Drohnen und Robotik: VBS setzt strategische Prioritäten (Grenzgänger-Leitfaden)

Das VBS kündigt am 27. August 2026 ein Zentrum für unbemannte Systeme, ein Drohnenbataillon ab 2028 und Investitionen zur Abwehr hybrider Bedrohungen an.
Kontext
In Kürze
- Zentrum für unbemannte Systeme mit Tech Hub und militärischem Kommando ab 2026
- Drohnenbataillon ab 2028 mit eigener Rekrutenschule einsatzbereit
- Investitionen in den Drohnenschutz zum Schutz kritischer Infrastrukturen
Eckdaten
- Was: Zentrum für unbemannte Systeme (Tech Hub + Militärkommando)
- Wann: 27. August 2026 (Ankündigung); Einsatzbataillon ab 2028
- Wo: Schweiz auf Bundesebene, in Zusammenarbeit mit Kantonen und Privatpersonen
- Wer: VBS (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport)
- Referenzen: Verteidigungsrichtlinien 19. Juni 2026; Armeebotschaft 2026; Rüstungsprogramm 2027
Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat am 27. August 2026 eine strategische Wende angekündigt: Drohnen, Drohnenverteidigung und Robotik werden zur nationalen Priorität, um die militärischen Fähigkeiten der Schweiz zu stärken.
Die Entscheidung reagiert auf eine veränderte Bedrohungslage. Drohnen, verstärkt durch künstliche Intelligenz, haben die Art und Weise, wie Kriege geführt werden, radikal verändert. In der Schweiz ist eine Zunahme von Drohnenflügen über militärische und kritische Infrastrukturen zu verzeichnen. Gleichzeitig etablieren sich Drohnen als hybrides Kriegsinstrument, ein Konfliktmodus, der über die traditionelle militärische Konfrontation hinausgeht.
Drei Säulen der Strategie
Das VBS gliedert die Antwort in drei Hauptachsen. Erstens: die Einrichtung eines Zentrums für unbemannte Systeme,
Operative Details
Wie das Zentrum für unbemannte Systeme funktioniert
Das neue Zentrum integriert drei entscheidende Elemente. Im Tech-Hub treffen sich die operativen Anforderungen der Armee, die technologischen Kompetenzen von armasuisse (die Bundesagentur für Rüstung) und das Wissen von Hochschulen, Startups und der Privatindustrie. Das Ziel ist die Zusammenarbeit bei der Entwicklung, dem Testen und der schnellen Einsatzreife innovativer Lösungen für den militärischen Einsatz.
Das Kommando der Armee hingegen verwaltet eine Versuchs- und Schulungsorganisation: Es testet neue Systeme unter realistischen Bedingungen und ist verantwortlich für die Ausbildung des Drohnen-Bataillons. Ein positiver Kreislauf: Das von den Truppen im Feld erworbene Wissen wird an die wissenschaftliche und unternehmerische Welt über den Tech-Hub weitergegeben.
Auswirkungen auf das nationale Verteidigungssystem
Die Wahl kürzerer Beschaffungszyklen und kleinerer Mengen spiegelt das beschleunigte Tempo der technologischen Innovation wider. Die Armee beabsichtigt, Systeme gezielt in kurzen Zyklen zu beschaffen, bewährte Lösungen schnell einzuführen und diese basierend auf gesammelten Erfahrungen weiterzuentwickeln. Dieser agile Ansatz reduziert das Risiko technologischer Veralterung – ein ernstes Problem im Militärsektor aufgrund des exponentiellen Fortschritts bei künstlicher Intelligenz und Robotik.
Um zu funktionieren, erfordert das System eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen den institutionellen Ebenen: Bund, Kanton und Privatsektor. Das VBS hat vorgesehen, dass das Zentrum auch anderen Departementen, Kantonen und Notfallorganisationen zugänglich ist und damit den öffentlichen Nutzen der Forschung und Versuche erweitert.
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Wichtige Punkte
Timeline und Fristen
Der Zeitplan ist definiert und pünktlich. Das Zentrum für unbemannte Systeme wurde 2026 gegründet, mit der formalen Ankündigung vom 27. August. Das Drohnen-Bataillon wird ab 2028 operativ, mit der gleichzeitigen Eröffnung der Rekrutenschule für Drohnen. Währenddessen sieht das Rüstungsprogramm 2027 bereits spezifische Mittel für die Ausrüstung der neuen Einheit und die Stärkung der Drohnen-Abwehrsysteme vor.
