Gehälter 2026: Doppelte Gehaltserhöhungen für die Besten (Grenzgänger-Leitfaden)

Laut WTW erhalten Top-Performer 3,9%, während der Durchschnitt bei 2% bleibt. Drastische Unterschiede auch in der IT-Branche.
Kontext
Kurz gefasst
- Top-Performer erhalten 3,9% Erhöhung, fast das Doppelte des Durchschnitts (2%)
- WTW: 97% der Schweizer Unternehmen nutzen Leistungskennzahlen
- Im IT-Bereich Wachstum auf nur 0,2% im 2026 begrenzt
- Geschätzter Durchschnitt 2,3% im 2026, Prognose 2,4% im 2027
Wichtige Fakten
- Was: Jährliche Umfrage zur Struktur der Gehaltserhöhungen in der Schweiz
- Wann: 2026 (Umfrage dieses Jahr durchgeführt)
- Wo: Schweiz, mit besonderem Fokus auf den IT-Sektor
- Wer: WTW (Unternehmensberatungsgesellschaft) und SwissICT (IT-Branchenverband)
- Betrag: 3,9% (Top-Performer), 2,0% (Durchschnitt), 0,8% (unter dem Durchschnitt)
- Schlüsselfakt: 97% der Unternehmen berücksichtigen die Leistung bei Erhöhungen
- Prognose: geschätzter durchschnittlicher Anstieg von 2,4% für 2027
Laut der jährlichen WTW-Umfrage sind Gehälter in der Schweiz zunehmend nach beruflichen Leistungen differenziert. Dieses Jahr haben die sogenannten Top-Performer Erhöhungen von 3,9% erhalten, fast das Doppelte im Vergleich zu Kollegen mit durchschnittlichen Leistungen, die bei 2,0% stagnieren. Arbeitnehmer mit Leistungen unterhalb der Mindestgrenze erhielten nur 0,8%.
Die von WTW befragten Unternehmen gewährten durchschnittliche Gehaltserhöhungen von 2,3%. Die Prognose für 2027 ist leicht optimistischer: ein durchschnittlicher Anstieg von 2,4% wird erwartet.
Die Praxis der Differenzierung der Gehälter nach Leistung ist nun in der Schweizer Unternehmenslandschaft gefestigt: 97% der Unternehmen, die individuelle Erhöhungen gewähren, berücksichtigen explizit individuelle Leistungen, wie aus der Veröffentlichung «Salary Budget Planning Report» von WTW hervorgeht.
…
Operative Details
Der Zusammenbruch des Booms nach der Pandemie: Die Auswirkungen im IT-Sektor
Ein drastisch anderes Bild zeichnet sich im IT-Sektor ab. Laut einem von SwissICT, dem Schweizer Branchenverband des Sektors, veröffentlichten Bericht wird das Lohnwachstum drastisch verringert. 2026 ist der Medianlohn im IT-Sektor um gerade einmal 0,2% gewachsen – ein Einbruch im Vergleich zu den vorherigen Jahren starken Wachstums.
Das Ende des Booms nach der Pandemie hat eine scharfe Bruchlinie auf dem ICT-Markt markiert. Während es früher ein weit verbreitetes und beinahe automatisches Lohnwachstum gab, zählen heute vor allem spezialisierte Fähigkeiten und individuelle Qualifikation. Die im Bericht zitierten Fachleute erklären, dass der Sektor die direkten Auswirkungen der künstlichen Intelligenz spürt: Die Technologie verändert den Mix der erforderlichen Fähigkeiten und macht einige Profile weniger attraktiv, während andere – wie Spezialisten für künstliche Intelligenz, Machine Learning und Cybersicherheit – vom Markt noch stärker gefragt sind.
Wer profitiert und wer bleibt zurück
In diesem Kontraktionsszenario können nur die hochqualifiziertesten Fachleute noch auf substanzielle Lohnerhöhungen hoffen. Für die meisten IT-Fachkräfte werden Lohnerhöhungen äußerst moderat ausfallen. Diese Polarisierung spiegelt einen breiteren Trend der Schweizer Wirtschaft wider: Die Kluft zwischen den Top-Performern und der Masse vergrößert sich – sowohl im IT-Sektor als auch in anderen Branchen.
…
Wichtige Punkte
Wie Sie Ihre Gehaltserhöhung bewerten
Wenn Sie eine Gehaltserhöhung erhalten haben oder ein neues Gehalt aushandeln möchten, bieten WTW-Daten einen nützlichen Benchmark für 2026. Eine nationale Medianerhöhung liegt bei 2,3%. Wenn Sie in die Kategorie «Top-Performer» nach Unternehmenskennzahlen (hohe Bewertungen, außergewöhnliche Ergebnisse, spezialisierte Kompetenzen) fallen, können Sie einen durchschnittlichen Anstieg von etwa 3,9% erwarten. Wenn Ihre Ergebnisse normal sind, liegt der Referenzwert bei 2,0%. Wenn die Leistung unterdurchschnittlich ist, bleiben Sie bei 0,8%.
