Wertpapieren komplexer.
Bei Private Equity und Private Debt können sich die Kapitalzusagen der Anleger über mehrere Jahre erstrecken, während sowohl der Zeitpunkt als auch die Höhe der Rückflüsse ungewiss bleiben. Complementa betont daher, wie wichtig es ist, den Liquiditätsbedarf frühzeitig zu erkennen und angemessene Reserven vorzuhalten.
Operative Details
Drei zu unterscheidende Szenarien
Die praktische Einordnung der Zahl beginnt mit einer einfachen Unterscheidung: Rendite und Liquidität sind nicht dasselbe. Eine Immobilie, eine Hypothek oder eine alternative Anlage kann zu stabilen Renditen beitragen, bietet aber nicht die gleiche Flexibilität wie eine Aktie, wenn die Kasse schnell über Geld verfügen muss. Die von Complementa angegebenen 36% messen daher auch den Handlungsspielraum des Portfolios.
| Situation | Auswirkung auf illiquide Anlagen |
|---|---|
| Stabile Märkte und ausreichende Liquidität | Die Entwicklung stellt kein Problem dar |
| Turbulenzen und kurzfristiger Liquiditätsbedarf | Verzögerter Verkauf oder Verkauf mit Preisabschlägen |
| Neuausrichtung des Portfolios | Komplexere Bewertungen und Erfolgsmessung |
Das Risiko wird nicht durch jede Marktschwankung ausgelöst. Nach Einschätzung der Experten wird es kritisch, wenn mehrere Stressfaktoren zusammentreffen: Die Kasse muss Verpflichtungen erfüllen oder das Portfolio neu ausrichten, während ein erheblicher Teil des Vermögens nicht unmittelbar handelbar ist. In diesem Moment betrifft der Unterschied zu börsennotierten Wertpapieren sowohl die Verkaufsdauer als auch den erzielbaren Preis.
Warum Immobilien ins Gewicht fallen
Die Fachleute sehen einen kritischen Punkt bei Immobilien, die mehr als ein Fünftel des Vermögens der Pensionskassen ausmachen. Wenn der Sektor an Dynamik verliert oder mit einer länger anhaltenden Korrektur bei Preisen und Nachfrage konfrontiert ist, können Verkäufe schwieriger werden und die Bewertungen unter Druck geraten. Für eine Pensionskasse besteht das Problem nicht nur im theoretischen Wert des Vermögenswerts: Es zählt auch die Möglichkeit, ihn bei Bedarf in Liquidität umzuwandeln.
Private Equity und Private Debt bringen eine andere Form der Unflexibilität mit sich. Die Investoren müssen häufig über mehrere Jahre Kapitalzusagen erfüllen, kennen aber den Zeitpunkt und die Höhe der Rückflüsse nicht mit Sicherheit. Dies kann die Fähigkeit einschränken, das Portfolio schnell an veränderte Markt- oder Liquiditätsbedingungen anzupassen. In einer Krise kann eine plötzliche Liquiditätsknappheit eine langfristig gedachte Anlage daher in einen Nachteil verwandeln.
Vorerst mildert die finanzielle Lage den Druck: Die Mehrheit der Schweizer Pensionskassen verfügt über einen komfortablen Deckungsgrad, in einigen Fällen auf Rekordniveau, und profitiert von hohen Renditen. Diese Solidität begünstigt die Zunahme der Investitionen in Infrastruktur, Immobilien und andere alternative Anlagen, beseitigt aber nicht das Risiko, das mit dem gleichzeitigen Auftreten mehrerer Stressfaktoren verbunden ist.
Wichtige Punkte
Ein operatives Raster in fünf Schritten
Um das Thema zu verfolgen, kann der praktische Weg bei den von Complementa verwendeten Kriterien beginnen. Rendite und Liquidität sind getrennt zu betrachten, zusammen mit der Reaktion des Portfolios auf Stress.