Die Investitionen enden nicht 2028. Das Militär wird die systematische Integration von Drohnen-Fachkenntnissen in der gesamten Militärstruktur fortsetzen und dabei einen kontinuierlichen Lernansatz basierend auf operativen Daten und in der Praxis erworbenen Erfahrungen verfolgen.
Die Rolle der Kantone und der zivilen Zusammenarbeit
Die Schweizer Kantone spielen eine entscheidende Rolle in der Verteidigung gegen Drohnenangriffe, insbesondere gegen solche, die auf regionale kritische Infrastrukturen wie Wasser- und Energienetze abzielen. Die vom EJPD geleitete interdepartementale Arbeitsgruppe klärt präzise, wer welche Verantwortung übernimmt. Diese Klärung der Vorschriften ist dringend erforderlich: Aktuelle Unklarheiten bei den Zuständigkeiten könnten in einer echten Krise operative Lücken schaffen.
Für diejenigen, die im Tech-Sektor, in Startups oder in der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie tätig sind, stellt das Zentrum eine konkrete Chance für die Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee dar. Öffentliche Ausschreibungen für Technologielieferungen, Softwareentwicklung und Militärhardware folgen den regulären Ausschreibungen der Bundesverwaltung.
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Häufig gestellte Fragen
- Wann wird das Schweizer Drohnenbataillon einsatzbereit?
- Das Drohnenbataillon der Schweizer Armee ist ab 2028 einsatzbereit. Im selben Jahr wird er eine eigene Rekrutenschule für Drohnen eröffnen, mit dem Ziel, die notwendigen Fähigkeiten systematisch zu entwickeln und einen ständigen Beitrag von Fachpersonal zur neuen Einheit für Aufklärung, Wirksamkeit und Verteidigung zu gewährleisten.
- Was ist das vom VBS eingerichtete Zentrum für unbemannte Systeme?
- Es handelt sich um eine vom Eidgenössischen Verteidigungsministerium geschaffene institutionelle Struktur, die aus einem Tech-Hub und einem militärischen Kommando besteht. Der Tech Hub vereint die Bedürfnisse der Truppe, die Kompetenzen von armasuisse und das Wissen von Universitäten, Start-ups und der Privatwirtschaft, um schnell neue Lösungen zu entwickeln und zu testen. Das Militärkommando betreibt die Experimentier- und Ausbildungsorganisation und die Rekrutenschule für Drohnen.
- Welche Investitionen sind in die Drohnenabwehr vorgesehen?
- Das VBS investiert sowohl in den Einsatz von Drohnen als auch in deren Verteidigung. Die ersten Abwehrsysteme gegen Drohnen wurden bereits eingeführt. Mit der Armeebotschaft 2026 und dem Rüstungsprogramm 2027 hat der Bundesrat einen weiteren Kapazitätsaufbau eingeleitet, um kritische Infrastrukturen zu schützen und das neue Drohnenbataillon auszurüsten.
- Wer entscheidet über die Zuständigkeiten der Drohnenabwehr in der Schweiz?
- Gegenwärtig liegt die Drohnenabwehr in der Verantwortung verschiedener öffentlicher Behörden und privater Infrastrukturbetreiber. Eine vom VBS geleitete interdepartementale Arbeitsgruppe prüft die aktuellen Kompetenzen und Rechtsgrundlagen und prüft, welche regulatorischen Anpassungen angesichts der veränderten Bedrohungslage notwendig sind. Die Arbeiten laufen auch im Auftrag der parlamentarischen Motion 25.4410.
- Welche Beschäftigungsmöglichkeiten bietet die neue Drohnenstrategie?
- Die Einrichtung des Drohnenbataillons und der Rekrutenschule eröffnet Beschäftigungsperspektiven in der Schweizer Armee für Fachkräfte aus den Bereichen Technik, Robotik und Künstliche Intelligenz. Das VBS zählt auch auf die Erfahrung von Milizsoldaten, die bereits im wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich tätig sind, um eine konkrete Zusammenarbeit zwischen der Zivil- und der Schweizer Militärwelt zu schaffen.