Diese Benchmarks gelten für fast alle Schweizer Unternehmen: 97% wenden Leistungskriterien bei der Bestimmung von Erhöhungen an. Wenn Ihr Unternehmen das Vergabeverfahren nicht klar mitteilt, oder wenn Sie eine Erhöhung unter Ihrem Leistungsniveau erhalten, haben Sie Grund, ein Überprüfungsgespräch mit der Personalleitung anzufordern.
Strategien auf dem Schweizer Arbeitsmarkt
Für Schweizer Arbeitnehmer, besonders für diejenigen, die nicht in die Top-Performer-Kategorie fallen, ergeben sich einige praktische Auswirkungen.
Spezialisierung: Eine Investition in kontinuierliche Bildung ist wesentlich. Der Trend ist im IT-Bereich offensichtlich, gilt aber für alle Sektoren. Unternehmen zahlen mehr für diejenigen, die seltene und schwer zu ersetzende Fähigkeiten besitzen, und dieser Unterschied neigt dazu, sich mit der Zeit zu vergrößern.
Berufliche Mobilität: Wenn Ihr Arbeitgeber Erhöhungen unterhalb des Kategoriedurchschnitts bietet (unter 0,8%-2,0%), sollten Sie aktiv nach einer neuen Stelle suchen. Der Schweizer Arbeitsmarkt bleibt dynamisch, besonders für Spezialisten mit gefragten Fähigkeiten.
…
Häufig gestellte Fragen
- Wie hoch sind die durchschnittlichen Lohnerhöhungen in der Schweiz im Jahr 2026?
- Gemäss WTW-Umfrage liegt der von Schweizer Unternehmen ermittelte Durchschnitt im Jahr 2026 bei 2,3%. Die Prognose für 2027 steigt leicht auf 2,4%. Diese Zahl variiert jedoch je nach Leistung erheblich: Die Top-Performer erhalten 3,9 Prozent, der Durchschnitt bleibt bei 2,0 Prozent und die unterdurchschnittlichen Mitarbeiter bleiben bei 0,8 Prozent.
- Wie entscheiden Schweizer Unternehmen über Lohnerhöhungen?
- 97% der Schweizer Unternehmen, die individuelle Erhöhungen anwenden, berücksichtigen die persönlichen Leistungen jedes Mitarbeiters. Es bedeutet, dass das System leistungsorientiert ist: Die Leistung ist der Haupttreiber der Lohndifferenzierung. Führungskräfte und untergeordnete Mitarbeiter erhalten ähnliche Erhöhungen (zwischen 2,0% und 2,3%), daher zählt mehr der persönliche Verdienst als die hierarchische Position.
- Warum verzeichnet die IT-Branche ein medianes Wachstum von 0,2%?
- Gemäss SwissICT hat sich das Lohnwachstum in der IT-Branche mit dem Ende des Booms nach der Pandemie drastisch verlangsamt. Die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz verändern den erforderlichen Kompetenzmix. Nur hochspezialisierte Fachkräfte (KI, maschinelles Lernen, Cybersicherheit) sehen noch deutliche Zuwächse; für die meisten IT-Mitarbeiter bleiben die Zuwächse äußerst gering.
- Wie kann ich überprüfen, ob meine Lohnerhöhung korrekt ist?
- Sie können den Gehaltsrechner verwenden, um die Brutto-/Nettoauswirkungen der Erhöhung in Ihrem Kanton zu überprüfen. Vergleichen Sie dann Ihren prozentualen Anstieg mit den WTW-Daten: Wenn Sie ein Top-Performer sind und weniger als 3,9% oder durchschnittlich und weniger als 2,0% erhalten, haben Sie Elemente, um mit Ihrem Arbeitgeber zu verhandeln.
- Was bedeutet „Top-Performer“ laut WTW-Bericht?
- Die Quelle gibt keine detaillierten Kriterien für „Top-Performer“ an, sondern bezieht sich auf Mitarbeiter mit hohen Leistungsbewertungen und hervorragenden Ergebnissen. Typischerweise definieren Unternehmen dies durch regelmäßige Bewertungen, das Erreichen von Zielen und den Beitrag zum Unternehmenserfolg. Wenn Sie eine positive Bewertung erhalten, fallen Sie in diese Kategorie und können mit einer Steigerung von 3,9% rechnen.