1. Kategorien trennen. Immobilien, Hypotheken und alternative Anlagen unterscheiden: Sie sind die Komponenten, die in den 36% der nicht unmittelbar handelbaren Vermögenswerte enthalten sind. 2. Immobilienanteil messen. Der Immobilienanteil übersteigt ein Fünftel des Vermögens. Preise und Nachfrage müssen beobachtet werden, da eine anhaltende Korrektur Verkäufe erschweren und die Bewertungen drücken kann. 3. Verpflichtungen prüfen. Bei Private Equity und Private Debt kann das Kapital über mehrere Jahre gebunden sein; Zeitpunkt und Höhe der Rückflüsse bleiben ungewiss. 4. Stress simulieren. Gleichzeitig starke Marktturbulenzen, kurzfristigen Liquiditätsbedarf und die Notwendigkeit prüfen, Verpflichtungen zu erfüllen oder das Portfolio neu auszurichten. 5. Reserven kontrollieren. Je mehr Vermögenswerte langfristig gebunden sind, desto entscheidender wird es, den Liquiditätsbedarf rechtzeitig zu erkennen und ausreichende Reserven vorzuhalten.
Das Kriterium zur Bewertung der Entscheidungen
Um geopolitische Risiken zu begrenzen, beabsichtigen einige Pensionskassen, zusätzliche Mittel in Schweizer Immobilien und Infrastrukturen zu investieren. Dieser Kurs gewährleistet jedoch keine Liquidität: Während einer Turbulenz kann der Verkauf dennoch Zeit erfordern oder einen Preisabschlag notwendig machen.
Der Vergleich muss auch mit börsenkotierten Titeln gezogen werden: Bei illiquiden Vermögenswerten sind Bewertung und Ergebnismessung komplexer. Wenn das Portfolio rasch neu ausgerichtet werden muss, kommt diese Komplexität zu den Verkaufszeiten hinzu.
«Mit zunehmenden langfristig gebundenen Vermögenswerten wird es für eine Pensionskasse immer wichtiger, den Liquiditätsbedarf rechtzeitig zu erkennen und angemessene Reserven zu halten».
Für diejenigen, die die Schweizer Vorsorge verfolgen, ist die nützliche Prüfung dreifach: nicht handelbarer Anteil, künftige Verpflichtungen und verfügbare Reserven. Das sind die drei Elemente, die den aggregierten Prozentsatz mit der tatsächlichen Flexibilität des Portfolios verbinden.
Um das Thema der Vorsorge zu vertiefen, konsultieren Sie guida alla pensione.
Quelle: tio.ch
Häufig gestellte Fragen
- Wie hoch ist der Anteil illiquider Anlagen in den Schweizer Pensionskassen?
- Laut dem Risiko Check-up 2026 von Complementa sind rund 36% des Vermögens der Schweizer Pensionskassen in nicht sofort handelbaren Anlagen investiert, ein Anteil, der in den letzten 15 Jahren deutlich gestiegen ist. Dabei handelt es sich um Immobilien, alternative Anlagen und Hypotheken.
- Was sind die Hauptrisiken dieser Anlagen?
- In stabilen Märkten und bei ausreichender Liquidität stellen sie kein Problem dar. Das Risiko wird kritisch, wenn mehrere Stressfaktoren zusammentreffen: Marktverwerfungen, kurzfristiger Liquiditätsbedarf und die Notwendigkeit, Verpflichtungen zu erfüllen oder das Portfolio neu auszurichten. Dann kann sich der Verkauf verzögern oder nur mit erheblichen Preisabschlägen erfolgen.
- Was empfiehlt Complementa für das Liquiditätsmanagement?
- Complementa weist auf die Notwendigkeit hin, den Liquiditätsbedarf rechtzeitig zu erkennen und ausreichende Reserven vorzuhalten. Je höher der Anteil langfristig gebundener Vermögenswerte ist, desto entscheidender wird diese Fähigkeit.
- Warum ist die Immobilienbranche ein sensibler Punkt?
- Immobilien machen mehr als ein Fünftel des Vermögens aus. Wenn der Sektor an Dynamik verliert oder eine anhaltende Korrektur bei Preisen und Nachfrage durchläuft, werden Verkäufe schwieriger und die Bewertungen geraten unter Druck, wodurch die Fähigkeit eingeschränkt wird, die Vermögenswerte bei Bedarf in Liquidität umzuwandeln.
- In welchen Situationen wird das Risiko aktiviert?
- Nicht bei jeder Schwankung, sondern wenn mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten: starke Turbulenzen an den Märkten, kurzfristiger Liquiditätsbedarf für Verpflichtungen oder zur Neuausrichtung des Portfolios, während ein wesentlicher Teil des Vermögens nicht unmittelbar handelbar ist.